Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden | Patrozinium: Petrus | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Die wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jh. angelegte Rodungssiedlung ist erstmals um 1311/18 als Lantgrevenhagen urkundlich belegt; im 16. Jh. veränderte sich der Ortsname zu Landwehrhagen.1 Seit Mitte des 13. Jh. gehörten Landwehrhagen und das Gebiet um Münden zum Machtbereich der Welfen. Das Straßendorf zählte zum Gericht Sichelnstein im Fsm. Göttingen (1495 Fsm. Calenberg-Göttingen, „Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Das Gericht war seit 1500 an die Lgft. Hessen verpfändet und wurde seit der Wiedereinlösung um 1535 vom Amt Münden mitverwaltet (sogenanntes Oberamt).2 In französischer Zeit war Landwehrhagen von 1807 bis 1813/14 Teil des Kantons Münden im Distrikt Cassel des Fuldadepartements im Kgr. Westphalen. Danach gehörte das Dorf, nun im Kgr. Hannover, wiederum zum Amt Münden. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Landwehrhagen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam es zum Lkr. Münden, der 1973 im Lkr. Göttingen aufging. Im gleichen Jahr trat Landwehrhagen der neugegründeten Gemeinde Staufenberg bei. Nach dem Bau der Eisenbahn verlor das Fuhrmannswesen seine wirtschaftliche Bedeutung für den Ort, der „unmittelbar an der Hauptstraße zwischen Nord- und Süddeutschland“ lag und die Einwohner wandten sich der Landwirtschaft zu.3 1968 schrieb der Ortspastor zur Sozialstruktur der Gemeinde: „Etwa 2/3 der Bevölkerung ist in Kassel beschäftigt in der dortigen Industrie. Dazu kommen kleinere und mittlere Landwirte und Kaufleute, die die Umgebung mitversorgen.“4 Um 1810 lebten fast 600 Menschen in Landwehrhagen, 1900 rund 775, 1939 etwa 1.010, 1948 knapp 1.510 und 2005 fast 2.300.

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1953

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1953

Die Kirche in Landwehrhagen und ihr Peterspatrozinium sind urkundlich erstmals 1356 nachgewiesen, als Hzg. Ernst I. von Braunschweig-Göttingen († 1367) „vnsem heren sente Petir to dem Lantgrebenhayn de vere [Fähre] to Spikeshusen“ überließ.5 Der Unterbau des Chorturms der Kirche geht vermutlich ebenfalls auf das 14. Jh. zurück. Der Name eines Pfarrers ist zuerst aus dem Jahr 1426 überliefert: Io[hannes] Stolczman plebanus in Lantgrafinhaien tenet concubinam (Pleban in Landwehrhagen, hat eine Gefährtin).6 Die Angabe findet sich in den Rechnungsbüchern des erzbischöflichen Kommissars Konrad Schaufuß unter den Einnahmen aus Strafzahlungen (han ich offgenomen in correctionibus). Knapp ein Jahrzehnt später gab Johannes Stolczman (bzw. Stoltzenbach) die Pfarrpfründe Lantgravenhagen auf und Patron Hzg. Otto II. von Braunschweig-Göttingen († 1463) präsentierte 1435 den Kleriker Engelbert Heldes als Nachfolger; das Patrozinium der Kirche ist in dieser Urkunde mit St. Peter und Paul angegeben.7
Als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich führte Hzgn. Elisabeth die luth. Lehre im Fsm. Calenberg-Göttingen ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden des Fürstentums visitieren.8 Im Jahr 1545 übernahm der nunmehr volljährige Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.9 1588 ließ er die Gemeinden visitieren. Als erster luth. Prediger in Landwehrhagen gilt P. Clamor Stauffenburg (amt. bis 1571). Zum Zeitpunkt der Visitation 1588 hatte P. Andreas Berckenfeld (amt. 1588–1600) das Pfarramt inne; neben der Mutterkirche Landwehrhagen versorgte er auch die filiae (Tochtergemeinden) Benterode (mit Sichelnstein) und Spiekershausen.10
Bei der Visitation 1646 beklagte sich P. Jakob Beinem (amt. 1642–1675) über Pfarre und Gemeinde: Die Pfarre habe nur Ländereien und der „Pastor müsse sich von seiner Hände Arbeit nähren“. Der Kirchenbesuch sei schlecht, am Sonntag werde gearbeitet und „hart vor der Kirchentür und nach der Predigt im Kruge“ würden Korn- und Viehhandel sowie Kauf- und Tauschgeschäfte betrieben, so dass niemand trocken und nüchtern (siccus et sobrius) nach Hause käme. Die „Schule werde fast ganz versäumt, das Amt verachtet.“11 Auch 1675 beklagte sich Schulmeister Hieronymus Knirien über den geringen Schulbesuch: Die meisten Leute aus Landwehrhagen und Spiekershausen schickten ihre Kinder „von Laetare, wenn der Pflug zu Felde gehet, bis umb Martini (und teils weiterhin) ganz unfleißig zur Schule“. Im Momente seien nur drei Knaben, welche „schreiben lernen, fangen allererst an zu schreiben, wenn sie das zehende oder elfte Jahr erreichet.“ Insgesamt werde die fürstliche Schulordnung „wenig observiret“.12

