Frühere Gemeinde | Sprengel Lüneburg, KK Lüchow-Dannenberg | Patrozinium: Nicht bekannt1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Ortschaft nordwestlich von Hitzacker und seit 1972 Ortsteil der Stadt Hitzacker. Seit dem 14. Jh. urkundlich belegt. Die Kirche in Bahrendorf wird Ende des 14. Jh. in einem Catalogus ecclesia parochialis diocesis Verdensis genannt.2 Sie war schon während des Dreißigjährigen Krieges mater combinata von Drethem und Wietzetze, die 1534 als Kapellen des Ksp. Hitzacker nachgewiesen sind.3 Bahrendorf hat selbst kein eigenes KGb mehr, war aber Pfarrsitz für die drei Gemeinden. GD fanden in den Kirchen von Wietzetze und Drethem sowie in der FKap zu Neu Darchau statt.
Mit dem 1. Januar 1964 wurden die (formal noch eigenständigen) KG Drethem und Wietzetze mit der KG Bahrendorf zu einer KG unter dem Pfarramt in Bahrendorf vereinigt.4 Zugleich wurden die in der politischen Gemeinde Sammatz wohnhaften Glieder der St.-Lamberti-KG Nahrendorf nach Bahrendorf umgepfarrt5 und unter gleichzeitiger pfarramtlicher Verbindung mit Bahrendorf die neue KG Neu Darchau gebildet.6 Der Pfarrsitz blieb bis zum Ruhestand des Ortsgeistlichen in Bahrendorf. Am 1. Oktober 1965 wurde er von dort nach Neu Darchau verlegt7 und mit dem 1. Januar 1972 die KG Bahrendorf in die KG Neu Darchau eingegliedert.8

Umfang (einschließlich mater combinata)

Die Dörfer Bahrendorf, Neu Darchau, Drethem, Glienitz, Klein Kühren, Kolepant, Pommau (teilweise), Schutschur und Wietzetze, das Forsthaus Leitstade, die Vorwerke Darzau, Grünhagen und Groß Kühren. Zum 1. Juli 1895 wurden die rechtselbischen Ortschaften Kolepant, Neu Schutschur und Pommau II von Bahrendorf nach Stapel umgepfarrt.9

Aufsichtsbezirk

Propstei Dannenberg der Diözese Verden. – Die Propstei und ihr Bezirk bestanden auch nach Einführung der Reformation fort. 1564 wurde Dannenberg der Suptur. in Lüchow unterstellt. Ab 1569 war es wieder selbständige Insp.10 Von 1650 bis 1670 gab es in Hitzacker eine eigene Insp. für das gleichnamige Amt; nachher wieder zur Insp. (1924: KK) Dannenberg. Ab 1. Januar 2006 KK Lüchow-Dannenberg.

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Keine Kirche in Bahrendorf. – Kirchen in Drethem und Wietzetze.

Liste der Pastoren (bis 1940)

16.. Christian Holtzendorf. – 1700–1726 mit Riebrau verbunden. – 1726–1734 Ludolf Heinrich Rethmeyer. – 1734–1753 Johann Georg Finisch. – 1753–1770 Christoph Friedrich Benedictus Culemann. – 1771–1783 Johann Gotthelf Stützing. – 1783–1794 Friedrich Wilhelm Ludwig Meyer. – 1795–1807 Konrad Anton Wilhelm Mensing. – 1807–1814 Otto Johann von Bonn. – 1814–1822 Friedrich Heinrich Christoph Armbrecht. – 1823–1824 Heinrich Julius Piepenbrink. – 1824–1827 Georg Justus Leopold Hoffmann. – 1829–1842 Christian Friedrich Elers. – 1842–1849 Georg Albrecht Willrich. – 1849–1856 Johann Friedrich Christian Ludwig Völger. – 1856–1881 Georg August Friedrich Niemann. – 1883–1886 Martin Wilhelm Emil Theodor Ubbelohde. – 1887–1892 Johann Jürgen Friedrich Wilhelm Paetzmann. – 1892–1902 Claus Heinrich Hermann Seebo. – 1902–1913 Adolf Friedrich August Quantz. – 1913–1926 Theodor Hermann Paul Freytag. – 1927–1934 Kurt Adolf Rudolf Voß. – 1936–1944 Heinrich Karl August Böttcher.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 47 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 401–411 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 381–397 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 93–97 (Visitationen).

Literatur

A: Gemeindebuch KK Dannenberg, S. 10; Jürries/Wachter, Wendland-Lexikon I, S. 48.


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 270.
  2. Hodenberg, Verden I, S. 86.
  3. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 549, Anm. 1240.
  4. KABl. 1964, S. 6.
  5. KABl. 1964, S. 7.
  6. KABl. 1964, S. 6 f.
  7. KABl. 1965, S. 259.
  8. KABl. 1972, S. 5.
  9. KABl. 1895, S. 54.
  10. Gercke, Propsteien Uelzen und Lüchow, S. 137 f.