KapG der KG Edemissen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | Patrozinium: Johannes | KO: Lüneburger KO von 1643

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte

Das Dorf Plockhorst, heute Ortsteil der Gemeinde Edemissen, wird 1272 als Plochorst erstmals erwähnt.1 1365 übertrug Hzg. Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg die Vogteirechte dem Kl. Wienhausen. Plockhorst gehörte zum Amt Meinersen im Fsm. Lüneburg. Von 1810 bis 1813 war der Ort Teil des Kantons Meinersen im Distrikt Celle des Departements Aller im Kgr. Westphalen. 1811 zerstörte ein Brand den Großteil des Dorfes. Nach 1813 gehörte Plockhorst wieder zum Amt Meinersen, zunächst im Kgr. Hannover, nach der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. 1885 kam der Ort zum Lkr. Peine, 1966 wurde er in die Samtgemeinde Eltze eingemeindet, 1974 nach Edemissen. Das kleine Bauerndorf hatte 1766 insgesamt 17 Feuerstellen und 1939 gut 200 Einwohner.

Kirchlich gehört Plockhorst zu Edemissen und das erste KapGb entstand wohl in nachref. Zeit, denn im Lüneburgischen Pfründenregister von 1534 ist Plockhorst nicht erwähnt.2 Die Kapelle wird erst 1699 in einem Bericht über die Visitation des Kirchspiels Edemissen genannt.3 das KapGb scheint beim Ortsbrand 1811 zerstört worden zu sein, das danach erbaute Schulhaus diente gleichzeitig als Kapelle, ebenso das neue Schulhaus von 1910. Bei der Vermögensauseinandersetzung zwischen Kirche und Schule erwarb die KapG Ende der 1950er Jahre dieses Gebäude, renovierte 1963 den Kapellenraum und baute die übrigen Räume 1969 zur zweite Pfarrwohnung für die KG Edemissen um. Ende 1989 verkaufte sie die ehem. Schule und erwarb kurz darauf ein Grundstück für den Neubau eines Gemeindehauses mit Kapelle.4 Die politische Gemeinde übernahm einen Teil der Baukosten und die KapG konnte die neue Kapelle 1995 einweihen. Plockhorst ist die größte der fünf KapG, die zum Kirchspiel Edemissen gehören.

Kapellenbau

Zwei leicht zueinander versetzte, leicht unterschiedlich hohe Baukörper jeweils über rechtwinklig-trapezförmigem Grundriss mit Pultdächern, 1995 eingeweiht (Architekt Karl-Heinz Muth, Hannover). Im Innern zwei durch eine Holzfaltwand getrennte Räume, die zu einem großen Raum verbunden werden können.

Turm

Kleiner Dachreiter mit offenem Glockengeschoss.

Vorgängerbauten

Über das 1811 zerstörte KapGb ist nichts bekannt. Schul- und Kapellengebäude (Bj. nach 1811), Fachwerkbau. Im neuen Schul- und Kapellengebäude (Bj. 1910), besaß das Klassenzimmer eine verschließbare Apsis mit Altar und Harmonium, seit Ende der 1950er Jahre war das Gebäude im Besitz der KapG, Instandsetzung 1963, Einrichtung einer Pfarrwohnung 1969, Verkauf 1989.

Ausstattung

Taufbecken in Kreuzform. – Farbiges Glasfenster (zuvor in Altarnische der Schulkapelle).

Orgel

1972 erhielt die Kapelle in Plockhorst eine kleine Orgel.5 1980 übernahm die KapG die Interimsorgel aus der Kirche in Edemissen, die von der Firma Schmidt & Mappes (Hannover-Langenhagen) teilweise aus gebrauchten Teilen erbaut worden war, 6 I/– mechanische Traktur, Schleifladen, ohne Prospekt oder Gehäuse; 1981 um ein Pedal und drei Reg. erweitert zu 9 I/P. Neubau 1995 durch Orgelbauer Tzschöckel (Althütte/Schwarzwald), 8 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG dis’’ (Bronze, Gj. 1906, Radler, Hildesheim), diente auch als Schulglocke.

Friedhof

Bis 1992 Eigentum der KapG,6 Mitte 1960er Jahre Erweiterung durch politische Gemeinde und Bau einer FKap.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 1985-1992 (Pfarrbestallungsakten Edemissen); A 9 Nr. 533 (Visitationen Edemissen); D 14 (EphA Sievershausen); S 11a Nr. 7863 (Findbuch PfA Edemissen).

Literatur

A: Kirchen KK Peine, bes. S. 44 f.; Boetticher, Ortsverzeichnis Lkr. Peine, S. 185-187; Jürgens u. a., KD Kr. Peine, S. 152.
B: Bernd Pabst (Bearb.): Plockhorst, Peine 1984; Verein der Heimatgeschichte Edemissen (Hg.): Die Gemeinde Edemissen (Die Reihe Archivbilder), Erfurt 2007, S. 77-86.


Fußnoten

  1. UB Braunschweig II, Nr. 253, Boetticher, Ortsverzeichnis Lkr. Peine, S. 185.
  2. Salfeld, Pfründenregister, S. 95.
  3. Kirchen KK Peine, S. 64.
  4. LkAH, B 2 G 9/Plockhorst Bd. I, Bl. 91 und 96.
  5. LkAH, B 2 G 9 B/Edemissen Bd. I, Bl. 72.
  6. LkAH, L 5h, unverz., Edemissen, Visitation 1996.