Sprengel Ostfriesland-Ems, KK Aurich | Patrozinium: Barbara1 | KO: Ostfriesische KO von 1716

Orts- und Kirchengeschichte

Mit Hippeko to Stracholte ist das Dorf im Jahr 1454 erstmals urkundlich belegt.2 Strackholt zählte möglicherweise zur ostfriesischen Landesgemeinde Auricherland (1379: terre […] Averice).3 In der zweiten Hälfte des 14. Jh. übernahm die Familie tom Brok die Herrschaft im Auricherland (belegt 1379). 1427 kam das Gebiet an die Familie Ukena und 1431 an die Familie Cirksena, die Ks. Friedrich III. († 1493) im Jahr 1464 zu Reichsgrafen von Ostfriesland erhob (Reichsfürsten seit 1654/62). In der zweiten Hälfte des 15. Jh. bildete sich die Ämterstruktur der Gft. Ostfriesland heraus, Strackholt zählte zum Amt Aurich.4 Der Übergang unter preußische Herrschaft im Jahr 1744 ließ die Ämterstruktur in Ostfriesland unverändert. In den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jh. erlebte Ostfriesland mehrere Herrschaftswechsel: Ab 1807 zählte Strackholt zum Kgr. Holland, ab 1810 zum Kaiserreich Frankreich (Département Ems-Oriental, Arrondissement Aurich, Kanton Timmel), ab 1813 wieder zum Kgr. Preußen und ab 1815 zum Kgr. Hannover. Mit der Annexion Hannovers 1866 kehrte Ostfriesland erneut zurück unter preußische Herrschaft. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam Strackholt zum Kr. Aurich. 1972 wurde der Ort in die neue Gemeinde Großefehn eingemeindet. Von 1900 bis 1969 besaß Strackholt einen Bahnhof (Kleinbahn „Jan Klein“, Leer–Aurich–Wittmund). Zur Sozialstruktur Strackholts schrieb der Ortsgeistliche 1962: „Bauern mit meist mittelgroßen Betrieben. Die hier ansässigen Landarbeiter suchen immer mehr Arbeit in Industriebetrieben und im Bauhandwerk.“ Zu den übrigen Orten des Kirchspiels heißt es: „Voßbarg hat kleinbäuerliche Betriebe […] In Spetzerfehn wohnen Kolonisten und Schiffer. Zwischenbergen und Fiebing haben Kolonate unterschiedlicher Größe. Beliebte Arbeitsplätze für Männer und Frauen finden sich in Wiesmoor in der Gärtnerei, in den Kraftwerken oder Torfgräbereien, in Remels in der Schuhwarenfabrik, in Wilhelmshaven und Leer in den Schreibmaschinenfabriken.“5 Im Jahr 1821 lebten gut 715 Menschen in Strackholt, 1925 fast 1.040, 1939 etwa 1.200, 1946 rund 1.605 und 2021 knapp 1.440.

