Frühere Gemeinde | Sprengel Lüneburg, KK Uelzen | Patrozinium: Georg | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Barum war alter welfischer (lüneburgischer) Besitz und unterstand seit der ersten Hälfte des 15. Jh. der Vogtei Bardowick, ab 1583 dem Amt Bütlingen (das von 1592 bis 1617 zur Leibzucht von Dorothea von Dänemark, der in Winsen residierenden Witwe Hzg. Wilhelms des Jüngeren, gehörte). 1794 wurde das Amt Bütlingen mit dem Amt Scharnebeck vereinigt. Barum kam 1852 zum Amt Artlenburg und mit diesem 1859 an das Amt Lüne/Lüneburg).

Kirche, Ansicht von Südwesten

Kirche, Ansicht von Südwesten

Kirchlich gehörte Barum ursprünglich zur Parochie Bevensen. Im 14. Jh. wurde es zur selbständigen Pfarre erhoben. 1319 ist ein plebanus Conradus belegt1, 1380 Conrad von Here als früherer Pfarrer zu Barum.2 Die Einführung der Reformation erfolgte 1527 unter Ernst dem Bekenner. Als erster luth. Geistlicher wird 1543 Henrichus Bletze geführt, Salfeld nennt außerdem 1530/72 Bernhard Lohen und dessen gleichnamigen Sohn (um 1572), Johann Heneke (amt. 1574-1602), Christoph Zieseke (wohl bis 1616) und Johann Giese († 1633 in Barum).3 Für die Frühzeit der Gemeinde ist die Series pastorum unsicher. Vollständig belegt ist sie seit P. Franz Otto Bromberger (amt. 1633-1649), der dem Schwärmertum nahestand und wegen seiner Schmähschriften gegen den Celler GSup. Michael Walther 1649 seines Amtes enthoben wurde.
Seit 1. Januar 1973 war Barum mit der KG Natendorf pfarramtlich verbunden.4 Mit dem 1. Juni 2012 wurden beide zur KG Barum-Natendorf vereinigt.5

Umfang

Die Dörfer Barum, Hohenbünstorf, Tätendorf und Vinstedt sowie der Hof Hoystorf.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Bevensen der Diözese Verden. – Nach der Reformation (wohl ab 1531) zur Insp. Ebstorf; bei der Teilung der Insp. Ebstorf 1862 zur neu gebildeten Insp. (1924: KK) Bevensen, 1947 KK Bevensen-Ebstorf/Bevensen, seit 1. August 1975 KK Uelzen.

Patronat

Der Archidiakon von Bevensen. Später der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Einschiffiger, geschlämmter Feld- und Backsteinbau, im Kern gotisch (11./12. Jh.). Gerader Ostschluss mit Fachwerkgiebel des 17. Jh. Der von einer Brettertonne überwölbte Innenraum wurde 1844 neu ausgebaut (u. a. Einbau einer Empore auf der Nordseite). 1971 Renovierung nach Vorgaben des AfBuK, wobei die Emporen bis auf die Orgelprieche wieder beseitigt wurden.

Turm

Im Westen ein freistehender Fachwerk-Glockenturm mit konkav geknicktem Zeltdach (17. Jh.).

Ausstattung

Gemauerter Stipes aus vorref. Zeit mit barockem Aufsatz aus Sandstein (gestiftet 1653). Als Mittelrelief die Kreuzigung, darüber die Auferstehung; seitlich weibliche Heilige. – Moderne Kanzel (1971). – Farbig gefasste, pokalförmige, runde Sandsteintaufe auf quadratischer Plinthe (1889).

Orgel

1869 Neubau durch P. Furtwängler (Elze), ursprünglich für die St.-Nicolai-Kirche in Lüneburg, 1872 durch die KG Barum angekauft. 1953 Umbau durch F. Weißenborn (Braunschweig), 18 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1994 Restaurierung und erneuter Umbau durch Franz Rietzsch (Hiddestorf), Reduzierung auf 14 klingende Stimmen.

Geläut

Zwei LG, I: gis’ (Bronze, Anfang 14. Jh.)6; II: a’ (Bronze, Gj. 1686, J. Oppermann und Ditmer Ramin).7

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Fachwerk, Bj. 1827).

Friedhof

In Trägerschaft der KG. Vor Ende des 19. Jh. vom Kirchhof auf einen Platz hinter dem Gutshof verlegt und 1905 erweitert. Als FKap dient das ehemalig Mausoleum der Familie von Meding (erbaut 1826/27 nach Entwurf von G. F. L. Laves), das sich seit 1930 im Eigentum der KG befindet; 1969 nach Plänen des Architekten Hohls (Natendorf) erweitert.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 655-667 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 72 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 575-581 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 150-153 (Visitationen); D 39 (EphA Bevensen-Ebstorf).

Literatur

A: Brüning/Harnack/Weber, Friedhöfe, S. 37 f.; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 196; Lucka, Denkmaltopographie Lkr. Uelzen, S. 105; Funke/Fricke, Pastoren KK Uelzen, S. 33-38; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 365.
B: Ernst Reinstorf: Geschichte der Dörfer Bütlingen, Barum, Brietlingen, Horburg, Lüdershausen und St. Dionys, Alvern 1951.


Fußnoten

  1. Sudendorf, UB I, Nr. 317.
  2. UB S Hildesheim II, Nr. 442.
  3. Meyer, Pastoren I, S. 66 f.
  4. KABl. 1973, S. 5.
  5. KABl. 2013, S. 186 f.
  6. Strasser, Glocken Uelzen III, S. 53.
  7. Strasser, Glocken Uelzen III, S. 54.