Frühere Gemeinde | KapG der KG Atzenhausen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden | Patrozinium: – | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Nordöstlich von Atzenhausen am Fuß des Dettbergs. 1270 verkauften Dietrich und Konrad von Berlepsch die villa Dalenrot an das Zisterzienserkloster Mariengarten (Ersterwähnung).1 In der Rechtsnachfolge des Klosters unterstand das Dorf auch nach dessen Aufhebung bis zur Verwaltungsreform von 1852 der Verwaltung und Untergerichtsbarkeit des Klosteramts bzw. der Klosterdomäne. Die Landesherrschaft lag bei den Welfen (Fsm. Göttingen). Seit 1973 Ortsteil der Gemeinde Rosdorf.
Gottesdienste in Dahlenrode wurden in vorref. Zeit durch das Kloster Mariengarten besorgt. Nach der Reformation (1542) wurde Dahlenrode der KG Atzenhausen zugelegt.2 In einem Inventar des Klosters Mariengarten von 1585 wird es als filia von Atzenhausen bezeichnet.3 Die 1524 in einer Ablassurkunde erwähnte Kapelle der heiligen Anna in den Stockwiesen (capella sancte Anne matris gloriose virginis Marie genitricis dei et salvatoris nostri Jhesu Christi in prato vulgariter die Stockwiesen) stand zwischen dem Emme-Wald und der heutigen Autobahn-Unterführung.4 Angeblich soll die Kapelle im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) zerstört worden sein („Im Volksmund geht die Behauptung“).5 Die Erbauungszeit des heutigen KapGb in der Dorfmitte ist unbekannt. Für die Jahre 1745–52 ist im corpus bonorum eine gründliche Instandsetzung belegt.6 Weitere Instandsetzungsarbeiten 1779/80.
Die bis dahin eigenständige KapG innerhalb der KG Atzenhausen wurde mit dem 1. Juli 1977 aufgehoben und die KG Atzenhausen mit Dramfeld und Obernjesa pfarramtlich verbunden.7
Kapellenbau
Schlichter, rechteckiger verputzter Saalbau mit zwei Fensterachsen an den Längsseiten; ursprünglich spätbarock. Veränderungen im 19. Jh. Walmdach mit hohem achtseitigem verschiefertem Dachreiter. Renovierung 1950.
Orgel
Elektronische Orgel.
Geläut
Eine LG: fis’’ (Bronze, Gj. 1816, Chr. Gabel, Freienhagen).
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 387–391 (Pfarroffizialsachen); A 8 Nr. 92 (CB).
Kirchenbücher
Kommunikanten: 1819–1935 (Lücken: 1828, 1829, 1862–1875)
Konfirmationen: 1763–1858 (Lücken: 1775–1834)
Im Übrigen siehe Atzenhausen.
Literatur & Links
A: Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 66 f.; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 229.
B: Klaus Groth: Chronik der Gemeinde Rosdorf und ihrer Ortschaften, Bd. 2: Von 1933 bis zur Gegenwart, Kassel 1988, bes. S. 45–70; Günther Meinhardt: Chronik der Gemeinde Rosdorf und ihrer Ortschaften, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1933, Kassel 1980, bes. S. 41–62;
Internet: 3d-raeume.de: 3-D-Modell der Kirche; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche.
Website der Kirchengemeinde (04.11.2022)
Fußnoten
- UB Mariengarten, Nr. 29; vgl. auch ebd. Nr. 43.
- LkAH, A 8/Dahlenrode (Corpus bonorum 1780).
- Boetticher, Kloster und Grundherrschaft, S. 177.
- UB Mariengarten, Nr. 366; NLA HA Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 255.
- Meinhardt, S. 51.
- LkAH, A 8/Dahlenrode. Vgl. auch NLA HA Hann. 83 II Nr. 1086.
- KABl. 1977, S. 109.