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, 1956

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, 1956

Die frühesten Zeugnisse der Strackholter Kirchengeschichte sind der Ostteil der Kirche und der Taufstein; beide stammen etwa aus der Mitte des 13. Jh. Schriftlich belegt ist das Kirchspiel erstmals in einem Verzeichnis der friesischen Pfarreien der Diözese Münster, angelegt um 1475 (Stretholt).6 Namen vorref. Geistlicher sind nicht überliefert.
Einzelheiten zur Entwicklung in Strackholt während der Reformationszeit sind nicht bekannt. Die Reformation hatte sich in Ostfriesland mindestens unter Duldung des Landesherrn Gf. Edzard I. († 1528) ausgebreitet, aber ohne seine Lenkung.7 So entwickelte sich ein Nebeneinander verschiedener prot. Richtungen. Gf. Enno II. († 1540) versuchte, die ostfriesische Kirche eher luth. zu gestalten, Gfn. Anna († 1575) bemühte sich, ihr eine eher ref. Form zu geben. Die gemeinsame Regierungszeit ihrer Söhne, des ref. Gf. Johann II. († 1591) und des luth. Gf. Edzard II. († 1599), war vom Ringen um jeweils alleinige Herrschaft geprägt und verfestigte das Nebeneinander ref. und luth. Gemeinden. Die Konkordate von 1599, geschlossen zwischen den Landständen und dem Landesherrn, schrieben den Konfessionsstand der einzelnen ostfriesischen Gemeinden genauso fest, wie das Gemeindewahlrecht bei den Pfarrstellenbesetzungen. 1631 erarbeitete GSup. Michael Walther († 1662) eine neue KO für die luth. Gemeinden, deren zweite Auflage von 1716 bis heute gültig ist.8 Mit Herrn Iwen tho Strakholt ist 1544 erstmals der Name eines ev. Predigers in Strackholt überliefert; er starb 1546.9 Die lückenlos bekannte Reihe der Strackholter Pastoren beginnt erst mit P. Laurentius Meinhardus Menen (amt. bis 1634).
Aus der Amtszeit von P. Johannes Schomerus (amt. 1643–1685) stammt der bis heute erhaltene Flügelaltar; er zeigt im Mittelfeld eine gemalte Abendmahlsszene und auf den Flügeln Szenen aus der Kindheit und der Passion Christi. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. vergrößerte sich das Kirchspiel Strackholt: Hinzukamen der östliche Teil Spetzerfehns sowie die Moorkolonien Voßbarg (1780), Fiebing (1783) und Zwischenbergen (1810). Im Jahr 1853 ließ die Gemeinde ihre Kirche um den nördlichen Querarm vergrößern, 1881 folgte der Bau des südlichen.

Kirche, Ansicht von Osten, Foto: P. Greve, Jöllenbeck, 1985

Kirche, Ansicht von Osten, Foto: P. Greve, Jöllenbeck, 1985

Prägend für die Entwicklung der KG Strackholt war die lange Amtszeit von P. Remmer Janssen (amt 1877–1921): Eine „Welle der Erweckung fuhr durch die Gemeinde“.10 Bereits vor seiner Wahl nach Strackholt war P. Janssen, ein „orthodoxer Lutheraner“, bekannt für seine „erwecklichen Predigten“.11 In Strackholt führte er 1878 die luth. Liturgie mit Wechselgesängen ein. Die Zahl der Gottesdienstbesucher*innen stieg in Strackholt an Festtagen auf 1.500 an, zu den gewöhnlichen Sonntagsgottesdiensten kamen bis zu 1.000 Menschen und zur Bibelstunde am Mittwoch bis zu 700. Im Jahr 1878 gründeten sich ein Kirchenchor und ein Posaunenchor (ältester in Ostfriesland, seit 1995 eigenständiger Verein).12 1879 folgte der „Jünglingsverein Strackholt“. 1882 veranstaltete P. Janssen das erste Missionsfest in Strackholt, das jährliche Fest entwickelte sich während seiner Amtszeit zu einer „kirchlichen Zentralveranstaltung Ostfrieslands“.13 Zwei Jahre später, 1884, gründete er den konfessionell ausgerichteten „Lutherischen Missionsverein für Ostfriesland“, der eng mit der Hermannsburger Mission zusammenarbeitete; die bereits 1834 gegründete „Ostfriesische Evangelische Missionsgesellschaft“ hingegen hatte sowohl ref. als auch luth. Mitglieder und stellte einen „Zusammenschluss beider Konfessionen zur gemeinsamen Missionsarbeit“ dar.14 Von 1886 bis 1900 gab P. Janssen die Zeitschrift „Lutherischer Missionsfreund für Ostfriesland“ heraus und 1889 eröffnete er in Strackholt eine Missionsvorschule (mehr als 90 Absolventen, 1914 bei Beginn des Ersten Weltkriegs geschlossen).15 P. Janssen lässt sich „als Hauptvertreter der Erweckungsbewegung des ostfriesischen Luthertums im 19. Jahrhundert“ charakterisieren.16
Nach der Visitation 1919 urteilte der P. Peter Jacob Bernhard Siemens, Sup. der 9. luth. Insp. in Ostfriesland, der Zustand der KG Strackholt sei „als ein hervorragend günstiger zu bezeichnen“.17 Die Gemeinde zählte seinerzeit etwa 3.095 Gemeindeglieder; hinzu kamen gut 200 Gemeindeglieder aus den Moorsiedlungen Auricher Wiesmoor II und Wilhelmsfehn, die nicht nach Strackholt eingepfarrt waren, für deren Versorgung jedoch das Pfarramt Strackholt zuständig war.18
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Johann Friedrich Wilhelm Remmers (amt. 1929–1936) und P. Karl Bonenkamp (amt. 1939–1945) das Pfarramt Strackholt inne. Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gehörte P. Remmers kirchenpolitisch bis Mitte 1934 zu den DC; P. Bonenkamp war Mitglied der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft.19 In der Strackholter Kirche sowie in den Schulen in Fiebing, Strackholt, Zwischenbergen und Spetzerfehn III fanden mehrere Veranstaltungen der DC statt, anfangs unter Mitwirkung von P. Remmers; in den Unterlagen zur Visitation 1937 schrieb er: „Leider bin ich Anfangs selber den Irrweg gegangen, mich der D.C.-Bewegung anzuschließen und trage somit eine gewisse Mitschuld“.20 Zumindest sei die „relativ hohe Mitgliederzahl“ der DC-Ortsgruppe Strackholt mittlerweile „stark zurückgegangen Auch während P. Bonenkamps Amtszeit luden die DC weiterhin zu Versammlungen ein, besonders in den Schulen von Fiebing und Strackholt.21

