Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen | Patrozinium: Margaretha1 | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich ist der Ort erstmals Mitte des 13. Jh. im Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg als Holthusen belegt; das Lehnbuch ist in einer Abschrift aus dem 14. Jh. überliefert.2 Zusammen mit den übrigen Leinedörfern (Alt-)Grone, Ellershausen und Rosdorf stand Holtensen im 14. Jh. und 15. Jh. weitgehend unter der Herrschaft der Stadt Göttingen.3 Ab 1582 lag die Gerichtshoheit schließlich beim welfischen Landesherrn (Gericht Leineberg).4 Seit der Dreiteilung des welfischen Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel um 1291 hatte das Dorf territorial zum neuen Teilfsm. Göttingen gehört.5 Nachdem die Göttinger Linie der Welfen mit Hzg. Otto Cocles († 1463) in männlicher Linie ausgestorben war, wurde das Territorium 1495 bzw. 1512 Teil des Fsm. Calenberg-Göttingen („Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Die landesherrlichen Rechte in Holtensen nahm zeitweise der Amtmann in Harste wahr, jedoch entwickelte sich das Gericht Leineberg „nach und nach zu einem üblichen Gerichts- und Amtsbezirk“.6 Frühe, eher stilisierte Ortsansichten sind auf zwei Karten aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. überliefert.7 In französischer Zeit gehörte Holtensen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Harste, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Seit 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Gericht Leineberg, aus dem 1831 das Amt Göttingen hervorging. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Holtensen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Holtensen in die Stadt Göttingen eingemeindet. Zur Sozialstruktur des Ortes schrieb der Pfarrer 1958 (und wiederholte es 1964): „Die Gemeinde besteht im wesentlichen aus Arbeitern, die in Göttingen zur Arbeit gehen; auch viele Angestellte und Beamte wohnen in Holtensen“.8 Um 1810 lebten knapp 290 Menschen in Holtensen, 1910 rund 640 und 2023 etwa 1.770.
Ältestes Zeugnis der Kirchengeschichte in Holtensen ist der mittelalterliche Kirchturm. Der Göttinger Chronist Franciscus Lubecus (1533–1595) erwähnt die Holtenser Kirche zum Jahr 1387 im Kontext der Fehde zwischen Hzg. Otto dem Quaden († 1394) und der Stadt Göttingen: Der Herzog habe die Kirche in Altgrone zu einer Burg umbauen lassen und „Tho der behouf hei ok afbrak dei kerken in Holtensen, und wat dei lude uth dem dorpe dar in dei kerken gefleucht und gebraht, dat allent wart ohnen genomen“ (Zu diesem Zweck brach er auch die Kirche in Holtensen auf, und was die Leute aus dem Dorf in die Kirche geflüchtet und gebracht hatten, das wurde ihnen alles genommen).9 Nachdem die Göttinger die provisorische Burg in Altgrone schnell eingenommen hatten, ließ der Herzog einige Wochen später eine weitere Befestigung bei der Kapelle in Burggrone errichten und dafür die Dörfer Holtensen sowie Burggrone niederbrennen. