Frühere Gemeinde | Sprengel Stade, KK Osterholz-Scharmbeck | Patrozinium: Marien | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Ursprung des Ortes Lilienthal ist das 1232 von Ebf. Gerhard II. von Bremen gestiftete Zisterzienserinnenkloster. Das neue Kloster entstand als Gedächtnisstiftung für Gerhards 1229 getöteten Bruder Hermann von Lippe; als Grundausstattung erhielt das Kloster die Orte Trupe und Wallerbroke.1 1234 bestätigte Papst Gregor IX. die Stiftung des monasterii beate Marie in Liliendale, Cisterciensis ordinis und 1235 nahm Ks. Friedrich II. das Kloster in Liliendale in seinen Schutz.2 Während der ersten drei Jahrzehnte seines Bestehens wechselte der Konvent mehrfach den Ort: Die ersten Nonnen aus Wahlberg bei Bonn hatten sich 1231 wohl in Trupe niedergelassen, 1234/35 wechselten sie nach Wollah, 1235 nach Lesum, 1241 nach Wollah und um 1262 schließlich ins heutige Lilienthal, etwa ein Kilometer nordöstlich von Trupe. Das Kloster lag im Erzstift Bremen, dem weltlichen Territorium der Bremer Erzbischöfe. Ebf. Gerhard II. hatte dem Kloster Lilienthal 1232 Vogt- und Abgabenfreiheit verliehen; die Gerichtshoheit lag anscheinend weiter beim Erzbischof.3 Die eigentliche Entwicklung Lilienthals zum Dorf setzte nach Aufhebung des Klosters 1650 ein.4 Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde das Erzstift Bremen säkularisiert und blieb zusammen mit dem ebenfalls säkularisierten Hochstift Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Hzm. Bremen-Verden). Die ehemaligen Klöster Lilienthal und Osterholz sowie ihr Besitz kamen als schwedisches Lehen an den Lgf. Friedrich von Hessen-Eschwege († 1655) bzw. seine Ehefrau, die schwedische Prinzessin Eleonora Catharine († 1692). Nach ihrem Tod verpfändete die schwedische Regierung das Klosteramt Lilienthal. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die vereinigten Hzm. Bremen-Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). Nach Ablösung der Pfandschaft wurde Lilienthal 1733 Sitz des gleichnamigen Amtes. In französischer Zeit gehörte Lilienthal 1810 zunächst kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und war dann bis 1813/14 Hauptort des Kantons Lilienthal im Arrondissement Bremen des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Im Jahr 1813 brannten französische Truppen große Teile des Ortes nieder (80 Häuser in Lilienthal, Warf, Truperdeich und Trupe zerstört).5 Nun im Kgr. Hannover war Lilienthal seit 1815 erneut Amtssitz. Mit der Annexion des Kgr. Hannover wurde der Ort 1866 preußisch. Seit Einrichtung der Kreisverfassung 1885 gehört Lilienthal zum Kr. Osterholz (1939: Lkr.). 1937 wurden die Dörfer Butendieck, Falkenberg, Moorhausen, Trupe, Trupermoor und teilweise Frankenburg eingemeindet, 1974 dann Heidberg Sankt Jürgen, Seebergen und Worphausen. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Bremen–Tarmstedt im Jahre 1900 bekam Lilienthal einen Bahnhof (Kleinbahn Jan Reines, bis 1954). Um 1812 lebten knapp 440 Menschen in Lilienthal, 1914 etwa 1.000, nach den Eingemeindungen von 1937 rund 3.120 und 2012 gut 13.000 (mit Eingemeindungen von 1974: rund 19.500).

