Sprengel Stade, KK Verden | Patrozinium: Christophorus (1959) | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich lässt sich Ottersberg erstmals als Personenname belegen: In der Fortführung der Annales Sangallenses aus dem späten 11. Jh. ist zum Jahr 1072 Domina Ite de Otersisburc erwähnt.1 Der spätere Flecken entwickelte sich neben einer mehrfach zerstörten und neu errichteten Burg, die auch der Gft. oder Herrschaft Ottersberg ihren Namen gab.2 In mehreren Urkunden aus dem Jahr 1226 ist eine Auseinandersetzung zwischen dem Bremer Ebf. Gerhard II. und dem Verdener Bf. Iso von Wölpe über das castrum Otterberg überliefert.3 Dort heißt es, der Ort Ottersberg sei als suburbium (also als Vorort) der Burg entstanden. Die Gft. Ottersberg war möglicherweise in der zweiten Hälfte des 11. Jh. aus dem Besitz der Ida von Elsdorf hervorgegangen, befand sich im späten 12. Jh. im Besitz des Friedrich von Böbber (castro Boberge4) und kam um 1207/10 an Bernhard II. von Wölpe.5 1221 eroberte Ebf. Gerhard II. von Bremen Burg und Herrschaft, die seither zum weltlichen Territorium der Erzbischöfe zählte (Hochstift Bremen). Ottersberg war Sitz eines Vogtes des Erzstiftes; neben Vogtei bzw. Amt findet sich noch in der ersten Hälfte des 16. Jh. die Bezeichnung Gft. Ottersberg.6 Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde das Hochstift Bremen säkularisiert und kam zusammen mit dem ebenfalls säkularisierten Erzstift Verden unter schwedische Herrschaft (vereinigte Herzogtümer Bremen-Verden); Ottersberg diente als Festung und Garnison.7 Während des Nordischen Krieges (1674–1679) ließ der Münsteraner Bf. Christoph Bernhard von Galen (amt. 1650–1678) die Festung ausbauen und den Flecken Ottersberg 1676 von der Burg weg an das Nordufer des Wümme-Nordarms verlegen.8 Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 Bremen-Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Herzogtümer erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). In französischer Zeit gehörte Ottersberg kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und war dann bis 1813 Hauptort des Kantons Ottersberg im Arrondissement Bremen des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach war Ottersberg, nun im Kgr. Hannover, bis 1859 wieder Amtssitz und kam dann zum Amt Achim. Mit der Annexion des Kgr. Hannover wurde der Flecken Ottersberg 1866 preußisch. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehörte der Ort zum Kr. Achim, der 1932 im Lkr. Verden aufging. 1972 bildete sich aus den Gemeinden Fischerhude, Narthausen, Ottersberg, Otterstedt und Posthausen die Einheitsgemeinde Flecken Ottersberg. Zur Sozialstruktur der Gemeinde schrieb der Ortspfarrer 1965, etwa 400 „Arbeiter, Angestellte und Beamte“ pendelten zur Arbeit nach Bremen; die Zahl der landwirtschaftlichen Betrieb sei klein und daneben gäbe es „eine Reihe von Handwerks- und Geschäftsbetrieben“.9 Um 1810 lebten etwa 920 Menschen in Ottersberg, 1965 rund 3.280 und 2019 knapp 5.830 (Einheitsgemeinde: 13.080).

