Sprengel Stade, KK Wesermünde | Patrozinium: Margaretha1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte
Stotel, Kirche, Außenansicht, Turm

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, um 1950

Urkundlich ist der Ort erstmals im Jahr 1105 als Statle belegt.2 Stotel gehörte zum Herrschaftsgebiet der Gf. von Stotel, die ihren Burgsitz bei Stotel hatten.3 Nachdem die Grafenfamilie 1350 in männlicher Linie ausgestorben war, kamen die Herrschaftsrechte zunächst an das Domkapitel und 1373 an den Erzbischof von Bremen.4 Die ehemalige Herrschaft Stotel bildete ein Amt im Erzstift Bremen, dem weltlichen Territorium der Bremer Erzbischöfe.5 Wiederholt verpfändeten die Erzbischöfe das Amt Stotel.6 Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) war das Gebiet der säkularisierten Hochstifte Bremen und Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Herzogtümer Bremen-Verden) geblieben. Das Amt Stotel verpfändete der schwedische Kg. Karl X. Gustav († 1660) um 1655 dem Lgf. Friedrich von Hessen-Eschwege († 1655), bei dessen Erben es in den folgenden Jahrzehnten verblieb. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die Hzm. Bremen und Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). 1726 löste Kurhannover das Amt Stotel ein. In französischer Zeit zählte Stotel im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und dann zum Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches du Weser, Arrondissement Bremerlehe, Kanton Bremerlehe, 1811–1814). Ab 1815 war Stotel, nun im Kgr. Hannover, wieder Sitz des gleichnamigen Amtes, das 1824 mit dem Amt Vieland zum Amt Stotel-Vieland zusammengelegt und 1834 in Amt Lehe umbenannt wurde; seit 1831 war Stotel nicht mehr Amtssitz. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel der Stotel 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Kr. Geestemünde, der 1932 im Lkr. Wesermünde aufging; dieser wiederum ging 1977 im neuen Lkr. Cuxhaven auf. 1968 wurde Langendammsmoor eingemeindet, und 1974 wurde wiederum Stotel nach Loxstedt eingemeindet. Zur Struktur des Kirchspiels heißt es im Bericht zur Visitation 1969, während die Außendörfer noch landwirtschaftlich geprägt seien, verliere sich diese Prägung in Stotel selbst. „Die Bevölkerung besteht aus Handwerkern, Geschäftsleuten und zum großen Teil aus Arbeitern, die in Bremerhaven beschäftigt sind.“7 Um 1810 lebten gut 520 Menschen in Stotel, 1925 etwa 800, 1950 rund 1.550 und 2019 ungefähr 2.630 (mit Langendammsmoor).

Stotel, Kirche, Außenansicht, Turm, Chor

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1939

Kirchlich gehörte Stotel ursprünglich zur Parochie Bramstedt, deren Umfang in einer Urkunde aus dem Jahr 1105 umrissen ist.8 Die Stoteler Kirche geht im Kern vermutlich auf die erste Hälfte des 13. Jh. zurück; das Patronat besaßen die Gf. von Stotel. Das älteste Ausstattungsstück der Kirche – die Uhrschlagglocke – stammt aus der Zeit um 1300. Mit Pfarrer Manegoldus ist 1316 erstmals ein örtlicher Geistlicher urkundlich belegt (rector ecclesie).9 Im Jahr 1347 nennt eine Urkunde Nycolaus rector ecclesie in Stotle.10 Drei Jahre später ist ein Pfarrer Volquin nachweisbar; Gf. Rudolf von Stotel bezeichnete ihn als rector ecclesie nostre in Stotle (unser Pfarrer in Stotel).11 Das Stader Copiar aus dem Jahr 1420 bezeichnet das Gotteshaus in Stotel als Capelle.12 Im Verzeichnis der Stader Antoniusgilde, geführt bis etwa 1525, sind bei Stotel drei Geistliche genannt: Dom. Johannes pleb., Dom. Martinus Ryke pleb. und Dom. Herman Brede pleb.; Jahreszahlen fehlen.13 An anderer Stelle ist für P. Martin Ricken das Jahr 1497 genannt.14 Im Jahr 1511 hieß der Pfarrer von Stotel Mathies.15
Im Zeitalter der Reformation regierte mit Ebf. Christoph von Braunschweig-Lüneburg (amt. 1502–1558) zunächst ein entschiedener Gegner der luth. Lehre im Stift Bremen (und gleichzeitig im Stift Verden). Trotzdem fasste der Protestantismus während seiner Regierungszeit Fuß in den Gemeinden des Erzstifts.16 Ebf. Christophs Bruder und Nachfolger in beiden Bistümern, Ebf. Georg (amt. 1558–1566), duldete den neuen Glauben. Der Bremer Ebf. Heinrich III. von Sachsen-Lauenburg (amt. 1567–1585) schließlich war Protestant, verfolgte jedoch eine vorsichtige Kirchenpolitik; zur Einführung einer ev. Kirchenordnung kam es während seiner Amtszeit nicht. Im Erzstift Bremen hat sich, zugespitzt formuliert, „eine allmähliche Reformation“ vollzogen, „die meistens auf Gemeindeebene begann“.17 Einzelheiten zur Entwicklung in Stotel sind nicht überliefert. Der erste luth. Geistliche der Gemeinde hieß vielleicht P. Johannes Hechel, allerdings ist keine Amtszeit überliefert. Namentlich und zeitlich fassbar ist als erster P. Hinrich Bruno (amt. 1594–1617).