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es, Hzg. Otto „led de kerken unde kerktorne beyder dorpe darneder werpen unde verstören unde van den steynen dat sloth unde borch mit eyner dicken muren buwen“ (ließ die Kirchen und Kirchtürme beider Dörfer niederreißen und zerstören und aus den Steinen das Schloss und die Burg mit einer dicken Mauer bauen).10 Der heutige Turm geht also möglicherweise zurück auf einen Wiederaufbau nach diesen Zerstörungen. Erneut belegt ist die „Kerke eder Capelle to Holthusen“ (Kirche oder Kapelle zu Holtensen) im Jahr 1443. Sie war seinerzeit eine Tochterkirche (filia) von Lenglern und beide standen unter dem Patronat des Stifts St. Peter in Nörten.11 Das Stift stimmte 1443 zu, dass Holtensen zu einer eigenständigen Pfarrkirche erhoben werden sollte („dat de Kerke eder Capelle to Holthusen von der Hovetkerken to Lengelern, dar se inhoret und Filia is, van den, de des in rechte to donde hebbin, affgescheiden und dymembreve und eyn eigen Parkerken davon gestichtet und erhaben möghe werden“, dass die Kirche oder Kapelle zu Holtensen von der Hauptkirche zu Lenglern, zu der sie gehört und deren Filialkirche sie ist, von denen, die dazu nach Recht befugt sind, ausgeschieden und abgetrennt und eine eigene Pfarrkirche daraus gegründet und erhoben werden möge).12 Mit Bertold Bock (amt. 1454–1468) ist in der zweiten Hälfte des 15. Jh. der Name eines vorref. Pfarrers von Holtensen überliefert.13
Einzelheiten zur Zeit der Reformation in Holtensen sind nicht überliefert. Hzgn. Elisabeth († 1558) führte die luth. Lehre als Vormund ihres Sohnes Erich im Fsm. Calenberg-Göttingen ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.14 Im Jahr 1545 übernahm Elisabeths nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.15 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Im Protokoll der Visitation von 1588 ist die Kirche Holtensen wieder erwähnt, sie war erneut mit Lenglern verbunden: Der Lenglerner P. Peter Hepe (amt. 1566–16..) „predigt an beiden Orten alle Sonntag“.16 In Holtensen war er als mercenarius tätig; die dortige Pfarrpfründe selbst hatte Hzg. Erich II. († 1584) an „des Landknechts Jürgen Steuen Sohn“ vergeben. Dieser Sohn – Andreas Steven – sei „um solcher Belehnung ab und zum Papsttum gefallen“. Als mater combinata blieben die beiden Parochien bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. hinein verbunden. Bei der Visitation 1646 beklagte sich P. Heinrich Witzenhausen (amt. 1627–1676) darüber, dass die Gemeindeglieder aus Holtensen nicht zur Katechismuslehre kämen (alle zwei Wochen in Holtensen, sonst in Lenglern). Die Holtenser baten „um einen eigenen Schulmeister, welches ihnen zugelassen“.17
Im Jahr 1733 beklagte sich die Gemeinde beim Konsistorium über den Zustand ihrer Kirche: Das Dach sei undicht und man könne „von dem durchtriefenden Regenwasser nicht mehr trocken sitzen“, der Turm sei schadhaft und die Glocke hätte „neben die Straße auf dem Kirchhof aufgehängt werden müssen“.18 Während der Amtszeit von P. Jakob David Köhler (amt. 1748–1757) folgte die Instandsetzung des Turms und der Neubau des bis heute erhaltenen Kirchenschiffs. 1851 schenkte die Gemeinde Rosdorf der Kirche Holtensen ihren alten barocken Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jh.19 Von 1914 bis 1933 bestand ein Posaunenchor in Holtensen.20
Während der NS-Zeit hatte P. Hans Gerhard Hartmann (amt. 1927–1966) das verbundene Pfarramt Lenglern-Holtensen inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb er rückblickend, er sei 1933 der NSDAP und den DC beigetreten, da er meinte, „dadurch der religiösen Einstellung der Gemeinde am besten dienen zu können“. Aus den DC trat er wieder aus, vom Austritt aus der NSDAP sei ihm „dringend von behördlicher Seite abgeraten“ worden. 1936 schloss er sich kirchenpolitisch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft an.21 Bei der Neuwahl des KV 1933 bestätigte die Gemeinde die bisherigen Kirchenvorsteher im Amt. Bis etwa 1934 „kamen die Organisationen der Partei vollzählig in Uniform in die Kirche, besonders die HJ besuchte den Gottesdienst regelmäßig“.22 1936 schenkte die politische Gemeinde der Kirche Holtensen eine Hakenkreuzfahne, da sie noch keine besaß.23