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1949

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1949

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. wurde Ottersberg eine eigenständige Kirchengemeinde. Als Kapellengemeinde innerhalb der Pfarrei Otterstedt ist Ottersberg jedoch schon in der ersten Hälfte des 13. Jh. ausführlich belegt. Der erwähnte Streit zwischen Ebf. Gerhard II. von Bremen (amt. 1219–1258) und Bf. Iso von Verden (amt. 1205–1231) drehte sich um die kirchliche Zugehörigkeit Ottersbergs. Aufgrund verschiedener Zeugenaussagen entschied das Schiedsgericht, dass die capella in castro (Burgkapelle), die capella, qui edificata est in Campo (die Kapelle, die in Campo errichtet ist) und der cimiterium in Campo (Friedhof in Campo), den Bf. Iso von Wölpe geweiht hatte, alle zur Pfarrei Otterstedt gehörten und damit kirchlich dem Bf. von Verden unterstanden.10 Kapelle und Friedhof befanden sich vermutlich am heutigen Standort der Kirche, dem Kapellenkamp.11 Zu den Zeugen zählte auch Reinardus, Pfarrer in Neustadt am Rübenberg, der ab etwa 1219 capellanus et sacerdos […] comitis Bernhardi in castro Otterberg gewesen war (Kaplan und Priester des Gf. Bernhard II. von Wölpe in der Burg Ottersberg.12 Er ist damit der erste namentlich belegte Geistliche in Ottersberg. Nachdem der Bremer Ebf. Ottersberg erobert hatte, setzte er den sacerdotem Sybodonem (Priester Sibod) ein, den der Verdener Bf. später exkommunizierte.13 Mit dem Schiedsspruch zugunsten des Bistums Verden endete 1226 dieser erste Versuch, die kirchliche Verbindung von Ottersberg und Otterstedt zu trennen.
Einzelheiten zur Einführung der Reformation in Otterstedt und Ottersberg sind nicht überliefert. Auch der Zeitpunkt ist unklar; wobei davon auszugehen ist, dass „während der stadtbremischen Herrschaft 1547–1562 in der Burg Ottersberg evangelische Gottesdienste stattfanden“.14 An der Zugehörigkeit der Kapelle zum Kirchspiel Otterstedt änderte sich auch nach der Reformation nichts. Um 1567/71 soll der Bremer Dompropst Ludolf von Varendorff eine Kapelle in Ottersberg gegründet haben; die Nachricht darüber stammt jedoch erst von etwa 1685.15 Vielleicht ist sie auf eine Erneuerung des Gebäudes zu beziehen. Um 1606/07 besaß Ottersberg möglicherweise einen eigenen Kaplan, dessen Name jedoch nicht überliefert ist. Um 1620/22 soll Jürgen Kaufmann als Prediger und Lehrer in Ottersberg gewirkt haben, wie es in einer Quelle von 1689 heißt.16
Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten kaiserliche Truppen 1627 mehrere Häuser und vermutlich auch die Kapelle.17 Ein anscheinend eher provisorischer Neubau ist 1637 nachgewiesen.18 Schon drei Jahrzehnte folgte der nächste Neubau: Um 1667/69 errichtete die Gemeinde das bis heute erhaltene Kirchenschiff; der Otterstedter P. Martinus Jeskius (amt. 1669–1696) weihte das Gotteshaus am 27. Dezember 1669 ein.19 Neben der Kapelle stand zunächst ein hölzerner Turm; der Backsteinturm wurde erst 1842 erbaut. Im Jahr 1689 unternahm Ottersberg den Versuch, sich von der Gemeinde Otterstedt zu trennen; die Einrichtung einer eigenen Pfarrei scheiterte jedoch.20 Im Jahre 1718 berichtete der Otterstedter P. Johann Gottfried Parpard (amt. 1696–1741) über die gottesdienstlichen Verhältnisse in Ottersberg: Für die Garnison hielt er einen sonntäglichen Nachmittagsgottesdienst in der Festungskapelle Ottersberg; an Weihnachten, Ostern und Pfingsten fand jeweils am dritten Feiertag ein Gottesdienst in der Ottersberger Kapelle statt, mit Abendmahl für Alte und Schwangere, die nicht nach Otterstedt kommen konnten. Außerdem hielt er Fastenpredigten in der Kapelle und Gottesdienste an den Aposteltagen.21 Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) diente die Ottersberger Kapelle als Kornmagazin, später als Kriegsgefangenenlager.22 1764 wurde sie wiederhergestellt und neu eingeweiht.23 In den Jahren 1812 bis 1814 diente die Kapelle wiederum als Magazingebäude.24