Kirche, Ansicht von Südwesten, Juli 1955

Kirche, Ansicht von Südwesten, Juli 1955

Im Dachreiter der in der zweiten Hälfte des 13. Jh. errichteten Klosterkirche St. Maria läutet bis heute eine im 13. Jh. gegossene Glocke, die hier möglicherweise von Anfang an hing. Der Beginn der Bauarbeiten an der Kirche ist 1259 zu vermuten. Denn 1258 hatte die Versammlung der Zisterzienseräbte (Generalkapitel) über den Wunsch der Lilienthaler Äbtissin Sophia beraten, Wollah zu verlassen und das Kloster in die Nähe des ursprünglichen Gründungsortes Trupa zu verlegen; das Generalkapitel beauftragte daraufhin die Äbte der Klöster Loccum, Mariental und Hude den geplanten Standort zu begutachten.6 Aus dem Jahr 1287 ist ein Ablassbrief zugunsten des monasterio in Liliendale erhalten, in dem Spenden ad ecclesiam lapideam, quam edificare proposuerunt (für die steinerne Kirche, deren Bau geplant ist) erwähnt sind.7 Die Eichen für die Dachsparren wurden, wie eine dendrochronologische Untersuchung ergab, zwischen 1289 und 1291 gefällt.8 Der 1738 abgebrochene mittelalterliche Altar der Kirche besaß ein Marienbild, auf dessen Rückseite eine Weiheinschrift angebracht war: Der Lübecker Bf. Johannes habe das Bild 1256 in Bremen geweiht.9 Eine Klosterschule lässt sich 1379 nachweisen.10 Neben dem Marienaltar der Klosterkirche erscheinen in der urkundlichen Überlieferung verschiedene Nebenaltäre: ein St. Jacobi-Altar, ein Beginenaltar, ein Heiligkreuzaltar sowie ein Altar der Heiligen Drei Könige.11 Im Jahr 1507 schloss das Kloster eine Gebetsbrüderschaft mit der Holländischen Kongregation des Dominikanerordens.

Kirche, Ansicht von Nordosten

Kirche, Ansicht von Nordosten

Über den Wechsel des Klosterkonvents zur luth. Lehre sind keine Einzelheiten bekannt. Bei einer Visitation 1536 ermahnte der Abt des Kloster Loccums die Laienschwestern, sie sollten keine „luttersche dudessche salmen“ singen.12 1629 hieß es, das Kloster sei vor 64 Jahren reformiert worden, also um 1565. Mit Otto von Düring wählte der Konvent 1568 einen ev. Propst.13 Die auszugsweise erhaltenen Protokolle der Visitation 1581/83 enthalten nur knappe Angaben zu Lilienthal und zur Nachbargemeinde Trupe: „Die Trupe ist ein gering Lehn, wie der Pastor zu Lessem [Lesum] berichten thut, und pfleget es der Kloster-Pastor zum Lilienthale seintweilen, beyderwegs zu verwahren. Der ietzige Pastor daselbst Elias N. ist aus dem Kloster nach der Trupe gezogen.“14 Der genannte P. Elias ist wohl als erster ev. Pastor Lilienthals anzusehen; es erscheint unklar, ob der genannte Umzug lediglich einen Wechsel des Wohnortes darstellte oder einen der Pfarrstelle.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) kam es kurzzeitig zu einer Rekatholisierung des Klosters: Im April 1631 mussten die ev. Konventualinnen Lilienthal verlassen und zogen nach Bremen. Erst 1635 konnten sie zurückkehren.15 Nachdem schon P. Elias in der zweiten Hälfte des 16. Jh. sowohl die Klosterpfarre als auch das Truper Pfarramt verwaltet hatte, erhielt auch P. Johann Diederich Kayser (amt. 1642–1650), 1646 vom „Thum-Dechanten, Domina und Convent“ die Pfarre in Trupe.16 Die beiden Pfarrstellen blieben auch in der Folgezeit verbunden. Der Westfälische Frieden von 1648 brachte schließlich das Ende des Klosters Lilienthal mit sich: Das Kloster wurde per Vertrag vom 15. April 1650 aufgehoben; die Konventualinnen erhielten eine Pension.17 Um das ehemalige Kloster herum entwickelte sich in der Folgezeit das Dorf Lilienthal. Die Klosterkirche war nun ausschließlich Pfarrkirche, blieb jedoch staatliches Eigentum („herrschaftliche Kirche“).
P. Volkenius Brütte (amt. 1665–1710) legte 1691 die Kirchenbücher der Gemeinden Trupe und Lilienthal an. Nach dem Tod seines Sohnes und Nachfolgers P. Justus Brütte (amt. 1710–1720) fanden die öffentlichen Hauptgottesdienste für beide Gemeinden nur noch in der ehemaligen Klosterkirche statt.18 Die ehemaligen Klostergebäude wurden in den folgenden Jahren abgebrochen, die Kirche hingegen instandgesetzt und durch Abbruch des Lettners, Einbau von Kanzelaltar, Emporen und Orgel an die Erfordernisse eines ev. Gottesdienstes angepasst.
P. Karl Georg Adolph von Hanffstengel (amt. 1874–1888) übernahm gleichzeitig das Amt des Sup. in der Insp. Ottersberg, zu der die Gemeinden Trupe und Lilienthal seit 1826 gehörten. Auch sein Nachfolger P. Johann Heinrich Krull (amt. 1889–1925) vereinte beide Ämter und die Insp. Ottersberg erhielt den Namen Insp. Trupe-Lilienthal. P. Krull richtete 1895 eine Schwesternstation in der KG ein, die Schwester Martha aus dem Stift Betlehem in Ludwigslust übernahm. Zur Finanzierung der Station richtete P. Krull 1924 eine Schwesternkasse ein.19
Im Jahr 1929 schließlich vereinigte das Hannoveraner Landeskirchenamt die formal noch immer eigenständigen KG Trupe und Lilienthal und errichtete die neue KG Trupe-Lilienthal.20

