Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen | Patrozinium: Martin1 | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich ist das Dorf erstmals 966 in einer Urkunde Ks. Ottos I. († 973) als Lenglere belegt; die Zuordnung ist jedoch nicht gänzlich gesichert.2 Lenglern gehörte zu den Dörfern des Leinegaus; die dortigen Grafenrechte waren ab 1152 im Besitz Hzg. Heinrichs des Löwen († 1195), 1180 fielen sie an die Lgf. von Thüringen, bis zur zweiten Hälfte des 13. Jh. kamen sie größtenteils an die welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg.3 Seit der Dreiteilung des welfischen Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel um 1291 zählte Lenglern zum neuen Teilfsm. Göttingen.4 Nachdem die Göttinger Linie der Welfen mit Hzg. Otto Cocles († 1463) in männlicher Linie ausgestorben war, wurde das Territorium 1495 bzw. 1512 Teil des Fsm. Calenberg-Göttingen („Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover); Lenglern zählte zum Amt Harste (1665 aus dem Gericht Leineberg ausgeschieden).5 Frühe, eher stilisierte Ortsansichten sind auf zwei Karten aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. überliefert.6 In französischer Zeit gehörte Lenglern von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Harste, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Seit 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Harste, kam bei dessen Auflösung 1823 zum Amt Bovenden, das 1859 im Amt Göttingen aufging. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Lenglern 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Lenglern nach Bovenden eingemeindet. Zur sozialen Struktur der Gemeinde heißt es 1991, im Gegensatz zum „alten, landwirtschaftlich geprägten Dorfkern“ sei die Bevölkerung des Neubaugebiete „überwiegend nach Göttingen orientiert“.7 Um 1810 lebten gut 470 Menschen in Lenglern, 1960 etwa 1.250 und 2023 fast 2.220.
Im Jahr 1022 ist unter den 13 Kirchen, die sich im Besitz der Hildesheimer Klosters St. Michaelis befanden, auch eine Kirche in Lenglern genannt (aecclesiarum […] in Lanclerion).8 Diese Kirche gehörte möglicherweise als Hofkapelle zum ‚Burgsitzhof‘, von dem aus das Königsgut in Lenglern verwaltet wurde.9 Sie befand sich am Standort der heutigen Kirche. Eine zweite Kirche, gelegen an der Niederen Kirchstraße, ist 1207 urkundlich belegt: Papst Innozenz III. (amt. 1198–1216) bestätigte die Rechte und Besitzungen des Klosters Reinhausen, u. a. in Lenglern ecclesiam (in Lenglern die Kirche).10 In einer weiteren Besitzbestätigungen für das Kloster Reinhausen ist die Kirche 1255 als ecclesiam insuper Lengelariam (Kirche in Ober[!] Lenglern) bezeichnet.11 1268 ist von der ecclesia in Lengelaria beati Laurentii die Rede; gleichzeitig ist mit dominus Bernhardus erstmals ein Lenglerner Pfarrer (plebanus) namentlich genannt.12 Knapp zwei Jahrhunderte später war 1443 Johann Steneberger perner to Lenglern.13 Das Patronatsrecht lag mittlerweile beim Stift St. Peter in Nörten. Das Stift erklärte sich seinerzeit damit einverstanden, dass die Kapelle in Holtensen von Lenglern getrennt und zu einer eigenständigen Pfarrkirche erhoben werde („dat de Kerke eder Capelle to Holthusen von der Hovetkerken to Lengelern, dar se inhoret und Filia is, van den, de des in rechte to donde hebbin, affgescheiden und dymembreve und eyn eigen Parkerken davon gestichtet und erhaben möghe werden“).14 P. Steneberger legte das Pfarramt Lenglern vor dem 27. Mai 1469 nieder und der Nörtener Dekan Konrad von Sehlde präsentierte Heinrich Helle (Hellien) als neuen Pfarrer.15
Mit Heinrich Alborn und Cort Claves sind 1508 die Namen zweier Kirchenvorsteher an St. Laurentius überliefert.16 1509 war Henning Hellemann phernere tho Lengleren.17 Er übte das Amt noch 1515 aus, als die Laurentiuskirche einen neuen Chor erhielt. Zwei Steine mit der Bauinschrift sind in die Südfassade des heutige Kirchengebäudes eingesetzt. Die Inschrift nennt neben P. Hellemann die Kirchvorsteher (Älterleute) Tile Clawes und Bodo Hempen, sowie den Küster Lorenz Henrikes.18