Kirche, Blick zur Orgel im Südquerarm, April 1987

Kirche, Blick zur Orgel im Südquerarm, April 1987

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Strackholt von etwa 4.000 im Jahr 1939 auf etwa 5.040 im Jahr 1947 an.22 Zum 1. April 1950 pfarrte das LKA Hannover die beiden Moorkolonien Wilhelmsfehn II und Auricher Wiesmoor II in die KG Strackholt ein; bisher waren sie nur „gastweise in die Parochie aufgenommen“ (1931).23 Gleichzeitig wurde innerhalb der KG Strackholt die neue Kapellengemeinde Spetzerfehn errichtet, die neben Spetzerfehn selbst auch die beiden genannten Moorkolonien umfasste und eine eigene Pfarrhelferstelle erhielt.24 Ohne die KapG Spetzerfehn zählte die Gemeinde Strackholt 1962 gut 2.420 Gemeindeglieder.25 Im Jahr 1963 erhob das LKA die KapG Spetzerfehn zu einer Kirchengemeinde, die zunächst pfarramtlich mit Strackholt verbunden blieb. 1970 bekam sie eine eigene Pfarrstelle und wurde gänzlich eigenständig.26
Das von P. Janßen 1878 initiierte Strackholter Missionsfest veranstaltete die Gemeinde auch in der zweiten Hälfte des 20. Jh.: „Das alljährlich Ende August an einem Mittwoch gefeierte Missionsfest wird von 3–4000 Menschen besucht“ gab P. Johannes Riese (amt. 1952–1970) in den Unterlagen zu den Visitationen 1953 und 1962 an.27 Der Sup. des KK Großefehn schrieb 1962, es existiere in Strackholt „ein erfreulicher Stamm von kirchlichen Familien“, allerdings sei hinsichtlich des kirchlichen Lebens nach 1933 „sehr viel zusammengebrochen“ und der Rückgang sei noch nicht aufgehalten.28 Anfang der 1980er Jahre führte P. Volker Schwenke (amt. 1972–1984) in den Wintermonaten monatliche Wochengottesdienste in Voßbarg, Zwischenbergen, Fiebing und Spetzerfehn ein.29
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die KG Strackholt Kontakte zur Kirchgemeinde Niederfrohna (nordwestlich von Chemnitz).30 Die Jugendarbeit lag seit den 1980er Jahren in den Händen von EC und VCP. Zum Strackholter Missionsfest lädt die Gemeinde seit Anfang der 1990er Jahre alle zwei Jahre ein.31

Umfang

Strackholt sowie Fiebing, Norderney, Voßbarg, Spetzerfehn (kleiner Teil) und Zwischenbergen. Von 1950 bis 1963 auch Wilhelmsfehn II und Auricher Wiesmoor II (als Teil der KapG Spetzerfehn, 1963 zur KG erhoben).32 Bis 1963 auch der östliche Teil Spetzerfehns (seit 1950 Teil der KapG Spetzerfehn, 1963 zur KG erhoben).33

