Sprengel Stade, KK Osterholz-Scharmbeck | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Das 1831 unter dem Namen Grasberg verselbständigte Dorf gehört in den Kontext der seit Mitte des 18. Jh. betriebenen Kolonisation des bisher unbesiedelten Teufelsmoors. Es ging aus der 1776 als Eickedorfer Vorweide angelegten Siedlung hervor. Der heutige Ort Grasberg fasst insgesamt 15 Moorsiedlungen zusammen: Adolphsdorf (1800), Dannenberg (1780), Eickedorf (1753), Eickedorfer Vorweide/Grasberg (1776/1831), Grasdorf (1784), Huxfeld (1789), Meinershausen (1785), Mittelsmoor (1792), Otterstein (1794), Rautendorf (1762), Schmalenbeck (1762), Seehausen (1790), Tüschendorf (1782), Weinkaufsmoor (1826) und Wörpedorf (1751). Grasberg und die übrigen Dörfer zählten zum Amt Ottersberg im Kgr. Hannover (seit 1815) und kamen 1852 zum Amt Lilienthal. Mit der Annexion Hannovers wurden sie 1866 preußisch. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehören die Moordörfer zum Kr. Osterholz (1939: Lkr). Seit 1974 ist Grasberg Sitz der gleichnamigen Einheitsgemeinde mit den oben genannten Ortsteilen. Zur Sozialstruktur des Kirchspiels schrieb der Ortspfarrer 1939: „Hauptsächlich besteht die Gemeinde aus Bauern; ein geringer Teil arbeitet als Arbeiter in Bremen“.1 Um 1812 lebten rund 1.970 Menschen auf dem Gebiet heutigen Gemeinde Grasberg, 1910 etwa 4.570 und 2019 rund 7.780.

Kirche, Ansicht von Nordosten

Kirche, Ansicht von Nordosten

Schon fünf Jahrzehnte vor Gründung der Gemeinde Grasberg begann Moorkommissar Jürgen Christian Findorff mit der Planung einer Kirche auf dem Grasberg, gelegen an der Wörpe zwischen dem Kurzen und dem Langen Moor.2 Nach dem 1759 errichteten Kirchspiel Worpswede sollte hier die Kirche für das zweite Moorkirchspiel entstehen. Der Bau der Kirche begann 1784, am 1. November 1789 konnte sie eingeweiht werden. Die größten Dörfer der damit verselbständigten Kirchengemeinde waren Eickedorf im Kurzen Moor (bislang KG Wilstedt) und Wörpedorf im Langen Moor (bislang KG Worpswede). Für Schmalenbeck und Rautendorf, eigentlich nach Worpswede eingepfarrt, war wegen der weiten Wege bislang Fischerhude zuständig gewesen.3 Schon 1787 war mit P. Johann Heinrich Sartorius (amt. 1789–1800) der erste Prediger berufen worden.4
In der ersten Hälfte des 19. Jh. entstand eine pietistisch geprägte Gruppe in der Gemeinde, die ihren Schwerpunkt in Meinershausen hatte und sich zeitweise separierte (etwa 1819–26).5 Im Jahre 1841 feierte die Gemeinde die Grundsteinlegung für den Kirchturm; zur Finanzierung trug auch eine Kollekte in den Gemeinden des Konsistorialbezirks Stade bei.6 P. Ernst Christian Krull (amt. 1859–1871) gründete wohl kurz nach Amtsantritt sowohl einen Posaunen- als auch einen Kirchenchor.7 Sein Nachfolger, P. Georg Friedrich Schönfeld (amt. 1871–1902), begründete 1877 den Grasberger Missionsverein; der ebenfalls geplanten Gründung eines Homöopathischen Vereins versagte das Konsistorium die Genehmigung.8 In engerer Anbindung an Hermannsburg und „ohne, ja, zunächst gegen den pastro“ entstanden in Schlußdorf ein eigener Missionsverein und später auch ein eigener Posaunenchor; in der Grasdorfer Kirche sei zu häufig „von Schweinepreisen die Rede und von Kunstdünger“.9 P. Schönfeld unterstützte überdies die Einrichtung eines Armenhauses in Otterstein und bereitete die Gründung einer Gemeindeschwesternstation vor, die dann P. Diedrich Speckmann (amt. 1902–1908) eröffnete. Träger des Armenhauses waren die Dörfer des Kirchspiels, für die Schwesternstation hatte sich ein Krankenpflegeverein gegründet, dem „fast alle Haushalte des Kirchspiels“ angehörten.10

