Sprengel Hannover, KK Nienburg | Patrozinium: Jakobus | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist die villa Husen (Dorf Husum) im Jahr 1250 erstmals belegt, als Günther von Bovenden mit Zustimmung seiner Frau Gertrude und ihrer Söhne Gunther, Bodo und Johannes dem Kloster Loccum seinen dortigen Hof (curtis) übertrug.1 Bereits früher ist in einer undatierten Urkunde Gf. Heinrichs I. von Hoya (amt. 1202–1235) ein Hylardus de Husen genannt.2 Im Spätmittelalter gehörte Husum anscheinend zum Herrschaftsgebiet der Gf. von Wölpe. Vermutlich 1301 veräußerte Gf. Otto von Wölpe die Grafschaft an Gf. Otto von Oldenburg-Delmenhorst, der sie 1302 weiter verkaufte an den Welfen Otto II., Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg. Seit 1432 war Husum Teil des welfischen Teilfsm. Calenberg (1495: Fsm. Calenberg-Göttingen, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover) und zählte dort zum Amt Wölpe. Von 1810 bis 1813/14 war Husum Teil des Kantons Rehburg im Distrikt Hannover des Allerdepartements im französischen Satellitenkgr. Westphalen. Danach gehörte das Dorf, nun im Kgr. Hannover, zunächst wieder zum Amt Wölpe, nach dessen Auflösung 1859 zum Amt Nienburg. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Husum 1866 an das Kgr. Preußen. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehört das Dorf zum Kr. Nienburg (1932: Lkr. Nienburg/Weser). Von 1971 bis 1974 gehörte Husum zur 1966 gegründeten Samtgemeinde Im Wohlde; nach deren Auflösung schlossen sich 1974 Husum, Bolsehle, Groß Varlingen und Schessinghausen zur neuen Gemeinde Husum zusammen (Teil der Samtgemeinde Landesbergen, seit 2011 Samtgemeinde Mittelweser). Um 1810 lebten gut 340 Menschen in Husum, 1905 rund 500, 1950 etwa 850, 1980 rund 940 und 2020 mit Eingemeindungen 2.335.

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, um 1960

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, um 1960

Über die vorref. Kirchengeschichte Husums ist kaum etwas bekannt. Die 1735/36 abgerissene Kirche – ein kleiner Rechteckbau mit eingezogenem Rechteckchor und Westturm – war vermutlich in mittelalterlicher Zeit errichtet worden. Vor 1522 scheinen die Kirchen in Husum und Schneeren sich einen Geistlichen geteilt zu haben, den 1588 heißt es, die Pfarre Schneeren sei 1522 von Husum abgetrennt worden.3 Zudem suchte der Schneerener P. Martin Ehlers 1574 bei Hzg. Erich II. von Calenberg-Göttingen darum nach, die Verbindung der beiden Gemeinden wiederherzustellen.4 Die beiden Pfarrämter blieben jedoch getrennt.
Auch für die Zeit der Reformation fehlen Informationen über die Entwicklung im Kirchspiel Husum. Hzgn. Elisabeth hatte die luth. Lehre im Fsm. Calenberg als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich eingeführt: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden des Fürstentums visitieren.5 Nachdem Elisabeths Sohn 1545 als Erich II. die Regierungsgeschäfte im Fsm. Calenberg übernommen hatte, wechselte er 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.6 1588 ließ er die Gemeinden visitieren. Die überlieferten Protokolle dieser Visitation enthalten nicht nur den Hinweis auf die Trennung der Pfarren Schneeren und Husum im Jahr 1522, sondern nennen auch erstmals einen Husumer Pastor: P. Gerhard Reine (amt. 1579–1603) war 1588 40 Jahre alt und hatte ab 1576 zunächst das Pfarramt in Schneeren innegehabt.7
Das Husumer Kirchengebäude war 1587 wohl baufällig und 1596 wurden für eine Reparatur 3.000 Mauersteine gekauft.8 Während des Dreißigjährigen Krieges stahlen kaiserliche Truppen die Glocke oder Glocken aus dem Kirchturm. 1645 bat die Gemeinde Hzg. Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg um Hilfe bei der Reparatur des „in dieser continuirlichen KriegsUnruhe fast ruinirten undt in abgangk gerathenen Kirchengebewdes“.9 Der Herzog genehmigte daraufhin eine Haussammlung und die Gemeinde konnte die Kirche anscheinend instand setzen lassen. 1670 beschrieb P. Justus Heinrich Engelbert Gersten (amt. 1664–1686) die Kirche als „in ziemlichen Stande“ und den Kirchturm als baufällig. Allerdings könne die Gemeinde „aber den Thurm bey dissen geldlosen zeiten nicht beßern“.10 Die seit 1656 überlieferten Kirchenrechnung dokumentieren eine Vielzahl kleinerer Reparaturen Ende des 17. und während der ersten Jahrzehnte des 18. Jh.11

