Seit 2001 zur Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig | Patrozinium: Nikolaus1 | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Mit Theoderius de Machtigoshusen, dessen Name sich in der Zeugenliste einer undatierten Urkunde aus dem Jahr 1132 findet, ist Mechteshausen erstmals schriftlich belegt.2 Der Ort selbst erscheint 1234 in einer Urkunde, als das Goslarer Kloster Frankenberg Land und eine Mühle in Megtegeshusen erwarb, 1279 auch den Zehnten.3 Das Reichsstift Gandersheim hatte ebenfalls Besitz hier, möglicherweise waren die Güter in Mechtshausen Teil der Gründungsausstattung des Klosters.4 Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Bilderlahe findet sich in einem Lehnsregister des Reichsstifts Gandersheim aus dem 12. Jh. (Bildela).5 Beide Orte gehörten zum Herrschaftsbereich der Gf. von Wohldenberg, die im späten 13. Jh. die nahegelegene Burg Wohldenstein errichten ließen. 1357 kamen die Burg und die dazugehörigen Dörfer an den Bf. von Hildesheim (Gericht Wohldenstein).6 Während der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) wurden Wohldenstein und Bilderlahe sowie das Nachbardorf Odenhausen und der Lamspringer Klosterhof Hebenhausen zerstört. Die Bewohner zogen zum Teil nach Mechtshausen (1524: 12 Höfe, 1581: 31 Höfe).7 Nach Ende der Stiftsfehde fiel das Gericht Wohldenstein an das welfisches Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel. Hzg. Heinrich der Jüngere machte Bilderlahe zum neuen Amtssitz und ließ Vorwerk und Amtshaus errichten.8 Mit der Restitution des Großen Stifts kam das nunmehrige Amt Bilderlahe 1643 wieder unter hildesheimische Landesherrschaft. Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel das Gebiet des Hochstifts Hildesheim an das Kgr. Preußen. In den Jahren des französischen Satellitenkgr. Westphalen (1807-1813) gehörten Bilderlahe und Mechtshausen zum Kanton Seesen im Distrikt Einbeck des Departements Leine. Ab 1815 kamen beide Orte, nun im Kgr. Hannover, zum wieder eingerichteten Amt Bilderlahe, dessen Sitz 1828 nach Lamspringe verlegt wurde. 1854 gingen beide Orte an das zwei Jahre zuvor gegründete Amt Bockenem über. Nach der preußischen Annexion von 1866 blieb die Ämterstruktur zunächst bestehen; 1885 ging das Amt Bockenem dann im neuen Kreis Marienburg auf (1946 Lkr. Hildesheim-Marienburg, 1974 Lkr. Hildesheim). 1972 wurde Bilderlahe und 1974 Mechtshausen in die Stadt Seesen im Lkr. Gandersheim (1977 Lkr. Goslar) eingemeindet. Die beiden Ortschaften waren lange landwirtschaftlich geprägt, die Bevölkerungsstruktur änderte sich mit der Aufsiedlung der Domäne Bilderlahe seit den 1950er Jahren, die Gemeindeglieder waren 1971 „fast alles Umsiedler und Ostvertriebene“.9 Mitte der 1990er Jahre wohnten in den beiden „sehr ländlich strukturierten“ Dörfern „vor allem Pendler“.10 Um 1810 hatte Bilderlahe knapp 230 Einwohner, 1947 – aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs – gut 450 und 2019 rund 430. Mechtshausen zählte um 1810 etwa 480 Einwohner und 2018 gut 350.
Kirchlich war Mechtshausen vor der Reformation eine Tochtergemeinde des im 16. Jh. zerstörten Odenhausen. Der erste namentlich bekannte Geistliche ist der 1303 als Urkundenzeuge genannte Dominus Engelhardus plebanus in Odenhusen.11 Bilderlahe war seinerzeit eine eigenständige Gemeinde, ein erster – namentlich allerdings nicht bekannter – Kleriker lässt sich hier 1295 belegen.12 Im Jahr 1317 war Bertold von Bilderla Priester des Dorfes, 1319 möglicherweise Gerhardus de Bilderlah, gleichzeitig Kanoniker in Gandersheim.13 Ein eigenes Gotteshaus ist in Mechtshausen erstmals in der ersten Hälfte des 16. Jh. nachweisbar. Im Erbregister des Gerichts Wohldenstein findet sich der Eintrag: „Die Kapelle ist Filia in der Pfarrkirche im wüsten Dorf Odenhausen.“14 Anscheinend hatte die Kirche die Zerstörung des Ortes während der Hildesheimer Stiftsfehde überstanden. Auch Bilderlahe wurde in der Stiftsfehde zerstört.
