Frühere Gemeinde | Sprengel Lüneburg, KK Wolfsburg-Wittingen | Patrozinium: Georg1 | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Rundlingsdorf zwischen Wittingen und Knesebeck. Seit 1974 Ortsteil der Stadt Wittingen. – Die Kirche in Eutzen war wohl eine Stiftung der Familie von dem Knesebeck, von der sie 1321 Einnahmen aus zwei Hufen zu Kakerbeck erhielt.2 Bereits 1313 hatte der Ritter Wasmod von dem Knesebeck dem Pfarrer (plebanus) und der Kapelle [sic] zu Eutzen zwei Wispel Roggen aus drei Höfen zu Dülseberg verkauft.3 Ebenso verkaufte ein Wasmod von dem Knesebeck 1410 dem kerckherrn to Oyssene unde alle synen nakomelynghen dersulven Kerken einen Hofdienst zu Kakerbeck.4 1492 übergab die Familie von dem Knesebeck Johann Lutmers und der Kirche zu Eutzen die Kapelle zu Wittingen, die Johann Basilius zu Wittingen gehabt hat.5
Die im 14. Jh. errichtete Kirche brannte 1519 nieder und wurde anschließend erneuert. Eutzen war nur zeitweilig Pfarrsitz. Die parochiale Zugehörigkeit wechselte zwischen Knesebeck und Darrigsdorf. 1708 wurde die Kirche als mater combinata dauerhaft mit Knesebeck verbunden und mit dem 1. Januar 1974 in die KG Knesebeck eingegliedert.6 Sie hatte zuletzt noch rund 100 Gemeindeglieder.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Wittingen der Diözese Halberstadt. – Nach der Reformation (wohl ab 1531) zur Insp. Uelzen und von dort 1800 in die Insp. Hankensbüttel umgegliedert, deren Sitz 1809 nach Wittingen verlegt wurde; Insp. (1924: KK) Wittingen. 1. Januar 2013 mit dem KK Wolfsburg zum KK Wolfsburg-Wittingen vereinigt.

Patronat

Die von dem Knesebeck als landesherrliches Lehen (noch 18587); nachher die Besitzer des parzellierten Ritterguts II in Wittingen. Erloschen.

Kirchenbau

Frühgotischer, rechteckiger Feldsteinbau (14. Jh./nach 1519), an der Westseite teilweise in Ziegelmauerwerk ausgebessert. Polygonaler Chor des 15. Jh. aus Feld- und Backsteinen. Innen durch eine Balkendecke geschlossen, der Chorraum mit Rippengewölbe auf Kopfkonsolen. Sakramentsnische in der Chornordwand. Ein ehemaliges Seitenschiff dient heute als Sakristei. Renovierung 1954, 1972/73, 1983 und 1999.

Fenster

Buntglasfenster im Chorraum (Nachkriegszeit, nicht gegenständlich).

Turm

Der Westturm aus Backstein (1868 erbaut durch Baumeister H. Falke) hat rundbogige Fenster und Schallöffnungen und wird von einem ursprünglich verschieferten, nach 1962 in Kupfer eingedeckten, ins Achteck überführten Spitzhelm bekrönt.

Ausstattung

Schnitzaltar (Figuren Ende 15. Jh., Rahmen erste Hälfte 19. Jh.), in der Mitte eine Kreuzigungsgruppe über einer Strahlenkranzmadonna, an den Seiten in je zwei Reihen drei Heilige und Apostel. Altarplatte und podest aus Obernkirchener Sandstein wurden 1973 neu errichtet. – Schlichte, pokalförmige Sandsteintaufe (gestiftet 1556).8 – Sakramentsschrank (um 1500).9

Orgel

1956 Neubau durch Friedrich Weißenborn (Braunschweig), 5 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen. Das Instrument wurde 1972 durch den Orgelbaumeister Peter Reichmann (Bevenrode; Inhaber der Firma Weißenborn) gründlich instandgesetzt, blieb aber in der Kirche in Knesebeck, wohin es während der Sanierung der Eutzener Kirche ausgelagert worden war. Für Eutzen wurde 1975 ein elektrisches Instrument der Firma Ahlborn angeschafft.10

Geläut

Eine LG in d’’/dis’’ (Bronze, Gj. 1906, J. J. Radler, Hildesheim).

Friedhof

Am nördlichen Ortsrand. In Trägerschaft der KG.

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 461; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 374 f.; Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 188.


Fußnoten

  1. Patrozinium nach Meyer, Pastoren I, S. 280: Maria; nach Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 16: Georg.
  2. Knesebeck, Urkunden II, Nr. 64.
  3. Knesebeck, Urkunden II, Nr. 35.
  4. Knesebeck, Urkunden IV, Nr. 51.
  5. Knesebeck, Urkunden V, Nr. 114.
  6. KABl. 1974, S. 29.
  7. Manecke, Beschreibungen II, S. 208.
  8. Mathies, Taufbecken, S. 122.
  9. Müller, Sakramentsnischen, D 72.
  10. LKA, G 9 B/Eutzen.