Frühere Gemeinde | KapG der KG Varlosen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Münden | Patrozinium: – | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Straßendorf am Rand des Bramwalds, 1271 als Elderekeshusen erstmals erwähnt. Seit 1973 Ortsteil der Gemeinde Niemetal. – Über die Anfänge der KapG liegen keine Nachrichten vor. Die Kapelle, bisweilen auch als Filialkirche bezeichnet, war schon 1675 der KG Varlosen (Niemetal) zugeordnet.1 Das jetzige KapGb entstand 1801 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus der Mitte des 18. Jh. Zum 1. Januar 1982 löste sich die KapG Ellershausen auf; gleichzeitig schloss sich ihre Muttergemeinde Varlosen mit der KG Löwenhagen zur neuen „Ev.-luth. St. Michaelis-Kirchengemeinde Niemetal“ zusammen.2

Kapellenbau
Kapelle, Ansicht von Nordwesten, um 1953

Kapelle, Ansicht von Nordwesten, um 1953

Dreiachsige, innen flachgedeckte Saalkirche aus Bruchsteinmauerwerk. Orgelempore im Westen.

Turm

Quadratischer Dachreiter mit Pyramidendach über dem Westgiebel.

Ausstattung

Schlichter, klassizistischer Kanzelaltar – Pokalförmige Sandsteintaufe mit halbkugelförmigem gebauchter Kuppa (Ende 16. Jh., Fuß modern ergänzt).3

Orgel

Erbaut 1855 von Carl Giesecke (Göttingen) als Schulorgel für das Göttinger Gymnasium, 4 I/aP, mechanische Traktur, Schleiflade. 1884 erwarb die KapG das Instrument und ließ es von Carl Heyder (Mühlhausen) um Subbaß 16’ erweitert auf 5 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (das neue Register erhielt keinen Registerzug, sondern ist im Pedal ständig aktiv). 1964 Umbau und Änderung der Disposition, ausgeführt von Rudolf Janke (Bovenden), zwei Register ersetzt (Prinzipal 8’ und Flauto traverso 8’ entfernt, Waldflöte 2’ und Mixtur 3fach neu hinzu), neue Pedalklaviatur und -traktur.4

Geläut

Zwei LG, I: h’ (Bronze, Gj. wohl um 1585, Diderich Fobbe, Göttingen), Inschrift: „Diderich Fobben de hat mich in Gottes Namen gegossen“, Glocke früher in Dankelshausen; II: d’’ (Bronze, Gj. 1783, H. L. Behrends, Göttingen), Inschrift: „Auf Kosten der Gemeinde Ellershausen vorm Wald ist diese Glocke gegegossen von H. L. Behrends in Goettingen Anno 1783“.5

Kirchenbücher

Taufen: 1690–1836
Trauungen: 1690–1637
Begräbnisse: 1690–1637
Kommunikanten: ab 1869
Konfirmationen: 1690–1788 (Lücken: 1735–1787)

Mutterkirche Varlosen. Im Übrigen in den Kirchenbüchern der Mutterkirche.

Literatur

A: Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 218; Mathies, Taufbecken, S. 121.

Weitere Bilder

Vielen Dank an Eike Dietert für Hinweise und Ergänzungen zur Orgelgeschichte.


Fußnoten

  1. Althaus, Generalvisitation II, S. 114.
  2. KABl. 1982, S. 13 f.
  3. Mathies, Taufbecken, S. 121.
  4. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 186, Bl. 1 (Meldebogen für Orgeln 1944), 19 ff. (Gutachten von Hans Jendis, 21.05.1960, 02.07.1960), 43 (Abnahmegutachten von Hans Jendis, 16.09.1964).
  5. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 186, passim; Glockenkartei.