Umfang

Die pfarramtlich verbundenen Gemeinden Trupe und Lilienthal umfassten die Orte Butendiek, Feldhausen, Falkenberg, Gehrden, Heidberg, Höge, Klostermoor, Lilienthal, Lüningsee, Moorhausen, Mühlendeich, Seebergen, Trupe, Truperdeich, Trupermoor und Worphausen.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Dompropsts. – 1651/52 Kons. Stade gegründet, Lilienthal gehörte zur Bremischen Superintendentur (Sitz am Dom, seit 1803 in Achim). Bei der Neuorganisation der Inspektionen kam Lilienthal 1826 zur Insp. Ottersberg, die 1890 mit Festlegung des Suptur.-Sitzes umbenannt wurde in Insp. Trupe-Lilienthal (1924: KK).

Patronat

Bis 1650 das Kloster Lilienthal, dann der jeweilige Landesherr, zunächst Kg. von Schweden (Klosteramt und Patronat 1650/51 verlehnt an Gf. Casemir de la Gardie, 1651–1692 an Lgf. Friedrich zu Hessen-Eschwege bzw. seine Witwe Eleonora Catharine), seit 1715/19 Kfs. von Braunschweig-Lüneburg bzw. ab 1815 Kg. von Hannover (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1952

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1952

Fünfjochiger, rechteckiger Backsteinbau mit geradem Ostschluß, erbaut in der zweiten Hälfte des 13. Jh. (Ablass zur Baufinanzierung 1287, Dachsparren dendrochronologisch dat. auf 1289/91). An der Nordseite Innenhof umgeben von dreiflügeligem Gemeindehausanbau, errichtet 1965–68 (Architekt Jan Noltenius, Bremen). Satteldach. Strebepfeiler an den Ecken und an den Längsseiten; Längsseiten mit Rücksprung auf halber Höhe; oberhalb des Rücksprungs spitzbogige Maßwerkfenster; großes, spitzbogiges Maßwerkfenster nach Osten; Ostgiebel mit dreigeschossiger Blendarkadengliederung; Westgiebel gegliedert durch Lisenen, drei gotische Spitzbogenfenster, barockes Portal. Im Innern Kreuzrippengewölbe mit Resten mittelalterliche Ausmalung, u-förmige Emporenanlage. Im Chorbereich Reste mittelalterlicher Fresken (15. Jh., freigelegt 1974–76); Christophorus, Abendmahl, Kreuzigung, Grablegung. Wohl im 15. Jh. Innenraum gewölbt (Müller: spätes 13. Jh.).21 1738 Lettner abgebrochen, unterer Teil des Westgiebels verändert. 1765/66 Emporen eingebaut.22 1864–66 grundlegende Instandsetzung (u. a. Fenster vergrößert). 1953 Umgestaltung Innenraum (u. a. Choremporen entfernt) und Neuausmalung (Hermann Oetken, Delmenhorst, ornamentale Ausmalung der Gewölbe „angeblich nach Befund“23, erwiesen sich später als „Neuschöpfung“24). 1974–76 Instandsetzung (u. a. Betongewölbe oberhalb des Backsteingewölbes, Festigung der Fundamente, Orgelempore vergrößert, ornamentale Gewölbeausmalung wiederhergestellt).25 2011/12 Sicherung Ostgiebel und Längsseiten. 2014/15 Außen- und Innenrenovierung. 2020 Erweiterung des nördlichen Anbaus.

