Sprengel Stade, KK Osterholz-Scharmbeck | Patrozinium: Cosmas und Damian1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Die erste schriftliche Erwähnung Hambergens findet sich in der Hamburgischen Kirchengeschichte, die Adam von Bremen um 1075/76 verfasste: Zum Jahr 1065 heißt es dort, der Bremer Erzbischof besitze insgesamt fünfzig Herrengüter (cortes dominicales), jenes in Ambergon sei eines der kleinen (minima).2 Ebf. Hildebold (amt. 1258–1273) übertrug dem Kloster Osterholz 1264 Land in Hamberge.3 Im Laufe des 14. Jh. übertrug die ritterliche Familie von Luneberg mehrfach Besitzungen in Hambergen an das Kloster Osterholz, das sich so zum wesentlichen Grundbesitzer hier entwickelte.4 Hambergen zählte im Mittelalter zum Erzstift Bremen, dem weltlichen Territorium der Bremer Erzbischöfe, und gehörte dort zur Börde Scharmbeck; die Gerichtshoheit lag beim Kloster Osterholz.5 Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde das Erzstift Bremen säkularisiert und blieb zusammen mit dem ebenfalls säkularisierten Hochstift Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Hzm. Bremen-Verden). Hambergen kam zusammen mit den Gütern der Klöster Osterholz und Lilienthal als schwedisches Lehen in den Besitz des Lgf. Friedrich von Hessen-Eschwege († 1655) bzw. seiner Ehefrau, der schwedischen Prinzessin Eleonora Catharine († 1692) und zählte ab 1692 zum Klosteramt Osterholz. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die vereinigten Hzm. Bremen-Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). In französischer Zeit gehörte Hambergen 1810 zunächst kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und dann bis 1813/14 zum Kanton Osterholz im Arrondissement Bremerlehe des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach zählte Hambergen, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Osterholz. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel der Ort 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 wurde Hambergen Teil des Lkr. Osterholz. 1937 wurden Heilsdorf, Heißenbüttel und Ströhe (mit Spredding) eingemeindet. Seit 1974 ist Hambergen Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde, zu der außerdem Axstedt, Holste, Lübberstedt und Vollersode zählen. Zur Sozialstruktur der KG schrieb der Sup. des KK Lesum 1935: „Hambergen ist eine Gemeinde von Kleinbauern (viele Torfbauern) und Arbeitern“; letztere pendelten überwiegend nach Bremen.6 1959 heißt es: „Die Gemeine besteht zum größten Teil aus Arbeitern, die ihre Arbeitsstätten in Bremen oder Bremerhaven haben“.7 Um 1813 lebten knapp 450 Menschen in Hambergen, 1978 gut 4.370, 2019 knapp 5.640.