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Holtensen von etwa 700 im Jahr 1939 auf rund 1.200 im Jahr 1946 an.24 In den Unterlagen zur Visitation 1946 schrieb P. Hartmann, es seien vor allem „Flüchtlinge und Evakuierte, die zur Kirche kommen“.25 Nach der Visitation 1970 merkte der Sup. des KK Göttingen-Nord an, ein Hauptproblem der Doppelgemeinde sei „der fast nicht vorhandene Zusammenhang“ der beiden Ortschaften.26
Zum 1. Juli 1974 endete die pfarramtliche Verbindung zwischen Lenglern und Holtensen und das Landeskirchenamt Hannover verband Holtensen mit den KG St. Marien Hetjershausen und St. Martini Elliehausen, Sitz des Pfarramtes war in Elliehausen.27 Diese Neuordnung folgte nicht zuletzt der kommunalen Gebietsreform: Während Holtensen seit 1973 zur Stadt Göttingen gehörten, war Lenglern im gleichen Jahr nach Bovenden eingemeindet worden. Die beiden Pfarrstellen des verbundenen Pfarramts hatten ihren Sitz in Elliehausen bzw. Hetjershausen. Die Leitung der KG Holtensen übernahm als ‚Diakon mit pfarramtlichen Aufgaben‘ Horst Roders (amt. 1974–1996, ab 1988 P.), der seit 1963 als Kreisjugendwart in Holtensen lebte. 1968 hatte er die Integrationsgruppe für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche („INTEGra“) gegründet.28 Der Bericht zur Visitation 1992 bezeichnete INTEGra als „nicht wegzudenkenden Bestandteil der Gemeinde- und Kirchenkreisarbeit“. Seit 1972 unterhielt die St.-Margarethen-KG Holtensen einen ev. Kindergarten. Für die Gemeindearbeit nutzte die KG städtische Räumlichkeiten.
Nach der Visitation 1978 schrieb der Sup., es komme in den drei Gemeinden zwar zwischen den beiden Pfarrern und dem Diakon nur begrenzt zu einer Zusammenarbeit, aber es habe sich eine „gemeinsame Kirchenvorsteherarbeit entwickelt, die die Bewegung aufeinander in Gang gebracht hat“.29 Für Holtensen erhielt das Pfarramt Elliehausen 1988 eine dritte Pfarrstelle, die der bisherige Diakon P. Horst Roders zunächst versah und 1992 übernahm.30 Bereits Mitte der 1980er hatte der Pastor in Hetjershausen angemerkt, dass die pfarramtliche Verbindung der drei Gemeinden letztlich nur de iure bestehe. Über St. Margarethen in Holtensen schrieb der Sup. 1985, sie „fühlt sich als eigenständige Gemeinde und handelt auch so“.31 Zum 1. August 1991 hob das Landeskirchenamt die Verbindung auf.32 Die Holtenser Pfarrstelle wurde 1996 in eine halbe Stelle umgewandelt und ab August 2009 bestand erneut eine pfarramtliche Verbindung zwischen Holtensen und der St.-Martini-KG Elliehausen.33
2013 zählte die KG Holtensen zu den Gründerinnen des „Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Göttingen-West“, der die Trägerschaft des gemeindeeigenen Kindergartens übernahm (2026 erweitert und umbenannt in „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden“).34 Seit 2023 gehört die Gemeinde Holtensen zum „Ev.-luth. KGV Göttingen-West“.35 Gemeinsam mit den KG Elliehausen und Hetjershausen gründete die KG Holtensen zum 1. Januar 2024 die „Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Göttinger Westdörfer“.36 Als Ortskirchengemeinde ist die KG Hetjershausen weiterhin eigenständig und Körperschaft des Kirchen- sowie des öffentlichen Rechts. Sie zählte 2024 knapp 690 Gemeindeglieder.