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

P. Speckmann, der „berühmteste Inhaber der Grasberger Pfarre“, war neben seinem Pfarramt auch schriftstellerisch tätig und ist als „Heidedichter“ bekannt geworden.11 In seiner Grasberger Zeit entstanden die Bücher „Heidjers Heimkehr“ (1904), „Heidehof Lohe“ (1906) und „Das goldene Tor“ (1907). Im ersten Jahrzehnt des 20. Jh. war die Zahl der Gemeineglieder im Kirchspiel Grasberg auf rund 5.100 angestiegen; eine vom Konsistorium ins Auge gefasste zweite Pfarrstelle scheiterte jedoch an der Gemeinde, die den jährlichen Beitrag von 1.400 Mark nicht aufbringen wollte.12
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Willy Hans Kurd Paul (amt. 1931–1938) und P. Friedrich Wilhelm Bull (amt. 1938–1973) das Pfarramt Grasberg inne. Beide hatten kirchenpolitisch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft angehört, wie P. Bull rückblickend im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab; er selbst sei überdies Scharführer der SA gewesen (1933–36).13 Die DC hätten trotz einiger Vorträge keine Anhängerschaft in der Gemeinde gefunden, da „Pastor Paul in Gottesdiensten gegen sie predigte“. Die im Sommer 1933 angesetzten Neuwahlen des KV „standen unter dem Einfluss der Partei“; die „zwei mehr an die Partei gebundenen Kirchenvorsteher“ hätten ihr Amt 1941 bzw. 1942 aufgegeben. Anlässlich der Visitation 1946 schrieb P. Bull, die kirchliche Arbeit in Grasberg sei „seit 1940 besonders gehindert durch die unerfreulichen Zustände, die sich aus der Kündigung und dem Kirchenaustritt des Organisten“ ergeben hätten; zudem hätten u. a. die Lehrer in Adolphsdorf, Wörpedorf und Tüschendorf gegen die Kirche agitiert.14 In den letzten Kriegstagen beschädigte ein Granattreffer das Kirchendach; nach Kriegsende „feierte eine schottische Einheit ihren Dankgottesdienst in unserer beschädigten Kirche“, berichtete P. Bull.

Kirche, Innenansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

Kirche, Innenansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder von etwa 5.200 auf rund 9.000 an (1946) und sank während der nächsten anderthalb Jahrzehnte wieder ab auf rund 5.600 (1959). Die Amtshandlungen – Taufen, Trauungen, Abendmahl – fanden in den Dörfern des weitläufigen Kirchspiels 1946 zu „fast 90% in den Häusern“ statt.15 Schon nach der Visitation 1952 nannte der Sup. des KK Trupe-Lilienthal eine zweite Pfarrstelle als ein „dringendes Erfordernis“.16 Stattdessen übernahm Diakon Joachim Stuhlmacher 1961 die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde. Seit 1958 unterhielt die KG Grasberg wieder eine Schwesternstation. Die Mitte der 1960er Jahre erwogenen Pläne, in Worphausen ein Gemeindezentrum zu errichten, kamen nicht zur Verwirklichung.17 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Hannovers und Sachsens baute die KG Grasberg in den 1950er und 1960er Jahren Kontakte zur Apostelgemeinde in Leipzig auf.18
Im Jahr 1971 schließlich errichtete das Landeskirchenamt eine zweite Pfarrstelle in der KG Grasberg, die als erster der Hilfsgeistliche P. Werner Prieß (amt. 1971–1972) versah. Um die KG beim Erhalt der denkmalgeschützten Schnitger-Orgel zu unterstützen, gründete sich 1978 die „Arp-Schnitger-Gesellschaft Grasberg e. V.“. Mit dem „Kirchbauverein Grasberg e. V.“, gegründet im Zuge der Kirchenrenovierung 1988/89, kam ein zeitweise ein weiterer Unterstützer hinzu. 2010 gründete sich der „Förderverein Lebendige Kirchengemeinde Grasberg“, der das geistlich-kulturelle Leben in der Gemeinde fördern will und die KG auch beim Erhalt der kirchlichen unterstützt.
Seit Februar 2014 ist die KG Grasberg pfarramtlich mit der benachbarten KG Hüttenbusch verbunden; auf regionaler Ebene kooperieren beide Gemeinden zudem mit der KG Worpswede (u. a. seit 2001 gemeinsames Gemeindeblatt kreuz + quer; regionale Konfirmandenarbeit).