Zur Zeit der Reformation gehörten Mechtshausen und Bilderlahe zum Fsm. Braunschweig-Wolfenbüttel und erlebten eine erste Einführung der luth. Lehre, nachdem die Truppen des Schmalkaldischen Bundes 1542 den kath. Hzg. Heinrich den Jüngeren vertrieben hatten. Lgf. Philipp von Hessen und Kfs. Johann Friedrich von Sachsen setzten eine Statthalterregierung ein, die Johannes Bugenhagen, Martin Görlitz und Antonius Corvinus mit einer Visitation der einzelnen Kirchengemeinden beauftragte, 1543 die Christlike kerken-ordening im lande Brunschwig, Wulffenbüttels deles erließ und 1544 eine weitere Generalvisitation veranlasste.15 In den Visitationsprotokollen findet sich zu Mechtshausen der Eintrag: „ist filia in Odenhusen, wird cauirt durch Andreas Fischer, Pfarrer zu Odenhusen“.16 P. Andreas Fischer (amt. 1523-1547) wechselte vermutlich zur luth. Lehre und war der erste ev. Pfarrer der Gemeinde. In Bilderlahe, das der Braunschweiger Hzg. nach Ende der Stiftsfehde als neuen Amtssitz wieder aufbauen ließ, gab es anscheinend kein Gotteshaus. Die Bilderläher besuchten die Kirche im wüsten Odenhausen, teilten sich also einen Geistlichen mit Mechtshausen.17 1547 konnte Hzg. Heinrich nach Braunschweig-Wolfenbüttel zurückkehren und versuchte, sein Fsm. zu rekatholisieren. Mit dem Regierungsantritt seines Sohnes kehrte Braunschweig-Wolfenbüttel 1568 jedoch zur ev. Konfession zurück: Hzg. Julius ließ die Kirchengemeinden erneut visitieren und erließ 1569 die später sogenannte Calenberger Kirchenordnung.18 In Mechtshausen und Bilderlahe wirkte zu dieser Zeit P. Gottfried Dennenmann (amt. etwa 1548-1592), der bis etwa 1575 zugleich Pfarrer in Bornhausen war. Im Protokoll zur Visitation 1575 heißt es: „ist ein alter frommer Mann, der bei des alten Herrn hochlöblichen Gedechtnus Zeiten von den Papisten viele Verfolgung hat erlitten.“19 Auf P. Gottfried Dennenmann folgte sein Sohn P. Daniel Dennenmann (amt. 1593-1628?). Während des Dreißigjährigen Krieges kehrten Bilderlahe und Mechtshausen 1643 zurück unter hildesheimische Herrschaft (Restitution des Großen Stifts), blieben aber aufgrund der Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 ev., obwohl sie mit dem Bf. von Hildesheim nun einen kath. Landesherrn hatten. Wie bei Vater und Sohn Dennenmann im 16. Jh., ging die Pfarre Mechtshausen auch im 17. und 18. Jh. zum Teil vom Vater auf den Sohn über: Auf P. Nikolaus Pantzerbitter (amt. 1642-1664) folgte sein Sohn P. Andreas Pantzerbitter (amt. 1664-1689) und auf P. Justus Zacharias Süßschlaf (amt. 1712-1753) dessen Sohn P. Rudolf Gerhard Süßschlaf (amt. 1753-1784).20
Als hildesheimischer Amtssitz hatte Bilderlahe nach 1643 wieder einen kath. Geistlichen erhalten, 1717 eine neue kath. Kirche (St. Michael) und etwa zu dieser Zeit auch einen kath. Lehrer (eine ev. Schule wurde eröffnet).21 Die ev. Bilderläher, die Mehrheit der Bevölkerung, nutzten weiterhin Kirche und Friedhof in Odenhausen. 1730 heißt es in einer Beschreibung der luth. Dörfer des Hochstifts Hildesheim: „Es lieget aber ausser Mechtshausen oben auf dem Berge vor dem Holtze noch eine Evangelische Kirche, woseibst die Lutherischen Einwohner von Ambt Bilderlah zur Kirche gehen, und muß alda der Pastor von Mechtshausen alle um den 2. â. 3 Sontag predigen, und communion halten.“22 Im Jahr 1808 musste die Kirche schließlich wegen Baufälligkeit aufgegeben werden, 1815 stürzte ihr Turm ein. Der umliegende Friedhof diente den Lutheranern aus Bilderlahe jedoch weiter als Begräbnisstätte.23 Ein Dorfbrand zerstörte 1848 auch die Kirche in Mechtshausen, Gottesdienst feierte die Gemeinde nun im Schulraum.24 Der Neubau verzögerte sich, da lange über die Finanzierung gestritten wurde. Auch nach der Einweihung des neuen Gotteshauses am ersten Advent 1854 setzte sich dieser Streit noch fort.25 Die Pläne für den Kirchenbau hatte der Goslarer Stadtbaumeister Gottfried Carl Friedrich Wiepking entworfen.26 Wegen des guten Kirchenbesuchs in der Gemeinde