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Friesland der Diözese Münster (sedes Leer).34 – Von 1631 bis 1643 unterstand Holtrop dem luth. Coetus in Aurich und ab 1643 unmittelbar dem luth. Konsistorium Aurich. Nach der Insp.-Ordnung von 1766 zur 1. luth. Insp. in Ostfriesland. 1868 zur neu eingerichteten 9. luth. Insp., ab 1924 KK Großefehn.35 Zum 1. Januar 1974 KK Großefehn aufgehoben, Weene kam zum KK Aurich.36

Patronat

Genossenschaftspatronat der Gemeinde (Interessentenwahlrecht).

Kirchenbau
Kirche, Blick in die Apsis, Foto: P. Greve, Jöllenbeck, 1985

Kirche, Blick in die Apsis, Foto: P. Greve, Jöllenbeck, 1985

Kreuzförmiger Bau mit halbrunder Apsis, ausgerichtet nach Nordosten, älteste Teile erbaut etwa Mitte 13. Jh. (Apsis und Ostteil des Schiffs).37 Satteldach, halbes Kegeldach über der Apsis, Querdächer über den Querarmen. Backsteinmauerwerk. An der Apsis drei Rundbogenfenster mit weißen Gewänden; im Ostteil des Schiffs je ein flachbogiges Sprossenfenster mit weißem Gewände nach Norden und Süden; im Westteil des Schiffs zwei Sprossenfenster mit weißen Gewänden nach Süden, ein großes und ein kleines spitzbogiges Sprossenfenster nach Norden, an den drei Seiten der beiden Querarme je zwei große, spitzbogige Sprossenfenster, in den Giebeldreiecken jeweils ein kleineres, nördlicher Querarm mit rechteckigem Nebeneingang und Inschrift „Deo. Anno 1853“, am südlichen Querarm Inschrift „Gott mit uns 1881“; Westgiebel mit rundbogigem Hauptportal, darüber zwei spitzbogige Sprossenfenster, im Giebeldreieck ein weiteres. Im Innern flache Balkendecke, Apsiskalotte; runder Triumphbogen zwischen Apsis und Schiff, daran Inschrift: „Mein Haus ist ein Bethaus“; Emporen im Westen sowie in Nord- und Südquerarm; Inschriftenreste in der Apsis (freigelegt 2008).38 Kirche ist etwa um die Mitte des 13. Jh. als dreijochiger, gewölbter Saalbau mit Apsis erbaut worden.39 1707 Renovierung, an die Renovierung erinnerte eine gemalte Namenstafel an der Nordwand: „Gott zu ehren der Kirche zuliebe haben diese Interessenten lassen die Kirche renovieren …“ (entdeckt 2000, wieder übermalt).40 1798 Emporen im Westen und Osten erbaut. 1853 an Nordseite Anbau mit Empore errichtet, Westgiebel erneuert, Westvorbau erbaut (Eingang).41 1881/82 an Südseite Anbau errichtet, Ostempore hierher versetzt; Altarraum neugestaltet, u. a. Inschrift in Apsiskalotte angebracht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen“.42 1905 neues Apsisdach. 1956–62 Instandsetzung in drei Bauabschnitten (u. a. Dach erneuert, Mauerwerk ausgebessert, Westvorbau entfernt, Innenrenovierung; an der Nordwand Reste eines Wandgemäldes mit Darstellung des Jüngsten Gerichts entdeckt43). 1970 Neudeckung Apsisdach. 1983 Innenrenovierung. 2000 Sanierung (u. a. Westwand neu aufgemauert).

Fenster

Drei Buntglasfenster in der Apsis.

Turm

Südlich der Kirche freistehendes, niedriges Glockenhaus (Parallelmauertyp, drei Nischen), erbaut um 1300.44 Satteldach, bekrönt mit Kugel und Schwan. Backsteinmauerwerk, Giebeldreiecke verziert mit Blendnischen. 1965 Instandsetzung.