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1975

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1975

Die Husumer Pastoren waren zu dieser Zeit nicht nur für die Kirchspieldörfer, sondern auch für das seit 1680 ausgebaute Jagdschloss Linsburg zuständig. Während der Amtszeit von P. Ernst August Kupfer (amt. 1697–1705), beklagte sich die Gemeinde, dass sie während der Anwesenheit des kurfürstlichen Hofes in Linsburg „öfternvile Sonntage aneinander weder Predigt noch Catechismuslehre gehabt, sondern alleine der Schulmeister ihnen aus der Postille etwa vorgelesen“ habe.12 Der Gottesdienst in Husum wurde daraufhin eine Stunde vorgezogen.
Im Jahre 1710 schrieb P. Henricus Burchard Arstenius (amt. 1705–1718): „Die Kirche ist Vor Hiesige Gemeine Zu klein, und wehre wol nöthig, das sie erweitert würde“.13 In den folgenden Jahren verschlechterte sich der Zustand des Gebäudes und 1733 stürzte ein Teil des Gewölbes ein. Die übrigen Teile wurden kurz danach abgebrochen. Zum Gottesdienst lud P. Johann Heinrich Grupe (amt. 1732–1742) daraufhin auf den Friedhof ein; Taufen und Abendmahl fanden im Pfarrhaus statt und nur im Winter sollte sich die Gemeinde in der Kirche versammeln, da das Dach noch unbeschädigt war.14 Ende 1735 begann der Abbruch der alten Kirche und am 24. November 1737 feierte die Gemeinde den ersten Gottesdienst in der neuen, größeren Kirche.
Ein Dorfbrand, ausgebrochen in einem Nachbarhaus des Pfarrhauses, zerstörte im Oktober 1774 Pfarre, Schule, Pfarrwitwenhaus, und 22 weitere Gebäude.15 Auch die Kirche brannte aus, lediglich die Außenmauern und die Sakristei blieben stehen. Der Neustädter Sup. meldete dem Konsistorium, P. Georg Ludwig Pott (amt. 1761–1775) habe „alles verloren, und nichts als was er am Leibe gehabt, behalten“.16 In der Folgezeit fanden die Gottesdienste im ungenutzten und später auf Abbruch verkauften Jagdschloss Linsburg statt, wo auch der Pastor Wohnung erhielt. Zur Mitfinanzierung des Wiederaufbaus wurde 1775 eine Kollekte in den Gemeinden der Fsm. Calenberg-Göttingen und Grubenhagen sowie der Gft. Hoya und Diepholz gesammelt. Die Bauarbeiten begannen 1776 und am 23. Juni 1776 predigte P. Heinrich Gottlieb Gerhard Thorey (amt. 1775–1795) erstmals in der neuen Kirche – in der allerdings Stühle, Priechen, Kanzel und Altar noch fehlten. Die Einweihung der Kirche feierte die Gemeinde erst am 20. September 1778 (14. Sonntag nach Trinitatis).