Pfarrstellen

I: 1789. – II: 1971.19

Umfang

Das Kirchspiel Grasberg umfasste bei seiner Gründung 1789 die Dörfer Dannenberg, Eickedorf, Eickedorfer Vorweide (Grasberg), Huxfeld, Meinershausen, Moorende, Mooringen (seit 1791/92 KG Worpswede)20, Rautendorf, Schmalenbeck, Tüschendorf und Wörpedorf.21 Hinzu kamen später folgende Dörfer (Gründungsjahr in Klammern): Seehausen (1790), Mittelsmoor (1792), Otterstein (1794), Adolphsdorf (1800), Schlußdorf (1800), Schrötersdorf (1805) und Weinkaufsmoor (1826). Weiteren Zuwachs erhielt die Gemeinde durch die Umgliederung des Ortsteils Wilstedtermoor (1977) und des Wohnplatzes Tarmstedtermoor (2001) aus der St.-Petri-KG Wilstedt.22

Aufsichtsbezirk

Mit Gründung der KG 1789 zur Bremischer Superintendentur (Sitz am Dom, seit 1803 in Achim). Bei der Neuorganisation der Inspektionen kam Grasberg 1826 zur Insp. Ottersberg, die 1890 mit Festlegung des Suptur.-Sitzes umbenannt wurde in Insp. Trupe-Lilienthal (1924: KK), 1959 umbenannt in KK Lilienthal.23 1970 KK Lilienthal vereinigt mit KK Osterholz-Scharmbeck.24

Kirchenbau
Kirche, Innenansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

Kirche, Innenansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1959

Frühklassizistischer Rechteckbau, ausgerichtet nach Südosten, in der Mittelachse Vorbau mit flachem Dreiecksgiebel nach Nordosten, kleinerer Anbau nach SüdWesten, erbaut 1784–89 (Entwurf: Jürgen Christian Findorff).25 Satteldach, nach Südosten abgewalmt; südwestlicher Anbau mit Schleppdach, nordöstlicher mit Querdach. Backsteinmauerwerk mit heller Eckverzahnung und Gesims; große, flachbogige Sprossenfenster; Haupteingang im nordöstlichen Vorbau, darüber kurzes Flachbogenfenster, links und rechts große Flachbogenfenster; im Giebelfeld Inschrift: „Sacrum deo Creatori“ (Das Heiligtum Gottes, des Schöpfers). Querorientierter Innenraum mit flacher Holztonne, dreiseitiger Empore und Altar an Südwestseite. 1831 Innenrenovierung. 1927 Neuausmalung Innenraum. April 1945 Granattreffer Kirchendach. 1958 Renovierung, statische Sicherung und Umgestaltung Innenraum (Querorientierung aufgehoben: Altar von Süd- an Ostseite versetzt). 1988/89 Renovierung (Querorientierung wieder hergestellt).

Fenster

Nach Süden zwei figürliche Buntglasfenster mit Engelsdarstellungen (1927, Glasmaler Georg Karl Rohde, Bremen), Inschriften: „Der Herr ist mein Hirte mir wird nichts mangeln“ sowie „Danket dem Herrn denn er ist freundlich und seine Güte wäret ewiglich“, Fenster gestiftet von Charles Brüning, New York. Ebenfalls nach Süden zwei farbige Fenster „Schöpfung“ und „Auferstehung“ (1985, Heinz Lilienthal, Bremen), Fenster zunächst nach Osten, 1988/89 versetzt.

Turm

An der Nordwestseite Turm aus Backsteinmauerwerk, erbaut 1841. Schiefergedeckter, vierseitiger Pyramidenhelm bekrönt mit Kugel, Kreuz und Wetterfahne, nach Nordosten Auslegestuhl mit Uhrschlagglocke. Im Glockengeschoss an jeder Seite breite Rundbogennische mit gekuppelten, rundbogigen Schallöffnungen (Triforien), nach Nordosten im Bogenfeld darüber Uhrziffernblatt; in den übrigen Turmobergeschossen rundbogige Nischen mit gekuppelten, rundbogigen Öffnungen (Biforien); nach Nordosten Tür, darüber Inschriftentafel: „Templo condito MDCCLXXXIX. Turrim parochiani addidere MDCCCXLI“ (Kirche gegründet 1789. Turm von den Gemeindegliedern angefügt 1841). 1889 Turmuhr angeschafft (Firma Weule, Bockenem). 1962 Reparatur Turmspitze nach Sturmschaden. 1987 Turmsanierung. Vor Bau des Turms hingen die Glocken zunächst in einem offenen Glockenträger (1789), später in einem geschlossenem (1800).