Ausstattung

Blockaltar mit gemauertem Stipes und Flügelretabel mit Gemälden (1654, Öl auf Holz), im Mittelfeld Abendmahlsgemälde; in den beiden Flügeln insgesamt vier kleinere Gemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu (Beschneidung Christi, Anbetung der Könige, Anbetung der Hirten, Mariä Verkündigung); auf den Außenseiten der Flügel vier Gemälde mit Szenen aus der Passionsgeschichte (Kreuzigung, Geißelung, Christus vor Pilatus, Christus im Garten Gethsemane); in der Predella Gemälde der vier Evangelisten mit ihren Symbolen; Inschriften: „Anno 1654“ und „Nehmet, esset, das ist mein Leib. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut“; Retabel um 1883 unter die neue Südempore versetzt, 1958/59 restauriert (Christa Dieselhorst, Hannover)45, 1960 wieder am Altar angebracht. – Hohe Holzkanzel mit Schalldeckel (1801, Joachim Caspar Hessemeier, Loga), polygonaler Kanzelkorb mit einer Stützsäule; auf dem Schalldeckel Figur eines Posaunenengels; Inschrift: „Joachim C. Hessemius gemacht a Loga 1801“. – Taufe aus Bentheimer Sandstein (erste Hälfte 13. Jh.), rundes Becken mit Weinranken, am Schaft vier Löwen als Tragefiguren. – Kreuzigungsgruppe, Kruzifix (um 1881), Maria und Johannes (jeweils 15. Jh., Kopf des Johannes 1956, Erich Brüggemann, Winsen an der Luhe); auf einem Balken im Triumphbogen, Inschrift am Balken: „So oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis das er kommt“; Kreuzigungsgruppe war, erweitert um weitere Figuren, seit etwa 1883 oberhalb des Altars angebracht.46 – An Süd- und Westempore jeweils ein Gemäldezyklus (1798?, Öl auf Holz), Christus und zwölf Apostel, jeweils bezeichnet; an der Südempore Inschrift; „Herr Pastor Coler, Herr Organ. Küster (?) 1798“, an der Westempore; „1798 E F H T“. – Hölzerne Pastorentafel (1544–1951).

Orgel

Orgel

Orgel

1798 Orgelbau, ausgeführt von Gerhard Janssen Schmid (Leer), wohl 12 I/aP, Instrument aufgestellt über dem Altar. 1828/29 Reparatur, Zimmermann aus dem Kirchspiel Bagband. 1882/83 Orgel erweitert auf II/aP (HW, RP) und auf Empore im neuen Südquerarm versetzt. 1917 zinnerne Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben, später durch Zinkpfeifen ersetzt. 1926 Disposition überliefert: 14 II/aP (HW RP), mechanische Traktur, Schleifladen. 1935 Reparatur, P. Furtwängler & Hammer (Hannover). Zustand 1957: 12 II/P. 1970–73 Restaurierung und Erweiterung der Orgel, Hans Wolf (Verden), ab 1971 Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 19 II/P (HW, UW), mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem vier vakante Register. 1985/86 Vervollständigung der Orgel auf 23 II/P, Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen). 2001 Instandsetzung, Alfred Führer (Wilhelmshaven), 23 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Denkmalorgel (seit 1952).