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1926, Postkarte (Ausschnitt)

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1926, Postkarte (Ausschnitt)

Aus der Mitte des 18. Jh. haben sich Berichte über den baufälligen Zustand der Kirche in Landwehrhagen erhalten, einschließlich einiger Grundrisszeichnungen.13 Nach Reparaturen am Dach und dem Einbau eines neuen Fensters nutzte die Gemeinde das wohl mittelalterliche Gebäude noch bis Anfang der 1820er Jahre. Schon 1818 jedoch hatte sie einen Neubau beantragt: Die Kirche sei zu klein und ihr „drohet jetzt der Einsturz“.14 Im Jahr 1821 wurde das alte Kirchenschiff abgebrochen und der Grundstein zum Neubau gelegt. Der mittelalterliche Kirchturm, der 1801 eine neue Turmhaube erhalten hatte, blieb bestehen. Während der Bauzeit versammelte sich die Gemeinde zum Gottesdienst zunächst in der Zehntscheune, etwa ab Anfang 1824 in der noch unfertigen Kirche. Am 24. Juli 1825 konnte die Gemeinde Landwehrhagen ihre neue Kirche feierlich einweihen, einer „der schönsten Landkirchen“ im Kgr. Hannover.15
In der ersten Hälfte des 20. Jh. veränderte sich der Umfang des Kirchspiels Landwehrhagen: Ab 1917 versorgte, zunächst vorläufig, das Pfarramt Uschlag die Gemeinde Benterode (mit Sichelnstein). Zum 1. April 1931 hob das Landeskirchenamt Hannover dann die jahrhundertealte pfarramtlichen Verbindung der Gemeinden Landwehrhagen und Benterode auf.16 Stattdessen versorgte das Pfarramt Landwehrhagen seit 1938 die vakante Gemeinde Lutterberg mit (bis 1970).
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Theodor Fahlbusch (amt. 1901–1938) und P. Wilhelm Oberdieck (amt. 1938–1947) die Pfarrstelle in Landwehrhagen inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab P. Oberdieck rückblickend an, P. Fahlbusch habe kirchenpolitisch aufseiten der DC gestanden.17 Bei der Neuwahl des KV setzten sich zum Teil „Personen mit vorwiegend politischem Interesse durch“ und später traten zwei Kirchenvorsteher wieder zurück („Alternative zwischen kirchlichem und politischen Amt“).18
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Gemeindeglieder aufgrund des Zuzugs Geflüchteter deutlich an: Hatte sie 1937 bei 970 gelegen, erreichte sie 1947 rund 1.360. Mit dem Bau neuer Wohnungen wuchs die Gemeinde weiter. Im ehemaligen Pfarrwitwenhaus eröffnete die KG 1959 einen ev. Kindergarten.19 In der Nachkriegszeit hatte sich in Landwehrhagen auch eine kleine kath. Gemeinde gebildet. Als kirchliches Zentrum für die kath. Familien in den ländlichen Orten des Oberamts weihte der Hildesheimer Bf. Heinrich Maria Janssen (amt. 1957–1982) im Jahr 1968 die kath. St.-Judas-Thaddäus-Kirche am Nordrand Landwehrhagens.20

