Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Leine-Solling | Patrozinium: Blasius und Maria | KO: Calenberger KO von 1569

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte

Dorf am Ostrand des Solling, schriftlich erstmals in der ersten Hälfte des 12. Jh. als Vredelsen (1132) bzw. Fridessele (1135) erwähnt.1 Seit 1974 Stadtteil von Moringen. – Wesentlich für die Entwicklung des Ortes war das 1132/35 vom Mainzer Ebf. Adalbert I. gegründete Regularkanonikerstift Fredelsloh.2 Zusammensetzung und Herkunft des Gründungskonvents sind unbekannt. Die Stiftung selbst war eine Folge der mainzischen Territorialpolitik und forcierte den Ausbau der erzbischöflichen Machtposition im Leinegebiet. Am 1. April 1132 berief Adalbert I. den Chorherren Hermann zum ersten Propst und verlieh den Kanonikern das Recht der freien Propstwahl.3 Das 1137 ausgefertigte eigentliche „Gründungsprivileg“ garantierte zudem das Recht zur freien Vogtwahl und faktische Exemtion. Die Kirche wurde zur Pfarrkirche erhoben und damit aus dem Filiationsverhältnis zur Sedes Moringen gelöst.4 Zugleich wurde das Stift der archidiakonalen Gewalt des Nörtener Propstes entzogen. 1138 bestätigte Ebf. Adalbert II. dem Stift seinen Besitz und fügte weitere Besitz- und Zehntrechte in später größtenteils wüst gefallenen Dörfern der Umgebung hinzu.5 Ebf. Markolf, Adalberts Nachfolger, übertrug ihm 1142 auf Bitten der Gf. Sigfried und Hermann die Mutter- und Taufkirchen zu Stöckheim und Oldendorf (Markoldendorf), die sie von Mainz zu Lehen hatten.6 Zwischen 1143 und 1155 wurde Fredelsloh zum Doppelkloster erweitert. Während der Frauenkonvent bis nach der Reformation fortbestand, löste sich der Männerkonvent bis auf Propst, Pleban, Kapläne und Vikare schon im 13. Jh. weitgehend auf. 1145 nahm Papst Lucius II. das Stift unter seinen Schutz und bestätigt seine Rechte.7 Zu seinen Förderern gehörte auch der Staufer Konrad III., der ihm unter dem 14. Mai 1146 die Pfalzkapelle St. Walburgis in Grone übereignete.8
Ende des 12./Anfang des 13. Jh. kam es zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse in der Region. Der Einfluss der Mainzer Ebf. wurde zunehmend zurückgedrängt. Mit der Verbannung Heinrich des Löwen waren auch die Welfen vorübergehend geschwächt. Den Gf. von Dassel gelang dieser Zeit die Übernahme der Vogtei über das Dorf Fredelsloh, die sie 1250 zunächst als Pfand, 1277 endgültig an das Stift abtraten. Schutz und Schirm des Stiftes übertrugen die Dasseler 1250 den Hzg. von Braunschweig und Lüneburg (tutor et beningus defensor).9 Erstmals standen die Herzöge damit in einer unmittelbaren Beziehung zum Stift, auf das sie auch als Lehnsherren über einen Teil der Stiftsländereien und Gerichtsherr über die Umgegend zunehmend Einfluss erlangten. Bis zur Reformationszeit zogen sie Landesherrschaft schließlich ganz an sich (Fsm. Göttingen, Amt Moringen).
Das älteste Gotteshaus in Fredelsloh war laut einer Urkunde von 1332 die Trinitatiskapelle auf dem Friedhof nahe dem Stift (capellam igitur sancte Trinitatis in cimiterio prope monasterium […] in loco Vredesle primitus ob honorem plantata fuerit).10 Zur genauen Bauzeit der Kapelle oder ihrem Aussehen ist nichts bekannt.11 Die Stiftskirche, deren Baubeginn wohl noch in der ersten Hälfte des 12. Jh. anzusetzen ist, lässt sich urkundlich zuerst 1290 belegen: Ein Feuer hatte sie weitgehend zerstört (ecclesie in Fredesle per incendium miserabiliter destructe).12 Mehrere Bischöfe und Erzbischöfe gewährten Ablässe für Spenden zu ihrem Wiederaufbau.
Während es dem Stift im 13. und 14. Jh. gelang, durch Schenkungen, Kauf und Tausch seinen Besitz an Zehnten, Grundeigentum und anderen Gerechtsamen kontinuierlich auszubauen, setzte seit dem 15. Jh. ein merklicher Niedergang ein. 1507 lassen sich Einflüsse der von Bursfelde ausgehenden Klosterreform nachwiesen. Am 17. und 18. Dezember 1542 wurde das Stift durch Antonius Corvinus visitiert.13 Anders als in anderen Frauenklöstern stieß die Einführung der Reformation auf wenig Widerstand, vielmehr seien die Konventualinnen „gantz willig und gehorsam gewesen“, die neue Klosterordnung anzunehmen. Auf eigenen Wunsch hin wurde ihnen auf Lebenszeit das Wohnrecht in den Konventsgebäuden zugebilligt. Ein bereits amtierender ev. Prädikant wurde durch die Visitatoren bestätigt. 1550 wird Wolf Brensel als Prediger erwähnt.
