Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hameln-Pyrmont | Patrozinium: Petrus oder Gertrud1 | KO: Waldecker KO von 1731

Orts- und Kirchengeschichte

Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich als Odisthorp in einer Urkunde aus der Amtszeit des Paderborner Bf. Imad (amt. 1051–1076).2 1184 ist der Ort als Opendorp3 und als Udistorp belegt.4 Oesdorf gehörte zum Herrschaftsgebiet der Gf. von Schwalenberg.5 Vor 1184 erwarb Ebf. Philipp von Köln (amt. 1167–1191) das Allod Udistorp, ließ in dessen Nähe die Burg Petersberg (Pyrmont) errichten und verlehnte sie zur Hälfte an die Gf. von Schwalenberg. Im 13. Jh. etablierte sich eine Nebenlinie dieser Familie als Gf. von Pyrmont; sie besaßen Burg (zerstört Ende des 13. Jh.) und Grafschaft weiterhin als Lehen der Kölner Erzbischöfe. Ihr Herrschaftsgebiet umfasste den Pyrmont-Lügder Talkessel.6 1494 starben die Gf. von Pyrmont aus und nach Auseinandersetzungen um die Erbschaft fiel ihre Grafschaft 1525 an die Gf. von Spiegelberg, kam 1558 an die Gf. von Lippe, 1583 an die Gf. von Gleichen und 1625 an die Gf. von Waldeck. Die Auseinandersetzungen um den Besitz der Gft. endeten mit der Bestätigung des Status quo im Pyrmontischen Hauptvergleich von 1668/69, geschlossen zwischen Bf. Ferdinand II. von Paderborn (amt. 1661–1683) und Georg Friedrich († 1692), Gf. von Waldeck-Eisenberg und Pyrmont (Vorvertrag 1666 nach der Lügder Konferenz, Amt Lügde an Bistum Paderborn, Rest der Gft. an Gf. von Waldeck). Die Gft. Pyrmont (1807: Fsm.) blieb eigenständig und wurde erst 1849 mit Waldeck zum Fsm. Waldeck-Pyrmont vereinigt. Seit Januar 1868 verwaltete das Kgr. Preußen das kleine Fürstentum (Akzessionsvertrag von 1867). Der 1850 eingerichtete Kr. Pyrmont, zu dem Oesdorf zählte, war deckungsgleich mit der ehemaligen Gft. und war seit Ende des Ersten Weltkriegs Teil des Freistaats Waldeck. 1921/22 kam der Kr. Pyrmont nach einem Volksentscheid an Preußen und ging im neuen Lkr. Hameln-Pyrmont auf (Provinz Hannover). Oesdorf wurde 1922 in die Stadt Bad Pyrmont eingemeindet. 1910 lebten gut 1.560 Menschen in Oesdorf. Zur Sozialstruktur der KG schrieben die Ortspastoren 1960: „Der Badeort bietet nur einseitige Arbeitsmöglichkeiten. Darum suchen viele junge Leute auswärts Beschäftigung. Andererseits ziehen Pensionäre, besonders aus dem Ruhrgebiet, nach hier. So überwiegen mehr noch als in anderen Gemeinden die höheren Altersstufen.“7

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1950

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1950

Kirchlich zählte Oesdorf ursprünglich zum Kirchspiel Lügde.8 In der zweiten Hälfte des 11. Jh. bat ein Wirinibertus den Paderborner Bf. Imad (amt. 1051–1076), die Dörfer Oesdorf, Löwensen und Vesperi (wüst) aus dem Kirchspiel Lügde herauszulösen und ein neues Kirchspiel mit Pfarrkirche in Oesdorf zu errichten.9 Die Kirche in Oesdorf bestand bereits und war bereits geweiht (Ecclesiam, quae in Oldisthorpe sita et consecrata est). Für die Verkleinerung seines Pfarrsprengels entschädigte Wirinbertus den Lügder Presbyter Widikind mit einer Hufe Land in Ubbenbrocke. Nach einer Quelle aus dem Jahr 1644 war die neue Kirche in Oesdorf der hl. Gertrud gewidmet.10 Sie war möglicherweise als Eigenkirche Wirinberts entstanden. Vor 1184 erwarb der Kölner Erzbischof das Patronat über die Kirche in Oesdorf, später lag das Patronatsrecht bei den Gf. von Pyrmont. Ein Geistlicher in Oesdorf ist erstmals 1240 mit Bernhardus sacerdos de Odestorpe nachgewiesen; er ist erneut um 1250 belegt.11 Zwischen 1269 und 1290 ist mehrfach Winandus urkundlich als Pfarrer von Oesdorf erwähnt; die Urkunde von 1290 nennt zudem seinen gleichnamigen Sohn, Bürger in Lügde.12 In Urkunden aus dem 14. Jh. finden sich nur zwei Erwähnungen eines Plebans in Oesdorf: 1362 Konrad und 1369 Konrad Bruno (wohl identisch).13 Bis Ende 1424 oder Anfang 1425 war Henricus Scheuersteyn Pfarrer in Odesthorpe. Nach seinem Tod bemühte sich ein Johannes Loyff um die Stelle und hatte sie vermutlich bis Anfang 1429 inne. Im April 1429 bezeichnete sich Lippoldus Barchusen als rector parochialis ecclesie in Odestorpe.14 Weitere vorref. Geistliche in Oesdorf waren Heinrich Hoppe (1475, † 1502/03) und Ludwig Hoppe (1505), beide auch Vikar in Lügde, Kurt Stauwer (1534, bis 1539) und Heinrich Henniges (amt. 1539–1549).15 Die Dörfer Holzhausen und Thal, die später ebenfalls zum Kirchspiel Oesdorf zählten, hatten im Mittelalter eigene Gotteshäuser: 1173 ist ein Fredericus plebanus in Holthusen urkundlich belegt, die dortige Kirche besaß vermutlich Pfarrrechte.16 1480 ist eine Kapelle in Dayl nachgewiesen, die 1546 als Filial zur lippischen Pfarrei Elbrinxen gehörte.