Kirche, Ansicht von Südosten

Kirche, Ansicht von Südosten

Kirchlich gehörte Hambergen ebenso wie die Nachbarorte Heißenbüttel, Vollersode und Wallhöfen zum Kirchspiel Scharmbeck. Da der Besuch der Gottesdienste in der Scharmbecker Kirche für die Einwohner dieser Dörfer jedoch wegen der weiten Wege beschwerlich war, errichteten sie in Hambergen eine eigene Kapelle. Die Regelungen zum Verhältnis zwischen Mutterkirche und Tochterkapelle sind in einer Urkunde aus dem Jahr 1335 überliefert: Der Pfarrer von Hambergen – oder ein geeigneter Priester – sollte in Zukunft an jedem Sonntag auch in Hambergen die Messe feiern. Ausgenommen waren Palmsonntag, Ostern, Pfingsten sowie alle Sonntage, auf die ein Marien- oder Apostelfest fiel; zu diesen Gottesdiensten sollten die Bewohner von Hamberghen, Heysenbutle, Volderso und Walhovede weiterhin nach Schermbeke kommen. Die neue Kapelle erhielt keinen Taufstein und auch keinen Friedhof; Hochzeiten, Abendmahlsfeiern und die übrigen Sakramente blieben ebenfalls der Mutterkirche vorbehalten. Die vier Dörfer mussten weiterhin zum Bauunterhalt der Scharmbecker Kirche beitragen und Schenkungen an die Kapelle sollten jeweils zur Hälfte an den Pfarrer von Scharmbeck und an den Baufonds (structura) der Kapelle fallen.8 Gut vier Jahrzehnte später gewährte Ebf. Albert II. von Bremen (amt. 1359–1395) im Jahr 1377 allen „Besuchern und Wohltätern“ der Kapelle in Hambergen einen Ablass von vierzig Tagen und einer Karena. Die Urkunde nennt auch das Patrozinium der Kapelle: Maria sowie Cosmas und Damian.9 Größere Unabhängigkeit von der Mutterkirche erlangte Hambergen 1424: Ebf. Nikolaus (amt. 1422–1435) erlaubte „zur Vermeidung von Kosten und Gefahren“, die Kinder aus Hambergen, Heißenbüttel, Vollersode und Wallhöfen zukünftig in der Hamberger Kapelle zu taufen. Wobei die Taufe an einem Wochentag mit zwei Groschen oder zehn schweren Bremer Denaren doppelt so teuer war, wie an einem Sonntag.10 Das älteste erhaltene Ausstattungsstück der Hamberger Kirche ist die Glocke, die Ghert Klinghe 1436 schuf.
Während der Reformationszeit schließlich löste sich Hambergen gänzlich vom Kirchspiel Scharmbeck.11 P. Dietrich Bramstede (amt. 1541 bis vielleicht 1570) war 1541 noch als Pfarrer ad ecclesiam parrochialem in Schermbecke una cum filia in Hambergen gewählt worden (an der Pfarrkirche in Scharmbeck mit der Tochterkirche in Hambergen).12 P. Bramstede gilt als erster ev. Pfarrer des Kirchspiels, wobei unklar bleibt, wann er zur luth. Lehre wechselte: Bei seinem Amtsantritt hieß es, er wolle nene nye ceremonien edder nye statuten, buten consent und vulbort des ertz bisschopes to Bremen einführen (keine neuen Zeremonien oder Statuten ohne Zustimmung und Einwilligung des Erzbischofs von Bremen).13 Im März 1546 beklagten die Hamberger, P. Bramstede habe zwar die ihm zustehenden Einkünfte erhalten, käme jedoch seinen Gottesdienstpflichten in der Kapelle nicht mehr nach; er wurde daher verpflichtet, innerhalb der nächsten Monate einen Kaplan für Hambergen einzustellen.14 Da er dieser Auflage nicht nachkam, setzten die vier Dorfschaften im Juni 1546 die Einstellung eines eigenen Priesters durch und dotierten eine eigene Pfarrstelle.15 Eine Urkunde überliefert das Procedere bei der Besetzung der Stelle: Die Geschworenen und die Bewohner sollten einen Pfarrer wählen, den das Kloster Osterholz präsentierte und den der Bremer Dompropst dann in sein Amt einsetzte.16 Der Name des ersten Pastors des Kirchspiels Hambergen scheint nicht überliefert. Auch ist zwar wahrscheinlich, aber nicht gänzlich sicher, ob die Wahl auf einen Lutheraner fiel. Der Konvent des Klosters Osterholz ist in den 1530er Jahren als gemischtkonfessionell anzusehen und wählte 1550 einen ev. Propst.17
Die Visitationsakten von 1581/83 nennen P. Johannes Schröderken als Hamberger Pastor; er sei „gar geringe gelehrt, doch rein befunden“.18 Weiter heißt es, hier sei „weder Schule, Armenhaus noch Küster“ denn Hambergen sei „Kapelle und Filial der Kirche zu Scharmbeck“.19 Überdies „engen und drengen“ die Scharmbecker, dass Hambergen „ihnen ihre Kirche zu Scharmbke mit bauen helfen sollen, unangesehen, daß sie von ihrem Kirchspiele mit Vulbort der vorigen Herrn Thumpröpste abgeschieden und gesondert seyn“.20 1607 schließlich löste das Kirchspiel Hambergen durch eine Einmalzahlung an die Muttergemeinde die Baulasten ab.21
Die Visitationsakten von 1581/83 berichten auch, dass „die Juraten vorigen Sommer die eine Hälfte der Kirche gebauet“.22 Vermutlich bezieht sich diese Angabe auf eine Vergrößerung der vorhandenen Kapelle. Nach einer Zeichnung aus der Mitte des 18. Jh. handelte es sich bei dem Gebäude um einen zweiteiligen Fachwerkbau mit einem breiteren und höheren Schiff und einem schmaleren und niedrigeren Chor.23 Zusammen mit seinem Amtsbruder aus Osterholz ist 1623 ein weiterer Pastor der Kirche in Hambergen belegt: dominis Johanne Eilers coenobii saepenominati in Osterholte et Henricus Erasmi parrochiae in Hambergen respective pastore (die Herren Johannes Eilers, Pastor des oft genannten Klosters in Osterholz, und Heinrich Erasmi, Pastor der Pfarre in Hambergen).24 Ab 1668 sind die Pastoren der Gemeinde durchgängig bekannt.