Nachdem Hzg. Erich II. die Klostergüter 1564 bereits verpfändet hatte, verkaufte er sie 1575; unter Hzg. Julius setzte ab 1587 ein Rückkauf der Güter ein. Der Konvent wurde in ein weltliches Damenstift umgewandelt. Die Stiftsdamen unterhielten zuletzt eine Art Mädchenschule. Die letzte Domina flüchtete während des Dreißigjährigen Krieges nach dem sicheren Einbeck und nahm den (angeblich noch 1774 vorhandenen) Reliquienschatz mit sich. Zwischen 1664 und 1675 ist der Konvent erloschen. Die Liegenschaften wurden in den Allgemeinen hannoverschen Klosterfonds überführt und Sitz eines Klosteramts (1836 mit dem Stiftsamt Northeim vereinigt). Die Stiftskirche, im Dreißigjährigen Krieg 1625 und 1627 durch kaiserliche Truppen geplündert und ihrer Kunstschätze beraubt, diente seither nur noch als Pfarrkirche. Unter ihren Geistlichen sind P. Karl Ulrich Kessler (amt. 1872-1893) und P. Heinrich Georg Adolf Dreyer (amt. 1894-1913) zu erwähnen. Ersterer befasste sich mit Religionspädagogik und gab 1891 unter dem Titel „Die christliche Lehre“ ein „Hilfsbuch zur Reform des Religionsunterrichts“ heraus. Dreyer gründete 1897 den Posaunenchor in Fredelsloh und war Schriftleiter des für die Insp. Hardegsen herausgegebenen Kirchenblatts „Heimatglocken“.
Nach der Visitation im Jahr 1929 fasste der Sup. des KK Markoldendorf seinen Eindruck der KG Fredelsloh folgendermaßen zusammen: „Auf kargem Ackerboden, in wenig günstiger klimatischer Lage, weitab vom großen Verkehr lebend tragen die Gemeindeglieder schwer am Leben und stehen stark unter den äußeren sinnlichen Einflüssen in Freude wie in Leid. […] Danach sucht man zuerst einmal den Anforderungen der Zeit zu genügen und soweit das kirchliche Leben dem dienen kann, ist es recht und angenehm, sobald es aber damit in Widerspruch zu treten scheint, muß es zurücktreten, und wird abfällig beurteilt und behandelt, wenn es das nicht tut.“14
Während der NS-Zeit hatte P. Hans Reinhardt (amt. 1933-1950) das Pfarramt Fredelsloh inne; kirchenpolitisch stand er auf Seiten der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb er 1946 rückblickend: „Kirchenkampf gab es hier nicht.“ Die Mitglieder des 1933 neu gewählten KV gehörten nach Reinhardts Angaben „nicht der Partei an und haben sich kirchlich bewährt“.15 Seit Winter 1934 lud P. Reinhardt alle zwei Wochen zu „Dorfabenden“ in den Pfarrsaal ein, auf denen „allerlei Fragen kirchlichen, gottesdienstlichen und christlichen Lebens“ diskutiert wurden.16 In seinem Bericht über die Visitation 1935 merkte der Sup. an, der „politische Nationalsozialismus“ habe in Fredelsloh „schon frühe einen Stützpunkt gewonnen“. P. Reinhardt berichtete zudem, einige Männer des Dorfes stünden „den religiösen Anschauungen des ‚Neuheidentums‘“ nahe.17 Vorübergehend konnte die Deutsche Glaubensbewegung in Fredelsloh dann Ende der 1930er Jahre unter dem Einfluss eines radikalen Lehrers fester Fuß fassen (25 Kirchenaustritte, einige „Lebensweihen“ anstatt Taufe, einige „Lebenswenden“ statt Konfirmation). Mit der Versetzung des Lehrers verlor die Glaubensbewegung an Rückhalt. Zwischen 1945 und 1948 wurden zehn Taufen, zehn Konfirmationen und fünf Trauungen nachgeholt.18
1950 kam der Ostpfarrer Fritz Both in die Gemeinde (amt. bis 1978). Unter ihm setzte der kirchliche Wiederaufbau ein, verbunden u. a. mit der umfassenden Sanierung der Klosterkirche und dem Abbruch des alten Wirtschaftsgebäudes mit Pfarrsaal, das 1964 durch einen Gemeindehausneubau ersetzt wurde. Both war auch einer der wichtigsten Chronisten der Gemeinde. Nach seinem Weggang wurde das alte Pfarrhaus von 1824 verkauft. An der Nordseite des Pfarrgartens errichtete die Klosterkammer einen Ersatzneubau, der 1980 bezogen werden konnte. Sämtliche kirchlichen Gebäude in Fredelsloh sind bis heute Eigentum der Klosterkammer.
Wegen sinkender Gemeindegliederzahlen (1967: 1.563; 1988: 1.230; 2003: 980) wurde die Pfarrstelle zum 1. Januar 2001 auf eine halbe Stelle reduziert.19 Mit dem 1. Januar 2009 wurden die der KG Fredelsloh, Großenrode und Moringen sowie die KapG Espol, Lutterbeck, Nienhagen, Oldenrode und Schnedinghausen zur Ev.-luth. Trinitatis-KG Leine-Weper in Moringen vereinigt.20
Die profilierte Kulturarbeit der Gemeinde in der Klosterkirche wird seit 2015 durch die Landeskirche und die Hanns-Lilje-Stiftung gesondert gefördert.