In der Regel waren die Pastoren des Kirchspiels Husum auch landwirtschaftlich tätig und bewirtschafteten das Pfarrland selbst, zuletzt P. Johann Ernst Konrad Heinrich Böning (amt. 1847–1872).17 Besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wanderten viele Familien des Kirchspiels in die USA aus; zwei Gemeinden in Iowa, gegründet von diesen Auswandererfamilien, verstehen sich als Tochterkirchen der Husumer Kirche: St. Pauls Lutheran Church in Waverly (1872) und St. Johns Lutheran Church in Plainfield (1905).18
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Johannes Friedrich Niemann (amt. 1927–1936) und P. Heinrich Christoph Borcherding (amt. 1936–1944, seit 1939 im Kriegsdienst) das Pfarramt Husum inne. P. Niemann schloss sich kirchenpolitisch zunächst den DC an, bevor er später zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft wechselte, der auch P. Borcherding angehörte.19 Als hindernd „für das kirchliche, insbesondere für das gottesdienstliche Leben“ in der Gemeinde Husum schätzte der Nienburger Sup. 1938 die Entfernung zwischen den einzelnen Kirchspieldörfern ein. Von Langendamm wäre der Weg in die Stadt Nienburg beispielsweise kürzer als nach Husum; zudem verändere die im Aufbau befindlich Lufthauptmunitionsanstalt wesentlich das dörfliche Leben in Langendamm.20
In der Nachkriegszeit stieg die Zahl der Gemeindeglieder stark an: 1938 lag sie bei 2.600, 1956 bei 5.100. Neben P. Ernst Schmidt (amt. 1945–1953) war Pfarrvikar Wolfgang Krause (amt. 1950–1953) in der Gemeinde tätig, der seinen Sitz in Langendamm hatte. P. Wilhelm Ludewig (amt. 1953–1973) schrieb in den Unterlagen zur Visitation 1956, Langendamm sei „im Begriff, sich zu einer selbständigen Kapellengemeinde zu entwickeln“.21 Auch der Husumer KV sprach sich nach einigem Zögern für den Bau einer Kapelle in Langendamm aus.22 Am 21. Dezember 1958 konnte der Neubau eingeweiht werden und zum 1. April 1959 errichtete das LKA Hannover die eigenständige KG Langendamm.23
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Sachsens und Hannovers baute die KG Husum in den 1950er Jahren Kontakte zur sächsischen Kirchgemeinde Wolkenburg-Kaufungen auf (nordwestlich von Chemnitz); die Verbindung besteht weiterhin (2016).24 Neben den Gottesdiensten in der Husumer Kirche finden etwa seit den 1970er Jahren monatliche Gottesdienste in den FKap in Linsburg und Schessinghausen statt.25 1980 zeigte sich der Nienburger Sup erfreut über die Entwicklung der KG: Es gebe „erstaunlich viel Jugendliche in der Gemeinde, die sehr aktiv mitarbeiten und der Gemeinde mehr und mehr ihre Prägung geben“.26

