Frühere Gemeinde | KapG der KG Bisperode | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Elze | Patrozinium: Dietrich Bonhoeffer (nach 2003) | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Dorf im Fsm. Calenberg (Amt Springe, ab 1852 Amt Coppenbrügge) mit altem Rittergut (freier Sattelhof), dessen Besitzer wohl seit dem 13. Jh. die von Hastenbeck waren. 1541 wurde der Ritter Dietrich Hake als Nachfolger seines Onkels Hartung von Hastenbeck durch den Abt zu Corvey mit dem Gut belehnt. Mitte des 19. Jh. wurde es allodifiziert. Das Dorf ist seit 1973 Ortsteil von Coppenbrügge.
Über die Gründung der Kapelle, wohl in vorref. Zeit, liegen keine Angaben vor.1 Diedersen war ursprünglich nach Dadersen eingepfarrt, das nach Kriegszerstörung 1456 bereits als wüst bezeichnet wird. Nach der Zerstörung von Dadersen gehörte Diedersen – obwohl calenbergisch-hannöversch – kirchlich zur bis 1942 braunschweigischen KG Bisperode. Diese kirchenrechtliche Sonderstellung führte im 19. Jh. zu Unstimmigkeiten hinsichtlich der Verwaltung der Ephoralgeschäfte (Schulaufsicht und Ephoralprüfung der Konfirmanden). Nach einer Beschwerde des Gutsbesitzers von Hake als Patron über Schule und Kapelle schlossen die Konsistorien in Hannover und Wolfenbüttel 1863 einen Vergleich, demzufolge die Ephoralaufsicht dem hannoverschen Sup. in Münder (ab 1. Juni 1867 dem Sup. in Börry) übertragen wurde.2
In früherer Zeit fand jährlich am Hagelfeiertag (2. Juni) ein Abendmahls-GD statt, sonst vierzehntägliche Lese-GD und Kinderlehre durch den Kantor. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren regelmäßige GD durch den P. von Bisperode üblich. Mit dem 1. Januar 2001 wurde die KapG Diedersen aufgelöst und in die neu gegründete KG Am Ith überführt.3

Kapellenbau

Bereits 1733 war in Diedersen ein neues KapGb errichtet worden, möglicherweise an der Stelle des Vorgängerbaus. 1933 wurde es durch einen Neubau (Massivbau mit geputzten Außenflächen) an gleicher Stelle ersetzt (Architekt: Fritz Sagebiel, Höxter).

Turm

Viereckiger Dachreiter mit achtseitiger, verschieferter Turmspitze. Kugel und Kreuz als Bekrönung.

Orgel

1957 Neubau durch Firma Alexander Schuke (Potsdam), 7½ I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG in fis’’ (Bronze, Gj. 1659, Hans Meyer).

Friedhof

Am östlichen Ortsausgang in Richtung Bisperode. Größtenteils Eigentum der KG und ganz unter kirchlicher Verwaltung.

Landeskirchliches Archiv Hannover

D 22a (EphA Coppenbrügge).

Literatur

A: Holscher, Bisthum Minden, S. 118.
B: Hermann von Hake: Rittergut Diedersen. 400 Jahre in der Familie von Hake, Hannover [1941].


Fußnoten

  1. Holscher, Bisthum Minden, S. 118.
  2. LkAH, 22 a, Gen A 140.
  3. KABl. 2001, S. 11 f.