Einzelheiten zum Reformationsgeschehen in Lenglern sind nicht überliefert. Hzgn. Elisabeth († 1558) führte die luth. Lehre als Vormund ihres Sohnes Erich im Fsm. Calenberg-Göttingen ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.19 Im Jahr 1545 übernahm Elisabeths nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.20 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Als erster luth. Geistlicher in Lenglern gilt P. Tile Ripkogell (amt. 1545). Die 1443 abgetrennte Kirche in Holtensen gehörte laut Protokoll der Visitation von 1588 wieder zu Lenglern: Der Lenglerner P. Peter Hepe (amt. 1566–16..) „predigt an beiden Orten alle Sonntag“.21 Als mater combinata blieben die beiden Parochien bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. hinein verbunden. Zudem vermerkt das Protokoll: „Es sollen zwei Kirchen in Lenglern sein“; eine habe Hzgn. Elisabeth dem Schwiegervater (socero) des Sieboldshäuser Pfarrers Johannes Nachtwenden (amt. 1566–1607) verliehen. Während der Amtszeit von P. Christoph Klemme (amt. 1606 bis vor 1627) brannten das Pfarrhaus und große Teile des Dorfes Lenglern ab.22 Im Protokoll der Visitation 1646, bei der Gladebeck, Harste, Lenglern und Parensen gemeinsam visitiert wurden, heißt es hinsichtlich der Katechismuskenntnisse: „die Lenglerschen waren die allerschlechtesten, unwissend und unachtsam“.23
Im 18. Jh. befanden sich die beiden mittelalterlichen Kirchengebäude in Lenglern in einem schlechten Zustand. Die Laurentiuskirche konnte seit 1728 nicht mehr genutzt werden, die Martinskirche wurde 1754 abgetragen. Zum sonntäglichen Gottesdienst versammelte sich die Gemeinde in einer Scheune.24 Während der Amtszeit von P. Eberhard Johann Baring (amt. 1763–1784) begann am Standort der Martinskirche der Bau des heutigen Kirchengebäudes. Allerdings weigerten sich zahlreiche Gemeindeglieder zunächst, einen Anteil der Neubaukosten zu übernehmen. Am 4. Juli 1784 weihte die Gemeinde ihr neues Gotteshaus ein. Der Altar steht nicht wie üblich im Osten, sondern im Nordnordosten. In der Südfassade sind zwei Inschriftensteine eingelassen, die aus der wohl um 1780 abgetragenen Laurentiuskirche stammen. Anfang des 20. Jh. hielten die Lenglerner Pfarrer an jedem Sonn- und Festtag jeweils einen Predigtgottesdienst in Lenglern und in Holtensen.25
Während der NS-Zeit hatte P. Hans Gerhard Hartmann (amt. 1927–1966) das verbundene Pfarramt Lenglern-Holtensen inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb er rückblickend, er sei 1933 der NSDAP und den DC beigetreten, da er meinte, „dadurch der religiösen Einstellung der Gemeinde am besten dienen zu können“. Aus den DC trat er wieder aus, vom Austritt aus der NSDAP sei ihm „dringend von behördlicher Seite abgeraten“ worden. 1936 schloss er sich kirchenpolitisch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft an.26 Bei der Neuwahl des KV 1933 bestätigte die Gemeinde die bisherigen Kirchenvorsteher im Amt. Bis etwa 1934 „kamen die Organisationen der Partei vollzählig in Uniform in die Kirche, besonders die HJ besuchte den Gottesdienst regelmäßig“.27
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Lenglern von etwa 800 im Jahr 1939 auf rund 1.400 im Jahr 1946 an.28 In der Nachkriegszeit fand monatlich ein kath. Gottesdienst in der Lenglerner Kirche statt.29 1952 bestand eine Gruppe der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Lenglern (1958: Gnadauer Verband).30 Zum 1. Juli 1974 endete die pfarramtliche Verbindung von Lenglern und Holtensen.31