Stotel, Kirche, Altar, Emporen

Kirche, Blick zum Altar, um 1950

Zur Erinnerung an den Ortsbrand im Mai 1716, der Stotel fast gänzlich zerstörte, feierte die Gemeinde jährlich einen Lobe- und Gebetstag (noch 1901).18 P. Johann Michael Törcke (amt. 1717–1764) war seit 1756 gleichzeitig Propst der Osterstadisch-Vieländischen Präpositur, übte also ein Aufsichtsamt über die benachbarten Gemeinden aus. In seine Amtszeit fiel um 1746/47 eine „starke Reparation“ des Kirchengebäudes, das „durch die Länge der Zeit ganz baufällig geworden war“: u. a. wurden die Außenmauern erhöht und die Kirche erhielt ein hölzernes Tonnengewölbe.19
Im Jahr 1735 ist erstmals ein jüdischer Einwohner in Stotel belegt, 1828 lebten hier fünf jüdische Familien.20 Seit 1842 bestand die Synagogengemeinde Stotel, zu der auch Schiffdorf und Wulsbüttel gehörten; jüdische Gottesdienste fanden hier nur an den höchsten Feiertagen statt (1861). P. Franz Johann Georg Steller (amt. 1829–1864) soll in den 1860er Jahren eine Spende für die Ausbildung armer Jugendlicher abgelehnt haben, weil „sie von einem Juden kam“.21 1891 wurde die Gemeinde Stotel mit der Synagogengemeinde Lehe-Geestemünde zusammengelegt.
Ab 1827 war Stotel Sitz der neu eingerichteten Insp. Stotel (1839: Insp. Lehe); die beiden Stoteler Pfarrer P. August Kettler (amt. 1811–1829) und dessen Nachfolger P. Steller fungierten gleichzeitig als Superintendenten. Seit 1932 war das Pfarramt Stotel für die Versehung der vakanten Nachbargemeinde Büttel zuständig (dort jeden zweiten Sonntag Gottesdienst).
Während der NS-Zeit hatte P. Max Meyer (amt. 1933–1956) das Pfarramt Stotel inne. Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gehörte er kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft.22 Zu Zusammensetzung und Verhalten des 1933 neugewählten KV heißt es knapp: „Zu Dreivierteln aus Nationalsozialisten. Bis auf einen Zwischenfall befriedigend“.23 Die Struktur der Gemeinde beschrieb der Stader LSup. Franz Wiebe (amt. 1936–1948) im Bericht zur Visitation 1944 als „durchaus nicht einfach, weil weit über die Hälfte Arbeiter(familien) angesiedelt sind, die ach Wesermünde fahren, sodaß der bäuerliche Charakter stark im Schwinden ist und Vorortscharakter vorliegt“.24