Alte Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1880

Alte Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1880

1552 ernannte Gf. Philipp von Spiegelberg und Pyrmont († 1557) den luth. P. Dietrich von Collum (amt. 1552–1597) zu seinem Hofprediger und zum Pfarrer von Oesdorf.17 In seinem Lebenslauf, den er im Alter von 78 Jahren niederschrieb, gibt der 1521 geborene Friese an, er sei um 1536 in das Dominikanerkloster Winsum eingetreten, habe später papistico more die Priesterweihe empfangen und „binnen winsum im closter mine erste misse gesungen“.18 Zwei Jahre lange habe er in habitu gepredigt, dann jedoch das Mönchsgewand abgelegt, da er „der huchelie möde war“. Er wurde zunächst Kaplan in Zuidbroek, später heiratete er und war vor seiner Berufung nach Oesdorf u. a. Stadtprediger in Bielefeld und Stadtprediger in Lemgo. Als er 1552 nach Pyrmont kam, war „die pestilentz sehr swer in allen dorfferen dusser gravescafft“.19 Zudem habe er „anerst […] mennigerleÿ anfechtinghe van den papisten und calvinisten“ erfahren. 1558 übernahm Gf. Hermann Simon zur Lippe († 1576) die Herrschaft in der Gft. Pyrmont und ein Jahr später wurde die überarbeitete Lippische KO von 1538 eingeführt.20 Sie wurde 1571 durch eine neue KO ersetzt.21 P. Dietrich von Collums Nachfolger, Magister Laurentius Kleiser (amt. ab 1595/97), war ebenfalls gleichzeitig Hofprediger und Pfarrer in Oesdorf.
Im ersten Viertel des 17. Jh. vergrößerte sich das Kirchspiel Oesdorf um Thal (1601, Kapelle 1612 baufällig)22, Hagen und Holzhausen (wohl um 1624, Kirche in Holzhausen vermutlich 1622 abgebrannt). Mit Konrad Dreyer ist 1614 erstmals ein Oesdorfer Lehrer namentlich genannt.23 Die Kirche in Oesdorf war in der ersten Hälfte des 17. Jh. „verhältnismäßig sehr gut dotiert“.24 Während des Dreißigjährigen Krieges wechselten Herrschaft und Konfession in der Gft. Pyrmont mehrfach. Im Jahr 1625 hatten die Gf. von Waldeck die Herrschaft in der kleinen Grafschaft übernommen (Sukzessionsvertrag mit Gf. Hans Ludwig von Gleichen, † 1631), allerdings zog der Paderborner Bischof 1629 die Grafschaft als erledigtes Lehen ein und nahm sie in Besitz.25 Der Bischof ließ die kath. Lehre wieder einführen, der luth. P. Bernhard Frese musste fliehen und der kath. Lügder Pfarrer Johannes Nußbaum († 1668) übernahm die Versorgung der Gemeinde Oesdorf.26 Nachdem 1633 schwedische Truppen das Schloss Pyrmont eingenommen hatten, konnte P. Frese in sein Pfarramt zurückkehren. Wegen des Vorrückens kaiserlicher Truppen musste er 1636 jedoch erneut fliehen und der kath. Pfarrer Nußbaum übernahm erneut die kirchliche Versorgung. 1644 schrieb er, in der Gft. Pyrmont gebe es zwei Kirchen, eine „im Dorfe Oesdorf nahe bei der Burg, eine Art Kapelle, die vor wenigen Jahren [1639], als das genannte Dorf mit drei anderen benachbarten Ortschaften von den Schweden gänzlich eingeäschert worden ist, verschont und in Dach und Fach erhalten blieb“.27 Die andere in Neersen sei verwüstet. Pfr. Nußbaum beschrieb seine Arbeit als vergeblich, sie fange an ihn zu verdrießen und es mangele ihm an Unterstützung. Im November 1644 erhielt Oesdorf mit Kaplan Johann Kruse (amt. 1644–1646) erneut einen eigenen, kath. Geistlichen. Gleichzeitig erklärte sich die Gemeinde gegenüber dem bischöflichen Visitator dazu bereit, zum kath. Glauben zu wechseln, allerdings scheint es nicht zu tatsächlichen Konversionen gekommen zu sein.28 Die militärischen Erfolge der schwedischen Truppen veränderten die Situation erneut; 1646 nahmen sie Pyrmont kampflos ein. Der luth. P. Johann Behem (amt. 1646 bis vor 1657) übernahm die beiden Pfarren Oesdorf und Neersen.

Alte Kirche, Längsschnitt, 1878, Conrad Wilhelm Hase

Alte Kirche, Längsschnitt, 1878, Conrad Wilhelm Hase

Im Jahr 1667 brannte die Oesdorfer Kirche aus. Während der romanische Glockenturm erhalten blieb, ließ die Gemeinde das Schiff im folgenden Jahr weitgehend neu errichten (Rechtecksaal mit Rechteckchor).29 Im Jahr 1680 übernahm der im hessischen Lich geborene P. Johann Philipp Seip (amt. 1680–1715) das Pfarramt in Oesdorf.30 Er war seit 1686 Inspektor (Superintendent) der Kirchen in der Gft. Pyrmont. Mit der Entstehung des Kurorts Pyrmont (angelegt ab 1668, 1720 Stadtrechte) vergrößerte sich das Kirchspiel Oesdorf während seiner Amtszeit weiter. P. Seip, ein „Vertreter einer gemäßigten Richtung innerhalb des Pietismus“, beeinflusste zudem die Entwicklung des Pyrmonter Waisenhauses, das Gfn. Dorothea Elisabeth von Lippe-Brake Ende des 17. Jh. gestiftet hatte.31 Von 1707 bis 1715 leitete P. Seip die Einrichtung. Seit den 1720er Jahren war das Amt des Waisenhausinformators mit dem Diakonat in Oesdorf verbunden.32 Nach P. Seips Tod übernahm sein jüngerer Sohn P. Johann Ludewig Seip (amt. 1715–1721) die Verwaltung des Pfarramts in Oesdorf. Sein ältester Sohn, der Arzt Johann Philipp Seip (1686–1757), eröffnete 1719 eine Kurpension in Pyrmont und veröffentlichte 1740 ein Buch über die Pyrmonter Quellen.33
In der ersten Hälfte des 18. Jh. umfassten die Pflichten des Oesdorfer Diakons u. a. einen sonntäglichen Frühgottesdienst im Pyrmonter Schloss (nur außerhalb der „Brunnenzeit“, also nicht im Sommer) und die Kinderlehre in Oesdorf.34 Zudem wirkte er an Gottesdiensten und Amtshandlungen mit und vertrat, wenn nötig, den ersten Pastor, der gleichzeitig Superintendent war. Zwischen 1795 und 1832 scheint das Diakonat nicht besetzt gewesen zu sein. P. Christian Konstantin Winterberg (amt. 1815–1832), dessen Grabstein die Inschrift „Der Begründer des Schulwesens in Pyrmont“, ließ während seiner Amtszeit die Schulgebäude in Oesdorf, Thal (1818) und Holzhausen (1819) erneuern und vergrößern. Hagen erhielt erstmals eine Schule (1819) und Löwensen ein neues Schulgebäude (1820).35 In seine Amtszeit fiel 1821 die Vereinigung der ref. und der luth. Gemeinden im Gebiet der Landeskirche Waldeck-Pyrmont (Waldeckische Union), die Einführung einer neuen Abendmahlsformel und die Änderung der Bezeichnung von ev.-luth. zu ev. Kirche.36
Zur kirchlichen Landschaft in Oesdorf und Pyrmont zählte seit Ende des 18. Jh. eine kleine Quäkergemeinde (1800 Quäkerhaus an der Brombergallee, Pyrmont).37 Im Jahr 1829 ließ Gf. Hugo von Hatzfeld († 1830 oder 1833) im Pyrmonter Kurpark zudem eine kath. Kapelle errichten, die der kath. Pfarrer aus dem westfälischen Lügde betreute (1861 Missionspfarrei St. Georg, 1906 Bau der Pfarrkirche St. Georg und Gründung der Pfarrei Pyrmont).38 Jüd. Familien lassen sich erstmals Ende des 18. Jh. in Oesdorf nachweisen; sie zählten zur jüd. Gemeinde in Pyrmont (nachweisbar 1817).39 Das Organisationsedikt von 1814 stellte Juden den übrigen Einwohnern des Fsm. Waldeck-Pyrmonts gleich.