Orgel, 1979, Fotograf: Ubbelohde

Orgel, 1979, Fotograf: Ubbelohde

Mitte des 18. Jh. wird die mittelalterliche Kapelle als „alte gantz verfallene Kirche“ beschrieben.25 Sie wurde abgebrochen und unter der Bauleitung von Amtmann Conrad Friedrich Meiners entstand der bis heute erhaltene Neubau mit dem ungewöhnlichen Ostturm. Am 10. Juni 1753 weihte die Gemeinde ihre neue Kirche ein. 1794 folgte der Neubau des Pfarrhauses. P. Johann Konrad Heinrich Segelke (amt. 1854-1895) war der letzte Pastor in Hambergen, der die Pfarrländereien überwiegend selbst bewirtschaftete.26
Während der NS-Zeit hatte P. Rudolf Flügge (amt. 1924–1951) das Pfarramt in Hambergen inne.27 Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb er rückblickend über sich selbst: „keine pol[itische] u[nd] kirchl[iche] Stellung“.28 Zum 1933 neugewählten KV bemerkte der Sup. des KK Lesum 1935: „Die Kirchenvorstandsumwälzung des Jahres 1933 hat für Hambergen keine nachteiligen Folgen gezeitigt. Man hat dort die Neuwahl offenbar nach kirchlichen Gesichtspunkten vorgenommen.“29
In seinem Bericht über die Visitation 1947 resümierte der Sup. des KK Osterholz-Scharmbeck, Hambergen „ist in unserem Kirchenkreise die kirchlichste“ Gemeinde.30 Sie war durch die Unterbringung Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stark angewachsen; die Betreuung dieses Gemeindeteils lag im Wesentlichen in den Händen der Vikarin Irmgard Vogel (amt. 1945–1948), die aus Tilsit stammte (anfangs eigene ‚Flüchtlingsgottesdienste‘). In der Jugendarbeit war etwa seit Ende der 1940er Jahre der Jugendbund E.C. aktiv.31 Mit dem Zuzug Geflüchteter war auch der Anteil der kath. Bevölkerung im Kirchspiel gewachsen und 1945 fanden aller drei Wochen kath. Gottesdienste in der ev. Kirche statt.32
Mitte der 1950er Jahre war die Zahl der Gemeindeglieder auf etwa 6.500 gestiegen und 1955 richtete das Landeskirchenamt eine zweite Pfarrstelle ein.33 Als erstes übernahm sie P. Horst Iser (amt. 1956–1967), der auch den Posaunenchor Hambergen gründete. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Hannovers und Sachsens baute die KG Hambergen Kontakte zur Kirchgemeinde Löbau in der Lausitz auf.34 Mit dem Bau der Kirche in Wallhöfen 1965/66 schuf sich die KG Hambergen ein zweites kirchliches Zentrum, aus dem schließlich 1997 die neue KG Wallhöfen hervorgehen sollte.35
Im Jahr 1970 richtete die Gemeinde einen Spielkreis ein und 1974 eine Schwesternstation. Die Spielkreisarbeit mündete 1994 in die Eröffnung des ev. Kindergartens Arche. Mit dem Beitritt der Gemeinde zum Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Osterholz-Scharmbeck ging die Trägerschaft des Kindergartens von der KG auf den Verband über.36 Seit dem 1. Januar 2017 ist die KG Hambergen pfarramtlich mit ihrer Tochtergemeinde Wallhöfen verbunden, mit der sie bereits seit 2010 in der Kirchenregion Hambergen-Wallhöfen kooperiert hatte (Posaunen- und Kirchenchor, Jugendarbeit, regionaler Gemeindebrief).

