Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | Patrozinium: Frieden | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Die KG gründete sich 1958, als die KG Peine, St. Jacobi aufgegliedert wurde. Der östliche Teil und die vierte Pfarrstelle der Jacobigemeinde gingen auf die neue Friedensgemeinde über.1 Sie gehört zu den größten Gemeinden des KK Peine und ist hinsichtlich ihrer Sozialstruktur eher heterogen: „Im Gemeindebereich liegen die Straßen, wo die Ärmsten der Stadt wohnen, und andererseits die Quartiere der Wohlhabenden.“2

Kirche, Ansicht von Nordwesten

Kirche, Ansicht von Nordwesten

Die Vorgeschichte der KG beginnt 1951 mit der Einrichtung der vierten Pfarrstelle in Peine. Die GD für die Gemeindeglieder des seinerzeitigen Pfarrbezirks Ost wurden in der FKap auf dem Friedhof an der Gunzelinstraße gefeiert, die den Namen Friedenskapelle erhalten hatte. Westlich des Friedhofs entstand seit 1954 das neue Zentrum der zukünftigen Gemeinde mit Kirche, Pfarrhaus und Jugendheim, letzteres diente auch als Gemeindehaus (Architekt Anton von Norden). Neben dem Finanzzuschuss der Landeskirche ermöglichte nicht zuletzt eine Spende der Hüttenwerke Ilsede-Peine das Neubauprojekt.3 Um Spenden für die Innenausstattung zu sammeln, gründete sich 1954 der „Freundeskreis für den weiteren Ausbau der Friedenskirche“.4 Zum Erntedankfest 1955 weihte Landesbischof Hanns Lilje die Friedenskirche ein und 1958 konstituierte sich die neue KG. Bereits im Dezember 1961 wurde eine zweite Pfarrstelle errichtet.5 Innergemeindliche Auseinandersetzungen führten 1972 zur Auflösung des KV und zu einem Wechsel auf beiden Pfarrstellen.6 Im Jahr 1975 weihte die KG an der Eichendorffstraße ein neues Gemeindehaus ein. Die weitergehenden Pläne eines Ensembles aus einer zweiten Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus, Kindergarten und Seniorenwohnungen, das die KG 1970 entworfen hatte, konnten nicht verwirklicht werden.7 Die Gründung der AG Sozialstation Peine im Jahr 1979, einer gemeinsamen Einrichtung u. a. der ev. und kath. KG in Peine, ging nicht zuletzt auf Initiativen aus dem Pfarramt der Friedensgemeinde zurück.8 Seit 1994 wirkte erstmals eine Pfarrerin in der KG. Um das vielfältige Gemeindeleben trotz schrumpfender finanzieller Mittel zu erhalten, gründete die KG 1997 die „Fördergemeinschaft der Friedenskirche“. 2009 wurde das alte Gemeindehaus neben der Kirche geschlossen. Seit 2009 bildet die Friedenskirchengemeinde mit den KG Peine, St. Jacobi, Peine, St. Johannis, Peine, Martin Luther, Stederdorf (Peine), Vöhrum und Eixe die Region Stadt des KK Peine. Um bei der Erfüllung ihrer gemeindlichen Aufgaben in Zukunft stärker zu kooperieren, gründeten diese Gemeinden zum 1. Juli 2018 gemeinsam den „Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Peine“.9

Pfarrstellen

I: 1958 (zuvor IV Peine, St. Jacobi), seit 2007 ¾ Dienstauftrag. II: 1961, seit 1996 ½ Dienstauftrag.10

Umfang

Nordöstliche Teile der Stadt Peine, im Westen begrenzt durch den Schwarzen Weg und die Kantstraße, im Süden durch die Eisenbahn Hannover–Braunschweig.

Aufsichtsbezirk

KK Peine.