Kirche, Ansicht von Süden, um 1930

Kirche, Ansicht von Süden, um 1930

Der ev.-luth. P. Johan Adam Wolff (amt. 1833–1854), anfangs ein rationalistisch geprägter Geistlicher, vollzog nach seinem Amtsantritt in Oesdorf einen theologischen Wandel. Er wurde „ein gewaltiger Erweckungsprediger, Mittelpunkt und Träger einer großen Bewegung, die sich bis weit ins lippische Land hinein erstreckte“; in seinen letzten Lebensjahren wandte er sich dem konfessionellen Luthertum zu.40 Er gab ein kleines Gesangbuch heraus, begann Bibelstunden in den Außendörfern des Kirchspiels und führte die persönliche Anmeldung zu Beichte und Abendmahl ein, die er „als das wertvollste Mittel intensiver Einzelseelsorge“ ansah.41 Gründer des etwa seit 1840 bestehenden pietistischen Konventikels in Pyrmont war er allerdings nicht.42 P. Wolff sammelte in seiner Gemeinde Geld für die Barmer und die Dresdner Missionsgesellschaft und betreute seit 1846 auch einige ev. Familien im westfälischen Lügde. Auf seine Initiative geht auch die Gründung des Hauses Bethesda im Jahr 1848 zurück, ursprünglich eine Hilfsanstalt für arme Kranke und arme Kurgäste. Sein Vorhaben, eine neue Kirche für das Kirchspiel Oesdorf zu errichteten, scheiterte jedoch: Oesdorf und Pyrmont konnten sich nicht auf einen Standort für den Neubau einigen und Pyrmont sammelte bereits seit 1818 Geld für einen eigenen Kirchenbau.43 Um 1860 zählte das Kirchspiel Oesdorf knapp 5.100 Gemeindeglieder (Oesdorf: 1.335, Holzhausen: 1.301, Pyrmont: 1.100, Löwensen: 495, Hagen: 436, Thal: 428).44
Im Jahr 1850 positionierte P. Wolff sich gegen die Union von 1821 und bestand auf die Bezeichnung luth. Kirche, denn keine Kirche könne „ohne Bekenntnis bestehen, die sich evangelisch nennende habe aber, soviel er wisse, keins“.45 Zudem hätten sich in Pyrmont luth. und ref. Kirche nicht vereinigt, da hier kaum zehn Reformierte lebten. P. Wolffs ablehnende Haltung bildete den Auftakt zu heftigen Auseinandersetzungen um die Union in der Landeskirche Waldeck-Pyrmont, die sich nach seinem frühen Tod 1854 stärker in den waldeckischen Landesteil verlagerten.46
Auch P. Wolffs Nachfolger in Oesdorf, P. Adolf Kreusler (amt. 1855–1869), zählte zu den Gegnern der Union und stand den neupietistischen Kreisen in seinem Kirchspiel nahe.47 Als P. Kreusler die Gemeinde 1869 verließ, wandte sich der KV an das Konsistorium in Arolsen und bat um einen rein luth. Pfarrer, der nicht auf die Union verpflichtet sei. Andernfalls „werde man aus der Waldeckischen Landeskirche austreten müssen und sich einer rein lutherischen Gemeinschaft anschließen“.48 Neben dem KV hatten knapp 200 Gemeindeglieder das Schreiben unterzeichnet, einige zogen ihre Unterschriften jedoch später zurück. Bald erreichte das Konsistorium ein weiteres Schreiben aus der Gemeinde, unterschrieben von gut 60 Unionsanhängern, die davor warnten, ein „orthodoxer Pfarrer würde die Eintracht stören“. Das Konsistorium setzte schließlich den bisherigen zweiten Prediger P. Friedrich Rösener (amt. 1869–1879) ein, da er geeignet sei, die „zerstrittenen Parteien zu versöhnen“.49 Auf die zweite Pfarrstelle berief das Konsistorium P. Carl Emil Rothe (amt. 1870–1873), er „stand auf keinem streng konfessionellen Standpunkt, sondern war vielmehr Anhänger der Vermittlungstheologie“.50 Nach P. Rothes Weggang setzte erneut eine Diskussion über das konfessionelle Profil eines möglichen Nachfolgers ein, das Konsistorium sah daher von einer Besetzung der Stelle zunächst ab und ließ sie von einem Hilfsgeistlichen versehen.51
1876/77 kam es tatsächlich zur Abspaltung eines Teils der Kirchspielgemeinde und zur Gründung der altlutherischen St.-Johannis-Gemeinde in Pyrmont, die etwa 200 Gemeindeglieder zählte. P. i. R. Carl Ludwig Christian Freybe († 1885) leitete die Gemeinde, sie versammelte sich zunächst im Quäkerhaus, später in einem eigenen Gotteshaus in der Pädagogiumsstraße (Bj. 1893).52 Im Februar 1886 war die Gemeinde als „eine mit Korporationsrechten versehene Kirchengemeinde mit dem Sitze in Pyrmont“ anerkannt worden.53 Im gleichen Jahr hatte sich ein Posaunenchor gegründet.

Kirche, Blick zur Orgel, um 1950

Kirche, Blick zur Orgel, um 1950

Überdies hatte die Stadt Pyrmont in den 1870er Jahren schließlich ihre Pläne zum Bau einer eigenen Kirche verwirklichen können. Sie konnte 1877 eingeweiht werden und zum 1. Januar 1878 gründete sich die eigenständige Kirchengemeinde Pyrmont, womit das Stadtgebiet aus dem Kirchspiel Oesdorf ausschied.54 Hintergrund der Trennung war nicht zuletzt die unterschiedliche soziokulturelle Situation in der eher liberalen Stadt Pyrmont einerseits sowie in dem eher konservativen Oesdorf und den Außendörfern andererseits.55 P. Hermann Aye (amt. 1876–1878), kurzzeitig Inhaber der zweiten Oesdorfer Pfarrstelle, wechselte an die neue Kirche und die verkleinerte KG Oesdorf musste sich in der Folgezeit mit einer Pfarrstelle begnügen. 1890 scheiterten die Bemühungen, das Diakonat wieder einzurichten.56
Das Ausscheiden der Stadt Pyrmont aus dem Kirchspiel veränderte das Profil der Gemeinde Oesdorf, da „man […] in Pyrmont mehr der Union zuneigte, während die Kirchenvorsteher der Dorfgemeinden sämtlich der Orthodoxie anhingen“.57 Mit P. Richard Heiner (amt. 1879–1894) gelang es der Gemeinde erneut, einen orthodoxen Lutheraner als Pfarrer durchzusetzen.58 In seine Amtszeit fiel der Neubau der Oesdorfer Kirche: Am 4. April 1880 feierte die Gemeinde den letzten Gottesdienst im alten Kirchengebäude, am 8. Mai des gleichen Jahres wurde der Grundstein für den Neubau gelegt und am 19. Oktober 1881 versammelte sich die Gemeinde zur Einweihung der neuen Kirche.59 Um die neue Orgel zu finanzieren, veranstaltete die Gemeinde eine Lotterie.60 Den Entwurf für den neuromanischen Kirchenbau hatte der Hannoveraner Konsistorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) angefertigt. Der Bau fand kein einhellig positives Echo: „Man fand das neue Haus etwas absonderlich, die Fenster seien zu klein, innen sei es dunkel, man hätte den alten Turm gleich mit abreißen sollen und ähnliches.“61 Der Neubau des Turms, orientiert an der alten Form aber um vier Meter erhöht, folgte schließlich 1922: Das alte Mauerwerk hatte Ausbuchtungen und war zu schwach für die neuen schweren Eisenhartgussglocken.62
P. Friedrich Ritter (amt. 1894–1908) gründete in Oesdorf einen Jugendbund für Entschiedenes Christentum, den sein Nachfolger, P. Ernst Engel (amt. 1908–1911) fortführte.63 1908 ließ die Gemeinde gegenüber der Kirche einen Konfirmandensaal erbauen.64 1910 richtete die Gemeinde in Holzhausen eine Schwesternstation ein; erste Gemeindeschwester war Marie Eisenberg, kurze Zeit später übernahm Lina Emden die Aufgabe. 1913 folgte der Bau eines Gemeindehauses in Holzhausen.65 Nachdem seit 1910 wieder Hilfspfarrer in der Gemeinde Oesdorf tätig gewesen waren, richtete das Konsistorium 1913 erneut eine zweite Pfarrstelle ein; das Gemeindegebiet teilte sich nun in zwei Pfarrbezirke: Oesdorf, Löwensen und Thal einerseits und andererseits Holzhausen und Hagen. Mit der Gründung einer kleinen neuapostolischen Gemeinde in Holzhausen im Jahr 1908 diversifizierte sich die kirchliche Landschaft in Oesdorf und Pyrmont weiter.66