Pfarrstellen

I: 1546. – II: 1955–1997 (übergegangen auf neue KG Wallhöfen). 1997 neu errichtet aus III.37 – III: 1987. 1996 in Dreiviertelstelle umgewandelt. 1997 umgewandelt in II.38

Umfang

Hambergen sowie Heißenbüttel, Bullwinkel und Gielermühlen. Seit dem 18./19. Jh. auch die neuen Ort Spreddig (ab 1700), Ströhe (1761), Ostersode (1761, 1790 zur neuen KG Gnarrenburg) und Heilsdorf (1827). Seit 1790 auch Niedersandhausen (vorher KG Scharmbeck). Seit 1932 auch Lübberstedt (vorher KG Bramstedt). Seit 1934 auch Neu-Pennigbüttel (vorher KG Scharmbeck).39 Seit 1989 auch Oldenbüttel (vorher KG St. Willehadi Osterholz-Scharmbeck.40 Bis 1997 auch Bornreihe (ab 1825), Friedensheim (1827), Verlüßmoor (1827), Vollersode und Wallhöfen (dann zur neuen KG Wallhöfen). 1761–90 auch Ostersode (dann zur neuen KG Gnarrenburg).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Dompropstes. – 1651/52 Kons. Stade gegründet, Hambergen gehörte zur Bremischen Superintendentur (Sitz am Dom, seit 1803 in Achim). Bei der Neuorganisation der Inspektionen kam Hambergen 1826 zur Insp. Osterholz (Sitz in Lesum, ab 1827 in Ritterhude, ab 1846 in Lesum), Insp. später umbenannt in Insp. Lesum. 1924 KK Lesum, 1948 umbenannt in KK Osterholz-Scharmbeck.

Patronat

Kloster Osterholz, ab 1650 der jeweilige Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Schlichter, weiß verputzter Rechteckbau, errichtet 1752/53. Satteldach mit Walm nach Westen; Feldsteinmauerwerk; an den Längsseiten je vier und nach Westen zwei große Korbbogenfenster mit Mittelstütze; unter dem niedrigeren Westfenster der Südseite Eingangsportal; Sonnenuhr nach Süden. Im Innern flache, verschalte Decke; Altarnische im Osten; Westempore mit kurzen Flügeln an Nord- und Südseite. 1924 Dacherneuerung. 1926/27 Renovierung. 1964 Umgestaltung (Architekten: Kurt Schule-Herringen und Erwin Gerding, Osterholz-Scharmbeck, u. a., die jeweils unter dem zweiten Fenster von Osten gelegenen ursprünglichen Eingänge geschlossen und dortige Fenster vergrößert; westliches Südfenster verkleinert und dort neuen Eingang angelegt; neue Decke; Seitenemporen entfernt; neues Gestühl mit Mittelgang; neuer Taufstein).41 1994–97 Außenrenovierung. 1998 Innenrenovierung.

Fenster

Alle zehn Fenster (acht an den Längsseiten, zwei hinter der Orgelempore) gestaltet von Jochem Poensgen (Düsseldorf), 2004–08.