Orgel

Orgel

Die ev. Gemeinde baute Anfang der 1970er Jahre ein neues Gemeindehaus und nach der Visitation 1974 attestierte der Mündener Sup. der KG Landwehrhagen „einen erfreulichen Aufschwung“. Eine Vielzahl kirchlicher Arbeitsgruppen bereicherten das gemeindliche Leben: „Außer dem schon vorhandenen Frauenkreis bildeten sich neu ein Männerkreis, Ehepaarkreis und Altenkreis mit regelmäßigen Zusammenkünften. Kleine Jugendgruppen mit den verschiedensten Interessen erweisen sich nebeneinander als lebensfähig (Jungschar, Singkreis, Instrumentalgruppe, Jugendposaunenchor und Posaunenchor, Theatergruppe).“21 Auch die weiteren Visitationsberichte aus der zweiten Hälfte des 20. Jh. betonen wiederholt das „außerordentlich reiche Gemeindeleben“.22 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die KG Landwehrhagen Kontakte zu den Kirchgemeinden Raußlitz und Wendischbora bei Meißen.23
Seit dem 1. Januar 2013 ist die St.-Petrus-KG Landwehrhagen pfarramtlich mit der Nachbargemeinde Speele verbunden; Sitz des Pfarramts ist Landwehrhagen. Im gleichen Jahr ging die Trägerschaft des ev. Kindergartens Landwehrhagen auf den Ev.-luth. Kindertagesstättenverband im Kirchenkreis Münden über.24

Umfang

Landwehrhagen sowie Spiekershausen (bis 1974 KapG).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Fritzlar (sedes Ditmold) der Erzdiözese Mainz.25 – 1588 GSuptur. Fsm. Göttingen bzw. Spezialsuperintendentur über Stadt und Gericht Münden.26 Seit Teilung der Insp. Münden 1742 gehörte Landwehrhagen zur Insp. Münden Erster Theil bzw. Hedemünden Erster Theil (Sitz der Suptur. 1742–1772, 1789–1820 und 1859–1911 in Hedemünden, 1772–1789, 1820–1859 und ab 1911 in Münden). Ab 1924 KK Münden. Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden (Amtsbereich Münden).27

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick zur Orgel, um 1953

Kirche, Blick zur Orgel, um 1953

Klassizistischer Rechteckbau, errichtet 1821–25 (Entwürfe: Johann Conrad Rudolph, Kassel; Überarbeitung und Ausführung: Wilhelm Ludwig Vick, Hannover; Ausmalung: Otto Cornelius Kellermann, Münden).28 Satteldach, nach Westen abgewalmt. Quadermauerwerk; etwa auf halber Höhe umlaufendes Gurtgesims, das die rundbogigen Sprossenfenster horizontal teilt (fünf nach Norden, vier nach Süden, zwei nach Westen); an der Süd- und Westseite jeweils ein leicht hervortretender Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und Rechteckportal, oberhalb der Portale Halbkreisfenster; nach Norden lediglich flacher Dreiecksgiebel; Südportal gerahmt von Doppelpilastern, Westportal von einfachen Pilastern; im Sturz des Westportals Inschriftenstein „1822“, darüber Inschriften: „Gott dem Allheiligen“ und „Herr ich habe lieb die Staette deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt. Ps[a]l[m] 26 V[ers] 8“; über Südportal Inschrift: „Kommt lasst uns anbeten knien und niederfallen vor dem Herrn der uns gemacht hat. Ps[alm] 95 V[ers] 6“, darüber: „Die Gemeinde Landwehrhagen. I.I. Kuhle, C. H. Kuhle Bauherrn I. H. Boetcher, I. I. Heckmann, C. H. Laubach. I. I. Apee, I. I. Zuschlag, C. Rudewig, I. I. Kuiele. Pastor H. C. Albert, Cantor H. P. Bergmann. KV. I. I. Kuihle, I. Zuschlag. Kirchen Commissarien Superi[ntendent] F. Wiehen, Amtmann Kritter, W. L. Vick Architekt“. Im Innern flache Decke mit seitlichen Vouten; umlaufende Empore, getragen von achteckigen, marmorierten Holzsäulen, im Westen Brüstung bogenförmig vorgezogen. Illusionistische Ausmalung mit marmorierten Flächen und Gesimsen, Ranken- und Blumenornamenten im Empirestil; Papiertapeten an Altar und Emporenbrüstung.29 1953 Instandsetzung. 2003 Dachstuhlbrand und Reparatur.