trug Mechtshausen im 19. Jh. den Beinamen „die Christenheit“.27 Ende des 19. Jh. übernahm P. Otto Heinrich Nöldecke (amt. 1898-1908) das Pfarramt in Mechtshausen. Mit ihm zog auch sein Onkel Wilhelm Busch in das Pfarrhaus ein. Busch verstarb 1908 in Mechtshausen und liegt begraben auf dem alten Friedhof bei der Kirche.28 Die Ortsgruppe der NSDAP ließ 1935 einen Busch-Gedenkstein vor dem Pfarrhaus errichten und nicht zuletzt auf Druck der Partei verkaufte die Kirchengemeinde 1942 das Pfarrhaus an die Wilhelm-Busch-Gesellschaft. Nach längerem Rechtsstreit, begleitet von Spannungen und Unruhe in der Kirchengemeinde (Aufruf zum Kirchenstreik), gelang 1952 der Rückkauf. Die beiden Zimmer, die Wilhelm Busch bewohnt hatte, blieben Gedenkstätte.29 Das Nebeneinander von Pfarramt und Wilhelm-Busch-Gesellschaft führte auch in der Folgezeit mehrfach zu Spannungen.
Seit 1938 war die Pfarrstelle in Mechtshausen unbesetzt. Im Visitationsbericht 1940 notierte der Sup.: „Die Gemeinde war früher so kirchlich, daß man sie ‚die christliche Gemeinde‘ nannte. Das Wirken der Partei und des früheren Lehrers scheinen verheerend gewirkt zu haben.“30 Mit dem Ostgeistlichen P. Arno Stritzel (amt. 1945-1949) erhielt die Gemeinde nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder einen eigenen Pfarrer. Der Zuzug Geflüchteter und der Beschluss, die Domäne Bilderlahe aufzusiedeln, waren die Ausgangspunkte für die Entscheidung, in Bilderlahe eine eigene Gottesdienststätte einzurichten. Seit 1952 feierten die ev. Bilderläher ihre Gottesdienste alle zwei Wochen in der kath. Kirche; zuvor hatten sie die ev. Schule genutzt und vor dem Zweiten Weltkrieg hatte es zudem nur einen Gottesdienst pro Monat gegeben.31 Bei der Visitation 1954 fasste der Sup. zusammen: „Die Gemeinde Bilderlahe im südlichsten Zipfel des Kirchenkreises Bockenem, sehr nahe an das Braunschweigische heranreichend, fühlte sich wohl etwas wie ein vergessenes, wenn nicht gar verstossenes Kind.“32 Er sprach sich vehement dafür aus, in Bilderlahe ein eigenes kirchliches Zentrum zu schaffen. 1955 konnte der Grundstein für eine Kapelle gelegt werden. Der Gustav-Adolf-Verein förderte das Vorhaben und die kleine Gemeinde unterstützte den Kapellenbau mit einem „Strom von Opfern und Gaben“.33 Die Pläne hatte der Hildesheimer Architekt August Albert Steinborn entworfen. Ein Jahr später feierte die Gemeinde die Einweihung der neuen Gustav-Adolf-Kapelle.34 Das Engagement und das gemeindliche Leben in der Ortschaft Bilderlahe seien ein „Lichtblick“ für die Kirchengemeinde Mechtshausen, urteilte der Sup. 1959.35 Zur Bildung einer eigenen KapG Bilderlahe kam es nicht; der KV setzte sich allerdings jeweils zur Hälfte aus Mechtshäusernern und Bilderlähern zusammen.
Die Pfarrstelle Mechtshausen war seit 1961 dauervakant. Die Vertretung übernahmen zeitweise die Pfarrer von Hary (1961-1963, 1972-1984), zweitweise die Sup. von Bockenem (1963-1971, 1984-1995).36 Den pfarramtlichen Dienst in Bilderlahe und Mechtshausen versahen in dieser Zeit nacheinander der Lektor Robert Scheibe (amt. 1962-1972), die Prädikantin Elisabeth Retzlaff (amt. 1974-1983) und der Diakon Karl Christian Hoppe (amt. 1983-1995).37 Im Jahr 1995 hob das Landeskirchenamt die Dauervakanz auf, wandelte die Pfarrstelle in eine Stelle mit halbem Dienstumfang um38 und mit Pn. Birgit Berg (1995-2001) erhielt die Gemeinde wieder eine Pfarrerin. Nachdem die Gemeinde seit 1985 den Namen „Ev.-luth. St. Nicolai-Kirchengemeinde Mechtshausen (zuständig für Mechtshausen und Bilderlahe)“ trug, änderte sie ihre Bezeichnung 1996 zu „Ev.-luth. Kirchengemeinde Mechtshausen-Bilderlahe“.39
Zum 1. Januar 2002 wechselte die KG Mechtshausen-Bilderlahe in die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig und gehört dort zur Propstei Seesen.40 Sie bildet einen Pfarrverband mit der Gemeinde Bornhausen (Pfarrsitz). Überlegungen zum Wechsel der Landeskirche existierten schon Anfang der 1970er Jahre.41