Umfang

Das Nörtener Archidiakonatsgericht sprach Fredelsloh 1280 das Parochialrecht über die bisher zu Moringen gehörigen Dörfer Espol und Krumele (später wüst) zu. 1823 umfasste die Parochie die Dörfer Espol (KapG) und Fredelsloh mit der Holzmühle und dem Vorwerk Tönnieshof, 1941 die Ortschaften Fredelsloh und Espol; die Forsthäuser Fredelshagen und Grimmerfeld sowie die Holzmühle.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Nörten (Sedes Moringen) der Erzdiözese Mainz. – 1588 zur neu gebildeten Insp. Hohnstedt. 178421 oder 1817 Insp. Hardegsen.22 Nach deren Aufhebung zum 1. Juli 1922 in die Insp. (1924: KK) Markoldendorf23, 1935 KK Einbeck. 1. Juli 1950 in den KK Hohnstedt-Northeim umgegliedert (ab 1. Oktober 1958: KK Northeim)24, der mit dem 1. Januar 2001 im KK Leine-Solling aufging.

Patronat

Für die Pfarrstelle lag das Patronatsrecht bis 1871 beim Landesherrn. Das Patronat über die Kirchengüter hatte das Kloster (jetzt die Klosterkammer). Die hiermit verbundenen Rechte blieben auch nach dem Zusammenschluss zur KG Leine-Weper 2009 erhalten.