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, um 1950

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, um 1950

Während der NS-Zeit hatten P. Christian Dürrfeld (amt. 1920–1945) und P. Wilhelm Hermsmeier (amt. 1932–1946) die beiden Pfarrstellen in Oesdorf inne. P. Dürrfeld war seit 1931 Mitglied der NSDAP und der SA, 1933 saß er für die DC im Waldeckischen Landeskirchentag, überwarf sich jedoch schnell mit Gauobmann Lüdke.67 Im Fragebogen zur Entnazifizierung gab P. Dürrfeld 1945 an, er sei 1934 aus NSDAP und SA „ausgestoßen [und] verbannt“ worden.68 Im Jahr 1934 löste sich die Evangelische Landeskirche in Waldeck auf; die Gemeinden der ehemaligen Gft. Pyrmont kamen zur Landeskirche Hannovers (KK Groß-Berkel-Hameln, seit 1938 KK Hameln-Pyrmont), der übrige Teil vereinigte sich mit der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.69 Der Hamelner Sup. Albert Pellens (amt. 1935–1961), schrieb 1938 über Kirchenrat Dürrfeld: „alter Feldsoldat, hat in den Schlachten ein Auge eingebüsst, ist alter Kämpfer der Partei und SA-Führer. Er ist ein wilder Draufgänger.“70 Zum 1. Oktober 1939 schloss sich die 1876/77 bzw. 1886 gegründete altlutherische Gemeinde Pyrmont der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers an und löste sich gleichzeitig auf; ihre Gemeindeglieder wurden entsprechend ihres Wohnsitzes in die Pyrmonter Gemeinden eingepfarrt.71 Der Posaunenchor der altlutherischen Gemeinde löste sich auf; ein neuer Posaunenchor gründete sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs (seit 1971 für alle drei ev. Gemeinden in Bad Pyrmont).72
Bei der Visitation der KG Pyrmont-Oesdorf im Jahr 1948 (der ersten seit dem Wechsel in die Landeskirche Hannovers), zählte sie etwa 13.800 Gemeindeglieder. In den Außenorten Holzhausen, Löwensen, Hagen und Thal fand jeweils einmal im Monat ein Gottesdienst statt.73 Die Gemeinde hatte 1945 zusammen mit der Stadtkirchengemeinde den um 1884 eröffneten Kindergarten übernommen, die Verwaltung lag bei der Stadtkirchengemeinde.74 Sie unterhielt zudem einen Kindergarten in Holzhausen.75 Die Schwesternstation, ebenfalls in Verwaltung der Stadtkirchengemeinde war für die KG Oesdorf und Pyrmont zuständig.76 Im Gemeindegebiet lag auch das 1899 gestiftete ev. Krankenhaus Bathildis und das ev. Helenenkinderheim, ein 1892 gestiftetes Kinderkurheim, das später der Inneren Mission Hannover angegliedert worden war (Kurbetrieb 1977 eingestellt, seit 1979 Teil der Diakonie Himmelsthür).77 1971 kam das ev. Altersheim Haus Bethanien hinzu, ebenso wie das ev. Altersheim Haus Bethesda und das Bathildiskrankenhaus Teil der Stiftung Bethesda, die P. Wolff 1848 begründet hatte. Die beiden Ortsgeistlichen P. Rudolf Löhr (amt. 1947–1970) und P. Hans Herbst (amt. 1948–1954) hielten in den Unterlagen zur Visitation 1948 fest: „Pyrmont ist ausgesprochener Sektenboden. Die Baptisten unterhalten die Zentrale ihrer Jugendarbeit für Deutschland hier. In Pyrmont steht das Quäkerhaus. Die Neuapostolischen besitzen eine eigene Kapelle. Zeugen Jehovas entfalten rege Strassen- und Hauspropaganda. Dazu kommen Anhänger der Christlichen Wissenschaft, Antroposophen [sic], Gemeinschaftsleute, die im Gegensatz zur Landeskirche stehen (Leiter aus der Kirche ausgetreten) sogar Unitarier.“78

Kirche, Blick zum Altar, um 1950

Kirche, Blick zum Altar, um 1950

Nach dem Neubau einer Kirche in Holzhausen trennten sich Hagen und Holzhausen vom Kirchspiel Pyrmont-Oesdorf und schlossen sich zum 1. April 1954 zur eigenständigen KG Pyrmont-Holzhausen zusammen. Die neue Gemeinde übernahm die zweite Pfarrstelle der Muttergemeinde, die ein Jahr später eine neue zweite Pfarrstelle erhielt, da „die Versorgungskuranstalt aus der Stadtkirchengemeinde in die Oesdorfergemeinde verlegt ist“.79 Die Pastoren der nun drei Bad Pyrmonter Kirchengemeinden vereinbarten monatliche Zusammenkünfte „zu brüderlichen Aussprachen und gemeinsamen Beschlüssen über die Vorhaben in den einzelnen Gemeinden der Stadt“.80 Bei der letzten gemeinsamen Visitation der Gemeinden Oesdorf und Holzhausen schrieb Sup. Pellens 1954, ihr kirchliches Leben sei „durch den Kurbetrieb und viele andere von aussen kommenden Einflüsse […] sehr gepflegt und geistig und musikalisch recht lebendig“.81
Nach der Visitation 1979 bezeichnete der Hamelner Sup. die Waldecker Tradition, die besonders in der Liturgie deutlich werde, als prägenden Charakterzug der Gemeinde Oesdorf (in den folgenden Jahren wurde die Liturgie „der lutherischen Agende I anverwandelt“82). Zudem sei „die sehr vielseitige Gemeindearbeit“ erfreulich und es werde „ein großer Kreis von Menschen von der Kirche angesprochen“.83 Im Jahr 1978 hatte die St.-Petri-Gemeinde den Reesenhof geerbt und ließ auf dem Gelände einen neuen Kindergarten erbauen. Der gemeinsam mit der Stadtkirchengemeinde unterhaltene Kindergarten am Hopfenweg zog in die neuen Räumlichkeiten um und die Oesdorfer Gemeinde übernahm die Trägerschaft. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche unterhielt die St.-Petri-KG Oesdorf Kontakte zur Martin-Luther-Kirchgemeinde in Crimmitschau (östlich von Dennheritz); Anfang der 1990er Jahre planten beide Gemeinden eine gemeinsame Partnerschaft mit einer polnischen KG.84
Zur Erfüllung diakonischer Aufgaben gründeten die drei Bad Pyrmonter KG und die KG Neersen 1995 den Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Bad Pyrmont.85 Die zweite Oesdorfer Pfarrstelle blieb seit September 1998 unbesetzt. Die Trägerschaft des ev. Reesenhof-Kindergartens ging 2010 auf den neugegründeten Verband der ev.-luth. Kindertagesstätten im KK Hameln-Pyrmont über.86 Zum 1. Juli 2016 schlossen sich die Stadt-KG Bad Pyrmont, die St.-Johannes-KG Bad Pyrmont-Holzhausen, St.-Petri-KG Bad Pyrmont-Oesdorf und die Paulus-KG Neersen zusammen und gründeten gemeinsam die Ev.-luth. KG Bad Pyrmont.87

Pfarrstellen

I: vorref. – II: Diakonat; ab 1870 zweite Pfarrstelle, 1878 übergegangen auf die neue KG Pyrmont. Neu begründet 1913.88 1954 übergegangen auf die neue KG Pyrmont-Holzhausen. 1955 neu begründet.89 Seit 1998 vakant, 2013 als dauervakant aufgehoben.