Stotel, Kirche, Emporen, Orgel

Kirche, Blick zur Orgel, vor 1939

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder von etwa 1.640 im Jahr 1939 auf rund 2.570 im Jahr 1951 an.25 1971/72 errichtete die Gemeinde ein neues Pfarr- und Gemeindehaus (geplant seit 1964), um die räumlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer lebendigen Gemeindearbeit zu schaffen: 1969 bestanden keine Gemeindekreise, 1973 starteten ein „Nachmittag für Ältere“ und ein Posaunenchor, 1974 ein monatlicher Gesprächskreis.26 Die seit gut vier Jahrzehnten bestehende Mitversehung der KG Büttel formalisierte das LKA Hannover 1974 und richtete eine pfarramtliche Verbindung der beiden Gemeinden ein.27 Das Pfarramt Stotel umfasste nun zwei Pfarrstellen, die zweite wurde jedoch nie besetzt. Angesichts der Bautätigkeit in Stotel – Neubaugebiete Hohes Feld und Karfäcker – nahm die Gemeinde Mitte der 1970er Jahre den Bau eines zweiten Gemeindezentrums an der Gartenstraße in den Blick; das Vorhaben wurde allerdings nicht verwirklicht.28
1976 eröffnete die KG Stotel einen ev. Kindergarten (Kita Sternschnuppe, seit 2008 mit Krippe).29 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche unterhielt die KG Stotel Kontakte zur Kirchgemeinde Meinersdorf im Erzgebirge; die Partnerschaft intensivierte sich in den 1970er Jahren.30
Im Jahr 2010 zählte die KG Stotel zu den Gründerinnen des „Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Wesermünde-Süd“ (2014: „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Wesermünde“); seither ist der Verband Träger der Kita Sternschnuppe.31 Seit 2024 ist die St.-Margarethen-KG Stotel Teil des „Ev.-luth. KGV Wesermünde Süd-West“, dem überdies die KG Bexhövede, Bramel, Büttel und Loxstedt angehören.32

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1974 (ursprünglich KG Büttel), nie besetzt und 2013 als dauervakant aufgehoben.33

Umfang

Stotel sowie Fleeste, Hahnenknoop, Hetthorn, Holte, Lanhausen, Sandberg, Speckje und Welle.

Aufsichtsbezirk
Stotel, Kirche, Querschnitt

Kirche, Querschnitt, Blick zum Altar, vor 1939

Oboedientia Bramstedt in der Diözese Bremen.34 – Seit der Gründung des Kons. Stade 1651/52 gehörte Stotel zur Osterstadischen Präpositur bzw. Präpositur Osterstade-Vieland. Bei der Neuordnung der Aufsichtsbezirke in den Hzm. Bremen und Verden 1827 wurde Stotel Sitz der gleichnamigen Insp., 1839 umbenannt in Insp. Lehe.35 Ab 1867 zählte Stotel zur neu errichteten Insp. Geestendorf, die 1874 umbenannt wurde in Insp. Wulsdorf (Verlegung des Suptur.-Sitzes). 1924 KK Wesermünde-Wulsdorf, 1934 umbenannt in KK Wesermünde-Geestemünde (Verlegung des Suptur.-Sitzes).36 Nach Aufhebung des KK Wesermünde-Geestemünde kam Loxstedt 1940 zum neuen KK Wesermünde-Süd.37 Seit dessen Fusion mit dem KK Wesermünde-Nord gehört Loxstedt seit 1. Januar 2013 zum KK Wesermünde.38 – Die 1827 eingerichtete Insp. Stotel umfasste die Gemeinden Bramel, Geestendorf [später umbenannt in Geestemünde], Meyenburg, Schiffdorf, Schwanewede und Wulsdorf. Nach der Umbenennung in Insp. Lehe blieb Stotel weiterhin Sitz der Suptur.