Turm

Vierseitiger Chorturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, erbaut im 14. Jh. Geschwungene, verschieferte Turmhaube mit doppelter, geschlossener Achtecklaterne, bekrönt mit Kugel und Wetterhahn. An der oberen Laterne rechteckige Schallfenster nach Norden und Süden, Uhrziffernblatt nach Osten. An der unteren Laterne vier rechteckige Schallfenster. Im Erdgeschoss je ein spitzbogiges, zweibahniges Fenster nach Osten und Süden, ein kleines Rechteckfenster nach Norden; spitzbogige Tür nach Süden. Turmhalle (Sakristei) mit Kreuzrippengewölbe, diente bis zum Abbruch der alten Kirche als Chorraum. 1646 Turmuhr belegt. 1801 Turmhaube erbaut (vorher zinnenbewehrte Plattform als Abschluss). 1971 neue Turmuhr.

Fenster

Zwei Buntglasfenster in der Sakristei (um 1976/77, Johannes Schreiter, Langen).

Vorgängerbau

Wohl mittelalterlicher Rechteckbau, der sich westlich und in gleicher Breite an den Turm anschloss, gut 16 Meter lang, knapp 8 Meter breit.30 Zustand 1751/52: Drei kleine, alte Fenster nach Süden, ein neues Fenster nach Westen (1751/52 gebrochen); Haupteingang nach Süden. Im Innern Westempore, kurze Südempore und lange, zweistöckige Nordempore. 1751/52 Dachreparatur. 1821 Kirche abgebrochen, da baufällig und zu klein.

Orgel

Orgel

Ausstattung

Vor der Ostempore architektonisch gegliederter, zweistöckiger Kanzelaltar (1822/23), farbig gefasst, verziert mit aufgeklebten Stofftapeten, polygonaler Kanzelkorb mit Schalldeckel, Pilaster, Gebälk mit Zahnfries; seitliche Durchgänge, darüber geflügelte Engelsköpfe; davor Blockaltar. – Achtseitige, pokalförmige Taufe, Schaft und Becken verziert mit Blendnischen mit Dreipassbögen; Beckenrand mit Akanthusfries. – Gemälde mit Kreuzigungsszene (Öl auf Leinwand). – Marmorepitaph für den französischen General Johann Christian Fischer († 1762), beerdigt in der Kirche, Inschrift: „Fama super est. Hic jacet Fischer. Militis dolor ducis amicitia hoc line arte monumentum magno gallorum lude posner Ann. Domini MDCCLXII die prima menss Julii“ (Der Ruhm überdauert. Hier liegt Fischer. Des Soldaten Schmerz, des Feldherrn Freundschaft haben dieses kunstlose Denkmal unter großer Trauer der Franzosen gesetzt am 1. Juli 1762).31

Orgel

1752 Orgel vorhanden.32 1797 neue Orgel angeschafft, erbaut von Stephan Heeren (Gottsbüren), 14 I/P.33 Vor Abbruch der Kirche 1821 abgebaut und im 1825 eingeweihten Neubau wieder aufgebaut. Zinnpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Um 1927/28 Instandsetzung und Änderung der Disposition, ausgeführt von Firma Hammer (Hannover). Zustand 1944: 16 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1955 Instandsetzung, ausgeführt von Paul Ott (Göttingen), 15 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen, überdies ein vakantes Register. 2004 Restaurierung (Löschwasserschäden nach Dachstuhlbrand), ausgeführt von Firma Bosch (Kassel), 16 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Denkmalorgel.