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1949

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1949

An der Wende zum 20. Jh. strebte Ottersberg die kirchliche Eigenständigkeit an; von den rund 2.270 Gemeindegliedern lebten seinerzeit knapp. 1.300 in der KapG.25 Allerdings gelang es den Ottersbergern nicht, das notwendige Pfarreinkommen zu gewährleisten und so blieb die Verbindung mit Otterstedt bestehen.26 In den Unterlagen zur Visitation 1937 gab der Otterstedter P. Karl Weber (amt. 1935–1946) an, die Ottersberger blieben dem wöchentlichen Hauptgottesdienst in Otterstedt fern und besuchten nur die Kapellengottesdienste in Ottersberg, die alle zwei Wochen stattfänden.27
Während der NS-Zeit bildete sich in Ottersberg eine Ortsgemeinde der Deutschen Christen, der NSDAP-Ortsgruppenleiter Ernst-August Lührs angehörte und die der Postmeister Heinrich Matz leitete.28 Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb P. Weber, der selbst der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft angehört hatte, dass DC-Versammlungen ab 1934 stattgefunden hätten.29 Von 1936 bis 1945 hätte sich die DC-Gemeinde etwa alle zwei Wochen zu Gottesfeiern versammelt (mit drei bis zwölf Teilnehmern) und jährlich drei bis vier Jugendliche konfirmiert. Die DC-Gemeinde richtete sich „mit aller Schärfe gegen die Ev.-luth Kirche und ihr Bekenntnis“ schrieb P. Weber 1937.30 Einer Nutzung der Kapelle stimmte der KapV nicht zu; 1940 allerdings stellte die Finanzabteilung „der deutsch-christlichen Minderheit zwecks Vornahme der Konfirmationsfeier durch den Pastor Stöckmann-Hannover“ die Kapelle Ottersberg zur Verfügung.31 Sie wurde „gewaltsam erbrochen“ wie P. Weber später berichtete.32 In den Unterlagen zur Visitation 1944 heißt es: „Seit der Postmeister gewechselt hat, ist auch keine besondere Betätigung der D. C. mehr zu bemerken gewesen.“33
Mit dem Zuzug Geflüchteter gegen und nach Ende des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich auch die kath. Bevölkerung und ab Anfang 1945 stellte die ev. Gemeinde die Kapelle Ottersberg für kath. Gottesdienste zur Verfügung.34 In der Nachkriegszeit lebten rund 1.500 Geflüchtete in Ottersberg und der um 1950 einsetzende Siedlungsbau ließ den Flecken weiter wachsen. Das Landeskirchenamt richtete schließlich 1958 eine zweite Pfarrstelle in der KG Otterstedt ein, die ihren Sitz in Ottersberg bekam.35 Der erste Inhaber der Stelle, P. Hans-Dietrich Ventzky (amt. 1958–1966), wurde auch der erste Pastor der ein Jahr später gegründeten KG Ottersberg.36 Die Kirche – und damit auch die Gemeinde – erhielt anlässlich der Erhebung zur Kirchengemeinde den Namen Christophorus-Kirche.37 Nach der ersten Visitation der neuen KG resümierte der Sup. des KK Lilienthal: „Es hat die Abtrennung von Otterstedt sich für die Gemeinde segensreich ausgewirkt.“38 In der Gemeinde fänden sich „willige Aufbaukräfte und Einsatzfreudigkeit in weiten Kreisen“.
In den 1970er Jahren entwickelte sich im Umfeld der 1946 gegründeten und im ehemaligen Amtshof untergebrachten Freien Rudolf-Steiner-Schule eine Gemeinde der anthroposophisch geprägten Christengemeinschaft in Ottersberg (bis 1994 Filiale von Bremen, 2010 Gemeindehaus mit Kirchsaal erbaut, 2012 Namensgebung „Johanneskirche“).39
Die Christophorusgemeinde eröffnete 1973 einen ev. Kindergarten, der 2012 in die Trägerschaft des neueingerichteten „Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Rotenburg-Verden“ überging.40 Im Jahre 2004 gründete sich der „Förderverein der evangelisch-lutherischen Christophorus Kirchengemeinde Ottersberg e. V.“, der sich „die finanzielle und ideelle Förderung der kirchlichen Arbeit in der hiesigen Kirchengemeinde“ zum Ziel gesetzt hat.41