Ausstattung

Schlichter Kanzelaltar (1789), zwischen zwei leicht schräggestellten Pilastern runder Kanzelkorb mit kappenförmigem Schalldeckel; hölzerner, blockartiger Altar; außen zwei Pfeiler, darüber einfaches Gebälk; bei Renovierung 1958 Kanzel und Altar getrennt, Kanzelkorb auf einem Sandsteinsockel aufgestellt, 1988/89 ursprünglicher Altar wiederhergestellt (ohne seitliche Schranken). – Runder, pokalförmiger Taufstein (1958), am oberen Rand Inschrift: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Jesaja 43 Vers 1“. – Im Eingangsbereich: Grundstein mit Inschrift: „Me posuit Aug. Comes a Kielmansegge d. V. Iunius A. C. MDCCLXXXV“ (Mich setzte August Gf. von Kielmannsegg, am 5. Juni im Jahr Christi 1789), 1958–88 in Altar eingemauert; Inschriftenstein mit Pastorenliste; Gedenktafel für Gefallene des Ersten Weltkriegs (ursprünglich rechts und links des Altars). – Ehemalige Ausstattung: Wandteppich an der Südwestwand (1958/59).

Orgel, 1985

Orgel, 1985

Orgel

Arp Schnitger erbaute die heutige Grasberger Orgel 1693/94 für die Kirche des Waisenhauses am Rödigsmarkt in Hamburg, 21 II/P.26 Bei deren Abbruch 1785 erwarb Orgelbauer Georg Wilhelm Wilhelmy (Stade) das Instrument und baute es 1788 in der neuen Grasberger Kirche wieder auf, Prospekt angepasst, zwei Reg. geändert, Regierwerk teilweise neu, 21 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1826 Instandsetzung, ausgeführt von Georg Wilhelmy (Stade). 1863 Änderung der Disposition, Orgelbauer Johann Hinrich Rohdenburg (Lilienthal). 1917 Ausbau der Prospektpfeifen und Abgabe zu Rüstungszwecken (65 Pfeifen, Prinzipal 8ʼ); 1932 ersetzt, Ernst Josef Schindler (Bremen). 1950 Instandsetzung, ausgeführt von Paul Ott (Göttingen). 1980–85 Restaurierung und Rückführung auf den 1788 von Wilhelmy geschaffenen Zustand, ausgeführt von Firma Hillebrand (Altwarmbüchen), 21 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Denkmalorgel.27 Während der Renovierung der Kirche 1988–90 war die Orgel in Kloster Möllenbeck aufgestellt. – Truhenorgel (Chororgel), erbaut 1996 von Orgelbauwerkstatt Michael Becker (Kupfermühle), 3 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Vier LG, I: gis’ (Bronze, Gj. 1952, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Amen“ und „Den Opfern des Krieges 1939/45“; II: h’ (Bronze, Gj. 1843, Heinrich Albrecht Bock, Linden bei Hannover), Inschriften: „J. A. Hintze Oberamtmann, Kettler Pastor. J. H. Schlesselmann, H. Schnakenberg, C. H. Kahrs Juraten“ und „Gegossen von H. A. Bock in Linden bei Hannover 1843“; III: dis’’ (Bronze, Gj. 1959, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Ostern 1959“; IV: e’’ (Bronze, Gj. 1959, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Taufglocke“. – Eine SG, h’’ (Bronze, Gj. 1952, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet“. – Früherer Bestand: Um 1789 zwei LG (Bronze) aus dem ehemaligen Kloster Harsefeld erworben. Kleine LG geborsten und umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1807, Bremen). Nach Bau des Turms zwei neue LG gegossen, heutige LG II und eine größere (Bronze, Gj. 1843, Heinrich Albrecht Bock, Linden bei Hannover), „von Anfang an mißtönend“, umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1845, Bremen), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).28 Als Ersatz eine neue LG (Bronze, Gj. 1921), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. – Eine SG (Bronze, Gj. wohl 1889), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917); als Ersatz eine SG (Bronze, Gj. 1925), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1966). – Gemeindehaus (Bj. 1910/11, erbaut als Pfarrhaus, 1966 umgebaut zu Gemeindehaus, 2002 erweitert). – Altes Pfarrhaus (Bj. 1788), 1910/11 abgebrochen und im benachbarten Eickedorf als Bauernhaus wieder aufgebaut. – Konfirmandensaal (Bj. 1910, errichtet aus dem Material der alten Pfarrscheune, 1966 abgebrochen).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof um die Kirche, erweitert 1933 und 1966.