Umfang

Die Dörfer Mechtshausen und Bilderlahe.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Seesen der Diözese Hildesheim.42 – 1542/44 zur Insp. Gandersheim, 1568/69 zur Insp. Seesen.43 Seit 1651/52 Insp. der Ämter Wohldenberg und Bilderlahe (ohne festen Sitz der Suptur).44 1807 Insp. Bockenem, Sitz der Suptur. bis 1817 in Nette, dann in Sehlde.45 1833 zur neu organisierten Insp. (1924: KK) Bockenem. Nach Fusion mit KK Hoheneggelsen 1976 zum 1. Januar 1978 umbenannt in KK Bockenem-Hoheneggelsen.46 Seit 2002 Propstei Seesen der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig.

Patronat

Das Kloster Gandersheim, das verschiedene Adelsfamilien mit dem Patronat belehnte: 1568 die Herren von Steinberg, um 1620 die Herren von der Schulenburg, später die Herren von Stopler. Seit 1643 der jeweilige Landesherr (bis 1871; u. a. Bf. von Hildesheim, Kg. von Preußen, Kg. von Hannover).47

Kirchenbau – Nikolaikirche Mechtshausen

Schlichter Rechteckbau, errichtet 1853-54, Architekt: Stadtbaumeister Gottfried Carl Friedrich Wiepking (Goslar). Satteldach, im Osten abgewalmt, große Rundbogenfenster. Im Innern flache Decke mit Vouten, Westempore. Neugestaltung Innenraum 1948 (Neuausmalung, Apostelfiguren an Seitenwänden entfernt). Neuausmalung Innenraum 1965, Innenrenovierung 1992. Sanierung Fundament 2003.

Turm

Rechteckiger Westturm, etwas schmaler als Kirchenschiff. Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, Turmhelm mit viereckigem Ansatz und achteckig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne; Uhrgauben nach Norden und Süden, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Westen, rundbogige Schallöffnungen. Bei Brand 1848 „zwar beschädigt, dennoch von so guter Beschaffenheit und in senkrechter Stellung, dass er wieder hergestellt“ werden konnte.48 Sanierung 1962-64. Turmuhr 1863 angeschafft (F. A. Beyes), neue Turmuhr 1942 gekauft (F. W. Weule, Bockenem).