Umfang

Oesdorf und Löwensen. Außerdem Thal (ab 1601, vorher Kirchspiel Eilbrinxen), Hagen (wohl seit 1624; ab 1954 KG Pyrmont-Holzhausen) und Holzhausen (seit den 1620er Jahren; ab 1954 KG Pyrmont-Holzhausen).90 Bis Ende 1877 auch Schloss und Stadt Pyrmont (dann eigenständige Gemeinde). 1987 wurden die Kirchenmitglieder der Ev. Kirche von Westfalen, die in der Stadt Bad Pyrmont wohnten, in die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers eingegliedert und in die St.-Petri-KG Bad Pyrmont-Oesdorf eingegliedert.91

Aufsichtsbezirk
Alte Kirche, Grundriss, 1878, Conrad Wilhelm Hase

Alte Kirche, Grundriss, 1878, Conrad Wilhelm Hase

Archidiakonat Steinheim der Diözese Paderborn.92 – Nach der Reformation bildeten die beiden Kirchspiele der Gft. Pyrmont einen eigenen Aufsichtsbezirk, Sitz des Sup. oder Kircheninspektors war bis Ende des 19. Jh. in der Regel Oesdorf (1833–1851 war Neersen Sitz der Suptur. des Convents Pyrmont, etwa 1855–1879 unterstand der 1853 eingerichtet KK Pyrmont93 der Suptur in Twiste). Von 1894 bis 1898 war das Amt des Sup. (1921: Kirchenrat) mit der 1877 neu errichteten Pfarre Pyrmont verbunden, 1898 bis 1908 erneut mit Oesdorf, 1908 bis 1933 mit Bad Pyrmont und seitdem wieder mit Oesdorf. Zum 31. Juli 1934 wechselte der KK Pyrmont mit den KG Neersen, Pyrmont-Oesdorf und Bad Pyrmont von der aufgelösten Ev. Landeskirche in Waldeck zur Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, die drei Gemeinden kamen zum KK Groß-Berkel-Hameln.94 Zum 1. Oktober 1934 wurden die Gemeinden des KK Groß-Berkel-Hameln zu einem Aufsichtsbezirk zusammengefasst und der Sitz der Superintendentur nach Hameln verlegt.95 Seit 1938 trägt der KK den Namen KK Hameln-Pyrmont.96

Patronat

Ende des 13. Jh. der Ebf. von Köln als Besitzer eines Gutshofs in Oesdorf.97 Später die jeweiligen Besitzer der Gft. Pyrmont: Gf. von Pyrmont, 1525 Gf. von Spiegelberg, 1558 Gf. von Lippe, 1583 Gf. von Gleichen und 1625 Gf. von Waldeck (bis 1918).

Kirchenbau

Dreischiffige neuromanische Basilika mit Querhaus und halbrunder Apsis, erbaut 1880 (Architekt: Conrad Wilhelm Hase, Hannover).98 Satteldach, Seitenschiffe mit Pultdächern, Apsis mit halbem Kegeldach, Querhausarme mit je zwei Querdächern; alle Dächer mit Sandsteinplatten gedeckt. Mauerwerk aus Rotsandstein. Rundbogige Obergadenfenster; Seitenschiffe und Stirnseiten des Querhauses mit zweigeschossiger Fenstergliederung: oben Rundbogenfenster, unten zweiteilige, gekuppelte Rundbogenfenster. Rundbogenportal nach Süden, im Tympanon Relief mit Agnus Dei sowie A und Ω; Stützpfeiler am nördlichen Seitenschiff. Im Innern flache Decken, rundbogige Pfeilerarkaden mit Seitenemporen, doppelte Westempore (Orgel auf der oberen Empore); Rundbogen zwischen Apsis und Schiff. An der Apsisstirn Wandgemälde (1948, Malermeister Heisch, Kassel): Mandorla mit thronendem Christus, flankiert von zwei Engeln, oberhalb des Bogens Inschrift: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“. 1948 Instandsetzung und romanisierende Neuausmalung (Malermeister Heisch, Kassel).99

Kirche, Ansicht von Südwesten

Kirche, Ansicht von Südwesten

Turm

Vierseitiger Westturm, ursprünglich romanisch, 1922 wegen Baufälligkeit neu errichtet und erhöht. Satteldach (Sandsteinplatten), bekrönt mit Wetterfahne. Mauerwerk aus Ziegeln, verkleidet mit Rotsandstein. Im Glockengeschoss in den Giebeldreiecken dreiteilige, gestaffelte, rundbogige Schallöffnungen mit Teilungssäulchen, darunter an jeder Seite zwei rundbogige, gekuppelte Schallöffnungen mit Teilungssäulchen (an Nord- und Ostseite aus Vorgängerbau). Uhrziffernblätter und rundbogige Fenster nach Westen, Norden und Süden. Portal nach Westen. Turmuhr („F St 1790“).

Vorgängerbauten

Romanischer Kirchenbau, 1667 abgesehen vom Turm abgebrannt.100 1668 Neubau des Schiffs mit Rechteckchor. 1880 bestand das Kirchengebäude aus Westturm, Schiff und Chor, jeweils vierseitig und mit Satteldach. Südseite des Schiffs mit hohem Rundbogenfenster, Rundbogenportal und Rundbogenfenster darüber sowie Nebenportal mit Treppe; Südseite des Chors mit Rundbogenfenster und Rechteckfenster. Im Innern flache Balkendecke.101 1880/81 wegen Baufälligkeit durch Neubau ersetzt, nur geringer Mauerwerksreste vorhanden. 1921 Turm durch Neubau ersetzt.

Ausstattung

Altartisch auf zwei Säulen, hölzernes Altarretabel (1880/81, Entwurf: Conrad Wilhelm Hase, Hannover), zwei Rundbogenfelder mit Holzreliefs (Weihnachtsszene, wohl 1880, und Auferstehungsszene, 16. Jh.), darüber hohes Kruzifix (1880), in den Balkenenden kleine Reliefs (Kg. David, Kg. Hiskia, Kg. Salomo, Kg. Josia).102 – Zylindrische Steinkanzel auf Säulenarkaden mit Kleeblattbögen (1880, Entwurf: Conrad Wilhelm Hase, Hannover), an der Wandung des Kanzelkorbs Medaillons mit Darstellung der Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und Matthäus (beschädigt), darunter Inschrift: „Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren“. – Steintaufe mit rundem Becken, rundem Schaft und vierseitigem Fuß (1882), am Schaft Inschrift: „Confirmanden von 1881 & 1882“, am Fuß Inschrift: „H. Luttmann“. – Kreuzigungsgemälde (18. Jh., Öl auf Leinwand).

Orgel von 1977, Foto: K. H. Davin, 1979

Orgel von 1977, Foto: K. H. Davin, 1979

Orgel

1877 bezeichnete der KV die Erneuerung der Kirche und Anschaffung einer neuen Orgel als „dringende Bedürfnisse“, die vorhandene Orgel hatte neun Register.103 1881 Orgelneubau, ausgeführt von Orgelbauer Jakob und Eduard Vogt (Korbach), Zinnpfeifen während des Ersten Weltkriegs zu Rüstungszwecken abgegeben, 1923 ersetzt. Orgelneubau 1937, ausgeführt von Faber & Söhne (Salzhemmendorf), 37 III/P (HW, OW, RP), elektrische Spieltraktur, elektropneumatische Registertraktur, Schleifladen und Fabersche Membranladen; Teile des Vorgängerinstruments übernommen. 1977 Orgelneubau, ausgeführt von Rudolf Janke (Bovenden), 30 III/P (HW, BW, RP), mechanische Traktur, Schleifladen. – Truhenorgel, 3 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen, erbaut 1977 von Rudolf Janke (Bovenden), aufgestellt auf der Empore. – Truhenorgel, 4 ½ I/–, mechanische Traktur, Schleifladen, erbaut 1986 von Rudolf Janke (Bovenden), aufgestellt im Chor.

