Frühere Gemeinde | KapG der KG Barterode | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen | Patrozinium: Nikolaus | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Das Dorf Eberhausen bestand schon im 12. Jh. und wird in einer Urkunde des Mainzer Ebf. für das Kloster Bursfelde 1204 erstmals urkundlich erwähnt.1 Güter und Gerechtsame besaßen neben Bursfelde auch die Klöster Lippoldsberg und Hilwartshausen. Der größere Teil gelangte aber in den Besitz der Herren von Adelebsen, die 1347 von Hzg. Ernst I. von Braunschweig-Göttingen mit dem Gericht to deme assche, zu dem auch Eberhausen gehörte, belehnt wurden. Durch Verkauf und Verpfändung kam das Dorf später ganz an das Kloster Bursfelde. Die von Adelebsen behielten jedoch das Patronatsrecht über die Kirche. Die Landesherrschaft lag bei den Welfen (Fsm. Calenberg, Patrimonialgericht (1852: Amt) Adelebsen, 1859 Amt Uslar).
Die Kapelle ist wahrscheinlich eine Gründung des Klosters Bursfelde.2 Wann sie entstand, ist unbekannt. Das Nikolaus-Patrozinium wurde möglicherweise von einer älteren Bursfelder Kapelle an der Weserfurt nach Eberhausen übertragen. Die Eingliederung in die Parochie Barterode könnte auf die Besitzrechte der von Adelebsen zurückzuführen sein, die auch dort begütert waren. In Eberhausen fanden in nachref. Zeit vierteljährlich Abendmahls-GD statt. Es hatte einen eigenen Schullehrer, dem 1822 auch die Küsterdienste in Barterode übertragen wurden, um seine Einnahmen und damit die Attraktivität der Stelle zu steigern.
Mit dem 1. Januar 1972 wurde die KapG aufgehoben und gemeinsam mit der KG Güntersen in die KG Barterode eingegliedert.3

Patronat

Die Herren, ab 1903 Frhr. von Adelebsen (wohl seit Anfang des 16. Jh. in Verbindung mit dem Lehnsauftrag der von Adelebsenschen Güter an die Hzg. von Braunschweig und Lüneburg; bestätigt 1594). Das Patronat ist 1957 mit dem Tod des letzten Namensträgers, Georg Frhr. von Adelebsen, erloschen.4

Kapellenbau

Der wohl zwischen 1437 und 1480 errichtete Kirchturm ist das älteste erhaltene Bauwerk in Eberhausen und diente ursprünglich als eigentlicher Kapellenraum mit darüber liegendem Zehntspeicher sowie Wartturm und Zufluchtsort bei drohender Gefahr. Erster Anbau noch vor dem Dreißigjährigen Krieg, vermutlich um 1594 (Datierung des Taufsteins). Erweiterung 1671. Bei einem Umbau 1740/55 wurde u. a. ein neuer Zugang an der Westseite geschaffen. Wegen Baufälligkeit wurde das Schiff 1829 abgebrochen und 1841 als Fachwerksaal mit nach Osten abgewalmtem Dach neu errichtet. 1959–64 wurde unter dem Altarraum ein Gemeinderaum eingerichtet und dabei der Innenraum der Kirche gründlich umgestaltet. Westempore.

Turm

Im Kern mittelalterlicher Westturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung. Beim Neubau der Kirche 1841 wurde das Kreuzgewölbe des unteren Turmraums beseitigt und ein Treppenzugang in die oberen Geschosse geschaffen. Ursprünglich mit Satteldach, seit 1841 niedriges Pyramidendach. Bekrönung: Kugel und Kreuz.

Ausstattung

Die Kapelle erhielt beim Neubau 1841 eine zeitgenössische Ausstattung mit einer schlichten, klassizistischen Kanzelaltarwand, die im Zuge der Renovierung 1959–64 beseitigt wurde. Auf dem Altar befindet sich heute ein Retabel im Bauernbarock mit einer Himmelfahrtsdarstellung (vom ehemaligen Kanzelaltar in Güntersen, wohl 1696). – Pokalförmige Sandsteintaufe auf quadratischem Fuß (1594).5 Nach Mithoff wurde die Taufe 1841 an einen Einwohner von Eberhausen verkauft und kam wohl später in die Kirche zurück.6

Orgel

1865 Neubau durch Carl Heyder (Heiligenstadt), 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: e’’ (Bronze, Gj. 1959, H. Kurtz, Stuttgart); II: fis’’ (Bronze, Gj. 1893, J. J. Radler, Hildesheim). – Früherer Bestand: Catharina Magdalena von Adelebsen stiftete 1657 eine neue Glocke, die eine im Dreißigjährigen Krieg geraubte ersetzte. Sie wurde 1893 in Zahlung gegeben, als die Gemeinde bei der Firma J. J. Radler & Söhne (Hildesheim) zwei neue beschaffte. Die größere Radler-Glocke wurde 1917 abgegeben und 1924 durch einen Neuguss der Erz- und Glockengießerei C. Strömer (Erfurt) ersetzt. Die große Glocke wurde im Zweiten Weltkrieg gleichfalls abgeliefert und 1959 durch die heutige LG I ersetzt.

Friedhof

Beisetzungen ursprünglich in Barterode. Eberhausen verfügt seit dem 17. Jh. über einen eigenen Friedhof, seit 1954 am heutigen Standort Auf dem Schilde nördlich der Dorflage. In Trägerschaft des Fleckens Adelebsen. FKap (Bj. 1970).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 604 (Pfarroffizialsachen).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 414; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 84 f.
B: Hans-Jürgen Pflug: Zwischen Klosterbrüdern und Adelsherren. Eberhausen, [Göttingen-Geismar] 1994.


Fußnoten

  1. NLA HA Cal. Or. 100 Bursfelde Nr. 12.
  2. Mithoff, Kirchen und Kapellen Göttingen, S. 390.
  3. KABl. 1972, S. 4.
  4. LkAH, B 2 G 15/Eberhausen.
  5. Mathies, Taufbecken, S. 120.
  6. Mithoff, Kirchen und Kapellen Göttingen, S. 390.