Sprengel Ostfriesland-Ems, KK Emden-Leer | Patrozinium: Petrus | KO: Ostfriesische KO von 1716

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Nordwestansicht

Kirche, Blick von Nordwesten, 2018, Foto: fentjer, CC BY-NC-ND 4.0

Das Gemeindegebiet der Petrus-KG Loga im Norden der Stadt Leer umfasst im Wesentlichen den Ortsteil Logaerfeld, ein „auseinandergezogenes Siedlungsgebiet, das allenthalben von Weideflächen durchsetzt ist“.1 Die Gemeinde ging aus der Friedensgemeinde Loga hervor und gründete sich zum 1. Januar 1989.2 Die Vorplanungen reichen jedoch zurück bis Anfang der 1960er Jahre: Im Bericht über die Visitation der KG Loga im Jahr 1962 notierte der Sup. des KK Leer: „Es wurde außerdem eine Fahrt nach Logaerfeld gemacht, um einen Bauplatz für ein Gemeindezentrum einer neu zu gründenden Kirchengemeinde Logaerfeld zu finden“.3 Fünf Jahre später war die Angelegenheit aus Sicht des Sup. dringlicher geworden: Es seien „von Leer her Pfingstleute und Baptisten eingebrochen. Es ist in Logaerfeld ein sektiererisches Zentrum entstanden. Diesem ganzen ist nur durch den Bau eines kleinen Gemeindehauses und der Errichtung einer Pfarrstelle in Logaerfeld zu begegnen“ (1967 hatte sich die Ev. freikirchliche Gemeinde Logaerfeld gegründet und eine eigene Kapelle errichtet).4 Gleichzeitig wurde jedoch festgestellt, dass ein Gemeindezentrum im 1965 beschlossenen Umfang (Kirche, Glockenturm, Gemeindehaus, Pfarrhaus, Küsterhaus) nicht zu verwirklichen sei.5 1972 beschloss der KV ein bescheideneres Raumprogramm.
1974 konnte die Friedensgemeinde schließlich das Theodor-Elster-Haus einweihen, 1981 folgte ein kleiner Glockenträger. Die 1976 eingerichtete zweite Pfarrstelle der Gemeinde wurde erstmals 1981 besetzt. Im Theodor-Elster-Haus fanden seit 1974 freitägliche Wochenschlussandachten statt, seit 1981 sonntägliche Gottesdienste; von Anfang an übernahm einmal im Monat der ref. Pastor Andacht bzw. Gottesdienst.6 Im Nordbezirk der KG Loga entwickelte sich ein eigenständiges Gemeindeleben mit eigenen Gruppen und Kreisen. 1987 begannen die Planungen für die Erweiterung des Gemeindezentrums um einen gottesdienstlichen Raum und 1989 machte sich der Pfarrbezirk als Petrusgemeinde selbständig. Der Pastor des Nordbezirks, P. Joachim Paulsen (amt. 1981–1994), wurde der erste Pfarrer der neuen KG. Drei Jahre nach ihrer Gründung konnte die Petrusgemeinde ihre neue Kirche einweihen, den jüngsten Kirchenbau im KK Leer. Die monatlichen Gottesdienste des ref. Pastors behielt die Gemeinde bei.
Kurz nach der Gemeindegründung fand sich ein Kirchenchor zusammen, ein Posaunenchor bestand schon seit 1985. Nach der ersten Visitation der neuen Kirchengemeinde attestierte zeigte sich der LSup. angetan vom vielgestaltigen Leben in der Petrusgemeinde und von der beeindruckenden Liste der ehrenamtlichen Mitarbeiter.7 Mit finanzieller Unterstützung des KK Leer gründete die Gemeinde 1993 die Ev.-Lutherische Petrus-Bücherei-Loga. Seit Januar 2017 sind Friedens- und Petrusgemeinde wieder unter einem gemeinsamen Pfarramt verbunden.8

Umfang

Im Wesentlichen das Gebiet Logaerfeld des Leeraner Stadtteils Loga (in etwa nördlich der Mittellinie Logaer Weg-Hohe Loga).