Kirchenbau

Unter Verwaltung der Klosterkammer. Die romanische Stiftskirche entstand bald nach der Gründung des Stifts, wurde aber schon 1290 während einer Fehde zwischen den Welfen Heinrich, Albrecht und Wilhelm bei einem durch Soldaten verursachten Brand vollständig verwüstet. Für den Wiederaufbau gewährten zehn Bischöfe und Ebf. einen Ablass.25 Die vorref. Kirche verfügte über mehrere Nebenaltäre (Petrusaltar auf dem Nonnenchor; Heilig Kreuz; Fronleichnamsaltar; Dreikönigsaltar; Allerheiligenaltar). Der ursprüngliche Bau war eine hochromanische dreischiffige, von einer flachen Balkendecke geschlossene Basilika aus Sandsteinquadern mit Querhaus, annähernd quadratischem Chor mit halbrunder Chorapsis sowie zwei Nebenapsiden an den Ostseiten der Querhausarme. Die Arkatur des Langhauses hatte ursprünglich mit einfachem Stützenwechsel. Nach Aufhebung des Stifts im 17. Jh. wurden der Westteil des Langhauses und die Seitenschiffe profaniert, ein Teil des Langhauses im 18. Jh. zeitweise als Kornspeicher des Klosterguts genutzt. Der übrige Kirchenraum diente weiter zu gottesdienstlichen Zwecken. Zur räumlichen Trennung der beiden Teile wurde der Lettner um einen Fachwerkaufsatz erhöht. Auf Veranlassung von P. Kupffer (amt. 1842-1853) wurde die trennende Wand 1849 weiter nach Westen versetzt und das bislang verschlossene südliche Querhaus geöffnet. Der Lettner, der einer der ältesten in Sachsen war, wurde dabei abgebrochen. Seit der Aufsiedlung des Klosterguts (1933) stand die Westseite der Kirche leer. Die beiden Seitenschiffe und die frühere Nonnenempore im Westbau sind heute vermauert. – Schon Ende der 1880er Jahren fanden Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten statt. 1968-73 erfolgte die teilweise Wiederherstellung des ursprünglichen Innenraums und Raumeindrucks durch den Abbau der 1849 eingebauten Emporen.

Fenster

Moderne Glasfenster mit eucharistischen Symbolen; in den Fenstern der Seitenapsiden die Kirchenpatrone Blasius und Maria (von Glasmaler H. Kirchner, Köln).

Turm

Doppeltürmiges Westwerk aus Buntsandsteinquadern. Turmbekrönung mit Satteldächern. Mittig vorgebaut ein halbrunder Treppenturm mit verdeckter Doppelwendeltreppe. Sanierung 2014/15.

Grablege

Bis ins 18. Jh. fanden im Kirchenraum Bestattungen statt; u. a. in Chor und Querhaus unterhalb des ursprünglichen Bodenniveaus mehrere gemauerte Gräber;26, Erbbegräbnis der von Grube unter dem Nonnenchor vor dem 1296 angelegten Petrusaltar.

Ausstattung

Schlichter, moderner Tischaltar aus Sandstein (um 1970). Ein 1906 von der Klosterkammer nach Fredelsloh überführter Osnabrücker Barockaltar aus dem Provinzialmuseum Hannover wurde bei der Renovierung 1968-73 wieder beseitigt. – Oktogonales Taufbecken mit Resten von vier Trägerfiguren (eventuell 13. Jh.). – Barockes Tafelgemälde mit Kreuzigung (18. Jh.). – Barocke Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes über der Sakristeitür im nördlichen Seitenschiff. – Spätgotisches Wandtabernakel (um 1500).27 – An den Seitenwänden des großen Chors Kalksteinreliefs der zwölf Apostel (unbekannte Herkunft, wohl Anfang 15. Jh.). – Zwei Grabsteine (aus der Klosterzeit und aus dem 17. Jh.). – Hölzernes Epitaph für P. Johann Friedrich König († 1778).