Patronat

Die Gf. von Stotel.39 Seit 1350/51 der Ebf. von Bremen. Seit 1648 der Kg. von Schweden. Seit etwa 1655 die Lgf. von Hessen-Eschwege bzw. ihre Erben. Seit 1726 der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Stotel, Kirche, Grundriss

Kirche, Grundriss, vor 1939

Saalkirche mit polygonalem Chorschluss, Schiff im Kern wohl erste Hälfte 13. Jh. Satteldach, über dem Chor abgewalmt. Verputztes Feldstein- und Backsteinmauerwerk, Strebepfeiler am Chor. Große, segmentbogige Sprossenfenster, segmentbogiges Portal nach Süden. Im Innern Segmentbogentonne, u-förmige Emporenanlage. Um 1500 Chor errichtet. Um 1746/47 Renovierung, u. a. Mauern erhöht und verputzt, Tonnengewölbe eingebaut. Mitte 19. Jh. obere Westempore erbaut (Orgel). 1928 Neuausmalung Innenraum. 1960 Instandsetzung, u. a. obere Westempore entfernt. 1989/90 Sanierung.

Fenster

Zwei figürliche Buntglasfenster im Chor (1913, Heinrich Schiffers, Bremerhaven), Weihnachtsfenster und Osterfenster.

Grablege

Gruft der Familie von Rhoden (Gut Holte), 1989/90 geöffnet, dokumentiert und wieder verschlossen.40

Turm

Niedriger Westturm mit Satteldach, über dem Westgiebel vierseitiger, holzverschindelter Dachreiter mit achteckig ausgezogenem Kupferhelm, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Osten. Am Dachreiter Uhrziffernblätter nach Süden und Westen. Auf dem Satteldach nach Norden und Süden je eine Schleppgaube mit Schallfenstern. Verputztes Mauerwerk, geböschte Westwand aus steinsichtigem Ziegelmauerwerk, geböschter Stützpfeiler an Südwestecke, gestufter Stützpfeiler an Nordseite; am Westgiebel Maueranker mit Jahreszahl „1860“ und zwei Kreisfenster. Nach Norden und Süden vermauerte, segmentbogige Schallfenster, nach Süden segmentbogiger Eingang, daneben Höhenmarke der Königlich Preußischen Landesaufnahme. 1860 Umbau Turm (ursprünglich Glockenstuhl Parallelmauertyp), Dachreiter errichtet. 1976 Kupferdeckung Turmhelm (zuvor Schiefer). 1987 Turmsanierung.

Stotel, Kirche, Altar

Kanzelaltar, vor 1939

Ausstattung

Reich verzierter, architektonisch gestalteter Kanzelaltar (um 1660), farbig gefasst; polygonaler Kanzelkorb, an den Wandungen Gemälde der Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel und Mose; links und rechts des Kanzelkorbs acht zweistöckig angeordnete gewundene Säulen, zwischen den Säulen Figuren der vier Evangelisten mit ihren Symbolen (weiß, gold); unterhalb der Kanzel Gemälde mit Abendmahlsszene; im Feld oberhalb der Kanzel Kreuzigungsgemälde, flankiert von zwei gewundenen Säulen; als Bekrönung geschnitzter Giebel mit Figur des auferstandenen Christus mit Siegesfahne und flankierenden Engelsfiguren; seitliches Schnitzwerk; holzverkleideter, kastenförmiger Altar; an der Rückseite des Retabels Inschrift: „Anno 1746 ist dies Kirche reparieret und inwendig neu ausgebauet bey Lebzeiten des Herrn Pastoris Johan Michel Torck und der Kirch-Juraten Hinrich Christian Eden und Hinrich Römer aus Stotel im gleichen Hinrich Becken und Allrich Stieling aus Fleste. […] 1753“. – Reich verzierte Holztaufe mit Deckel, farbig gefasst (1639/1648, wohl aus dem Umfeld des Bildschnitzers Ludwig Münstermann, Oldenburg), sechseckiges Becken, an den Wandungen Wappenmedaillons, vor den Ecken Hermen; auf dem Deckel Tugendfiguren (Prudentia, Fides, Spes, Justitia, Fortitudo, Temperantia); Figuren 1909 neu angefertigt; Inschriften: „Anno 1648“ und „Anno 1639 haben die Ehrbare und vornehme sel. Carsten Mehne, der elter, und sein Sohn sel. Jürgen Mehne diese Tauffe, in der Kirchen zu Stotel, Verehret“. – An den Emporenbrüstungen Gemälde mit biblischen Szenen, außerdem Wappen (Kfs. Braunschweig-Lüneburg, Gf. von Stotel), 1928 freigelegt. – Grabstein für ein Mädchen († 1582), Inschrift abgetreten und nur teilweise lesbar: „Anno 1582 den 2. Juni starff die edle Jumfer […]“ und „Erbarme die miner o Her God“. – Hölzerner Opferstock (um 1700). – Ehemalige Ausstattung: Ein Weihrauchgefäß (13. Jh.) und zwei Marienkronen (15. Jh.), vergoldetes Kupfer, im Landesmuseum Hannover.41