Umfang

Ottersberg, Ottersberg Bahnhof und Kampe.

Aufsichtsbezirk

Mit Gründung der KG 1959 zum KK Trupe-Lilienthal, der 1970 mit dem KK Osterholz-Scharmbeck vereinigt wurde.42 1974 in den KK Verden umgegliedert.43

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1951

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1951

Kleiner, rechteckiger Fachwerkbau, errichtet etwa 1667–69. Satteldach, im Osten abgewalmt; flachbogige, gekuppelte Sprossenfenster. Im Innern flache Balkendecke, die Querbalken mit Inschriften (Ich-bin-Worte des Johannesevangeliums); priechenartige Westempore, an Ostwand Inschrift: „Anno 1721 ist dieses Gotteshaus zum Andencken des seel. Hinrich Unnauen illuminiret, und von den jetzigen Wirth Johan Hüesing und dessen Frau Lücke Hüesings zum Stande gebracht. Pastor J. G. Parpard. C. Freitag, Juraht. D. Schlichting, Juraht. L. Müller, Juraht“. 1763/64 Instandsetzung.44 1829 Außenputz aufgetragen („daß es jetzt zu den niedlichsten und geschmackvollsten gottesdienstlichen Häusern im Lande gehört“).45 1948 Außenputz entfernt. 1950 Neuausmalung. 1967 Innenrenovierung. 1992–94 Sanierung.

Fenster

Zwei Buntglasfenster in Ostwand.

Vorgängerbauten

Kapellenbau aus der ersten Hälfte des 13. Jh. Vielleicht erneuert oder neu errichtet 1567/71. 1627 im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Neue Kapelle 1637 belegt, 1667/69 durch heutigen Bau ersetzt.

Turm

Quadratischer Backsteinturm, erbaut 1842. Vierseitiger Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Wetterhahn, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Süden; zwei Glockengeschosse, oben in Rundbogennische gekuppelte Schallfenster mit drei Öffnungen, im Bogenfeld Uhrziffernblatt, unten in Rundbogennische gekuppelte Schallfenster mit zwei Öffnungen (nicht nach Osten); rundbogiger Eingang nach Westen, im Scheitelpunkt Stein mit Bauinschrift: „C. H. Schlobohm, Jurat. 1842“. 1896 Turmuhr. 2006 und 2008 Turmsanierung. Bis 1842 freistehender Holzturm neben dem Kirchenschiff.

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1951

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1951

Ausstattung

Schlichter Blockaltar; barockes Altarretabel (dat. 1668), mehrere Schnitzfiguren, in der Predella Abendmahlsbild, im Hauptfeld Gemälde mit Kreuzigungsszene, im Aufsatz Auferstehungsbild, geschnitzte Christusfigur als Bekrönung.46 – Leicht erhöhte Kanzel (vielleicht Werkstatt Johann Tamcke, Buxtehude, wohl gleichzeitig mit Altarretabel), an den Wandungen des Kanzelkorbs Schnitzreliefs der vier Evangelisten, vor den Ecken Hermen. – Wappenschild des schwedischen Festungskommandanten Major Johannes Lithman. – Granittaufe (1968, Jochen Spieler, Ottersberg), auf viereckigem Sockel eine vierseitige Stele, nach oben und unten leicht konisch zulaufend, an den Seiten versenkte Reliefs (u. a. stilisierte Taube); Geschenk des Steinmetzes Spieler an die KG. – Im Altarraum Grabplatte von Johann Lithmann († 1709), Inschrift: „Ihre Königl. Magest. zu Schweden wohl bestallter Mayor zu Fuss und Commendant der Festung Ottersberg, der Weylandt wohlgeborner gestrenger und hochmannsvester Herr Johann Lithmann, ruhet in diese Gruftlein an der rechten Seite des Altars in dieser Ottersbergischen Capelle von 12 Fus lang und 6 Fus breit, welches erblich gekauffet, damit weder diese zwo Steine noch Begräbnis, sol lange der Windt wähet und der Hahn krähet, gerühret, viel weniger von jemandt verkauffet odeer gekauffet werden solle. Er ist geboren zu Upsala in Schweden 16.. und gestorben Anno 1709 den 16. Aug. Esai am 26.sten v. 19. Deine Todten werden leben und mit dem Leichnam auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erden.“47