Seit Anfang der 1980er Jahre bildete Lenglern mit den KG Gladebeck und Harste einen Nahbereich, in dem ein Pastor (Amtssitz Lenglern) und ein Diakon (Amtssitz Gladebeck) tätig waren.32 1984 übernahm die St.-Martini-KG von der Gesellschaft für Sozialpädagogik die Trägerschaft des Kindergartens in Lenglern. Nach der Visitation 1984 beschrieb der Sup. des KK Göttingen-Nord das kirchliche Leben in Lenglern als „sehr vielseitig“.33 Die Kinder- und Jugendarbeit sei „deutlich bibelorientiert ausgerichtet und durch einen besonderen Frömmigkeitsstil geprägt“, da Mitglieder der landeskirchlichen Gemeinschaft Kindergottesdienst, Jungschar und Jugendgruppe ehrenamtlich leiteten. 1991 zog der Sup. ein positives Fazit: „Die Generationen und Gemeindegruppen, z[um] T[eil] geprägt von unterschiedlichen Frömmigkeitstraditionen, sind durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl verbunden.“ Das gottesdienstliche Leben sei vielfältig und der Besuch „für südniedersächsische Verhältnisse eher überdurchschnittlich“.34 Bis 1994 war die KG Lenglern gemeinsam mit der KG Bovenden und der Kommune Bovenden Trägerin einer Sozialstation.35 Eine Ende der 1990er Jahre anvisierte Fusion mit der KG Harste kam nicht zustande.36
2005/06 richtete die Gemeinde im Südteil der St.-Martins-Kirche eine Winterkirche ein. Seit 2013 hat die Pfarrstelle Lenglern den Umfang einer halben Stelle. 2014 trat die St.-Martini-KG Lenglern dem „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Region Gleichen“ bei (2016 umbenannt in „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband
Göttinger Land“, 2026 aufgegangen im „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden“); der Verband übernahm die Trägerschaft der Lenglerner ev. Kindertagesstätte.37 2024 zählte die KG Lenglern rund 630 Gemeindeglieder.
Umfang
Lenglern.
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Nörten) der Erzdiözese Mainz.38 – 1588/89 zur Insp. Hardegsen. 1748 zur neuen Insp. im Amt Harste.39 Mit Auflösung der Insp. im Amt Harste 1842 provisorisch zur Insp. Göttingen Erster Teil, 1844/45 zur Insp. Göttingen Zweiter Teil. 1868 erneut zur Insp. Göttingen I. 1924 zu Insp. bzw. KK Göttingen II.40 1937 zum KK Göttingen-Nord.41 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.42 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen.43
Patronat
Im 13. Jh. das Kloster Reinhausen (1207 belegt).44 Im 15. Jh. das Stift St. Peter Nörten (1443 und 1469 belegt).45 Später der Landesherr (bis 1871).
Kirchenbau
Fünfachsiger, rechteckiger Saalbau, ausgerichtet nach Nordnordosten, erbaut 1780–84 (Architekt: Heinrich Philipp Stollberg, Pastor in Obernjesa). Satteldach, nach Nordnordosten mit Krüppelwalm (ziegelgedeckt). Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung. Segmentbogige Sprossenfenster mit Sandsteinlaibungen. Segmentbogige Portale in den Mittelachsen aller Außenwände (Nordeingang vermauert); Inschriftenstein über Ostportal. Zwei Inschriftensteine in der Westfassade, ursprünglich am Chor der St. Laurentiuskirche: „Anno d[omi]ni xvc xv do is angelecht dusse kor in de ere godes vn[de] marie[n] s[an]cte[n] laure[n]ci[en] vn[de] der hilge[n] iu[n]cfrue[n] s[an]ct abbe[n]“ (Im Jahr des Herrn 1515 da wurde dieser Chor begründet zur Ehre Gottes und Mariens, des heiligen Laurentius und der heiligen Jungfrau St. Abba) und „Jn der tit is ey[n] perner ge·wesen her he[n]nig[us] helma[n]s vn[de] de alderlude tile clawes vn[de] bode hempen vn[de] de operma[n] lore[n]ci[us] henrikes“ (Zu der Zeit war Herr Henning Helman Pfarrer, und die Älterleute [waren] Tile Clawes und Bodo Hempen, und der Küster [war] Lorenz Henrikes).46 Im Innern flache, stuckverzierte Decke mit Vouten an den Längsseiten, über dem Altarraum Deckengemälde (segnender Christus); u-förmige Südempore mit zwei Säulen (Turmabstützung), Bereich unterhalb der Empore mit Glaswänden vom Schiff getrennt; im südlichen Teil Winterkirche (Stahlgerüst mit verglaster Kassettendecke und beweglichen Glaswänden). 1957/58 Renovierung. 2005/06 Sanierung und Winterkirche eingebaut, vermauerter Westeingang wieder geöffnet.