Umfang
Holtensen. Formal gehörte auch das ab 1968 errichtete Wohngebiet Holtenser Berg („Demonstrativbauvorhaben“) zum Gemeindegebiet, es wurde jedoch von der Göttinger Friedens-KG versorgt, in die es 1985 umgepfarrt wurde.37
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Nörten) der Erzdiözese Mainz.38– 1588/89 wohl zur Insp. Hardegsen.39 1749 gehörte Holtensen zur Insp. Hedemünden zweiter Teil, 1773 kam die Gemeinde zur Insp. im Amt Harste.40 Mit Auflösung der Insp. im Amt Harste 1842 provisorisch zur Insp. Göttingen Erster Teil, 1844/45 zur Insp. Göttingen Zweiter Teil. 1868 erneut zur Insp. Göttingen I. 1937 zum KK Göttingen-Nord.41 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.42 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen.43
Patronat
Stift St. Peter Nörten (1443 belegt).44
Kirchenbau
Rechteckiger Saalbau, nach Süden über die Flucht des Westturms heraustretend, erbaut 1749 „unter Einbeziehung der stabilen Reste der Vorgänger-Kapelle“.45 Satteldach, nach Osten abgewalmt, ziegelgedeckt. Verputztes Bruchsteinmauerwerk. Nach Norden und Süden je zwei rundbogige Sprossenfenster, nach Osten eins. Rechteckportal an der Nordwestecke, darüber kleines Rundbogenfenster; über dem Türsturz Inschriftentafel: „Commissariis ecclesiast. Ioh. Ernst Appuhn Superint, Iusto. Christ. Iden Prat. Pastore M Iacob Dau Köhler, Anno 1749“ (Unter den Kirchenkommissaren Superintendent Ernst Appuhn, Gerichtsschulze Justus Christian Iden, Pastor Magister Jakob David Köhler. Im Jahr 1749). Im Innern flache Decke mit umlaufenden Vouten; Westempore. 1852–56 Innenrenovierung. 1912 Renovierung. 1964/65 Renovierung.
Turm
Mittelalterlicher, vierseitiger Westturm. Vierseitiges Pyramidendach (ziegelgedeckt), bekrönt mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz. Verputztes Mauerwerk, Glockengeschoss mit Ziegelbehang. Im Glockengeschoss je ein rechteckiges Schallfenster. In den übrigen Geschossen kleine Rechteckfenster, im Erdgeschoss ein größeres Rechteckfenster nach Süden. 1749 Turm erneuert.46 1783 Turmuhr vorhanden. 1885 Instandsetzung Turm.
Vorgängerbauten
1387 Kirche und Turm zerstört.47 1704 Kirchendach erneuert. 1749 Kirche weitgehend abgetragen.
Ausstattung
Reich gestaltete, barocke Kanzelaltarwand (1728/29, Bildhauer Meder, Göttingen; seit 1851 in Holtensen), Holz, farbig gefasst, verziert mit Pflanzenornamenten; Kanzelkorb zwischen gewundenen Doppelsäulen, die verkröpftes Gebälk mit Sprenggiebel tragen; vor den Wandungen und seitlich des Kanzelkorbs fünf Figuren (Christus, vier Evangelisten; farbig gefasst), vor den Ecken gewundene Säulen; in der Predella zwei Inschriftenfelder: „Proverb IX,5 Kommet zehret von meinem Brodt und trincket des Weins den ich schencke“; leicht schräggestellte seitlich Scherwände mit rundbogigen Durchgängen, auf dem Gebälk darüber drei Figuren (u. a. Christus mit Siegesfahne; Leihgaben des städtischen Museums Göttingen); kastenförmiger Altar mit seitlichen Schranken; da der ursprünglich für die Kirche in Rosdorf erbaute Altar für die Holtenser Kirche zu groß war, wurde er seitlich verkleinert, die nicht benötigten Teile kamen in das städtische Museum Göttingen; Schnitzfiguren seit 1978 als Leihgaben des Museums in der Kirche. – Figur des Apostels Paulus (1728/29, Bildhauer Meder, Göttingen), ursprünglich Teil des Altars, seit 1851 im städtischen Museum Göttingen, seit 1978 als Leihgabe in der Kirche. – Taufständer.