Kirchenbau

Nord-Südlich ausgerichteter Rechteckbau mit standerkerartigem Chor im Norden, 1954-55 errichtet, Architekt Anton von Norden (1879-1955); Satteldach, hohe Rechteckfenster an Langhausseiten, großes Rundfenster über Haupteingang im Süden. Im Innern breites Mittelschiff mit flacher Decke und Vouten über den Längsseiten; zwei sehr schmale, etwas niedrigere Seitenschiffe, getrennt vom Mittelschiff durch schlanke Säulen; die vorderen Kirchenbänke seit 1983 quer gestellt; Südempore. 1984/85 Sanierung, 1989 Innenrenovierung, 2006 Dach und Außensanierung, 2017 Innensanierung.

Turm

Dachreiter über dem Eingang im Süden mit sehr flachem Zeltdach und bekrönendem Kreuz, 1977 saniert.

Ausstattung

Schlichter Steinaltar. – Steinrelief im Altarraum (Ausgießung des Heiligen Geistes, Ingeborg Steinroth, Hannover). –Sgraffito rechts des Altarraums hinter der Kanzel (Heinz Wolff, Hannover). – Ölgemälde „Der wunderbare Fischzug“ (1984, Hans Nowak, Voigtholz). – Taufe aus Kalksandstein (bis 1983 hinter der Kanzel, jetzt zentral vor dem Altarraum). – Geschmiedeter Taufkerzenständer (1987, Hilko Schomerus). – Farbiges Glasfenster über dem Eingang.

Kirche, Blick zum Altar

Kirche, Blick zum Altar

Orgel

Neubau durch die Firma Emil Hammer (Hannover) 1955, 18 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1390), drei Reg. zunächst vakant und später ergänzt. 1985 Orgelsanierung durch Firma Schmidt & Mappes (Hannover), 19 II/P, ein Reg. zunächst vakant und später ergänzt.11 Links des Altarraums über Eck aufgestellt, Gehäuseentwurf Wulf Knipping.

Geläut

Drei LG, I: d’’; II: f’’; III: g’’ (alle Bronze, Gj. 1954, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus I (Bj. 1954, teilweise vermietet). – Pfarrhaus II (Bj. 1985, Architekt Werner Kopitzki, Peine, seit 2016 größtenteils vermietet; vorheriges Pfarrhaus 1961 ge- und 1984 verkauft). – Gemeindehaus/Jugendheim (Bj. 1954/55, 1965 erweitert, 1981 saniert, seit 2009 vermietet). – Gemeindehaus (Bj. 1975/76, Architekt Werner Kopitzki, Peine, Dachsanierung 2001, Modernisierung 2007-11). – Ehemaliges Küsterhaus (Bj. 1962, vermietet).

Friedhof

Mit Peine, St. Jacobi.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

PfA Peine/Frieden; D 97 (EphA Peine); S 11a Nr. 8151 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Kirchen KK Peine, S. 34 f.; Pape/Schloetmann, Hammer, S. 157 f.; Pape, Orgeln Kr. Peine, S. 44.
B: Harald Brandes, Martin Lechler und Christof Pannes (Hg.): Lebendige Steine – Erzählende Bilder. 100 Jahre St.-Jakobi-Kirche Peine. 1899-1999, Peine 1999; Jobst Reller und A. Sommer: 40 Jahre Friedenskirche. Eine Rückschau auf das Gemeindeleben, Peine [1995].


Fußnoten

  1. KABl. 1958, S. 92 f.
  2. LkAH, L 5h, unverz., Friedenskirche Peine, Visitation 1991.
  3. Reller/Sommer, S. 2.
  4. Reller/Sommer, S. 4.
  5. KABl. 1961, S. 196.
  6. Reller/Sommer, S. 13.
  7. Reller/Sommer, S. 21.
  8. Reller/Sommer, S. 19.
  9. KABl. 2018, S. 64 ff.
  10. KABl. 1996, S. 207.
  11. LkAH, L 5h, unverz., Friedenskirche Peine, Visitation 1986.