Umfang

Husum sowie die Orte Bolsehle, Brokeloh, Groß Varlingen, Linsburg und Schessinghausen. Bis 1959 auch Langendamm (dann eigenständige KG).

Aufsichtsbezirk

Wohl Archidiakonat Mandelsloh der Diözese Minden.27 – 1588/89 zur Insp. Neustadt am Rübenberge. 1825 zur neu errichteten Insp. Holtorf, bei deren Auflösung 1869 zur Insp. Nienburg (1924: KK Nienburg).

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Verputzter, gelber Rechteckbau mit Sakristeianbau im Osten, errichtet 1736/37, nach Brand 1774 weitgehend neu errichtet 1776–79. Walmdach. Mehrere geböschte Stützpfeiler an Längsseiten und Ecken; flachbogige Sprossenfenster. Nach Süden flachbogiges Portal, darüber Inschriftenstein: „DU soLLt gottes Wort hören VnD gUte frUChte Der bUsse brIngen“ (Chronogramm: 1736). Nach Norden flachbogiges Portal mit Inschriftenstein: „Deo DVCe rege georgIo seCVnDo faVente eXsTrVebatVr“ (Unter Gottes Führung und mit Unterstützung König Georgs II. erbaut worden; Chronogramm: 1736, wenn das T irrtümlich groß gesetzt ist; 1737, wenn das T als 1 gezählt wird); Außentreppe zu zwei flachbogigen Emporeneingängen. Im Innern verputztes Tonnengewölbe, u-förmige Emporenanlage. 1767 Pfeiler ausgebessert. 1774 ausgebrannt (nur Mauern und Sakristei erhalten). 1776–79 Wiederaufbau. 1810 Dachreparatur. 1835 Nordprieche erneuert und bis an Ostwand verlängert. 1862 Außenreparaturen. 1872 Südprieche bis an Ostwand verlängert. 1886 Windfänge vor Nord- und Südtür errichtet. 1893 Holztonne neu verputzt. 1961 Innenrenovierung (u. a. Seitenemporen verkürzt). 1970 Außensanierung (u. a. Windfänge entfernt, neuer Außenputz). 1977 Dachneudeckung. 1989 Innenrenovierung (u. a. neue Seitenemporen).

Turm

Im Westen verschieferter, achtseitiger Dachreiter mit achtseitigem Helm, bekrönt mit Kugel und Wetterhahn. Kleine, rechteckige Schallfenster, Uhrziffernblätter nach Norden und Süden. 1773 wohl gebrauchte Turmuhr angeschafft, 1774 zerstört. 1831/32 Erneuerung Dachreiter. 1888 neue Turmuhr (J. F. Weule, Bockenem), 1989 elektrifiziert. 1951 Schieferdeckung.

Vorgängerbau

Vermutlich mittelalterlicher, wohl zweijochiger Bau mit eingezogenem Rechteckchor, Sakristei an Nordseite des Chors und Westturm.28 Nach Beschreibung von 1670 „75 fuß lang und 36 fuß breit“ und „gewölbet bis unter den Thurm“.29 Satteldach, Turm wohl mit Walmdach. Backsteinmauerwerk, Obergeschosse des Turms Fachwerk. Mehrere Stützpfeiler am Schiff.30 Im Innern Gewölbe in Schiff und Chor, gewölbte Turmhalle zum Schiff geöffnet; mehrerer Priechen. 1587 wohl baufällig. 1596 Reparatur (3.000 Mauersteine gekauft). 1645/46 Reparatur. 1670 Turm baufällig. Um 1670/71 Turmuhr angeschafft.31 Seit den 1690er Jahren mehrere Reparaturen. 1733 Gewölbe teilweise eingestürzt, die übrigen abgebrochen. 1735/36 Kirche abgerissen.32

Ausstattung

Barocker Kanzelaltar (1777, Johann Christian Lauber, Hannover; Schnitzereien: Johann Friedrich Blasius Ziesenis, Hannover), Kanzelkorb zwischen zwei korinthischen Pilastern, die Gebälk mit Schalldeckel tragen, auf dem Gebälk zwei Flammenvasen, dazwischen stilisierte Wolken mit Engelsköpfen und Gesetzestafeln, dahinter geschwungener Aufsatz mit Sprenggiebel, als Bekrönung dreieckiges Gottesauge im Strahlenkranz; seitlich des Altars abgewinkelte Scherwände mit rundbogigen Durchgängen; 1961 renoviert, 1989 neuer Anstrich. – Taufstein, kleines Becken (wohl 16. Jh.), Säulenschaft mit achtseitigem Mittelwulst (oberer Teil wohl 16. Jh., unterer Teil mittelalterlich), achtseitiger Fuß (20. Jh.).33 – Hölzerner Opferstock (18. Jh.). – An der Emporenbrüstung Tafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg getöteten Soldaten des Kirchspiels (1922, Friedrich Buhmann, Hannover).