Orgel

Seit 1837 verfügte die Kirche nur über ein durch den Rademacher Wilhelm Grote erbautes Leihinstrument (erste Orgel der Kirche), das später durch eine größere Orgel (ebenfalls von Grote, der sich die entsprechenden Fertigkeiten bei seiner Arbeit für einen Orgelbauer angeeignet hatte), ersetzt wurde. Die kleinere Orgel von 1837 kam in die Gutskapelle in Üssinghausen (bis 1906). Bemühungen des P. Kupffer um die Anschaffung einer neuen Orgel (1847) waren vergebens. Erst 1888/89 erfolgte ein Neubau durch P. Furtwängler & Söhne (Hannover), 16 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Die Orgel wurde bei der Kirchenrenovierung von 1969 abgebaut. Als Provisorium diente ab 1973 ein dreistimmiges Positiv der Firma Hammer (Hannover). In der ersten Hälfte der 1970er Jahre beschaffte die Klosterkammer ein elektronisches Instrument der Firma Ahlborn-Lipp mit 38 II/P.28 1993 neues elektronisches Instrument der Firma Ahlborn (Hymnus III).

Geläut

Drei LG, I: fis’ (Bronze, Gj. 1958, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg); II: a’ (Bronze, Gj. 1924, J. J. Radler & Söhne, Hildesheim); III: h’ (Bronze, Gj. 1736, umgegossen durch Joh. Heinr. Scheel, Stettin; Patenglocke aus Parlin bei Stargard in Pommern). – Früherer Bestand: Bis zum Dreißigjährigen Krieg verfügte die Klosterkirche über ein Geläut von mindestens vier LG, von denen eine der mittleren 1636 leihweise an das Stift St. Blasii in Northeim abgegeben wurde. Eine SG wurde im Dreißigjährigen Krieg geraubt. 1862 waren noch drei undatierte LG vorhanden, von denen die größte (gegossen in Einbeck) gesprungen war. 1863 wurden alle drei abgenommen und durch den Glockengießer Isermann (Ebergötzen) zu zwei neuen LG in g’ und a’ umgegossen. 1884 wurde eine Glocke durch J. J. Radler (Hildesheim) umgegossen. Die kleinere wurde 1917 zu Rüstungszwecken abgeliefert und 1924 durch einen Neuguss der Firma J. J. Radler (Hildesheim) ersetzt (die heutige LG II). Im Zweiten Weltkrieg wurde die große Glocke (g’) ebenfalls eingeschmolzen. An ihre Stelle trat 1952 die kleinere Patenglocke aus Parlin.29

Friedhof

Eigentum der KG. Der ursprüngliche Begräbnisplatz befand sich östlich der Stiftskirche. Eine dort befindliche Dreifaltigkeitskapelle wurde 1332 mit Grundbesitz ausgestattet. An sie erinnert der noch erhaltene Kapellenbrunnen. Der zu klein gewordene Friedhof wurde 1847 geschlossen und an den östlichen Ortsausgang (Sollingstraße) verlegt.30 FKap (Bj. 1963).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 3440-3453 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 473 und 477 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 2505-2514 (Pfarrbestallungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 726-729 (Visitationen); D 45 a (EphA Hardegsen-Uslar); D 45 c (EphA Hohnstedt-Northeim); S 1 H III Nr. 411 (Kirchenkampfdokumentation).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 475 f.; Kämmerer/Lufen, Denkmaltopographie Lkr. Northeim, S. 164-168; Meyer, Pastoren I, S. 293-294; Pape, Palandt, S. 231; Weigand, Heimat-Buch, S. 431-435.
B: Stiftskirche Fredelsloh. Kunstgeschichtlicher Rundgang und historischer Abriss, Fredelsloh 2012; Fritz Both: 800 Jahre Klosterkirche in Fredelsloh, [Northeim 1973]; Fritz Both: Die Klosterkirche St. Blasii und Marien, Göttingen 1982; Fritz Both: 850 Jahre Fredelsloh. Chronik, [Fredelsloh] 1982; Alfred Bruns: Zur Gründung des Chorherrenstifts Fredelsloh, in: Northeimer Heimatblätter 1968, S. 35-41; Horst Gramatzki: Das Stift Fredelsloh von der Gründung bis zum Erlöschen seines Konvents. Historische und baugeschichtliche Untersuchungen, Dassel-Fredelsloh ²2001; Manfred Hamann (Bearb.): Urkundenbuch des Stiftes Fredelsloh, Hildesheim 1983; Karl Scheibe-Moringen: Fredelsloh. Geschichte des Dorfes und Klosters, Leipzig [1899], [ND Fredelsloh 2005]; Bernhard Thalacker: Von den Glocken der Fredelsloher Klosterkirche, in: Aus der Heimat/Aus Heimatpflege und Heimatforschung (Northeim) 9/1953. – Reihe: Fredelsloher Fundstücke und Fragmente, 2010 ff.