Orgel

1733 Orgelneubau, Orgelbauer unbekannt. 1840 Instandsetzung, Peter Tappe (Verden). 1897/98 Orgelneubau, ausgeführt von P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 15 II/P, pneumatische Traktur, Kegelladen (Opus 370).42 Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, 1951 noch nicht wieder ersetzt („In den Prospektfeldern hängen rote Tücher, die von Holzpfeifen im Innern der Orgel überragt werden“43), Orgel 1960 abgebaut (Kirchenrenovierung). 1961 Orgelpositiv angeschafft, erbaut von Hans Wolf (Verden), 5 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen, 1963 um Subbaß 16’ erweitert auf 6 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen und Kastenladen. 2003 gebrauchte Orgel erworben, 1973 erbaut von Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 15 (davon zwei Transmissionen) II/P (HW, BW), mechanische Traktur, Schleifladen, Instrument stand ursprünglich im Michaelis-Gemeindezentrum in Bremerhaven-Lehe, um- und instandgesetzt von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen). 2022/23 Orgel instandgesetzt, umgebaut und erweitert, 18 II/P (HW, BW), mechanische Traktur, Schleifladen, Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen).

Stotel, Kirche, Außenansicht, Turm

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, vor 1939

Geläut

Drei LG, I: f’ (Bronze, Gj. 1994, Alfred Bachert, Heilbronn), Inschrift: „Der Herr wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz. Jesaja 60,19“, Bild: Christusmonogramm, Glocke 1994 erworben; II: g’ (Bronze, Gj. 1949, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschrift: „Gegossen im Jahr 1949 von der Glockengiesserei Petit u. Gebr. Edelbrock, Gescher i. W.“, Bild: Maria mit Kind und Engelreigen, Glocke 1994 erworben; III: b’ (Bronze, Gj. 1703, Christoph Haupner, Stade), Inschrift: „Anno 1703 regirende Carolus XII. Pastor Eccl[esiae] Stot[elensis] G. Bleck, Iuratis N Retiemann im Resen. Christof Haupner me fecit“. Eine SG, b’’ (Bronze, Gj. um 1300), Zuckerhutform, ohne Inschrift. – Früherer Bestand: Eine große LG (Bronze, Gj. 1731, Thomas Rideweg, Hannover), Inschrift: „M. Thomas Rideweg goss mich in Hannover Anno 1731“ und „Johann Michael Tork Pastor, Burchard Fedden, Sierich Lindemann Juraten“, Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1942). Eine mittlere LG (Bronze, Gj. 1860, A. H. van Bergen, Luherberg), Inschriften: „Der Kirchenvorstand zu Stotel, Steller Superintendent, Allerich Becken, Casper Naucken, Joh. Hinr. CVappelmann, Becken von Hollen 1860 gegossen durch A. H. van Bergen zu Luherberg“ und „Ps. 95 V. 78. Heute so ihr seine Stimme höret, so verstocket euer Herz nicht“, Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1942).

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarr- und Gemeindehaus (Bj. 1971/72, Gemeindehausteil 1997 erweitert; Vorgängerbau Bj. 1766). – Küsterhaus (Bj. 1887, 1983 verkauft).

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, einige Grabsteine (17. und 18. Jh.) erhalten. Neuer kirchlicher Friedhof im Westen von Stotel, angelegt 1902/03, erweitert 1916 und 1975, FKap. Kommunaler Friedhof in Hahnenknoop.

