Sprengel Stade, KK Verden | Patrozinium: Nicht bekannt1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Seit 1972 Ortsteil der Stadt Achim. – Ersterwähnung (Botegun) 1013 in den Gesta Hamburgiensis Ecclesiae Pontificium des Adam von Bremen. Die an der Heerstraße gelegene karolingische curia gelangte damals durch Schenkung des Ebf. Unwan in den Besitz des Bremer Domkapitels.2 Mit Bremen-Verden fiel Baden 1648 unter schwedische Herrschaft, 1712 dänisch, 1715 an Kurhannover (Gohgericht Achim, ab 1852 Amt Achim).

Kirche, Außenansicht, um 1932

Kirche, Außenansicht, um 1932

Im 16. Jh. bestand Baden aus den adeligen Gütern Holzbaden, Wasserbaden und Ruschbaden. Güter und zugehörigen Dorfschaften waren von alters her nach Achim eingepfarrt. Sehr wahrscheinlich gab es schon in vorref. Zeit eine durch den Besitzer des Guts Wasserbaden dotierte Kapelle, die Mitte des 16. Jh. nicht mehr genannt wird und wohl spätestens nach dem Dreißigjährigen Krieg in eine Schule umgewandelt wurde. Standort des KapGb war vermutlich die Stelle der 1763 abgebrochenen ersten Schule am Rand der Dorfschaft Wasserbaden. Die finanzielle Ausstattung des Vikars wurde für die Lehrerstelle verwendet. Nach den Aufzeichnungen über die Schuleinnahmen hatten außerdem die „Kapellenstellen“ in Baden und Bassen zwischen 1687 und 1764 eine Kapellensteuer für die 1598 gegründete Schule in Achim zu erbringen. Die Kapellenstelle in Baden war wohl eine Stelle des Guts Wasserbaden und wurde zwischen 1730 und 1748 in eine der Schule in Achim meierpflichtige Kotstelle umgewandelt.
Nach dem Ersten Weltkrieg setzten verstärkt Bemühungen um Bildung einer eigenen KapG ein, die 1931 zunächst in den Bau einer FKap mündeten, in der der Achimer Pfarrer regelmäßig GD hielt (Architekt: Konsistorialbaumeister Fischer, Einweihung 22. November 1931). Eingesetzt hatte sich für den Bau vor allem der damalige Achimer Hilfsprediger Lodemann (amt. 1928-1931). Die Lösung aus dem Pfarrbezirk verzögerte sich durch NS-Zeit und Krieg. Erst zum 1. Juni 1947 wurde in Achim unter Aufhebung der ständigen Pfarrkollaboratur eine zweite Pfarrstelle mit Sitz in Baden errichtet.3 1950/51 erfolgte der Bau eines Pfarrhauses. Mit dem 1. April 1955 wurden die luth. Bewohner der Gemeinde Baden aus den KG Achim und Posthausen ausgepfarrt und zu einer selbständigen KG Baden zusammengeschlossen, auf die die zweite Pfarrstelle der KG Achim überging.4 Die Einwohner der 1913/14 gegründeten Kolonie Badenermoor, die bis dahin zur KG Posthausen gehörten, wurden ebenfalls nach Baden umgepfarrt. 1958 wurde dem Badener P. Volkers die Militärseelsorge für die Kaserne in Uesen übertragen. Für die Gemeindearbeit wurde 1978 an die Kirche ein Gemeindezentrum als angebaut (Architekt: Hans Steinborn). Eine Partnerschaft besteht mit der KG Falkenhain bei Leipzig.
Die KG Baden bildet gemeinsam mit den KG Daverden, Etelsen und Achim die Region „Kirche rechts der Weser“.

Pfarrstellen

I: 1. April 1955. – II: 1. April 1987.5

Umfang

Die Ortsteile Baden und Badenermoor der Stadt Achim.

Aufsichtsbezirk

Seit Errichtung der Kirchengemeine zum KK Verden.

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, 1947

Kirche, Blick zum Altar, 1947

Schlichter rechteckiger Ziegelbau mit Dachreiter (1913), im April 1945 durch Kriegseinwirkung beschädigt. 1998 im Innern umfassend saniert.

Ausstattung

Schlichter Blockaltar; darüber an der Wand ein Eichenholz-Kreuz auf einer Weltkugel mit dem Christusmonogramm (angefertigt durch den Kunsttischler Ellmers). – Kanzel, Lesepult und tischartiger Taufständer aus Holz. – Messingtaufschale (1932).

Orgel

Neubau 1957 durch Paul Ott (Göttingen), 10 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2006 durch Firma Feopentow Orgelbau (Uetze) renoviert.

Geläut

Zwei LG, I: e’’; II: g’’ (beide Bronze, Gj. 1946, Franz Schilling, Apolda).

Friedhof

Beisetzungen ursprünglich in Achim. Seit 1825/26 gab es Bemühungen um Anlage eines eigenen Begräbnisplatzes, der erst 1931 eingeweiht wurde. Eigentum der Stadt Achim.

Literatur

B: Geschichtswerkstatt Achim – Verein für Regionalgeschichte e.V. (Hg.): Chronik 1000 Jahre Baden: 1013 Botegun – 2013 Baden, [Verden 2013]; Dieter Quantz: Die ev.-luth. KG Baden, in: Heimatkalender für den Lkr. Verden 1986, S. 60-67.


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 58.
  2. Adam von Bremen, Kirchengeschichte, II. 45; vgl. auch Möhlmann, Güterbesitz Domkapitel, S. 72.
  3. KABl. 1947, S. 26.
  4. KABl. 1955, S. 28 f.
  5. KABl. 1987, S. 52.