Orgel

Orgel

Orgel

1867 ein „ganz schönes neues Melodium“ angeschafft und eingeweiht.48 1897 stiftete Dr. Eichhorst (Ottersberg) der KG ein gebrauchtes Harmonium.49 1902 Kauf eines neuen Harmoniums (finanziert mit Spenden von nach Amerika ausgewanderten Ottersbergern). 1919 stiftete Rudolf Jäger (Hamburg) eine Orgel, erbaut von Furtwängler & Hammer (Hannover), 10 II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 857).50 1973 Orgelneubau, ausgeführt von Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 7 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.51

Geläut

Drei LG, I: aʼ (Bronze, Gj. 1962, Firma Rincker, Sinn); II: cisʼʼ (Bronze, Gj. 1806, Christoph Heinrich Meyer, Bremen), Inschrift: „Harm. von Bargen, Claus Hinrich Cordes, Kirchenyuraten. Iohann Diederich Cordes C. Iohann Hinrech Hennings Burgermeysters. Mich goss Christoph Hinrich Meyer in Bremen 1806“; III: dʼʼ (Bronze, Gj. 1962, Firma Rincker, Sinn). Eine SG, gʼʼ (Bronze), wohl alt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. um 1900, bis 1930 Post, erworben 1958). – Gemeindehaus (Bj. 1961, erweitert 2004).

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof bei der Kapelle, genutzt bis 1817. Neuer Friedhof angelegt 1817 (Am Damm, vor der Straße nach Eckstever). Heutiger kommunaler Friedhof, gelegen etwa ein Kilometer nördlich des Ortskerns, 1856 in Benutzung genommen, FKap (Bj. 1963).52