Vielen Dank an Rainald Wegner (Fredelsloh) für hilfreiche Anmerkungen zu diesem Artikel.


Fußnoten

  1. UB Fredelsloh, Nr. 1 und 2 (die ältere Urkunde ist nur als Teilabschrift des späten 16. Jh. erhalten).
  2. Zu Geschichte des Stifts vgl. kurz Dolle, Klosterbuch I, S. 417 ff.; ausführlich Gramatzki, S. 8 ff.; mit Blick auf die Gründungsgeschichte und die Gf. von Dassel: Kruppa, Grafen von Dassel, bes. S. 94 ff. und 215 ff.
  3. UB Fredelsloh, Nr. 1; Bruns, S. 38.
  4. UB Fredelsloh, Nr. 3.
  5. UB Fredelsloh, Nr. 4.
  6. UB Fredelsloh, Nr. 5.
  7. UB Fredelsloh, Nr. 7.
  8. UB Fredelsloh, Nr. 8.
  9. UB Fredelsloh, Nr. 24. Diese Übertragung geschah gleichzeitig mit der Verpfändung der Vogtei über das Stift an das Stift selbst und sollte bis zum Rückkauf der Vogtei gelten.
  10. UB Fredelsloh, Nr. 135.
  11. Gramitzki, S. 120 f.
  12. UB Fredelsloh, Nr. 64, 66 und 67 (Zitat); Gramitzki, S. 167 ff.
  13. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 314-316.
  14. LkAH, A 9 Nr. 729 (Visitation 1929).
  15. LkAH, S 1 H III Nr. 411, Bl. 18 f. Vgl. auch LkAH, A 9 Nr. 729 (Visitation 1935): „Der Kirchenvorstand setzt sich noch aus denselben Mitgliedern zusammen wie vor 1933“ (Hervorhebung im Original).
  16. A 9 Nr. 729 (Visitation 1935).
  17. A 9 Nr. 729 (Visitation 1935).
  18. LkAH, L 5c, unverz., Fredelsloh, Visitation 1941 und Visitation 1948; LkAH, S 1 H III Nr. 411, Bl. 18v.
  19. KABl. 2001, S. 40.
  20. KABl. 2009, S. 92-95.
  21. Weigand, Heimat-Buch, S. 157.
  22. Meyer, Inspektionseinteilung, S. 219.
  23. KABl. 1922, S. 107.
  24. KABl. 1950, S. 67.
  25. UB Fredelsloh, Nr. 64.
  26. Vgl. auch Gramitzki, S. 211. Zu einem möglichen Stifterinnengrab vgl. Hamann, S. 2 f.
  27. Müller, Sakramentsnischen, C 57.
  28. LkAH, L 5c, unverz., Fredelsloh, Visitation 1988.
  29. Hardege, Glockenneuerwerbungen, S. 41; Poettgen, Glockengießer, S. 52.
  30. LkAH, D 45a, Spec. Fredelsloh 591.