Geläut

Drei LG, I: es’ (Bronze, Gj. 1970, F. Otto, Bremen-Hemelingen), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“; II: f’, Not- und Brandglocke (Bronze, Gj. 1782, Mammeus Fremy-Heidefeld), Inschrift: „Friedericus, Borussorum Rex. Christian Cöler Pastor loci. Dirck Ehmen et Reimer Focken Diaconi ecclesiae. Die Glocke ruft! Nun gehet in des Herren Tempel, hört gerne Gottes Wort und gebet gute Exempel“ (Friedrich, König der Preußen. Christian Cöler, Pastor des Ortes. Dirck Ehmen und Reimer Focken, Diakone der Kirche [Kirchenvorsteher]), Bild: zweimal Junge mit Fernrohr; III: g’ (Bronze, Gj. 1970, F. Otto, Bremen-Hemelingen), Inschrift: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes“. – Früherer Bestand: Eine kleine Glocke, ⌀ 92 Zentimeter (Bronze, Gj. 1818, Mammeus Fremy III & Hero van Bergen), die Inschrift nannte die Kirchenvorsteher Reinder R. Goosmann und Peter F. Fenken, Glocke im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Eine große Glocke, ⌀ 137 Zentimeter (Bronze, Gj. 1897, F. Otto, Hemelingen), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Zwei LG, d’ und g’ (Bronze, Gj. 1920), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine kleine LG, g’ (Eisenhartguss, Gj. 1948, J. F. Weule, Bockenem), 1970 durch jetzige LG III ersetzt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1960, erworben 1971). – Gemeindehaus (Bj. 1977/78).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof in Strackholt, zweiteilig: alter Friedhof bei der Kirche, neuer Friedhof am Hilgenholt (1892). Kommunale Friedhöfe in Voßbarg und Zwischenbergen, in Trägerschaft der Stadt Wiesmoor. Friedhof in Fiebing (1854).

Liste der Pastoren (bis 1940)

1544, bis 1546 Herr Iwe.47 – Vor 1560 Johann Strackholt (?).48 – 15.. Adolph Lautetus. – Um 1603 Hermann Meneranus. – 1629, 1634 Laurentius Meinhardus Menen. – 1634–1643 Bonno Lubinus. – 1643–1685 Johannes Schomerus. – 1685–1688 Thomas Janssen. – 1688–1691 Johann Schloiffer. – 1691–1721 Reinhard Christoph Herlitz. – 1721–1771 Daniel Matthias Herlitz. – 1771–1805 Christian Cöler. – 1806–1852 Nicolaus Jeremias Martin Millrath. – 1852–1857 Carl Heinrich Schaaf. – 1857–1877 Ludwig Valentin Köppen. – 1877–1921 Remmer Janssen. – 1922–1929 Frerich Theodor Schnuis. – 1929–1936 Johann Friedrich Wilhelm Remmers. – 1939–1945 Karl Bonenkamp.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 417 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 7928–7929 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 21Digitalisat, 131Digitalisat , 414Digitalisat, A 8/Voßbarg Nr. 447Digitalisat, A 8/Zwischenbergen Nr. 498Digitalisat(CB); A 12d Nr. 459-1Digitalisat, 459-2Digitalisat, 480, 534/3, 581, 659 (GSuptur. Aurich); D 80 (EphA Aurich); L 5i Nr. 108, 135, 250, 533, 788, 832 (LSuptur. Aurich); S 09 rep Nr. 2116 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7600 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1726
Trauungen: ab 1726
Begräbnisse: ab 1726
Kommunikanten: ab 1767 (Lücken: 1940, 1943–1945; unvollständig: 1941, 1942), Erstkommunikanten: 1791–1875
Konfirmationen: ab 1722 (Lücken: 1790–1875)

Literatur & Links

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1259–1260; Fastenau, Bau- und Kunstdenkmäler I, S. 320–324; Kaufmann, Orgeln Ostfrieslands, S. 219–220; Meinz, Sakralbau Ostfriesland, S. 152; Meyer, Pastoren II, S. 417; Otte/Rohde, Ostfriesland II, S. 551–553; Rauchheld, Glockenkunde, S. 39, S. 49–50 und S. 123; Schoolmann, Kirchen, S. 137–143.
B: Silke Arends-Vernholz: Janssen und Gott. Vor 75 Jahren starb Pastor Remmer Janßen, der Erweckungsprediger aus Strackholt, in: Ostfriesland-Magazin 2006, 9, S. 22–27; Johann Eilers: Strackholter Pastoren, in: Strackholt. Berichte, Geschichten und Geschichtliches aus dem alten Geestdorf Strackholt und seiner Umgebung 10 (2015), S. 25–33, und ebd. 11 (2016); Jürgen Hoogstraat: Remmer Janssen, in: BLO IV, S. 234–236 [online]; Jürgen Hoogstraat: Netzwerk Strackholt 1865–1915. Auswanderinnen und Auswanderer, Diakonissen, Missionare, Prediger zur Zeit Remmer Janssens (= Ostfriesische Familienkunde 24), Aurich 2021; Gerd Kroon & Rudolf Onken: Die Familien der Kirchengemeinde Strackholt. Mit Auricher Wiesmoor II, Fiebing, Spetzerfehn, Vosbarg, Wilhelmsfehn II und Zwischenbergen. (1706–1900) (= Ostfrieslands Ortssippenbücher 52; = Deutsche Ortssippenbücher A 246), Aurich 1998; Martin Labohm: Geschichte der Dorfkirche St. Barbara zu Strackholt, Großefehn-Strackholt 2019; Martin Labohm: Evangelisch-lutherische St. Barbarakirche Strackholt, in: Strackholt. Berichte, Geschichten und Geschichtliches aus dem alten Geestdorf Strackholt und seiner Umgebung 9 (2015), S. 34–45; Johannes Mindermann (Hg.): Vom Geheimnis Christi. Ein Betrachtungs- und Andachtsbuch von und nach Pastor Remmer Janßen, Spetzerfehn 1971.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Historische Ortsdatenbank für Ostfriesland (https://bibliothek.ostfriesischelandschaft.de/hoo/): Ortsartikel Strackholt (.pdf).