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 5 Nr. 859, 865 (Spec. Landeskons.); D 109 (EphA Osterholz-Scharmbeck); E 9 Nr. 1360–1369 (Amt für Bau- und Kunstpflege); Kons. Stade A 2 Nr. 1234/16–17, 19 und 21, 1235–1236, 1423 (Akten des Konsistoriums Stade); L 5g 270, 852, 854, 857 (LSuptur. Stade); S 2 Witt Nr. 04 (Fotosammlung); S 09 Nr. 1946 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7577 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1083; Osmers, Kirchen, S. 22–27; Topp, Orgelbau Lkr. Verden III, S. 76–77.
B: 50 Jahre Christophorus-Gemeinde Ottersberg. 1959–2009, hrsg. vom Kirchenvorstand [Ottersberg 2009] [Online-Ausgabe]; Ottersberg in den letzten 200 Jahren, hrsg. vom Ottersberger Kulturverein im Rektorhaus e. V., Sottrum 2013, bes. S. 166–167; Friedrich Bartels: Der Ottersberger Kirchenkampf 1936–1938, in: Hermann Deuter & Joachim Woock (Hrsg.): Es war hier, nicht anderswo! Der Landkreis Verden im Nationalsozialismus, Bremen 2016, S. 229–232; Wilhelm Berner: Eine originelle Inschrift auf dem Grabstein eines schwedischen Majors in der Kirche zu Ottersberg, in: Richard Drögereit (Hg.): Erlebtes, Erzähltes, Erforschtes. Festgabe für Hans Wohltmann zur Vollendung des 80. Lebensjahres am 8. Dezember 1964, Stade 1964, S. 49–51; Jürgen Christopher Frese: Otterstedt, 2 Bde. [um 1986]; Carl Ludwig Grotefend: Der Streit zwischen dem Erzbischof Gerhard II. von Bremen und dem Bischof Iso von Verden wegen der geistlichen Gerichtsbarkeit über das Schloß Ottersberg im Jahre 1226, in: Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen 37 (1871), S. 1–45 [Digitalisat]; Enno Heyken: Die Entstehungszeit von Ottersberg: 1190–1195, in: Rotenburger Schriften 24 (1966), S. 7–33; Bernd Ulrich Hucker: Ida von Elsdorf (†1080/81) und ihre Herrschaft Ottersberg, in: Rotenburger Schriften 96 (2016), S. 53–79; Adolf Möller: Die ev.-luth. Kirchengemeinde Ottersberg. Die Kapelle in Ottersberg, 1180–1959, in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 1986, S. 156–163; Michaela Neuke: Gemeinsam den Glauben leben. Geschichte der noch jungen Christophorus-Gemeinde Ottersberg, in: Heimat-Rundblick. Geschichte. Kultur. Natur. Aus der Region Hamme, Wümme, Weser, Jg. 28, Nr. 115 (H 4/2015), S.18–19; Hans-Georg Reske: Christophorus-Gemeinde Ottersberg seit 1. 10. 1959, in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 1986, S. 163–166; Manfred Ringmann: Als Ottersberg noch in Campe lag. Zur Anfangsgeschichte der Burg Ottersberg nach Quellen des 13. Jh., Teil 1 in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 2006, S. 191–220, Teil 2 in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 2007, S. 303–331; Manfred Ringmann: Livpaldus de Oterisburc (†1043). Auf den Spuren eines Ottersberger Burgherrn und seiner Burg, in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 2017, S. 55–74; Herbert Schwarzwälder: Die 800jährige Geschichte von Ottersberg. Burg und Festung – Amt und Flecken. I. Teil. Bis zur Franzosenzeit 1813, Fischerhude 1989; Armin Wolf: Wer war Ida von Elsdorf? Die Verwandtschaft „der Tochter eines Bruders Kaiser Heinrichs III. und einer Schwester Papst Leos IX.“ und die Tochterstämme der Brunonen, in: Rotenburger Schriften 92 (2012), S. 45–67.

GND

2112994-0, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Ottersberg)