Orgel

1763 keine Orgel vorhanden, Neubauentwurf von Andreas Zuberbier (Obernkirchen), 10 I/aP, nicht verwirklicht.34 1856/57 Orgelbau, ausgeführt von Carl Wilhelm und Friedrich Eduard Meyer, 15 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1925 und 1931 mehrere Pfeifen erneuert, Firma Faber & Greve (Salzhemmendorf). 1963 Umbau und Dispositionsänderungen, ausgeführt von Schmidt & Thieme (Hannover). 1999–2000 Restaurierung der Orgel, Jörg Bente (Helsinghausen), 15 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (11 originale Register).35

Geläut

Eine LG, gisʼ (Bronze, Gj. 1776, Johann Heinrich Christian Weidemann, Hannover), Inschriften: „Psalm 126 V[ers] 3 Der Herr hat grosses an uns gethan, des sind wir fröhlich. Psalm 135, 21 Gelobet sey der Herr aus Zion. Halleluja“, „Diese Glocke ist verbrandt d[en] 13ten October 1774 zu Husum. Zu der Zeit war Prediger zu Husum H. G. G. Thorey, C. Hoffmeier Bauherr, C. H. Borcherding und I. H. Ludewig Altaristen“ und „Joh. Heinr. Christ. Weidemann goss mich in Hannover Anno 1776“; im Ersten Weltkrieg von Ablieferung befreit; im Zweiten Weltkrieg von Ablieferung befreit, da sie „auch als Feuerglocke diente“; nach 1966 restauriert (kleiner Riss geschweißt).36 – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze), 1625 gestohlen. Neue Glocke (Bronze, Gj. um 1646), 1774 beim Kirchenbrand geschmolzen, umgegossen zu jetziger LG.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1775/76). – Gemeindehaus (Bj. 1914). – Küster- bzw. Schulhaus (Bj. 1898, in den 1950er Jahren verkauft, 1973 abgerissen).

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof rund um die Kirche; einige Grabsteine erhalten.37 Neuer kirchlicher Friedhof nördlich von Husum, angelegt 1859, FKap (Bj. um 1969). Kommunale Friedhöfe in Bolsehle (1919), Brokeloh (FKap, Bj. 1970er Jahre), Linsburg (1828, mit FKap, Bj. um 1970) und Schessinghausen (1921, FKap, Bj. 1965).

Liste der Pastoren (bis 1940)

1579–1603 Gerhard Reine. – 1603–1622 Matthias Haken. – 1622–1626 Christoph Render. – 1626–1664 Caspar Gerstmann (Gerstius). – 1664–1686 Justus Henrich Engelbert Gerstmann (Gerstius). – 1686–1690 Johann Hinrich Dietrich Polmann. – 1691–1696 Bernhard Christoph Heimann. – 1697–1705 Erich August Kupfer. – 1705–1718 Henrich Burchard Arstenius. – 1719–1732 Justus Hermann Ludwig Beneke. – 1732–1741 Johann Heinrich Grupe. – 1741–1750 Justus Henrich Langschmidt. – 1750–1760 Johann Andreas Heinrich Lange. – 1760–1774 Georg Ludwig Pott. – 1775–1795 Heinrich Gottlieb Gerhard Thorey. – 1795–1805 Johann Georg Ludwig Heise. – 1805–1820 Johann Friedrich Konrad Beuermann. – 1821–1833 Christian Friedrich Grote. – 1833–1846 Georg Carl Wilhelm Schlote. – 1847–1872 Johann Ernst Konrad Heinrich Böning. – 1872–1884 Heinrich Christoph Friedrich Woltmann. – 1885–1888 Heinrich Julius Karl Niemack. – 1888–1927 Eduard Ernst Christian Meyer. – 1927–1936 Johannes Friedrich Niemann. – 1936–1944 Heinrich Christian Borcherding.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 552–553

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 6062–6085 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 4068–4077 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 313, Bl. 147–150 (CB); A 9 Nr. 1171Digitalisat, 1172Digitalisat, 1173Digitalisat, 1174Digitalisat (Visitationen); A 12e Nr. 5 (GSuptur. Hannover); D 60 (EphA Nienburg); L 5a Nr. 217–219 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 09 rep Nr. 1489 (Presseausschnittsammlung); S 11 a Nr. 7770 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1774
Trauungen: ab 1774
Begräbnisse: ab 1774
Konfirmationen: ab 1775 (Lücken: 1876–1871, 1875)
Kommunikanten: ab 1732 (Lücken: 1821–1875, April 1908–1911)