Geläut

Drei LG, I: d’, Inschrift: „Petri Glocke. Ehern, durch der Zeiten Wirrnis, ruft meine Stimme Euch zum Fels, drauf die Gemeinde Christi fest gegründet“, Bilder: Schlüssel, Bibel, A und Ω; II: f’, Inschrift: „Glocke der Gemeinde. Stetig umkreise die Gemeinde, zusammengefügt aus treuen Gliedern, des Glaubens Mitte“, Bild: Taube mit Kreuzen; III: g’, Inschrift: „Sakramentsglocke. Kyrie Eleison, Mühselig Beladener kehre ein und ziehe heim gereinigt, gespeist und getränkt. Gloria in Excelsis Deo“, Bild: Kreuz mit Brot, Kelch und Wasser (alle Bronze, Gj. 1988, Firma Rincker, Sinn), alle Glocken tragen zudem das Gießerzeichen und das Datum 6.12.1988. – Früherer Bestand: Eine kleine LG (Bronze, Gj. 1703) und zwei größere Glocken (Bronze, Gj. 1822, etwa 350 und etwa 600 Kilogramm).104 Die beiden großen Glocken im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.105 Drei LG, d’, f’ und g’ (Eisenhartguss, Gj. 1921, Ulrich & Weule, Apolda und Bockenem), Inschrift der großen Glocke: „Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um“, Inschrift der mittleren Glocke: „Was der Krieg ihr Nahm, schaffen wir wieder der Kirche, sind in Leid wir und Not, töne uns heiliger Klang“, alle drei Glocken trugen zudem die Inschrift: „Kirchengemeinde Oesdorf, Weihnachten 1921“,106 Glocken 1989 wegen Rostschäden durch jetziges Geläut ersetzt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus Oesdorf I, Schellenstraße (Bj. 1898, erworben 1905, umgebaut 1972).107 – Pfarrhaus Oesdorf II, Georg-Viktor-Straße (Bj. 1965). – Konfirmandensaal bzw. Gemeindehaus Oesdorf (Bj. 1908, erweitert 1984). – Kindergarten Reesenhof (Bj. 1980). – Pfarrhaus Holzhausen (Bj. 1930er Jahre). – Gemeindehaus Holzhausen (Bj. 1912/13). –

Friedhof

Oesdorfer Friedhof, gut 100 Meter östlich der Kirche, angelegt 1666, erweitert 1744 und 1845, FKap.108 Kommunale Friedhöfe in Hagen, Holzhausen (FKap), Löwensen (FKap) und Thal (FKap).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Truhenorgel von 1977, Foto: K. H. Davin, 1979

Truhenorgel von 1977, Foto: K. H. Davin, 1979

Erste Pfarrstelle: 1552–1597 Dietrich von Collum, gleichzeitig Hofprediger. – Ab 1597 Magister Laurentius Kleiser, gleichzeitig Hofprediger. – Ab 1612 Antonius Bachröder.109 – Bis 1629 und 1633–1636 Bernhard Frese. – 1644–1646 Kaplan Johann Kruse (kath.). – Ab 1646, noch 1652 Johann Behem. – Vor 1657–1679 Anton Boehmen (Boheim). – 1679–1680 Johann Valentin Kleinschmidt. – 1680–1715 Magister Johann Philipp Seipp, seit 1686 Inspektor der Kirchen in der Gft. Pyrmont. – 1723–1733 Balthasar Voigtländer, auch Sup. und Hofprediger. – 1733–1735 Wilhelm Speirmann, auch Sup. – 1735–1739 Magister Martin Christoph Weyher, auch Sup. – 1740–1749 Franz Anton Orth, auch Sup. – 1750–1762 Ludwig Wilhelm Menckel, auch Sup. – 1762–1771 Johannes Hock, auch Sup. – 1772–1777 Carl Ludwig Neumeier, Kircheninspektor. – 1777–1814 Joh. Fr. Gottlieb Steinmetz. – 1815–1832 Christian Konstantin Winterberg. – 1832–1833 Johann Christian Freybe. – 1833–1854 Johann Adam Wolff, seit 1851 Sup. – 1855–1869 Adolf Karl Wilhelm Ferdinand Leopold Kreusler. – 1869–1878 Friedrich Roesener. – 1879–1894 Georg Carl Ludwig Richard Heiner, auch Sup. und seit 1888 Hofprediger. – 1894–1908 Friedrich Karl Theodor Emil Ritter, seit 1898 auch Sup. – 1908–1911 Ernst Engel. – 1911–1915 Ernst Lohmann. – 1915–1928 Wilhelm Schultz. – 1928–1945 Christian Ludwig Dürrfeld.
Zweite Pfarrstelle (Diakonat; ab 1724 verknüpft mit Amt des Waisenhausinformators, ab spätestens 1777 bis 1869 verknüpft mit Rektorat der Schule, ab 1870 zweite Pfarrstelle): 1595–1597 Magister Laurentius Kleiser, gleichzeitig Hofprediger. – 1716–1721 Johann Ludwig Seipp (versah gleichzeitig die vakante erste Pfarrstelle).110 – 1724–1729 Abraham Conrad Kuderbach. 1729–1733/34 Andreas Blume. – 1733/34–1739 Busold. – Ab 1739 Johann Daniel Wilhelm Cramer. – Ab 1744 Franz Heinrich Nolden. – Philipp Christian Biermann. – 1754–1757 Johann Michael Knochenhauer. – 1757–1759 Friedrich Christoph Stallmann. – 1759–1766 Johann Friedrich Hoffmeister. – Bis 1768 Johann Friedrich Nettmann. – 1768 Carl Gottfried Alberti. – 1769–1773 Carl Gottfried Scipio. – Ab 1773 Heinrich Philipp Schaake. – Ab 1777 Werner. – Ab 1783 Wagner. – 1790–1793 Karl Georg Heinrich Koch. – Ab 1794 Wilhelm Jungcurth. – 1795–1832 keine Diakone bekannt. – Bis 1833 Johann Adam Wolff. – Ab 1833 Scipio. – 1836–1840 Carl Hartmann. – 1840–1851 Friedrich Rösener. – 1852–1855 Adolf Kreusler. – 1855–1869 Friedrich Rösener. – 1870–1873 Carl Emil Rothe. – 1874–1875 Pfv. Karl Friedrich Andreas Lau (Versehungsauftrag). – 1876–1878 Heinrich Aye. – 1878–1913 Vakanz. – 1913–1914 Derfs.111 – 1914–1919 Friedrich August Bredenbreuker. – 1920–1928 Christian Ludwig Dürrfeld. – 1928–1932 Alfred Max Paul Otto Schötz. – 1932–1946 Wilhelm Hermsmeier.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 282–283, ergänzt nach Völker, Geschichte, S. 117–118 und Brautlecht, S. 58–76, S. 94–112, S. 210–214 und S. 226–237

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 6768–6780 (Pfarrbestallungsakten); D 9 (EphA Hameln-Pyrmont); L 5a, Nr. 29–31, 306, 1324–1325, 1357, 1705, 1769–1771 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 09 rep Nr. 692 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7239 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher
Taufstein, 1973

Taufstein, 1973

Taufen: ab 1657
Trauungen: ab 1657
Begräbnisse: ab 1657
Kommunikanten: ab 1657
Konfirmationen: ab 1680 (Lücken: 1740–1742, 1831, 1845–1850, 1853, 1941)

Löwensen

Taufen: ab 1832
Trauungen: ab 1903
Begräbnisse: ab 1903
Konfirmationen: ab 1903 (Lücken: 1941)

Im Übrigen siehe Oesdorf.

Thal

Taufen: ab 1903
Trauungen: ab 1903
Begräbnisse: ab 1903
Kommunikanten: ab 1903
Konfirmationen: ab 1903 (Lücken: 1941)

Taufen 1832–1902 siehe Löwensen. Im Übrigen siehe Oesdorf.