Turm

Weiß verputzter Ostturm aus Feldsteinmauerwerk, erbaut 1752 (Bauleitung: Amtmann Conrad Friedrich Meiners). Vierseitiger Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel, Kreuz und Wetterfahne, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Westen. Im Glockengeschoss korbbogige Schallfenster, darüber Uhrziffernblätter, nach Osten korbbogige Fenster in den übrigen Geschossen, korbbogiges Portal, darüber Steintafel mit Inschrift: „Deus ter opt. maximus hanc turrim in sui honorem extructam sub directorio C. F. Meiners M. Brit. Regis Gerogii II prae et judic. prim Osterholtz semper sartam tectamq esse jubeat, et filius ejus incarnatus noster servator in nova aede ad fine mu[n]di doceatur. MDCCL II. G. U. Tiedemann pastor Hamb., H. Priggen et M. Bruniges, Jurati“ (Möge der dreieinige Gott, der Höchste und Allmächtigste, diesen Turm immer gnädig erhalten, der zu seiner Ehre erbaut wurde unter der Leitung von Conrad Friedrich Meiners, seiner Majestät König Georgs II. von Großbritannien erster Beamter und Richter in Osterholz, und möge die Botschaft seines fleischgewordenen Sohnes, unseres Heilandes, in diesem neuen Gotteshaus verkündigt werden bis ans Ende der Welt. 1752. Gottfried Ulrich Tiedemann, Pastor Hambergen; H. Prigge und M. Brünjes, Kirchenjuraten)42; korbbogiges Portal nach Süden. In den Winkeln zwischen Schiff und Turm schmale Fachwerkanbauten. 1909 neue Turmuhr. 1924 Dacherneuerung.

Vorgängerbau

Fachwerkbau, errichtet 1335, erweitert 1581 und 1707. Zustand vor Abriss 1752: Östlicher Rechteckchor mit Satteldach, westliches, rechteckiges Schiff mit Satteldach; Chor schmaler und niedriger als Schiff; an der Nordseite des Chors Brauthaus und Außentreppe zu Empore.43

Ausstattung

Barocker Altar (1745), architektonischer Aufbau, im Mittelfeld Kruzifix, darunter Einsetzungsworte des Abendmahls; links und rechts korinthische Säulen und Schnitzwerk mit Inschriftenmedaillons („Ich bin das Brot des Lebens“ und „Ich bin der rechte Weinstock“); oberhalb der Säulen geschwungenes Gebälk; im Aufsatz wolken- und strahlenumkränztes Gottesauge mit Gottesname in hebräischen Buchstaben; Altar seit 1964 in Hambergen, Geschenk der KG Walsrode; auf der Rückseite zwei Inschriften: „Dieser Altar wurde im Jahre 1964 vom Vorstand der Ev.-luth. Gemeinde Walsrode der Kirchengemeinde Hambergen geschenkt“ und „Philip von Hagen, Oberamtmann zu Walsrohde und Canonicus bey dem Stift bardowick Anno 1745“. – Niedrige Holzkanzel, ursprünglich Teil des 1964 entfernten Kanzelaltars. – Moderne Steintaufe (1964), zwei an den schmalen Enden aufeinandergesetzte Kegelstümpfe, am oberen Rand Inschrift: „Lasset die Kindlein zu mir kommen“.

Orgel, 1979, Fotograf: Ubbelohde

Orgel, 1979, Fotograf: Ubbelohde

Orgel

Erste Orgel aufgestellt 1850 von Edmund Schulze (Paulinzella), wohl „Teil einer abgebrochenen größeren Orgel“.44 1925 Orgelneubau, ausgeführt von Firma P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 14 II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 965).45 1979 Orgelneubau, Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen) 11 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen, zwei Vakantplätze im Pedal. 1990 vakante Reg. ergänzt, Arbeiten ausgeführt von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 13 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: fʼ (Bronze, Gj. 1978, Glockengießerei Heidelberg), Inschriften: „Suchet mich, so werdet ihr leben. Amos 5, 4“ und „Hambergen A[nno]D[omini] 1978“; II: asʼ (Bronze, Gj. 1436, Ghert Klinghe, Bremen), Inschrift: „maria bin [i]ck gheheten. de van deme honviede hebbet mi late gete. anno domini m cccc xxx vi. sancte cosmert damiani help got“ und „garrd klinghe mi gheghoten hat. God gheve siner sele rad“. – Eine SG, aʼʼ oder b’’ (Bronze, Gj. 2013, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „2013“ und Gießerzeichen. – Früherer Bestand: Um 1750 drei Glocken vorhanden.46 Große LG heutige LG II. Mittlere LG (Bronze, Gj. 1732, Caspar König), Inschrift: „M. G. Polemann, Pastor. F. Puckhaber, P. Seedorf, Juraten. Casparus König me fecit 1732“.47 Kleinste LG (Bronze), gesprungen und umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1779, Johann Philipp Bartels, Bremen), Inschrift: „Herr Johann Georg Breuhahn, Pastor. Kirchenjuraten Berend Meyerhoff, Adolf Ahrens. Meister Philipp Bartels – Bremen. 1779“. Kleine LG und gerissene mittlere LG Anfang des 20. Jh. ersetzt durch eine große LG (Bronze, Gj. um 1911, Gebrüder Ohlson, Lübeck), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Als Ersatz eine LG, fʼ (Bronze, Gj. 1929, F. Otto, Bremen-Hemelingen), Inschrift: „Hermann Bull winkel in New York und Bernhard Brünjes in Brooklyn haben mich gießen lassen von Meister Otto in Hemelingen 1929. Ehre sei Gott in der Höhe“, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz eine LG (Eisenhartguss, Gj. 1950, J. F. Weule, Bockenem), 1978 durch heutige LG I ersetzt. Eine SG, hʼʼ (Eisen), 2010 stillgelegt und 2013 ersetzt durch heutige SG.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1794), Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach. – Gemeindehaus (Bj. 1989/90).