Turm
Über der Südsüdwestfassade vierseitiger, dachreiterartiger Turm mit Schieferbehang. Vierseitiges Dach mit geschlossener, vierseitiger Laterne, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne. Laterne mit je einer segmentbogigen Schallöffnung an jeder Seite. Turm mit je zwei übereinanderliegenden segmentbogigen Schallfenstern nach Westen, Osten und Süden; dazwischen nach Westen und Osten Uhrziffernblätter; nach Norden ein Schallfenster. 1959 neue Schieferdeckung; Instandhaltung des Turms oblag bis 1959 der politischen Gemeinde, dann der KG übertragen.47
Vorgängerbauten
Kirche St. Martin am Standort der heutigen Kirche (Obere Kirche), wohl 1022 belegt, 1754 wegen Einsturzgefahr abgetragen. Kirche St. Laurentius in der Niederen Kirchstraße (Untere Kirche), 1207 belegt, seit 1728 unbenutzbar, im Februar 1780 abgetragen.
Ausstattung
Geschwungene Kanzelaltarwand mit einachsigem Kanzelaltar, seitlichen Scherwänden mit rundbogigen Durchgängen und segmentbogigen Sprossenfenstern sowie anschließenden Priechen (1780, Bildhauer Heinrich Ch. Schrader, Göttingen), polygonaler Kanzelkorb, flankiert von marmorierten korinthischen Säulen, die verkröpftes Gebälk mit Schalldeckel tragen, vor dem geschwungenen Giebel dreieckiges Gottesauge in Wolken- und Strahlenkranz; unterhalb des Kanzelkorbs Abendmahlsgemälde; vor der Altarwand kastenförmiger Holzaltar. – Schlichter, hölzerner Altartisch. – Holztaufe mit Bronzeschale (1999, Friedrich Pohl, Kassel), der reliefverzierte Schaft ist gefertigt aus vier alten Eichenbalken eines Fachwerkhauses. – Hölzernes Lesepult mit reliefverzierter Front. – Ehemalige Ausstattung: In der Kirche St. Laurentius: Flügelaltar mit Heiligenfiguren (1508, Johannes Lantzen).48
Orgel
1795 Orgelneubau, ausgeführt von Stephan Heeren (Gottsbüren), 15 (davon 2 Transmissionen) I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; 1804 Disposition mit 14 I/P angegebene, 1818 mit 16 I/P. 1841 Reparatur und Änderungen, August von Werder (Elliehausen). 1917 zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. 1931 Reparatur und Einbau neuer Prospektpfeifen, Paul Ott (Göttingen), 15 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1971 Instandsetzung, Martin Haspelmath (Walsrode), 15 (davon 2 Transmissionen) I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1981 Restaurierung und Rekonstruktion, Martin Haspelmath (Walsrode), 15 (davon 2 Transmissionen) I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2020/21 Restaurierung, Orgelbauwerkstatt Rotenburg GbR. Denkmalorgel.