Turm

Über dem Westgiebel massiver Dachreiter mit vierseitigem Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Kreuz, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Westen. Je ein Schallfenster nach Norden, Osten und Süden, Uhrziffernblätter nach Norden und Westen.

Ausstattung

Kanzelaltar (wohl um 1765/76, Entwurf vermutlich Jürgen Christian Findorff), bauchiger Kanzelkorb mit kronenförmigem Schalldeckel zwischen zwei korinthischen Säulen, seitliches Schnitzwerk; im Aufsatz oberhalb des Gebälks hebräischer Gottesname in Wolken- und Strahlenkranz, flankiert von zwei korinthischen Säulen, seitliches Schnitzwerk; blockartiger Altar; Kanzelaltar 1974/76 verändert (näher an Ostwand, Altarschranken entfernt, seitliche Durchgänge abgeschrägt). – Bauchige Holztaufe (1738), ursprünglich Pfosten einer Altarschranke (bis 1974/76). – An der Nordwand Sandsteinrelief mit sitzender Madonna (um 1400). – Drei Grabsteine: Äbtissin Gertrude Scheene († 1385); Äbtissin Alheidis Hellinstede († 1466; Grabstein bei Renovierung 1974/76 in Bruchstücken unter den Emporen gefunden); Domina Hille Mertens († 1649).26

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1952

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, August 1952

Orgel

1768 eine „nie vorhanden gewesene wolgerathene Orgel“ errichtet, Orgelbauer Marcus Heinrich Petersen (Hamburg), erweitert um 1786.27 Zustand 1861: 31 II/P.28 Neubau 1883/84, Johann Hinrich Röver & Söhne (Stade), 27 II/P, Röversche Kastenlade.29 Im Ersten Weltkrieg zinnerne Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben, Anfang der 1920er Jahre durch Zinkpfeifen ersetzt. 1978 Instandsetzung und Dispositionsänderungen, ausgeführt von Firma Hillebrand (Altwarmbüchen). 2005 auf den ursprünglichen Registerbestand zurückgeführt, 27 II/P (HW, OW), Röversche Kastenlade, pneumatische Registersteuerung.

Geläut

Zwei LG, I: fʼʼ (Bronze, Gj. 1957, F. Otto, Bremen-Hemelingen), Bild: Lilie; II: gʼʼ (Bronze, Gj. 13. Jh.), längliche, frühgotische Form, keine Inschrift. Eine SG, cisʼʼʼ (Bronze, Gj. um 1900). – Früherer Bestand: Eine LG, wohl gisʼʼ oder aʼʼ (Bronze, Gj. 13. Jh.), umgegossen zu heutiger LG I.

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Klosterkirche, geschlossen 1872. Kirchlicher Friedhof in Falkenberg, eröffnet 1860, erweitert 1875, 1885 und 1910, FKap (Bj. 1912, erweitert 1961), mit einer LG fʼʼ (Bronze, Gj. 1928, Danziger Werft), aus dem St. Marienkrankenhaus Danzig.