GND

1185686053, Kirchengemeinde Strackholt; 1201387760, Sankt Barbara (Strackholt)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 215.
  2. Ostfriesisches UB I, Nr. 672.
  3. Ostfriesisches UB II, Nr. 1696. Zu den Landesgemeinden: Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 115 ff. Zum Auricherland: Moßig, Auricherland, S. 67 ff. (zu Strackholt: S. 76).
  4. König, Verwaltungsgeschichte Ostfrieslands, S. 158 ff.
  5. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitation 1962).
  6. Ostfriesisches UB II, Nr. 961 (S. 66).
  7. Zur Reformation in Ostfriesland vgl. knapp Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 312 ff.; ausführlich: Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 114 ff.
  8. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 321. Die ostfriesischen Landesherren führten die KO von 1631 jedoch nie verbindlich für alle Gemeinden ein.
  9. Reershemius, Predigerdenkmal 1796, S. 126.
  10. Schoolmann, S. 139. Zu Janssen vgl. knapp: Hoogstraat, Janssen, S. 234 ff. [online] und Arends-Vernholz, S. 24 ff.; ausführlich: Hoogstraat, Netzwerk, S. 53 ff. sowie das Lebensbild in Mindermann, S. 11 ff.
  11. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 515 f.
  12. Hoogstraat, Netzwerk, S. 54 ff.
  13. Hoogstraat, Janssen, S. 234.
  14. Schaaf, Missionsgesellschaft, S. 26. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 516. Zum konfessionellen Kontext vgl. Hoogstraat, Netzwerk, S. 79 ff.
  15. Hoogstraat, Netzwerk, S. 104 ff.
  16. Hoogstraat, Janssen, S. 236.
  17. LkAH, A 12d, Nr. 459-2 (Visitation 1919, Digitalisat, Aufnahme 9).
  18. LkAH, A 12d, Nr. 459-2 (Visitation 1919, Digitalisat, Aufnahme 67 f.).
  19. LkAH, S 1 H III, Nr. 1014, Bl. 4. P. Bonenkamp war zudem „Mitglied der NSDAP vor 1933, wandte sich aber nach der Machtergreifung sehr bald von ihr ab“ (ebd.). Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  20. Dies und das folgende Zitat: LkAH, L 5i, Nr. 108 (Visitation 1937).
  21. LkAH, S 1 H III, Nr. 1014, Bl. 4.
  22. 1939: LkAH, S 1 H III, Nr. 1014, Bl. 4. 1947: LkAH, L 5i, Nr. 108 (Visitation 1947): „4200 Seelen […] Hinzu kommen 20% Vertriebene“.
  23. LkAH, A 12d, Nr. 459-2 (Visitation 1931, Digitalisat, Aufnahme 263).
  24. KABl. 1950, S. 36.
  25. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitation 1962).
  26. KABl. 1963, S. 10; KABl. 1970, S. 10.
  27. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitationen 1953 und 1962).
  28. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitation 1962).
  29. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitationen 1980 und 1986).
  30. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitation 1992). Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  31. LkAH, L 5i, Nr. 250 (Visitation 1992).
  32. KABl. 1950, S. 36; KABl. 1963, S. 10.
  33. KABl. 1950, S. 36; KABl. 1963, S. 10.
  34. Ostfriesisches UB II, Nr. 961 (S. 66), ebd. III, Nr. 743 (S. 206).