Geläut
Drei LG, I: g’ (Bronze, Gj. 1984, Gebrüder Bachert, Bad Friedrichshall-Kochendorf); II: a’ (Bronze, Gj. 2013, Firma Bachert, Karlsruhe), Inschrift: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen“ und „2013. St. Martini, Lenglern“, Bild: St. Martin und Bettler; III: c’’ (Bronze, Gj. 1847, Heinrich Gabel, Freienhagen), Inschriften: „Für die Gemeinde Lengelern da G. Oehlmann Bauermeister und I. Ahlborn und S. W. Ahlborn Vorsteher waren. Anno 1847“ und „Heinrich Gabel in Freienhagen goss mich 1847“, Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und seit 1948 wieder in Lenglern. – Früherer Bestand: 1731 zwei neue LG (Bronze) für die Martinskirche gegossen. Eine kleine LG (Bronze), 1847 geborsten und umgegossen zu jetziger LG III. Eine LG, 1867 umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1867, Carl Isermann, Ebergötzen). Im Ersten Weltkrieg die zwei größeren der drei LG zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).49 Zwei LG, I: f’; II: a’ (beide Eisenhartguss, Gj. 1922, Ulrich & Weule, Apolda & Bockenem), beide Glocken 1984 ersetzt, eine neben der Kirche aufgestellt. Eine LG a’ (Bronze, Gj. 1949, Franz Josef Benjamin Grüninger, Neu-Ulm), 1984 gebraucht erworben und in Lenglern aufgehängt, 2011 geborsten und bei Neuguss 2013 in Zahlung gegeben.
Weitere kirchliche Gebäude
Pfarrhaus mit Gemeinderäumen (Bj. 1741). – Schul- und Küsterhaus (bei Trennung von Kirche und Schule 1936 der KG zugesprochen, 1957 an die politische Gemeinde verkauft).50
Friedhof
Ehemalige Friedhöfe bei der Oberen Kirche (Martini) und bei der Unteren Kirche (Laurentius). Kommunaler Friedhof am südwestlichen Ortsrand, FKap (Bj. 1972, errichtet aus alten Grabsteinen, Vorgängerbau Bj. 1951), der Friedhof war ursprünglich kirchliches Eigentum, zwischen 1970 und 1984 an die Kommune abgegeben.
Liste der Pastoren (bis 1940)
1545 Tile Ripkogell. – 1552 Johann Detmak. – Vor 1560 bis 1566 Wulfgang Bremsel (Bremstet). – 1566–16.. Peter Hepe (Hepius). – 1603–16.. Christoph Heitfeld. – 1606 bis vor 1627 Christoph Klemme. – 1627–1676 Heinrich Witzenhausen. – 1676–1745 Nikolaus Hampe. – 1745–1748 Wilhelm Ludwig Hampe. – 1748–1757 Magister Jakob David Köler (Köhler). – 1757–1762 Magister Johann Ludwig Pacht. – 1763–1784 Eberhard Johann Baring. – 1784–1792 Johann Ludwig Philipp Walbaum. – 1792–1802 August Heinrich Friedrich Schmidt. – 1803–1805 Johannes Gregorius (Georg) Grotefend. – 1805–1818 Heinrich Dietrich Aberwein Bergmann. – 1819–1835 Gottfried August Christian Kranold. – 1835–1841 Heinrich Georg Ahlbrecht. – 1842–1855 Rudolf Ludwig Schmidt. – 1856–1879 Heinrich Friedrich Grußenberg. – 1880–1891 Karl Theodor Peetz. – 1891–1894 Eduard Pätz. – 1895–1909 Heinrich Münchmeyer. – 1909–1926 Rudolf von Jhering. – 1927–1966 Hans Gerhard Gustav Hilmar Hartmann.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 72–73 und III, S. 30
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 7130–7152 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 4949–4960 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1439
, 1440
, 1441
, 1442
; B 2 G 9 Nr. 1895–1896 (Baupflege und Bauwesen); B 2 G 9 B Nr. 396 (Orgel- und Glockenwesen); B 18 Nr. 194 (Orgelsachverständiger); S 09 rep Nr. 1602 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7841 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Kirchenbücher
Taufen: ab 1676 (Lücken: 1746–Sep.1748; unvollständig: 1710, 1711)
Trauungen: ab 1676
Begräbnisse: ab 1676
Kommunikanten: ab 1721 (Lücken: 1750–1842)
Konfirmationen: ab 1677
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 73–77; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 251–253; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 844; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 102–103; Meyer, Pastoren II, S. 72–73 und III, S. 30; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 123.