Liste der Pastoren

1646–1650 Magister Johann Diedrich Kaiser. – 1650–1665 Alvericus Hoddersen. – 1665–1710 Volkenius Brütte. – 1710–1720 Justus Brütte. – 1720–1732 Heinrich Erasmus Bergstädt. – 1733–1746 Hermann Matthias Polemann. – 1746–1765 Friedrich August Jäger. – 1765–1806 Johann Diedrich Pfannkuche. – 1807–1814 Andreas Ludwig Brandt. – 1814–1819 Johann Friedrich Möser. – 1819–1830 Christoph Ludwig von Hanffstengel. – 1831–1844 August Friedrich Henkel. – 1844–1867 Eibe Frers. – 1868–1874 Theodor Rüge. – 1874–1888 Karl Georg Adolph von Hanffstengel. – 1889–1925 Johann Heinrich Krull. – 1925–1937 Lic. Karl Julius Gotthilf Thimme.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 79

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 5, Nr. 863 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 8125–8129 (Pfarrbestellungsakten); D 109 (EphA Osterholz-Scharmbeck); Kons. Stade, A 2 Nr. 1497–1514, A 6 Nr. 8125–8127; A 8 Tru, A 9 Nr. 2568–2569 (Akten des Konsistoriums Stade); S 11a, Nr. 7900 (Findbuch PfA). – Siehe auch KG Lilienthal (Trupe-Lilienthal).

Literatur & Links

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 850–851; Meyer, Pastoren II, S. 78–79; Meyer-Korte, Gemeinden, S. 71–84; Pratje, Bremen und Verden XII, S. 133–160; Skiebe, Röver, S. 14–15 und S. 42–44.
B: UB Lilienthal; Wilhelm Dehlwes, Edda Buchwald (Hg.): Die Geschichte Lilienthals, 2 Bde. und 3 Sonderdrucke (I: Lilienthal gestern und heute, II: Lilienthal und seine Bewohner, Sonderdruck 3: Kloster, Kirchen und kirchliches Gemeindeleben), Lilienthal 1977–1981; Jarck, Zisterzienserinnenkloster Lilienthal; Ulfrid Müller: Die Ev.-luth. Klosterkirche St. Marien in Lilienthal, Garbsen 2013 [Eigenverlag]; Kurt Schulze-Herringen: Gebaute Geschichte. Gloria Deo in desertis. St. Marien Osterholz, St. Marien Lilienthal, St. Georg St. Jürgen, Osterholz-Scharmbeck 1980, bes. S. 33–49; Franz Stelljes: Familienbuch Kirchengemeinde Trupe-Lilienthal, 2 Bde., Sankt Augustin 1993.

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Altar, Glocken, Maria mit Kind