Aufsichtsbezirk

Mit Gründung der KG 1989 zum KK Leer. Seit 1. Januar 2013 KK Emden-Leer.9

Kirchenbau
Kirche, Nordostansicht

Kirche, Blick von Nordosten, 2018, Foto: fentjer, CC BY-NC-ND 4.0

Rechteckbau mit fünfseitiger Apsis im Nordosten, Sakristeianbau im Südosten und Vorhalle im Südwesten, erbaut 1991/92 (Architekt: Bernd Hillrichs, Loga). Versetztes Pultdach, Apsis mit Pultdach, Sakristei mit Flachdach, Vorhalle mit flachem Satteldach; oberhalb der Traufe des unteren Pultdachs horizontales Fensterband nach Westen; bodentiefe, vertikale Fensterschlitze nach Norden und Süden. Pergola als Verbindung zum Theodor-Elster-Haus. Im Innern schräge Deckenflächen mit Holzverschalung und Balkenunterzügen; Empore in Südostecke.

Fenster

Buntglasfenster in Kirchraum, Apsis und Sakristei (1992–96), entworfen von Max Herrmann (Oldenburg).

Kirche, Glockenträger

Glockenträger, 2018, Foto: fentjer, CC BY-NC-ND 4.0

Turm

Niedriger, freistehender Glockenträger vor der Westecke des Theodor-Elster-Hauses, weiß gestrichen, erbaut 1981 (Architekt: Bernd Hillrichs, Loga). Stahlträgerkonstruktion mit holzverschalter Glockenstube, bekrönt mit Kreuz.

Ausstattung

Schlichter, hölzerner Altartisch (1992). – Leicht erhöhte Kanzel mit Backsteinsockel und holzverkleidetem, rechteckigem Kanzelkorb (1992). – Taufe mit flachem, rundem Sandsteinbecken und Holzgestell (1994, Bernd Hillrichs, Loga). – Kreuzskulptur an nördlicher Außenwand.

Orgel

Kleinorgel, erbaut 1982 von Rudolf von Beckerath (Hamburg), geliefert und eingeweiht 1984, 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1992 auf der Empore der Kirche aufgestellt.

Geläut

Zwei LG, I: dis’’, Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe. Ev.-luth. Kirchengemeinde Loga“; II: fis’’, Inschrift: „Und Friede auf Erden. Ev.-luth. Kirchengemeinde Loga“ (beide Bronze, Gj. 1981, Firma Rincker, Sinn).

Weitere kirchliche Gebäude

Theodor-Elster-Haus (Bj. 1973/74, Umbauten 1991/92). – Blockhütte (Bj. 1982, abgebrochen 2011). – Pfarrhaus (Bj. 1987).

Friedhof

Friedhof der ref. und luth. KG in Loga, in Verwaltung der Friedensgemeinde.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

L 5i Nr. 299, 639, (LSuptur. Aurich).

Literatur

A: Otte/Rohde, Ostfriesland II, S. 425.
B: 100 Jahre Evangelisch-lutherische Friedenskirche Loga. 1891–1991, hrsg. vom Kirchenvorstand der Friedenskirchengemeinde Loga, Bunde 1991, bes. S. 73–74; Festschrift zur Einweihung der Petrus-Kirche zu Loga am 6. September 1992, hrsg. vom Kirchenvorstand der Ev.-Luth. Petrus-Kirchengemeinde Loga, Loga 1992.

GND

1054019266, Evangelisch-Lutherische Petrus-Kirchengemeinde Loga

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. LkAH, L 5i, Nr. 299 (Visitation 1991).
  2. KABl. 1989, S. 8 f.
  3. LkAH, L 5i, Nr. 368 (Visitation 1962). Vgl. zum Folgenden Festschrift, S. 41 ff.
  4. LkAH, L 5i, Nr. 368 (Visitation 1967).
  5. Festschrift, S. 41.
  6. 100 Jahre, S. 73. Das Haus ist nach Carl Theodor Elster (1876–1961), 1936–47 LSup. des Sprengels Ostfriesland, benannt, Festschrift, S. 43, 96.
  7. LkAH, L 5i, Nr. 299 (Visitation 1991).
  8. LKA, G 8/Loga Petrus Bd. I, Bl. 78.
  9. KABl. 2013, S. 31.