Frühere Gemeinde | Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | Patrozinium: Petrus | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Ansicht von Nordwesten, Foto: Helmut Janicki, 1956-58

Kirche, Ansicht von Nordwesten, Foto: Helmut Janicki, 1956-58

Das Dorf Büren (seit 1974 Ortsteil der Stadt Neustadt a. Rbge.) wird 1215 als Namensbestandteil des Hermannus de Buren erstmals urkundlich erwähnt. Es kam 1302 mit der Gft. Wölpe in den Besitz der Welfen und bei der Erbteilung von 1495 zum Fsm. Calenberg (Amt Neustadt a. Rbge. ). Wann die Kirche gegründet wurde, ist unbekannt. Sie gehörte jedenfalls in vorref. Zeit zum Kloster Mariensee (ohne ihm inkorporiert worden zu sein) und wurde von dort aus durch einen Kaplan versorgt.1 1438 wird sie erstmals als kerke bezeichnet. 1543, mit Einführung der Reformation, soll sie selbständige Pfarre geworden sein. Als P. wird im Visitationsabschied Bartoldus Nigemeier genannt. Vor 1565 wurde Büren als mater combinata mit Dudensen verbunden und im Erbregister von 1584 als „zur Kirchen zu Duensen gehörig“ bezeichnet.2
Mit dem 1. Juli 1977 wurde die pfarramtliche Verbindung mit der KG Dudensen durch eine Verbindung mit der KG Mariensee abgelöst.3 Zum 1. Januar 2009 wurden die KG Büren und Mariensee zur Ev.-luth. Kirchengemeinde Mariensee in Neustadt am Rübenberge vereinigt.4

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Mandelsloh der Diözese Minden. – 1589 zur Insp. Neustadt a. Rbge. (seit 1. Januar 2001 KK Neustadt-Wunstorf).

Patronat

Die von Mandelsloh (noch 1584), später das Kloster Mariensee.

Kirchenbau
Kirche, Grundriss, vor 1958

Kirche, Grundriss, vor 1958

Das KGb, ein Fachwerksaalbau mit unverputzter Ziegelausfachung, entstand wohl 1769 an der Stelle eines gotischen Vorgängerbaus auf Kosten des Ritterguts Evensen. Über dem Chor ein abgewalmtes Satteldach. Voutendecke. Empore.

Turm

Achtseitiger verschieferter Dachreiter (1990 erneuert). Da die Statik des Dachreiters kein Glockengeläut mehr zuließ, wurde 1975/76 vor dem Eingang der Kirche ein neuer Glockenturm mit Aufbahrungsraum errichtet.

Kanzelaltar, Foto: Helmut Janicki, 1956-58

Kanzelaltar, Foto: Helmut Janicki, 1956-58

Ausstattung

Spätbarock-klassizistischer Kanzelaltar aus Holz (um 1790); hinter dem Stipes ein einfacher Kulissenaufbau mit ionischen Pilastern und Gebälk ohne Giebel. Das Altarbild (Abendmahl von Gebhardt) ist eine Stiftung des Landwirts Wilhelm Rodewald. –Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Orgel

Ihre erste Orgel erhielt die Kirche 1957 als Stiftung des Plantagenbesitzers Hermann Schimpf. Bau durch Friedrich Weisenborn (Braunschweig), 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Einweihung am 23. Juni 1957. Instandsetzungen 1973 durch Firma Peter Reichmann (Braunschweig) und 1995 durch Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen).

Geläut

Zwei LG, I: f’’ (Bronze, Gj. 1976, Gebrüder Bachert, Bad Friedrichshall); II: c’’’ (Bronze, Gj. 1911, J. J. Radler, Hildesheim; frühere SG). – Früherer Bestand: Eine LG in fis’’ (Eisenhartguss, Gj. 1920, Ulrich & Weule, Apolda/Bockenem) wurde beim Bau des neuen Glockenturms 1976 ausgetauscht.

Friedhof

Im Osten des Dorfs an der Bürener Straße. Eigentum der Realgemeinde; Verwaltung durch das Kirchenamt Wunstorf.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 2410-2413 (Pfarroffizialsachen).

Literatur

A: 400 Jahre KK Neustadt a. Rbge., S. 63; Aust/Benne u. a., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 292; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 354; Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt, S. 24 f.


Fußnoten

  1. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 401, Anm. 807.
  2. Ehlich, Erbregister Neustadt, S. 211.
  3. KABl. 1977, S. 107.
  4. KABl. 2008, S. 263.