GND

1033993492, Evangelische Kirche Sankt Marien (Lilienthal)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Zur Gründungsgeschichte des Kloster vgl. ausführlich Jarck, Zisterzienserinnenkloster Lilienthal, S. 19 ff.; Frerichs in: Dehlwes & Buchwald I, S. 36 ff. (auch in: Dehlwes & Buchwald 3. Sonderdruck, S. 4 ff.); knapp: Dolle, Klosterbuch II, S. 919 f.; UB Lilienthal, S. 10 f. Neben urkundlichen Quellen existiert ein Gründungsbericht, der auf etwa 1270 datiert wird, vgl. Frerichs, in: Dehlwes & Buchwald I, S. 36.
  2. UB Lilienthal, Nr. 4 und 6.
  3. Jarck, Zisterzienserinnenkloster Lilienthal, S. 62 ff.
  4. Dehlwes & Buchwald II, S. 28 ff.
  5. Dehlwes & Buchwald I, S. 93.
  6. Ub Lilienthal, S. 14; Dolle, Klosterbuch II, S. 923. Die für 1248 belegte Absicht, die vorhandene Holzkirche durch einen Steinbau zu ersetzen (ecclesiam suam nunc ligneam de lapidibus edificare proponant) ist auf den seinerzeitigen Klosterort Wollah zu beziehen, UB Lilienthal, Nr. 34 und S. 14; Dolle, Klosterbuch II, S. 919. Müller, S. 2 f., geht in seinen Ausführungen zur Baugeschichte der Lilienthaler Klosterkirche nicht auf die verschiedenen Ortswechsel des Klosters ein. Er bezieht die Urkunde von 1248 und einen Ablass zugunsten des Baus einer Klosterkirche aus dem Jahr 1254 (UB Lilienthal, Nr. 41) auf die Kirche in Lilienthal. Als Grund für die belegbaren Bauarbeiten in den 1280/90er Jahren vermutet er einen Brand des Dachstuhls, vgl. Müller S. 2 und 4. Auch Frerichs in: Dehlwes & Buchwald I, S. 44 f., geht von einem Baubeginn am heutigen Standort um 1248 aus und versteht die vom Generalkapitel beauftragte Begutachtung als Bauabnahme der fertiggestellten Gebäude (ebd., S. 47).
  7. UB Lilienthal, Nr. 97.
  8. Müller, S. 4.
  9. Müller, S. 7: Consecrata es haec imago in dies pasche et in choro Bremensi per venerabilem virum fratrem Johannem Lubicensem episcopum anno 1256. Cum sis cuique pia Jacobi miserere Maria (Geweiht ist dieses Bild am Ostertage und im Chor zu Bremen durch den ehrwürdigen Mann, den Bruder Johannes, Bischof zu Lübeck, im Jhr 1256. Da du jedermann gut bist, so erbarme dich des Jakob, der dieses Bild schenkte.
  10. UB Lilienthal, Nr. 258.
  11. Dolle, Klosterbuch II, S. 923; Müller, S. 5 f. Nach Dolle, Klosterbuch II, S. 921, diente die Klosterkirche bereits in vorref. Zeit als Pfarrkirche. Der bei Jarck, Zisterzienserinnenkloster Lilienthal, S. 90, in der Liste „Geistliche des Klosters und der Parochialkirchen Lesum und Trupe“ genannte Heinricus, plebanus sancte Marie (vgl. auch ebd., S. 93) ist auf die Bremer Kirche Unser lieben Frauen zu beziehen, nicht auf die Lilienthaler Kirche, vgl. UB Lilienthal, S. 601 und 614.
  12. Zit. bei Dolle, Klosterbuch II, S. 920 und Jarck, Zisterzienserinnenkloster Lilienthal, 136.
  13. Dolle, Klosterbuch II, S. 920.
  14. Pratje, Abhandlungen II, S. 179.
  15. Dannenberg/Otte, Reformation, S. 172. vgl. Haake, Säkularisation, S. 44.
  16. Pratje, Bremen und Verden XII, S. 149.
  17. Dannenberg/Otte, Reformation, S. 175.
  18. Pratje, Bremen und Verden XII, S. 149.
  19. Dehlwes & Buchwald 3. Sonderdruck, S. 62.
  20. Kabl. 1929, S. 40 f.
  21. Müller, S. 2 und 5 f.
  22. Pratje, Bremen und Verden, S. 150; NLA ST Rep. 40 Nr. 1020, 22.02.2021.
  23. Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 851.
  24. Schulze-Herringen, S. 48.
  25. Schulze-Herringen, S. 42 ff.
  26. Zu den Grabsteinen vgl. Dehlwes & Buchwald 3. Sonderdruck, S. 19 ff.
  27. Pratje, Bremen und Verden, S. 150; NLA ST Rep. 40 Nr. 1020, 22.02.2021; Kontakte. Gemeindebrief der St.-Marien-Gemeinde Lilienthal 1/Aprilheft (1973), S. 7.
  28. Müller, S. 9.
  29. Zur Geschichte der Orgel vgl. Skiebe, Röver, S. 14 f., zur Disposition ebd., S. 42 ff. Siehe auch Dehlwes & Buchwald, 3. Sonderdruck, S. 54 ff.