Geläut

Vier LG, I: g’ (Bronze, Gj. 1970, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschrift: „Gott geb’ uns allen deiner Gnade Segen“; II: b’ (Bronze, Gj. 1970, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschrift: „Verleih’ uns Frieden gnädiglich“; III: c’’ (Bronze, Gj. 1971, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Bilder: zwei Kreuze; IV: es’’ (Bronze, Gj. 1970, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschrift: „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“. Eine SG, as’’ (Stahl, Gj. 1917), diente zeitweise als LG. – Früherer Bestand: Eine mittlere LG (Bronze, Gj. 1635, Gottfried Rohler, Kassel), Inschriften; „Joan. Bins, Pastor, Hans Scheidemann, Greve, Curt Rüpel, Hans Spelmann, Hans Schulte, Caspar Buhre“ und „Gotfried Rohler in Cassel goß mich, Landwehrhagen gehöre ich. Anno 1635). Eine große LG (Bronze) und eine kleine LG (Bronze), beide gesprungen und umgegossen zu zwei neuen LG, I: (Bronze, Gj. 1859, Christian See, Kreuzburg), Inschriften: „Dem einigen Gott, dem Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt zum Ruhme und zur Ehre in Ewigkeit. Gemeinde Landwehrhagen. Gegossen von Christian See aus Kreuzburg im November 1859“; II: (Bronze Gj. 1860, Christian See, Kreuzburg), Inschrift: „Soli Deo Gloria. Gemeinde Landwehrhagen. Gegossen von Christian See aus Kreuzburg im Januar 1860“ (Allein Gott die Ehre). Geläut wohl im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Zwei neue LG, I: f’; II: as’ (beide Gusseisen, Gj. 1946, Firma Weule, Bockenem), Geläut 1970 wegen Rostschäden stillgelegt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarr- und Gemeindehaus (Bj. 1972, erweitert 1987). – Pfarrwitwenhaus (Bj. etwa 1723, 1959–75 Kindergarten, 1996 verkauft).34

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof rund um die Kirche.35 1841 neuer Friedhof nördlich der Kirche angelegt (nördlich des Bohlwegs). 1876 neuer kirchlicher Friedhof am Nordrand des Dorfes angelegt (Zu den Erlen), FKap (Bj. 1959), Anfang der 1970er Jahre auf die politische Gemeinde übertragen.

Liste der Pastoren (bis 1940)

Bis 1571 Clamor Stauffenburg. – 1588–1600 (?) Andreas Berckenfeld. – 1600–1627 (?) Andreas Gerdumius. – 1627–1638 Johannes Albinus. – 1638–1642 Johannes Wiedenbach. – 1642–1675 Jakob Beinem. – 1675–1694 Hermann Persius. – 1693–1694 Johann Wilhelm Bachmann. – 1695–1714 Johann Anton Specht. – 1714–1743 Johann Friedrich Berg. – 1743–1767 Christian August Danhauer. – 1767–1788 Johann Friedrich Schacht. – 1789–1792 Johann Christian Friedrich Dannenberg. – 1792–1822 Heinrich Christian Albert. – 1822–1836 Christian Karl August Zinserling. – 1836–1854 Albert Schmidt. – 1855–1874 Johann Rudolf August Gollmart. – 1875–1961 Karl August Christoph Grußendorf. – 1961–1938 Karl Christian Theodor Fahlbusch. – 1938–1947 Dr. phil. Wilhelm Oberdieck.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 46

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 6791–6814 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 487 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 4673–4679 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 240Digitalisat(CB); A 9 Nr. 1357Digitalisat, 1358Digitalisat, 1359Digitalisat, 1360Digitalisat (Visitationen); B 18 Nr. 41 (Orgelsachverständiger); S 09 rep Nr. 157, 1572 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7687 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1642
Trauungen: ab 1642
Begräbnisse: ab 1642
Kommunikanten: ab 1876
Konfirmationen: ab 1650 (Lücken: 1652, 1654–1675, 1861–1675)