Liste der Pastoren (bis 1940)
Stotel, Kirche, Taufe

Taufe, vor 1939

15..–15.. Johannes Hechel. – 1594–1617 Hinrich Bruno. – 16..–16.. Daniel Boye. – Um 1643 Caspar Scheckler. – 1652–1666 Magister David Köser. – 1667–1678 Johann Eberhard Grave. – 1678–1703 Georg Blech. – 1704–1717 Johann Osterdorf. – 1717–1764 Johann Michael Törcke. – 1765–1782 Lüder Gerhard Brüggemann. – 1782–1785 Carl Hinrich Beckmann. – 1786–1810 Johann Wohlers. – 1811–1829 August Kettler. – 1829–1864 Franz Johann Georg Steller. – 1864–1891 Heinrich Friedrich August Heuerhusen. – 1892–1907 Johann Heinrich Paulus Dieckmann. – 1907–1928 Emil August Fritz Butt. – 1929–1931 Lic. Gustav Ludwig Adolf Karl Greiffenhagen. – 1933–1956 Max August Bernhard Meyer.

Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 416

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 2 Nr. 1477–1496 (Pfarroffizialsachen); A 6, Nr. 7922–7925 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 413Digitalisat (CB); A 9 Nr. 2557Digitalisat, 2558Digitalisat, 2575Digitalisat, 2760Digitalisat, 2761Digitalisat (Visitationen); B 2 G 9 Nr. 2902–2903 (Baupflege und Bauwesen); D 63 (EphA Wesermünde-Nord); D 85 (EphA Wesermünde-Süd); L 5g Nr. 310–311, 464, 948 (LSuptur. Stade); S 09 rep Nr. 2115 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7747 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1678
Trauungen: ab 1679
Begräbnisse: ab 1679
Kommunikanten: ab 1841 (Lücken: 1875)
Konfirmationen: ab 1822

Literatur & Links
Stotel, Kirche, Außenansicht, Portal Kirchhof

Eingangsportal zum ehemaligen kirchlichen Friedhof bei der Kirche, vor 1939

A: 50 Jahre KK Wesermünde-Süd, S. 103–108; Gemeindebuch KK Wesermünde-Süd, S. 30–31; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 234–236; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1259; Kiecker/Cappelle, KD Kr. Geestemünde, S. 98–106; Körtge, Kirchenglocken, S. 196; Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 106; Obenaus, Handbuch II, S. 1440–1443; Schriefer: Hagen und Stotel, S. 67–70; Talkenberger, Quellen, S. 363–365.

B: 700 Jahre St. Margarethenkirche Stotel. 1316–2016, hrsg. vom Kirchenvorstand der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Stotel (= Gemeindebrief der evang.-luth. Kirchengemeinden Stotel und Büttel, Jubiläumsausgabe Mai 2016); Bernd Ulrich Hucker: Mittelalterliche Burgen in Stotel. Grafensitze und Burgmannshöfe in der „Grafschaft“ bzw. „Herrschaft Stotel“, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 92/93 (2013/14), S. 117–140; Andreas Hüser: Steingewordenes Dokument eines sozialen Aufstiegs. Zur Geschichte und Ausgrabung der Burg in Stotel (= Wegweiser zur Vor- und Frühgeschichte Niedersachsens 33), Oldenburg 2020; Johann Hinrich Pratje: Nachricht vom Amte Stotel und der Kirche daselbst, in: Pratje, Bremen und Verden II (1770), S. 287–308 [Digitalisat].

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchhof, Kirchenanlage; Wikipedia: St.-Margarethen (Stotel).