Fußnoten

  1. Wolf, S. 48, Anm 15; Hucker, S. 59; Ringmann, Livpaldus, S. 69 f. Einen Überblick zu Vermutungen und Forschungen über die Entstehung Ottersbergs bis 1989 findet sich bei Schwarzwälder, S. 11 ff., der den Beleg von 1072 noch nicht kannte. Neuere Arbeiten bei Hucker, S. 54 ff.
  2. Zur Bezeichnung Ottersbergs als „Flecken“ vgl. Schwarzwälder, S. 45; zur Entstehungsgeschichte der Burg vgl. Ringmann, Ottersberg.
  3. UB Verden I, Nr. 277–280 und 286–298. Vgl. auch Heyken, S. 13 ff. und Grotefend, S. 1 ff.
  4. UB Verden I, Nr. 284.6.
  5. Hucker, S. 66 ff. und S. 56 ff.
  6. Heyken, S. 7.
  7. Schwarzwälder, S. 183 ff.
  8. Schwarzwälder, S. 200.
  9. LkAH, L 5g, Nr. 270 (Visitation 1965).
  10. UB Verden I, Nr. 284 (Zitate), vgl. auch ebd. Nr. 277–280, 286–298 (Urteil: Nr. 295). Vgl. dazu Heyken, S. 13 ff. und Grotefend, S. 1 ff.
  11. Schwarzwälder, S. 74.
  12. UB Verden I, Nr. 286; Heyken, S. 21.
  13. UB Verden I, Nr. 286, Schwarzwälder, S. 36 f.
  14. Schwarzwälder, S. 54.
  15. Schwarzwälder, S. 75.
  16. Schwarzwälder, S. 157.
  17. Schwarzwälder, S. 149.
  18. Schwarzwälder, S. 158.
  19. Schwarzwälder, S. 176 ff.; Frese, Otterstedt I, S. 80.
  20. Schwarzwälder, S. 236.
  21. Schwarzwälder, S. 275.
  22. Schwarzwälder, S. 276.
  23. Frese, Otterstedt I, S. 80.
  24. Frese, Otterstedt I, S. 81.
  25. Ottersberg, S. 166; um 1810 hatte Otterstedt gut 360 Einwohner, Ottersberg etwa 920.
  26. Neuke, S. 19.
  27. LkAH, L 5g, Nr. 271 (Visitation 1937).
  28. Ottersberg, S. 42; Bartels, S. 230; vgl. auch LkAH, S 1 H III Nr. 819 (Anhang). Nach P. Weber bestand die DC-Gemeinde „fast ausschliesslich aus Postbeamten und deren Angehörigen“, LkAH, L 5g, Nr. 271 (Visitation 1937).
  29. LkAH, S 1 H III Nr. 819, Bl. 15. Gedruckt bei: Frese, Otterstedt I, S. 145. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  30. LkAH, L 5g, Nr. 271 (Visitation 1937).
  31. LkAH, S 1 H III Nr. 819 (Anhang, Schreiben Lbf. Marahrens an LSup. Wiebe, 16.03.1940).
  32. LkAH, S 1 H III Nr. 819, Bl. 15.
  33. LkAH, L 5g, Nr. 271 (Visitation 1944).
  34. LkAH, S 1 H III Nr. 819, Bl. 18.
  35. KABl. 1958, S. 92.
  36. KABl. 1959, S. 140.
  37. Reske, S. 163.
  38. Dies und das folgende Zitat: LkAH, L 5g, Nr. 270 (Visitation 1965).
  39. Ottersberg, S. 171 ff.
  40. KABl. 2012, S. 294 ff.
  41. 50 Jahre, S. 29.
  42. KABl. 1970, S. 8 f. Die Insp. bzw. der KK Trupe-Lilienthal hatte seinen Namen erst 1890 bei der Festlegung des Suptur.-Sitzes erhalten (KABl. 1890, S. 46). Er war 1827 als Insp. Ottersberg eingerichtet worden (Vorläufer: Präpositur Zeven-Ottersberg, begründet 1684).
  43. KABl. 1974, S. 32.
  44. Schwarzwälder, S. 326.
  45. Zit. bei Frese, Otterstedt I, S. 98 (Notiz im Kirchenbuch Otterstedt).
  46. Schwarzwälder, S. 178, äußert sich kritisch zu Vermutungen, Altar (und Kanzel) könnten nach Abbruch der Schlosskapelle Rotenburg von dort nach Ottersberg gebracht worden sein.
  47. Berner, S. 49.
  48. Zit. bei Frese, Otterstedt I, S. 105 (Notiz im Kirchenbuch).
  49. Zum Folgenden: Topp, Orgelbau Lkr. Verden III, S. 76 f.
  50. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 130.
  51. Topp, Orgelbau Lkr. Verden III, S. 77: Der Neubau fand „bei vielen Organisten wegen der ungewöhnlichen Disposition (Manual II!) keinen ungeteilten Beifall“ (zweites Manual nur Regal 8ʼ).
  52. Frese, Otterstedt I, S. 104; 50 Jahre, S. 9 und 21 (Einweihung 1854); LkAH, L 5g, Nr. 270 (Visitation 1965).