Holzhausen

Taufen: ab 1832
Trauungen: ab 1903
Begräbnisse: ab 1878
Kommunikanten: ab 1927 (Lücken: 1933–1948)
Konfirmationen: ab 1903 (Lücken: 1932, 1941–1946)

Frühere Eintragungen und Konfirmanden 1942–1946 in den Kirchenbüchern von Oesdorf.

Hagen

Taufen: ab 1832
Trauungen: ab 1903
Begräbnisse: ab 1878 (Lücken: 1878–1902)
Kommunikanten: in den Kirchenbüchern von Holzhausen
Konfirmationen: ab 1903 (Lücken: 1932, 1941–1946).

Frühere Eintragungen in den Kirchenbüchern von Oesdorf. Begräbnisse 1878–1902 und Kommunikanten siehe Holzhausen. Konfirmationen 1942–1946 siehe Oesdorf.

Literatur & Links

A: Bühring, KD Lkr. Hameln-Pyrmont, S. 57–58; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 168–170; Holscher, Diöcese Paderborn, Teil I, S. 59–60; Köhler & Gelderblom, Dorfkirchen, S. 96–97; Meyer, Pastoren II, S. 282–283.
B: Evangelische Geistliche zu Pyrmont seit der Reformationszeit bis auf die neueste Zeit, in: Beiträge zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont 2 (1869), S. 571–577 und ebd. 3 (1872), S. 158–165; Gemeindebuch der Evgl.-Luth. Stadtkirchengemeinde – Christuskirche – Bad Pyrmont, Bad Pyrmont 1960; Detlev Block: Stadtkirche Bad Pyrmont 1877–1977. Geschichte, Kirchenführer, Gemeindeleben, Bad Pyrmont 1977; Hans Brautlecht: Geschichte der St. Petri Kirchengemeinde in Oesdorf/Bad Pyrmont, [1989]; Walter Dietrichkeit: Die altlutherische St. Johannisgemeinde zu Bad Pyrmont 1876–1939, in: Bad Pyrmonter Geschichtsblätter 3 (2016), S. 8–31; Carl Friedrich Hauck: Die Ösdorfer Kirche und ihre Geschichte. Herausgegeben zur Erinnerung an die 50jährige Wiederkehr des Umbaues der Ösdorfer Kirche von der Ösdorfer Kirchengemeinde. 1881–1931, Bad Pyrmont 1931; Elke Meyer (Bearb.): Salbuch Oesdorf von 1669 (= Salbuch der Grafschaft Pyrmont 1), 1990; Heinrich Nebelsiek: Die Anfänge der neupietistischen Erweckungsbewegung in Waldeck und Pyrmont, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 38 (1938), S. 15–35, bes. S. 31–35; Heinrich Nebelsiek: Die kirchliche Union in den ehemaligen Fürstentümern Waldeck und Pyrmont, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 62 (1943/44), S. 232–271; A. Seip: Mag. Johann Philipp Seip. Ein Pyrmonter Pfarrer im Zeitalter des Pietismus, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 37 (1937), S. 12–20; Manfred Willeke: Aus der Geschichte des Dorfes Oesdorf, in: Bad Pyrmonter Geschichtsblätter 2 (2013), S. 52–54.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche; Denkmalatlas Niedersachsen; Kulturerbe Niedersachsen: Grundriss 1880, Aufriss 1880, Ansicht der Kirche um 1904, Ansicht der Kirche um 1910