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche. Neuer Friedhof südlich des historischen Ortskerns, angelegt 1871, erweitert 1900, FKap (erweitert 1976). Kommunaler Friedhof in Lübberstedt, FKap (erweitert 1974).

Liste der Pastoren (bis 1940)

Um 1581 Johannes Schröderken. – 1623 Henricus Erasmi. – 1668–1684 Henricus Ruperti. – 1684–1720 Christian Bussenius. – 1721–1733 Meinhard Gustav Polemann. – 1733–1749 Isaak Ruete. – 1749–1779 Gottfried Ulrich Tiedemann. – 1780–1789 Johann Georg Breuhan. – 1790–1796 Gustav Hinrich Ulrich von Hanfstengel. – 1798–1830 Georg Dietrich Krusewitz. – 1830–1854 Nikolaus Goldbeck. – 1854–1895 Johann Konrad Heinrich Segelcke. – 1895–1921 Johannes Georg Ludwig Adolf Krönke. – 1921–1922 Heinrich Albert Karl Garve. – 1924–1951 Johannes Georg Rudolf Flügge.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 388 und III, S. 23

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 3215–3220 (Pfarrbestellungsakten); D 10 Nr. 589–597 (Deposita); D 109 (EphA Osterholz-Scharmbeck); Kons. Stade, A 2 Nr. 628–642, A 6 Nr. 3215–3218, A 9 Nr. 2559, 2647(Akten des Konsistoriums in Stade); L 5g Nr. 187, 190, 886 (LSuptur. Stade); S 06 Nr. 288 (Geschichte der KG Hambergen, Vorarbeiten und Entwurf); S 09 rep Nr. 1168 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 7650 (Findbuch PfA).

Literatur & Links

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 585; Gemeindebuch KK Osterholz-Scharmbeck, S. 10–12; Meyer, Pastoren I, S. 388; Meyer-Korte, Gemeinden, S. 37–49; Pratje, Abhandlungen II, S. 177–178.
B: Heinrich Backhaus: Die Geschichte der Kirchengemeinde Hambergen, Hambergen 1953; Hans-J. Brodtmann: Die Geschichte der Kirchengemeinde Hambergen, Hambergen 2003 [.pdf auf der Website der KG, 20.01.2021]; Jürgen Meyer-Korte & Rolf Metzig: Die Samtgemeinde Hambergen, Osterholz-Scharmbeck 1979; Johann Segelken: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch, Osterholz-Scharmbeck 41987; Franz Stelljes: Familienbuch Kirchspiel Hambergen. 1670–1875, Sankt Augustin 2003.