Vorgängerbau

Bei Dorfbrand 1848 zerstört, Abbildung auf Kirchensiegel.49

Ausstattung

Klassizistische Kanzelaltarwand mit seitlichen, etwas hervortretenden Emporen, erhöhtes Mittelfeld mit Dreiecksgiebel und Kanzel, Seitenfelder mit jeweils einer Apostelfigur auf Konsole; Abendmahlsbild unterhalb der Kanzel.50 – Schlichter Altar (1992). – Schlichter, mittelalterlicher Taufstein, ursprünglich in Kirche Odenhausen, bis 1911 im Pfarrgarten, dann in Kirche aufgestellt; Schaft modern.51 – Leicht erhöhte Kanzel im Altarraum (1965). – Frühere Ausstattung: Apostelfiguren an den Seitenwänden, 1948 abgenommen.52

Orgel

Orgel 1702 erwähnt, 1848 bei Brand zerstört.53 1855-56 Neubau, ausgeführt von Orgelbauer Johann Andreas Engelhardt (Herzberg), 12 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1971 notierte der Orgelsachverständige: „Die Orgel ist ohne Eingriffe seit ihrer Bauzeit erhalten und steht damit wohl automatisch unter Denkmalschutz.“54 1979 Renovierung des Instruments, ausgeführt von Orgelbaufirma Albrecht Frerichs (Göttingen).

Geläut

Zwei LG, I: f’, Inschrift: „Meine Worte vergehen nicht“, Bild: Bibel mit Flammen (Bronze, Gj. 1972, Gebrüder Rincker, Sinn); II: as’, Inschrift: „Diese Glocke ist gegossen von S. A. Langen in Hildesheim im Oktober 1849, sie ist in neuer Gestalt hervorgegangen aus den Trümmern der drei Kirchenglocken, welche den 29. Oktober 1848 in der schrecklichen Feuersbrunst geschmolzen sind“ (Bronze, Gj. 1849, Siegmund Andreas Lange, Hildesheim). Eine Sg h’’ (Bronze). – Früherer Bestand: Drei LG bei Brand 1848 zerstört.55 Eine LG e’ (Bronze, Gj. 1881, Firma J. J. Radler & Söhne, Hildesheim), 1917 zu Kriegszwecken abgegeben. Als Ersatz eine LG e’, Inschrift: „Herr, dieser Glocke Mund, tue deine Ehre kund, die Heimat segne deine Hand, Bewahr uns Gott das Vaterland. Gegossen im Jahr 1925. Pastor Grote, H. Probst, W. Warnecke, H. Heise, E. Sperling“ (Bronze, Gj. 1925, Gebrüder Radler, Hildesheim), 1942 zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz eine Preziosa-Klanggussglocke e’, Inschrift: „Kommt denn es ist alles bereit“ (Eisen, Gj. 1946, J. F. Weule, Bockenem). Mitte der 1950er Jahre wegen statischer Probleme stillgelegt (Glocke zu schwer für Turm). 1972 abgenommen, vor der Kirche aufgestellt und ersetzt durch jetzige LG I.

Kirchenbau – Gustav-Adolf-Kapelle Bilderlahe

Kleiner, rechteckiger Ziegelbau mit halbrunder Apsis im Westen und Sakristeianbau an Nordseite, errichtet 1955-56, Architekt August Albert Steinborn (Hildesheim). Satteldach, rundbogige Fenster. Im Innern flachgewölbte Decke, Altarnische mit Viertelkugelgewölbe, mit Vorhang abtrennbar. Altarbereich um zwei Stufen erhöht. Grundlegende Sanierung 1995.

Turm

Offener, quadratischer Dachreiter über Ostgiebel; Zeltdach, bekrönt mit Kreuz.

Ausstattung

Schlichter Altar. – Leicht erhöhte, hölzerne Kanzel. – Holztaufe.

Orgel

Kleinorgel, 1948 von Friedrich Weißenborn (Braunschweig) für die Martin-Luther-Kirche in Hildesheim gebaut, 1956 nach Bilderlahe umgesetzt, 5 I/-, mechanische Traktur, Schleifladen. 1976 Instandsetzung, ausgeführt von Orgelbaufirma Schmidt & Thiemann (Hannover).

Geläut

Eine LG, fis’’, Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe“ (Bronze. Gj. 1956, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1888/8956, zweistöckiger Fachwerkbau mit Satteldach; heute Wilhelm-Busch-Haus). – Gemeindehaus (ehemalige Pfarrscheune, Bj. um 1800, 1987 umgebaut).