Orgel
1865 Orgelneubau, ausgeführt von Carl Heyder (Heiligenstadt), 8 I/P, mechanische Traktur (Opus 59), Instrument 1912 abgebaut. 1912 Orgelneubau, ausgeführt von P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 6 I/P, pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 724).48 Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Zustand 1926: 7 I/P, pneumatische Traktur, Taschenladen. 1933 Reparatur und Änderung der Disposition, Paul Ott (Göttingen), 7 I/P, pneumatische Traktur, Taschenladen; Zustand 1944: 6 I/P, pneumatische Traktur, Instrument um 1969 abgebaut. 1969 Orgelneubau, ausgeführt von Paul Ott (Göttingen), 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Instrument hinterspielig, Manualwerk eingesetzt in die Emporenbrüstung.
Geläut
Zwei LG, I: b’ (Bronze, Gj. 1979, Firma Bachert, Knochendorf), Inschrift: „Verleih uns Frieden gnädiglich“, Bild: A und Ω; II: c’’ (Bronze, Gj. 1920, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift: „Ich rufe Lebendige und beklage Tote“, außerdem die Namen des Pastors Rudolf von Jhering (amt. 1909–1926), des Lehrers Gustva Tielbörger, der Kirchenvorsteher August Lechte, August Lüdemann, Ludwig Lüdemann und Georg Willig sowie des Bauermeisters August Ahlborn. – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze, Gj. 1633), wegen Baufälligkeit der Kirche um 1733 „neben die Straße auf dem Kirchhof aufgehängt“49, 1878 geborsten. Eine LG (Bronze, Gj. 1879, Carl Isermann, Ebergötzen), 1918 geborsten.50
Friedhof
Erster kirchlicher Friedhof bei der Kirche, 1899 eingeebnet.51 Alter kirchlicher Friedhof an der Ecke Unterm Hagen/Twechte, angelegt 1848, seit 1881 nicht mehr genutzt, 1899 eingeebnet, 1920 Denkmal für die im Weltkrieg 1914–18 getöteten Gemeindeglieder errichtet. Neuer kirchlicher Friedhof, etwa 250 Meter südöstlich der Kirche, angelegt 1881, FKap (Bj. 1958); Friedhof seit 1969 in Verwaltung der politischen Gemeinde Holtensen, seit 1973 der Stadt Göttingen; seit 1994 wieder in kirchlicher Verwaltung.
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 7130 (Pfarroffizialsachen); A 9 Nr. 1442
(Visitationen); E 5 Nr. 0541 (Konsistorialbaumeister); S 09 rep Nr. 1425 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7841 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln, S. 309–311; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 208–209; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 750; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 110; Rüttgerodt-Riechmann, Denkmaltopographie Göttingen, S. 116–117.
B: Horst Henze: Aus der Geschichte Holtensens, jetzt Ortsteil der Stadt Göttingen (= Heimatkundliche Schriftenreihe 1), Göttingen-Holtensen 1987, bes. S. 32–79; Wolfgang Siegmann, Hans-Werner Diederich & Elsa Vollmer: Die Ortschaft Holtensen im Einfluss des 1. Weltkrieges, 1914–1918 (= Heimatkundliche Schriftenreihe 2), Göttingen 2014; Wolfgang Siegmann, Hans-Werner Diederich & Elsa Vollmer: Holtensen. Die bauliche Entwicklung des Ortes und deren Einflüsse auf Wald, Feld und Flur (= Heimatkundliche Schriftenreihe 5), Göttingen 2018; Wolfgang Siegmann, Hans-Werner Diederich & Elsa Vollmer: Holtensen 1919–1945. Zwischen Aufbruch und Untergang (= Heimatkundliche Schriftenreihe 6), Göttingen 2021, bes. S. 352–384.
Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Gemeindehaus; Wikipedia: Margarethenkirche (Holtensen).
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 157.
- Dolle, Lehnbuch, Nr. 106. Für weitere Belege, zu den Schwierigkeiten bei der richtigen Zuordnung der Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 208 f. Vgl. auch Henze, S. 9 ff.
- Böhme, Denecke u. a., Göttingen I, S. 280. Allerdings war die städtische Position unsicher, denn sie leitete sich her „nicht aus dem Besitz der Stadt als Korporation, sondern lediglich aus dem Privatbesitz von Bürgern“ (ebd.). Vgl. auch Lubecus, Annalen, S. 106 mit Anm. 1, und S. 232.
- Böhme, Denecke u. a., Göttingen I, S. 293.
- Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
- LAW, V 231, Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig…, S. 63. NLA HA Hann. 74 Göttingen, Bestandsbeschreibung (Zitat).
- Um 1570: NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/1 pg (mit Digitalisat), Datierung nach Pischke, Burg Harste, S. 51. 1585: NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/5 pm (mit Digitalisat).
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1958.
- Lubecus, Annalen, S. 131.
- UB Göttingen II, Nr. 325a, Zeile 195 ff. [Digitalisat].
- Zum Stift: Dolle, Klosterbuch III, S. 1089 ff.; siehe auch Niedersächsische Klosterkarte.
- Wolf, Petersstift, Urkundenbuch, Nr. 49 [Digitalisat]; Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 150.
- Prietzel, Kalande, S. 563 (Nr. 5).
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
- Dies und die folgenden Zitate: Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 134, mit Anm. 4. Vgl. auch Henze, S. 35.
- Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 181.
- Zit. bei Henze, S. 37 f.
- Henze, S. 45; Meinhardt & Groth, Chronik I, S. 436; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 750.
- Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Holtensen, September 1978, S. 5 f.
- LkAH, S 1 H III Nr. 413, Bl. 25. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
- LkAH, S 1 H III Nr. 413, Bl. 25.
- Siegmann, Diederich & Vollmer (2021), S. 357; Henze, S. 50.
- LkAH, S 1 H III Nr. 413, Bl. 25; LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1946.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1946.
- LkAH, L 5c, unverz., Lenglern, Visitation 1970.
- KABl. 1974, S. 205 f.
- LkAH, L 5c, unverz., Holtensen, Visitationen 1978, 1985 und 1992.
- LkAH, L 5c, unverz., Holtensen, Visitation 1978.
- KABl. 1988, S. 67.
- LkAH, L 5c, unverz., Holtensen, Visitation 1985.
- KABl. 1991, S. 83.
- KABl. 1996, S. 154; KABl. 2009, S. 159.
- KABl. 2013, S. 49 ff.; KABl. 2025, S. 275.
- KABl. 2023, S. 127 ff.
- KABl. 2025, S. 196 ff.
- KABl. 1985, S. 2.
- Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 164.
- LAW, V 231, Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig…, S. 63.
- Henze, S. 43.
- KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 150.
- Rüttgerodt-Riechmann, Denkmaltopographie Göttingen, S. 117. Vgl. auch NLA HA Hann. 74 Göttingen Nr. 2708, sowie Henze, S. 42 ff.
- Henze, S. 32.
- UB Göttingen II, Nr. 325a, Zeile 195 ff. [Digitalisat].
- Pape/Schloetmann, Hammer, S. 123.
- Henze, S. 38.
- Siegmann, Diederich & Vollmer (2021), S. 352; Henze, S. 49.
- Zu den Friedhöfen: Henze, S. 74 ff. Siehe auch Siegmann, Diederich & Vollmer (2021), S. 381.