Liste der Pastoren (bis 1940)

1789–1800 Johann Heinrich Sartorius. – 1801–1821 Franz Friedrich Soehlke. – 1821–1835 Franz August Gebhardt. – 1835–1841 Johann Hermann Wolff. – 1841–1859 Hermann Georg Friedrich Conrad Kettler. – 1859–1871 Ernst Christian Ķrull. – 1871–1902 Georg Friedrich Schönfeld. – 1902–1908 Dietrich Wilhelm Gotthilf Speckmann. – 1909–1917 Gustav Adolf August Brünjes. – 1917–1931 August Friedrich Karl Voigts. – 1931–1938 Willy Hans Kurt Paul. – 1938–1973 Friedrich Wilhelm Bull.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 345

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 2 Nr. 574–587 (Konsistorium Stade, Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 866 (Spec. Landeskonsistorium); A 6 Nr. 2836–2841 (Pfarrbestellungsakten); A 8 (CB); B 18 Nr. 97 und 274 (Orgelsachverständiger); D 109 (EphA Osterholz-Scharmbeck); Kons. Stade A 2 Nr. 572/01, 574–587, A 6 Nr. 2836–2839; A 8 Gra, A 9 Nr. 2568–2569, 2641–2642 (Akten des Konsistoriums Stade); L 5g Nr. 176, 874 (LSuptur Stade); S 2 Witt Nr. 02 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1144 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7134 (Findbuch PfA).

Literatur & Links

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 552; Fock, Schnitger, S. 100–102; Meyer, Pastoren I, S. 345; Meyer-Korte: Gemeinden, S. 26–36; Vogel et al., Orgeln in Niedersachsen, S. 182–183.
B: Björn Emigholz: Speckmann, Wilhelm Gotthilf Diedrich, in: Lebensläufe zwischen Elbe und Weser I, S. 310–312; Jan Goens: Die Arp-Schnitger-Orgel in Grasberg, in Ars Organi 35 (1987), S. 240–243; Volkhard Schwietering: Dem Schöpfer geweiht. Geschichte und Geschichten der Kirche Grasberg 1789–1989, Grasberg 1989; Franz Stelljes: Familienbuch Kirchengemeinde Grasberg 1789–1875. Mit den Dörfern Adolphsdorf, Dannenberg, Eickedorf, Grasberg, Grasdorf, Huxfeld, Meinershausen, Mittelmoor, Moorende, Otterstein, Rautendorf, Schlußdorf, Schmalenbeck, Schrötersdorf, Seehausen, Tüschendorf, Weinkaufsmoor und Wörpedorf, St. Augustin ²1998.

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche, Orgel

GND

2112187-4, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Grasberg)


Fußnoten

  1. LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1939).
  2. NLA ST Rep. 40 Nr. 959, Bl. 30 (Karte); NLA ST Karten Neu Nr. 12850, 15.02.2021.
  3. Meyer-Korte, Gemeinden, S. 27.
  4. Vgl. zu Sartorius Schwietering, S. 16 ff.
  5. Schwietering, S. 23 ff.
  6. Schwietering, S. 32.
  7. Schwietering, S. 38.
  8. Vgl. zu Schönfeld Schwietering, S. 39 ff. Der Grasberger Missionsverein „ist irgendwann um den Ersten Weltkrieg in Vergessenheit geraten“, ebd., S. 54.
  9. Schwietering, S. 42 und S. 40.
  10. Schwietering, S. 41. Das Armenhaus diente später als Altersheim und wurde in den 1930er Jahren aufgelöst, LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1939).
  11. Schwietering, S. 44. Zu Speckmann vgl. Emigholz, S. 310 ff. und Schwietering, S. 43 ff.
  12. Schwietering, S. 46.
  13. LkAH, S 1 H III Nr. 819, Bl. 11 (dort auch die folgenden Zitate). Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  14. LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1946). Dort auch das folgende Zitat.
  15. LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1946).
  16. LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1952).
  17. LkAH, L 5g, Nr. 176 (Visitation 1965).
  18. Meyer-Korte, Gemeinden, S. 38. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  19. KABl. 1971, S. 16.
  20. Vgl. Schwietering, S. 23.
  21. Vgl. die Karte von Findorff (mit Digitalisat): NLA ST Karten Neu Nr. 12850, 15.02.2021.
  22. KABl. 1977, S. 111; KABl. 2000, S. 214.
  23. KABl. 1890, S. 46; KABl. 1959, S. 52.
  24. KABl. 1970, S. 8 f.
  25. Entwurfszeichnungen bei Schwietering, S. 10 f.; zur Baugeschichte vgl. ebd., S. 63 ff.
  26. Schwietering, S. 68. Vgl. auch Fock, Schnitger, S. 100 ff. und Vogel et al., Orgeln in Niedersachsen, S. 182 f.
  27. KABl. 1952, S. 160; LkAH, B 1 A, Nr. 4587 (Verzeichnis der Denkmalsorgeln der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Stand 01.10.1958).
  28. Schwietering, S. 34 und S. 48 f.