Friedhof

Früherer kirchlicher Friedhof bei ehemaliger Kirche Odenhausen, 1927 erweitert, bis 1955 genutzt.57 Kirchlicher Friedhof in Mechtshausen, südöstlicher Dorfrand, FKap (Bj. 1968). Kirchlicher Friedhof in Bilderlahe, 1956 bei der Kapelle angelegt.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 7729-7741 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 5416-5428 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1542-1547 (Visitationen); D 44 (EphA Bockenem); S 11a Nr. 7243 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Blume, Beiträge, S. 132-134; Meyer, Pastoren II, S. 129-130; Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 13-16 und 126.
B: Dirk Stroschein: Die Mechtshäuser Christenheit. Chronik der Ev.-luth. Kirchengemeinde Mechtshausen-Bilderlahe Bd. 1, Seesen 2004; Dirk Stroschein: Die Bilderläher Diaspora. Chronik der Ev.-luth. Kirchengemeinde Mechtshausen-Bilderlahe Bd. 2, Seesen 2006.

GND

7679271-7, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Mechtshausen-Bilderlahe


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 126.
  2. UB HS Hildesheim I, Nr. 200. Vgl. auch ebd. Nr. 221 (1140) und 263 (1150).
  3. UB HS Hildesheim II, Nr. 405; ebd. III, Nr. 510.
  4. Blume, Beiträge, S. 132; Goetting, Bistum Hildesheim 1, S. 254.
  5. Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 18. Stroschein führt allerdings eine Kaiserurkunde von 979 als Erstbeleg an, in der Ks. Otto II. die Übertragung des Ortes Pateleke an seine Frau Theophanu bezeugte (MGH DD O II 202). Goetting, Bistum Hildesheim 1, S. 263 f., identifiziert Pateleke jedoch mit dem Königshof Beleke (Lkr. Arnsberg),
  6. Petke, Grafen von Wöltingerode-Wohldenberg, S. 425 f.
  7. Blume, Beiträge, S. 133; Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 13 f.; Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 19.
  8. Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 13 f.
  9. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1971; Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 118 ff.
  10. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1995.
  11. UB HS Hildesheim III, Nr. 1419.
  12. UB HS Hildesheim III, Nr. 1025.
  13. Lüntzel, Ältere Diöcese Hildesheim, S. 275 (ohne Beleg); UB HS Hildesheim IV, Nr. 460.
  14. Zit. bei Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 17 und 123; NLA HA Hild. Br. 1 Nr. 08875, http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3083923, 23.05.2018.
  15. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 4 und 22 ff.; Butt, Herrschaft, S. 42 ff.
  16. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 211.
  17. Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 21.
  18. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 5 und 83 ff.; Butt, Herrschaft, S. 58 ff.
  19. Wolters, Kirchenvisitationen II, S. 75. Ähnlich 1568: „Dieser Pfarrer hat Verfolgung gelitten umb des evangelii willen“ (Spanuth, Quellen, S. 274).
  20. Meyer, Pastoren II, S. 129 f.; Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 105 ff.
  21. Bertram, Bistum Hildesheim III, S. 46 f. und 121 f.; Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 23 und 63 ff.
  22. Evangelischer Kirchenstaat, S. 110.
  23. Blume, Beiträge, S. 133; Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 40 f.
  24. Blume, Beiträge, S. 134; Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 24 und 92 ff.
  25. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 23 ff.
  26. Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 126, urteilten, die Kirche sei gebaut „in sehr kahlen, nüchternen Formen und mit wertloser neuerer Ausstattung“.
  27. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1971.
  28. Blume, Beiträge, S. 134.
  29. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 98 f.; LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1959.
  30. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1940.
  31. Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 117.
  32. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1954.
  33. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1959.
  34. Ausführlich: Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 123 ff.
  35. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1959.
  36. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 117.
  37. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 118 ff.
  38. KABl. 1995, S. 90.
  39. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 180 und 185.
  40. KABl. 2002, S. 13 ff.
  41. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1971: die Ablösung der Gemeinde Bilderlahe nach Braunschweig ist „im Augenblick nicht spruchreif“.
  42. Kleinau, Neuer Text, S. 93.
  43. Reller, Kirchenverfassung, S. 111 f., 165 und 220.
  44. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 123.
  45. LkAH, A 6 Nr. 7263.
  46. KABl. 1977, S. 36 und 145.
  47. Meyer, Pastoren II, S. 129.
  48. Zit. bei Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 19.
  49. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 19.
  50. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 41 f.
  51. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 142; Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 44.
  52. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 43.
  53. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 22, 77 und 125.
  54. LkAH, L 5h, unverz., Mechtshausen, Visitation 1971.
  55. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 22.
  56. Stroschein, Mechtshäuser Christenheit, S. 134 f.
  57. Stroschein, Bilderläher Diaspora, S. 45 ff.