  35. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 683 und S. 451.
  36. KABl. 1974, S. 34.
  37. Grundriss: Labohm, Geschichte, S. 25.
  38. Die einzelnen Inschriften lauteten: „Benedictus Jesus Mariae filius“ (Gelobt sei Jesus, Mariä Sohn). „Anno Dnini 1473 regnante Theda Cometissa in Ost-Frisia, tempore Parasceves devastata est praesens villa per Comitem Gerhardum in Oldenborch. Et accepit spolia multa seil. Novem stigas boum vaccarumque, caballos et equos. Nec non devastaverunt domum dotalem, et captivati sunt tres in villa. Et accepit spolia multa, aurum, argentums et clenodia“ (Im Jahre 1473, als Gräfin Theda in Ostfriesland regierte, wurde dieses Dorf durch den Grafen Gerhard von Oldenburg verwüstet. Er machte große Beute, nämlich 9 Stiege [180] Rinder und Kühe, Pferde und Füllen. Auch plünderten sie das Stiftshaus [?] und nahmen drei Einwohner gefangen. Und man führte viel Raub, Gold, Silber und Kleinodien mit fort). „Quic quid de altari rapitis, rapina maledictio est, Avaritia ereseit in infinitum“ (Was man vom Altare raubt, wird durch den Raub zum Fluch. Die Habgier wächst ins Unendliche). „Nunc Tempus est flendi, loeus est peccata luendi, l’ostea gaudebunt, qui nunc sua crimina flebunt“ (Jetzt ist es Zeit zum Weinen, ist Frist, die Sünden zu büßen, Freuen wird sich hernach, wer nun seine Sünden beweint). „Alter alterius onera portate, sic implebitis legem Christi“ (Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gebot Christi erfüllen). „Tempora mutantur, homines pejorantur, Qui veritatem dicit, caput perdit. Qui quod vult dicit, quod non vult saepius audit“ (Anders werden die Zeiten, schlechter die Menschen, Wer die Wahrheit sagt, wagt seinen Kopf, Wer sagt, was wer will, muss öfters hören, was er nicht will). „Jesus. S. Barbara. Christus. Ora pro nobis.“ (Jesus. Heilige Barbara. Christus. Bete für uns). Über dem Sakramentsschrank: „Hic jacet absconsum corpus de virgine natum Ergo dum transis, inclinando venerans hoc. Et corpus inclina, hic jacet mundi medicina“ (Hier liegt verborgen der Leib, von der heiligen Jungfrau geboren, Darum, gehst du vorüber, mit Verneigen Ehrfurcht bezeugend, Neig auch das Haupt, der Welt Arznei findet sich hier), zit. nach Reershemius, Predigerdenkmal, S. 144 f., siehe auch Schoolmann, Kirchen, S. 137; HOO, Artikel Strackholt, Labohm, St. Barbarakirche, S. 44, und ausführlich Labohm, Geschichte, S. 26 ff.
  39. Haiduck, Architektur, S. 139. Labohm, Geschichte, S. 16 ff. (mit rekonstruiertem Grundriss).
  40. Labohm, Geschichte, S. 37 ff.
  41. Foto ohne Südflügel gedruckt bei Labohm, Geschichte, S. 4. Vgl. auch ebd., S. 14.
  42. Labohm, Geschichte, S. 42 ff.
  43. Labohm, Geschichte, S. 22.
  44. Labohm, Geschichte, S. 92 ff.
  45. Labohm, Geschichte, S. 49 f. (Bericht zur Restaurierung).
  46. Abbildung bei Labohm, St. Barbarakirche, S. 42; Labohm, Geschichte, S. 43.
  47. Schoolmann, Kirchen, S. 141; Reershemius, Predigerdenkmal 1796, S. 126; Eilers, S. 24.
  48. Eilers, S. 24 f.