Literatur

A: Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz I, S. 320–321; Gade, Hoya und Diepholz II, S. 411–414; Heckmann, Kirchen und Kapellen, S. 30–31; Meyer, Pastoren I, S. 552–553; Müller, Orgeldenkmalpflege, S. 130–131.
B: 750 Jahre Husum. Festschrift, hrsg. von der Gemeinde Husum, Nienburg 2000; Stefan Amt: Die Baugeschichte der St.-Jacobi-Kirche in Husum, in: Nienburger Heimatkalender 1996, S. 109–119; Matthias Jentsch: Geschichte der Kirche zu Husum, [Husum 1989].

GND

2110306-9, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Jacobi (Husum, Nienburg); 1142544281, Evangelisch-Lutherische St. Jacobi-Kirchengemeinde (Husum, Kr. Nienburg/Weser)


Fußnoten

  1. UB Loccum I, Nr. 143 und 147; Cal. UB III, Loccum, Nr. 136 und 137.
  2. UB Loccum I, Nr. 27; Cal. UB III, Loccum, Nr. 39; Fesche/Boettcher, Urkunden Neustädter Land I, Nr. 23 (mit Übersetzung).
  3. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 56.
  4. NLA HA Cal. Br. 23 Nr. 182, 29.04.2021; Jentsch, S. 4; Friedrich Lunde: Die Kirchengemeinde Schneeren, in: Heimatland. Zeitschrift für Heimatkunde, Naturschutz, Kulturpflege 4/1967, S. 161–164, hier S. 163; Wilhelm Struckmann: Schneeren. Ein Dorf in der Geest zwischen Grinderwald und Steinhuder Meer. 1215–1988, Stolzenau 1993, hier S. S. 255 f.
  5. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
  6. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  7. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 56.
  8. Jentsch, S. 4 ff.
  9. Zit. bei Jentsch, S. 9.
  10. LkAH, A 8, Nr. 313, Bl. 148v.
  11. Jentsch, S. 11 ff.
  12. Zit. Jentsch, S. 118.
  13. Zit. bei Jentsch, S. 13.
  14. Zum Neubau: Jentsch, S. 20 ff.
  15. Jentsch, S. 32.
  16. Zit. bei Jentsch, S. 33.
  17. Jentsch, S. 122.
  18. Jentsch, S. 101.
  19. Jentsch, S. 123 f.; LkAH, S 1 H III, Nr. 712, Bl. 07.
  20. LkAH, L 5a, Nr. 217 (Visitation 1938).
  21. LkAH, L 5a, Nr. 217 (Visitation 1956).
  22. LkAH, L 5a, Nr. 217 (Visitation 1956).
  23. KABl. 1959, S. 52 f.
  24. Jentsch, S. 102. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  25. LkAH, L 5a, Nr. 219 (Visitation 1974); Jentsch, S. 103.
  26. LkAH, L 5a, Nr. 218 (Visitation 1980).
  27. Holscher, Bisthum Minden, S. 242 f. (Schwedernhausen als Verschreibung von Schneeren und Husum).
  28. Zur Baugeschichte zuletzt: Amt, S. 109 ff.
  29. LkAH, A 8, Nr. 313, Bl. 148v. Eine jüngere Beschreibung von 1710 zit. bei Jentsch, S. 13.
  30. Grund- und Aufriss (vor 1735): Jentsch, S. 18, Amt, S. 110.
  31. Jentsch, S. 88 f.
  32. Gade, Hoya und Diepholz II, S. 412 f.
  33. Jentsch, S. 65 f.
  34. Zum Folgenden: Jentsch, S. 68 ff.
  35. Müller, Orgeldenkmalpflege, S. 131; siehe auch: https://www.bente-orgelbau.de/ref_husu.htm, 16.08.2021.
  36. Jentsch, S. 87.
  37. Jentsch, S. 103 ff.