B: Karl-Heinz Bielefeld: 1000 Jahre Lenglern. Festschrift zur Tausendjahrfeier vom 2.–4. Juli 1966, Lenglern 1966; Erwin Steinmetz: Das Dorf Lenglern (= Beiträge zur Heimatkunde Süd-Niedersachsens 1), Göttingen 1952; Anna-Katharina Szagun: Wandel der Wirtschafts-, Sozial- und Siedlungsstruktur einer ländlichen Gemeinde im Einzugsgebiet einer Großstadt; dargestellt am Beispiel Lenglern, in: Plesse-Archiv 19 (1983), S. 199–262.
Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche; Kirchenanlage; Pfarrhaus; Wikipedia: St. Martini (Lenglern).
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 159.
- MGH DD O I 328 [Digitalisat]. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 251 ff. Vgl. auch Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 54. Zur Zuordnung des Quellenbegriffs zum Ort Lenglern: Ernst Böhme, Michael Scholz, Jens Wehner: Dorf und Kloster Weende. Von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert, Göttingen 1992, S. 21 f.
- Kupsch, Gericht, S. 10 f.
- Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
- Kupsch, Gericht, S. 69 f.
- Um 1570: NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/1 pg (mit Digitalisat), Datierung nach Pischke, Burg Harste, S. 51. 1585: NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/5 pm (mit Digitalisat).
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitationen 1991.
- MGH DD H II 479 [Digitalisat]; UB Hildesheim I, Nr. 68.
- Bielefeld, S. 17 f.
- UB Reinhausen, Nr. 18. Die scheinbar ältere Nennung von 1168 findet sich in einer im ersten Drittel des 13. Jh. verunechteten Urkunde, vgl. MGH DD HdL 78. [Digitalisat]; UB Reinhausen, Nr. 12.
- UB Reinhausen, Nr. 52.
- UB Reinhausen, Nr. 63.
- Wolf, Petersstift, Urkundenbuch, Nr. 49 [Digitalisat].
- Wolf, Petersstift, Urkundenbuch, Nr. 49 [Digitalisat]; Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 150.
- RG Online, RG IX 01967, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/9/1967, 25.08.2025: „Henricus Helle (Hellien) cler. Magunt. dioc. qui ad par. eccl. in Inferiore Lengelana Magunt. dioc. (vac. p. resign. Johannis Steneberch in manibus capit. eccl. s. Petri Northenen. Magunt. dioc.) p. Conradum de Zelde dec. present. fuit de nova prov. de d. par. eccl. (3 m. arg.) 27. mai. 1469“.
- DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 115† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0011507.
- UB Reinhausen, Nr. 422.
- DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 120 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0012008.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
- Dies und die folgenden Zitate: Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 134, mit Anm. 4. Vgl. auch Henze, S. 35.
- Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 181, Anm. 2.
- Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 181.
- Zum Folgenden: Bielefeld, S. 29.
- Ahlers, Pfarrbuch 1909, S. 314.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 413, Bl. 25. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 413, Bl. 25.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 413, Bl. 25. LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1946.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitationen 1946, 1952 und 1958.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitationen 1952 und 1958.
- KABl. 1974, S. 205 f.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitationen 1984.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1984.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1991.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitationen 1991 und 1997.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1997.
- KABl. 2014, S. 102 ff.; KABl. 2016, S. 72; KABl. 2025, S. 275.
- Bruns, Archidiakonat, S. 163 f.
- Meyer, Inspektionseinteilung, S. 214 f.
- KABl. 1924, S. 86.
- KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- Dolle, Klosterbuch III, S. 1293. UB Reinhausen, Nr. 18.
- Dolle, Klosterbuch III, S. 1092; Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 150; RG Online, RG IX 01967, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/9/1967, 25.08.2025.
- DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 120 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0012008.
- Bielefeld, S. 43.
- DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 115† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0011507.
- Bielefeld, S. 41 ff.
- Bielefeld, S. 37 und S. 43.