Literatur

A: Gemeindebuch KKV Münden, S. 58–60; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 244–245; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 822–823; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 257–260; Meyer, Pastoren II, S. 46.
B: Festschrift anlässlich der 600-Jahrfeier der Gemeinde Landwehrhagen, vom 30. Juni bis 2. Juli 1956, hrsg. von der Gemeindeverwaltung Landwehrhagen, 1956, bes. S. 11–13; Günther Kaerger & Karl Schütze: Flurnamen der Gemarkung Landwehrhagen, Gemeinde Staufenberg, Staufenberg 1987; Ulfrid Müller: Die ev.-luth. Kirche Landwehrhagen: ein Bauwerk der Empirezeit, in: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 17 (1997), S. 145–149; Horst Wollmert: Landwehrhagen. Lebensbild eines Dorfes, Staufenberg 2006, bes. S. 305–344.


Fußnoten

  1. Demandt, Fritzlar, Nr. 139. Vgl. zur Gründung und zum Namenswechsel Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 244 f.; siehe auch Wollmert, S. 29.
  2. NLA HA Hann. 74 Münden, Beschreibung; Eisenträger & Krug, Territorialgeschichte, Nr. 1 (S. 248 ff.).
  3. Müller, S. 145 (Zitat von 1824); Kaerger & Schütze, S. 45; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 257.
  4. LkAH, L 5c, unverz., Landwehrhagen, Visitation 1969.
  5. Sudendorf, UB II, Nr. 537.
  6. Demandt, Fritzlar, Nr. 411,VI (S. 576).
  7. NLA HA Cop. in Nr. 1/0967.
  8. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, Herrschaft, S. 47 ff.
  9. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  10. Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 158 mit Anm. 3.
  11. Alle Zitate: Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 161 mit Anm. 1.
  12. Alle Zitate: Althaus, Generalvisitation II, S. 102.
  13. Wollmert, S. 314 ff.
  14. Zit. bei Wollmert, S. 320.
  15. Zit. bei Müller, S. 145. Vgl. auch Wollmert, S. 321 ff.
  16. KABl. 1931, S. 79
  17. LkAH, S 1 H III, Nr. 419, Bl. 24b. In den Unterlagen zur Visitation 1937 schrieb P. Fahlbusch selbst: „Ich halte mich, ohne eingeschriebenes Mitglied zu sein, zu den Deutschen Christen, welche eine Versöhnung des Staates mit der Kirche anstreben in den Kämpfen, welche um die zukünftige Verfassung entbrannt sind“, LkAH, L 5c, unverz., Landwehrhagen, Visitation 1937.
  18. Alle Zitate: LkAH, S 1 H III, Nr. 419, Bl. 24b.
  19. Gemeindebuch KKV Münden, S. 60.
  20. Wollmert, S. 335 f.
  21. LkAH, L 5c, unverz., Landwehrhagen, Visitation 1974.
  22. LkAH, L 5c, unverz., Landwehrhagen, Visitation 1987.
  23. LkAH, L 5c, unverz., Landwehrhagen, Visitation 1993. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  24. KABl. 2013, S. 155 ff.
  25. Demandt, Fritzlar, Nr. 411,I (S. 557).
  26. Steinmetz, GSup. Göttingen I, S. 109.
  27. KABl. 2022, S. 189 ff.
  28. Müller, S. 145 ff.
  29. Wollmert, S. 332.
  30. Wollmert, S. 315 ff.; Müller, S. 145.
  31. Kaerger & Schütze, S. 45; Wollmert, S. 409.
  32. Wollmert, S. 315.
  33. Wollmert, S. 319 (mit Disposition); Müller, S. 149 (ebd., S. 145: irrtümlich 1791). In den Orgelakten wird als Baujahr 1780 angegeben.
  34. Wollmert, S. 281 ff.
  35. Wollmert, S. 337 ff.