Fußnoten

  1. Petrus: Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 239. Gertrud: Völker, Geschichte, S. 18, mit Anm. 41.
  2. Westfälisches UB I, Nr. 145 (CXLV).
  3. Westfälisches UB V, Nr. 144.
  4. Varnhagen, Grundlage I, Urkundenbuch, Nr. 4. Vgl. zudem Engel, Geschichte, S. 34 ff.
  5. Zum Folgenden: Paravicini, Residenzen IV,2, S. 1125 ff.; Engel, Geschichte, S. 30 ff.; Völker, Geschichte, S. 1 ff.
  6. Engel, Geschichte, S. 122.
  7. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1960).
  8. Lügde war bis ins 17. Jh. Hauptort der Gft. Pyrmont, vgl. Völker, Geschichte, S. 1.
  9. Westfälisches UB I, Nr. 145 (CXLV); Völker, Geschichte, S. 17 f.
  10. Völker, Geschichte, S. 18, mit Anm. 41.
  11. 1240: Cal. UB III, Loccum, Nr. 83. Um 1250: Westfälisches UB VI, Nr. 546 (plebanus de Odestorpe Bernardus).
  12. Holscher, Diöcese Paderborn, Teil I, S. 60. 1269: Cal. UB III, Loccum, Nr. 304. 1290: Preuß/Falkmann, Regesten I, Nr. 437.
  13. Preuß/Falkmann, Regesten II, Nr. 1087.
  14. RG Online, RG IV 08215, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8215, 02.11.2022; RG Online, RG IV 10231, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/10231 02.11.2022.
  15. Völker, Geschichte, S. 117. Heinrich Hoppe: Willeke, Regesten I, Nr. 306 und ebd. II, Nr. 525. Ludwig Hoppe: Willeke, Regesten II, Nr. 523.
  16. Westfälisches UB II, Nr. 362 (CCCLXII). Völker, Geschichte, S. 20.
  17. Zu Dietrich von Collum vgl. seine Autobiographie (HStAM, 133c Pyrmont 1, WS 2974), sowie Völker, Geschichte, S. 219 ff. und Evangelische Geistliche, S. 571 ff.
  18. Dies und das folgende Zitat: HStAM, 133c Pyrmont 1, WS 2974, Bl. 2v.
  19. HStAM, 133c Pyrmont 1, WS 2974, Bl. 5v.
  20. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 21, S. 291 und S. 306 ff.
  21. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 21, S. 293 f. und S. 373 ff.; Völker, Geschichte, S. 221 ff.
  22. Willeke, S. 53.
  23. Völker, Geschichte, S. 131.
  24. Völker, Geschichte, S. 52.
  25. Völker, Geschichte, S. 239 ff.
  26. Völker, Geschichte, S. 249 ff.; Brautlecht, S. 42 ff. Ausführlich zu Nußbaum vgl. Völker, S. 334 ff.
  27. Zit. bei Völker, Geschichte, S. 302. Neben Oesdorf sind Holzhausen, Löwensen und vermutlich Hagen gemeint, vgl. ebd., S. 286.
  28. Völker, Geschichte, S. 305 f.
  29. Bühring, KD Lkr. Hameln-Pyrmont, S. 57.
  30. Zu P. Seip vgl. Seip, S. 12 ff.
  31. Seip, S. 18 f.
  32. Brautlecht, S. 60 f.
  33. Johan Philip Seip: Pyrmontische Mineral-Wasser, und Stahl-Brunnen. Derselben Historie, wahrer mineralischer Gehalt, Artzeney-Kräfte, Gebrauch, Wirckung und Nutzen zur Erhaltung und Wiederbringung der Gesundheit, beydes vom Trincken und Baden, samt einer Land-Charte, auch einen alt- und neuen Prospect des Pyrmontischen Thals Hannover 1740 [Digitalisat der 4. Auflage, Hannover 1750]. Siehe auch: Seip, Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135926858.html, 03.11.2022.
  34. Brautlecht, S. 73 ff.
  35. Brautlecht, S. 69 f.
  36. Vgl. dazu Nebelsiek, Union, S. 239 ff.; Brautlecht, S. 166 ff. Die 1821 angekündigte neue Agende erschien jedoch nicht; Nebelsiek, Union, S. 245, nennt die Unionsurkunde von 1821 „kein Muster von Klarheit“.
  37. Nebelsiek, Anfänge, S. 31.
  38. Vgl. dazu: 100 Jahre St. Georg. Katholische Kirche Bad Pyrmont 1906–2006, 2006 [Digitalisat online], S. 21 und S. 34.
  39. Obenaus, Handbuch II, S. 1293.
  40. Brautlecht, S. 96 (Zitat); Nebelsiek, Anfänge, S. 32. Siehe zu Wolff zudem: „Wolff, Johann Adam Ludwig“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/1112763503 (Stand: 15.04.2021), sowie Brautlecht, S. 271 ff.: Wolrad Wolff (1842–1934), Aus meinem Leben.
  41. Brautlecht, S. 97.
  42. Nebelsiek, Anfänge, S. 33.
  43. Brautlecht, S. 127 f. und S. 191 ff.; Gemeindebuch, S. 4.
  44. Gemeindebuch, S. 5.
  45. Nebelsiek, Union, S. 249.
  46. Nebelsiek, Union, S. 250 ff.; Brautlecht, S. 178 ff.
  47. Brautlecht, S. 100. P. Kreusler predigte zusammen mit P. Louis Harms (Hermannsburg) 1859 auf dem Missionsfest in Nieder-Ense (südlich von Korbach); Nebelsiek, Union, S. 252, nennt diese Predigten den „Höhepunkt des öffentlichen Kampfes“ gegen die Waldeckische Union.
  48. Brautlecht, S. 182.
  49. Brautlecht, S. 187.
  50. Brautlecht, S. 109.
  51. Brautlecht, S. 110 ff.
  52. Brautlecht, S. 188; Dietrichkeit, S. 8 ff.
  53. Fürstlich-Waldeckisches Regierungsblatt 1886, S. 55 [Digitalisat].
  54. Fürstlich-Waldeckisches Regierungsblatt 1877, S. 29 [Digitalisat].
  55. Vgl. dazu Brautlecht, S. 191 ff.
  56. Brautlecht, S. 119.
  57. Brautlecht, S. 189.
  58. Brautlecht, S. 103 und S. 189.
  59. Hauck, S. 3 f.
  60. Hauck, S. 6.
  61. Hauck, S. 4 f.
  62. Hauck, S. 6; Brautlecht, S. 219 f.
  63. Brautlecht, S. 210 ff.
  64. Brautlecht, S. 215.
  65. Brautlecht, S. 216 f.
  66. Brautlecht, S. 217.
  67. Brautlecht, S. 245 ff.
  68. Brautlecht, S. 269. Der Ausschluss erfolgte wohl „wegen öffentlicher Kritik und Herabsetzung der Staatsautorität“ (Brautlecht, S. 237). Insgesamt zu P. Dürrfeld vgl. Brautlecht, S. 226 ff.; zusammenfassend hält Brautlecht, S. 237, fest: „Daß Dürrfeld der Nazi-Pfarrer gewesen wäre, als der er heute noch in Pyrmont gilt, dem muß ausdrücklich widersprochen werden.“
  69. Vgl. dazu Brautlecht, 238 ff. Reichsbischof Ludwig Müller († 1945) hatte den Waldeckischen Landeskirchenrat im Januar 1934 abgesetzt und Amtsgerichtsrat Heinrich Happel als Bevollmächtigten eingesetzt.
  70. LkAH, L 5a, Nr. 136 (Visitation 1938, Beantwortung der Visitationsfragen betreffend die Verwaltung des Aufsichtsamtes).
  71. KABl. 1940, S. 99.
  72. LkAH, L 5a, Nr. 22 (Visitation 1974).
  73. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1948).
  74. Block, Stadtkirche, S. 56 ff.: Den Kindergarten hatten die Pyrmonter Frauenvereine eingerichtet, 1886 übernahm eine Diakonisse aus Bethel die Einrichtung und 1889 wurde für Kindergarten und Gemeindeschwesternstation ein Neubau errichtet (Hopfenweg 2) und 1928 erweitert. 1923 übernahm die Ev. Frauenhilfe die Trägerschaft und 1943 die NSV.
  75. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitationen 1948 und 1954).
  76. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1960).
  77. Vgl. dazu: Stefan Kleinschmidt & Nicole Schweig: Geschichtswissenschaftliche Dokumentationen. Adolfinenheim Borkum 1946 bis 1996, Helenenkinderheim Bad Pyrmont 1945 bis 1992, Seehospiz Norderney, Marienheim Norderney, Flinthörnhaus Langeoog, Kinderheimat Bad Harzburg 1945 bis ca. 1980, 2021, S. 74–113 [online, 08.11.2022.
  78. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1948).
  79. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1954). KABl. 1954, S. 61; KABl. 1955, S. 44.
  80. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1954).
  81. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1954).
  82. LkAH, L 5a, Nr. 30 (Visitation 1985); die Ortspastoren beschrieben die gefundene Form als „Unionsagende mit Melodien aus Agende I“.
  83. LkAH, L 5a, Nr. 29 (Visitation 1979).
  84. LkAH, L 5a, Nr. 29 (Visitation 1973), ebd., Nr. 30 (Visitation 1991). Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  85. KABl. 1995, S. 202 ff.; KABl. 2006, S. 33 ff.
  86. KABl. 2010, S. 116 ff.
  87. KABl. 2016, S. 79 ff.
  88. Brautlecht, S. 71 ff. und S. 103 ff.
  89. KABl. 1954, S. 61; KABl. 1955, S. 44.
  90. Völker, Geschichte, S. 22 ff.
  91. KABl. 1987, S. 69.
  92. Völker, Geschichte, S. 44; Holscher, Diöcese Paderborn, Teil I, S. 43 und S. 59 f.
  93. Fürstlich-Waldeckisches Regierungsblatt 1853, S. 113 [Digitalisat].
  94. KABl. 1934, S. 132 f.
  95. KABl. 1934, S. 158.
  96. KABl. 1934, S. 158; KABl. 1938, S. 93.
  97. Preuß/Falkmann, Regesten I, Nr. 446. Völker, Geschichte, S. 18 und S. 45 f.
  98. Siehe: https://glass-portal.homepage.t-online.de/cwhase/m-r/oesdorf_kirche.htm.
  99. LkAH, L 5a, Nr. 306 (Visitation 1948): „Der Malermeister Heisch Kassel, Kulturreferent für Hessen-Kassel, der auch den Hochzeitssaal in Kassel ausgemalt hat, hat aus Dankbarkeit für die Bewahrung seiner Frau bei einem Unglücksfall der Gemeinde das Angebot gemacht, dass er für einen festen Preis von 4600.- Mk. Kirche und Konfirmandensaal ausmalen will.“
  100. Bühring, KD Lkr. Hameln-Pyrmont, S. 57.
  101. Grundriss 1880 Digitalisat, Aufriss 1880 Digitalisat. Beschreibung der alten Kirche bei Brautlecht, S. 122 ff.
  102. Nach Hauck, S. 5, handelt es sich bei der Weihnachtsszene um ein spätmittelalterliches Schnitzrelief, das „man auf dem Boden der abgetragenen Kirche gefunden hatte“, siehe auch Brautlecht, S. 131, Anm. 32. Dort heißt es zudem: „Das Gegenstück, die Auferstehung Christi, besorgte Baurat Hase.“
  103. Zit. in LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 33, Bl. 16. Brautlecht, S. 123.
  104. Brautlecht, S. 126.
  105. Hauck, S. 6; Brautlecht, S. 133.
  106. Hauck, S. 7.
  107. Brautlecht, S. 134 ff.
  108. Brautlecht, S. 127. Siehe auch Denkmalatlas Niedersachsen.
  109. Willeke, S. 53.
  110. Brautlecht, S. 61.
  111. Brautlecht, S. 218.