Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Johannes | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte

Der heutige Badeort Sahlenburg ist eine Gründung der Ritter Lappe auf der Geest, die hier vor der Verlegung ihres Sitzes nach Ritzebüttel einen Herrenhof besaßen. Schriftlich lässt sich Solenborch erstmals in der ersten Hälfte des 14. Jh. belegen.1 1394 fiel Sahlenburg an das neugegründete hamburgische Amt Ritzebüttel (1864: Landherrenschaft Ritzebüttel, 1926 Landherrenschaft Hamburg). In französischer Zeit gehörte Sahlenburg von 1810 bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich (Kanton Ritzebüttel, Arrondissement Stade, Departement der Elbmündungen). 1937 kam der Ort zum Kr. Hadeln der preußischen Provinz Hannover. Ein Teil Sahlenburgs war bereits 1935 in die Stadt Cuxhaven eingemeindet worden, der Rest kam 1963 zur Samtgemeinde Holte-Spangen, die mit dem 1. Juni 1970 ebenfalls in der Stadt Cuxhaven aufging.2 Im Jahre 1816 lebten knapp 90 Menschen in Sahlenburg, 2018 gut 2.950.
In kirchlicher Beziehung gehörte Sahlenburg von alters her zu Altenwalde, nach der Abspaltung von Steinmarne/Döse Mitte des 16. Jh. zur Parochie der St.-Gertrud-Kirche in Döse.3 Für Sahlenburg wurde 1939 in der Nordheimstraße ein Gemeindehaus mit GD-Raum errichtet, das allerdings schon 1940 von der Organisation Todt beschlagnahmt wurde. Nach der Rückgabe (1946) wurde der Komplex um weitere Anbauten vergrößert. Seit September 1945 betreute P. Heinrich Buck (amt. 1938-1968) den Gemeindebezirk Sahlenburg der KG Döse; ein Antrag auf Errichtung einer eigenständigen KG Sahlenburg war 1951 nicht erfolgreich. 1952 erhielt der Gemeindebezirk ein Pfarrhaus. Mit dem 1. Juli 1969 gründete sich schließlich die KG Sahlenburg und der bisher als Pfarrer an der St.-Gertrud-Kirche in Döse amtierende P. Gunter-Ortwin Kühnel wurde zum ersten Pastor bestellt (amt. 1969-1989, † 2013). Die KG, die seit 1977 zur Landeskirche Hannovers gehört, war zeitweilig Träger eines kirchlichen KiGa (untergebracht in den Gemeinderäuemen, geschlossen 1983). Seit Januar 2018 ist die KG Sahlenburg pfarramtlich mit der KG Altenwalde verbunden.

Aufsichtsbezirk

Bei Gründung zum hamburgischen KK Cuxhaven (1. Januar 1977 aus der Ev.-luth. Kirche im Hamburgischen Staate in die Landeskirche Hannovers umgegliedert).4 Seit 1. Januar 2013 KK Cuxhaven-Hadeln.

Kirchenbau

Verklinkerter Saalbau, ausgerichtet nach Süden, erbaut 1939. Satteldach; flachbogige Fenster nach Westen; Rundfenster nach Süden (Altarraum); flachbogiges Portal nach Norden. Im Innern offener Dachstuhl, viereckige Altarnische. In einem Seitenbereich der Kirche wurde 2003 als Teil der Kinder- und Jugendarbeit ein Kletterbereich eingerichtet.

Fenster

Fensterbilder von P. Gunter-Ortwin Kühnel; hinter dem Altar ein Rundfenster mit den Symbolen der vier Evangelisten.

Turm

Dreigeschossiger Stahlskelettträger auf dem Platz vor der Kirche (erbaut 1966) mit holzverschalter Glockenstube. 1989 ursprüngliches Flachdach durch vierseitiges Zeltdach ersetzt. 2015 Turmsanierung. 1946-66 stand vor der Kirche ein hölzerner Glockenträger.

Ausstattung

Schlichter, hölzerner Tischaltar (1975, Kunsttischlerei Dreyer, Harsefeld). – Altarkreuz (Bronze, 1975, Egino Weinert, Köln). – Niedrige Kanzel. – Schlichte Taufe.

Orgel

Zunächst Harmonium. Später gebrauchte Orgel von der Dreifaltigkeitsgemeinde Hamburg-Hamm erworben. 1972 Orgelneubau, ausgeführt von Firma Werner Bosch (Kassel), 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Drei LG, I: a’; II: h’ (beide Gussstahl, Gj. 1894, Bochumer Verein), beide 1966 von der Martinskirche in Hamburg-Horn übernommen, die damals ein neues Bronzegeläut anschaffte; III: d’’ (Bronze, Gj. 1966). – Früherer Bestand: Als erste LG erhielt Sahlenburg 1946 die alte Betglocke der Döser Kirche als Leihgabe (Bronze, Gj. 18. Jh.), 1966 zurückgegeben.

Literatur

A: Bussler, Stadtlexikon Cuxhaven, S. 198 f.; Hammer/Schade, Hamburger Pastorinnen und Pastoren II, S. 104 f. – B: Heinrich Buck: Dornröschen. Ein Beitrag zur Geschichte des Nordsee-Heil- und Wald-Bades Sahlenburg, 1981; Heinrich Buck: Meine Amtsjahre in Cuxhaven-Sahlenburg (Dornröschen 2. Teil), [nach 1982].


Fußnoten

  1. Buck, Dornröschen, S. 11. Die zit. Schreibweise findet sich in einer Urkunde von 1325, Bremisches UB II, Nr. 262.
  2. Bussler, Stadtlexikon Cuxhaven, S. 313.
  3. Buck, Dornröschen, S. 29 f.
  4. KABl. 1977, S. 1 ff.