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche, Altar

GND

7857776-7, St. Cosmae und Damiani (Hambergen); 2095422-0, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Hambergen)


Fußnoten

  1. LkAH, D 10, Nr. 590.
  2. MGH SS rer. Germ. 2, S. 188. Vgl. auch https://www.geschichtsquellen.de/werk/24, 08.01.2021. Als Ersterwähnung nennt Backhaus, S. 4, das Jahr 1056, Meyer-Korte & Metzig, S. 7, das Jahr 1043.
  3. UB Osterholz, Nr. 51; Regesten Ebf. Bremen I, Nr. 1118.
  4. Backhaus, S. 5; UB Osterholz, Nr. 102, 108, 175, 194, 208, 220 und 248.
  5. Segelken, S. 155 f.
  6. LkAH, L 5g, Nr. 187 (Visitation 1935).
  7. LkAH, L 5g, Nr. 187 (Visitation 1959).
  8. LkAH, D 10, Nr. 589; Regesten Ebf. Bremen II,2, Nr. 561.
  9. LkAH, D 10, Nr. 590.
  10. LkAH, D 10, Nr. 591.
  11. Vgl. dazu Backhaus, S. 9 ff.
  12. UB Osterholz, Nr. 416.
  13. UB Osterholz, Nr. 415. Vgl. auch ebd. Nr. 416 und 417.
  14. LkAH, D 10, Nr. 592.
  15. LkAH, D 10, Nr. 593 und 594.
  16. LkAH, D 10, Nr. 595.
  17. Dannenberg/Otte, Reformation, S. 166. Der Konvent war 1525 wegen Auseinandersetzungen mit Ebf. Christoph nach Bremen ausgewichen und kehrte 1537 nach Osterholz zurück. Vgl. insgesamt: Dolle, Klosterbuch III, S. 1231 ff.; siehe auch http://www.landesgeschichte.uni-goettingen.de/kloester/website/artikel.php?id=640, 14.01.2021.
  18. Pratje, Abhandlungen II, S. 177. Backhaus, S. 11, führt für die Zeit vor 1570 den späteren Scharmbecker Pfarrer Theodorius Sartorius als Pastor von Hambergen an (ohne Beleg).
  19. Pratje, Abhandlungen II, S. 177.
  20. Pratje, Abhandlungen II, S. 178.
  21. LkAH, D 10, Nr. 596 und 597.
  22. Pratje, Abhandlungen II, S. 178.
  23. NLA ST Karten Neu Nr. 00997/1, 21.01.2021 (mit Digitalisat).
  24. UB Osterholz, Nr. 466; NLA ST Rep. 3 Osterholz Nr. 32, 22.01.2021 (mit Digitalisat).
  25. NLA ST Karten Neu Nr. 00997/4, 22.01.2021 (mit Digitalisat).
  26. Backhaus, S. 12.
  27. In der Hamberger Kirche traute P. Flügge 1942 den späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt und seine Frau Loki.
  28. LkAH, S 1 H III Nr. 817, Bl. 3. Die Antworten sind insgesamt äußerst knapp, lauten meist lediglich „nein“. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  29. LkAH, L 5g, Nr. 187 (Visitation 1935).
  30. LkAH, L 5g, Nr. 187 (Visitation 1947).
  31. LkAH, L 5g, Nr. 187 (Visitation 1953).
  32. Brodtmann.
  33. KABl. 1955, S. 10.
  34. Meyer-Korte, Gemeinden, S. 38. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  35. Brodtmann; KABl. 1996, S. 317.
  36. KABl. 2013, S. 55 ff.
  37. KABl. 1955, S. 10; KABl. 1996, S. 317.
  38. KABl. 1987, S. 4; KABl. 1996, S. 193; KABl. 1996, S. 317.
  39. KABl. 1934, S. 5.
  40. KABl. 1989, S. 8.
  41. LkAH, L 5g, Nr. 190 (Visitation 1965). Zustand vor 1945: https://www.bildindex.de/document/obj20633590, 22.01.2021.
  42. Backhaus, S. 14.
  43. Aufriss und Grundriss, um 1750: NLA ST Karten Neu Nr. 00997/1, 21.01.2021 (mit Digitalisat); Grundriss der alten Kirche sowie Entwurf für einen Neubau, um 1750: NLA ST Karten Neu Nr. 00997/4, 21.01.2021 (mit Digitalisat).
  44. Backhaus, S. 14.
  45. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 133.
  46. Zum Folgenden: Backhaus, S. 15 f., sowie Reinhold, Kirchenglocken, S. 493.
  47. LkAH, S 06, Nr. 288, Bl. 7.