GND

5272466-9, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Stotel)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 9.
  2. Regesten Ebf. Bremen I, Nr. 405; UB Hamburg I, Nr. 128 [Digitalisat].
  3. Vgl. dazu Hüser sowie Hucker, S. 117 ff. Siehe auch EBIDAT, Art. Stotel Burgstelle und Art. Stotel.
  4. Pratje, Bremen und Verden II, S. 290 [Digitalisat]; Hucker, Burgen, S. 120.
  5. Lehe, Herzogtum Bremen, S. 139.
  6. Zum Folgenden: Schriefer, Hagen und Stotel, S. 54 ff.
  7. LkAH, L 5g, Nr. 311 (Visitation 1969).
  8. Regesten Ebf. Bremen I, Nr. 405; UB Hamburg I, Nr. 128 [Digitalisat].
  9. UB Neuenwalde, Nr. 29. Die Übersicht in 700 Jahre, S. 13, nennt an erster Stelle Hartbert im Jahr 1240; es ist allerdings unklar, ob der als Urkundenzeuge genannte „Dominus Hartbertus de Stotlo“ tatsächlich als Pfarrer in Stotel anzusehen ist; Pratje, Abhandlungen 6, S. 411 f., Nr. CXLI [Digitalisat].
  10. UB Bremerhaven I, Nr. 42.
  11. UB Neuenwalde, Nr. 78.
  12. Hodenberg, Stader Copiar, S. 44 [Digitalisat].
  13. Krause, Pfarrgeistlichkeit, S. 286 [Digitalisat]. Vgl. auch ebd., S. 283: „Aus der Reihefolge der Plebane ist vielleicht nicht immer auf die richtige Zeitfolge zu schließen, auch sind wohl die Plebane der Nachbarkirchen öfter aufgeführet, ohne daß dieses direct bemerkt wäre.“
  14. Pratje, Bremen und Verden II, S. 299 [Digitalisat].
  15. Krause, Pfarrgeistlichkeit, S. 286 [Digitalisat].
  16. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 7, resümiert: „beinahe das ganze Erzstift“ wurde lutherisch; Otte ist vorsichtiger und hält fest, es bleibt „für diese Jahre weiterhin schwierig zu beurteilen, ob der einzelne Prediger evangelisch predigte oder altgläubig“, da die Pfarrer – nicht zuletzt mit Blick auf Erhalt der eigenen Pfründe – mitunter „zweideutig“ agierten (Dannenberg/Otte, Reformation, S. 32). Für einen knappen Überblick zur Reformation im Erzstift Bremen vgl. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 7 ff. sowie die Beiträge in Dannenberg/Otte, Reformation.
  17. Dannenberg/Otte, Reformation, S. 38.
  18. Schriefer, Hagen und Stotel, S. 68.
  19. LkAH, A 8 Nr. 413 [Digitalisat, Aufnahme 7].
  20. Obenaus, Handbuch II, S. 1440 ff.
  21. Obenaus, Handbuch II, S. 1441.
  22. LkAH, S. 1 H III, Nr. 821, Bl. 17. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  23. LkAH, S. 1 H III, Nr. 821, Bl. 17.
  24. LkAH, L 5g, Nr. 310 (Visitation 1944).
  25. LkAH, S. 1 H III, Nr. 821, Bl. 17; LkAH, L 5g, Nr. 310 (Visitation 1951).
  26. LkAH, L 5g, Nr. 311 (Visitationen 1969 und 1975).
  27. KABl. 1974, S. 32.
  28. 700 Jahre, S. 16; LkAH, L 5g, Nr. 311 (Visitation 1975).
  29. 700 Jahre, S. 24 ff.; 50 Jahre KK Wesermünde-Süd, S. 107.
  30. LkAH, L 5g, Nr. 311 (Visitation 1975). Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  31. KABl. 2010, S. 5 ff.
  32. KABl. 2024, S. 223 ff.
  33. KABl. 2010, S. 159 (Art. 6 des Kirchengesetzes zur Änderung des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) und anderer Kirchengesetze).
  34. Hodenberg, Stader Copiar, S. 44 [Digitalisat].
  35. 50 Jahre KK Wesermünde-Süd, S. 28.
  36. KABl. 1934, S. 148.
  37. KABl. 1940, S. 54. Vgl. auch 50 Jahre KK Wesermünde-Süd, S. 25 ff.
  38. KABl. 2012, S. 311 f.
  39. Zum Patronat: Pratje, Bremen und Verden II, S. 299 f. [Digitalisat].
  40. 700 Jahre, S. 11 und S. 17.
  41. 700 Jahre, S. 16.
  42. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 105.
  43. LKA, G 9 B/Stotel Bd. I, Bl. 4.