Frühere Gemeinde | KapG der KG Mariensee | Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Ursprünglich der Gft. Wölpe zugehörig und nach deren Verkauf durch den letzten Gf. Otto von Wölpe seit 1302 unter der Herrschaft der Welfen (Fsm. Calenberg, Amt Neustadt a. Rbge. ). Erste sichere Nachweise für den Ort Empede datieren aus den Jahren um 1226 und 1237 (Emmede und Embede). Ein früher aufgeführter Beleg von 1215 wird inzwischen Empelde bei Ronnenberg zugeschrieben.1 Zu den größeren Grundbesitzern in Empede gehörte das Kloster Mariensee.
Die Kapelle stammt noch aus vorref. Zeit und gehörte ursprünglich zur Parochie Basse2, deren P. dort um 1584 viermal jährlich predigte.3 Da Empede vom Kirchort durch die Leine getrennt und besonders im Winter der Weg zur Kirche erschwert war, setzten sich die Dorfbewohner um 1627/30 für die Umpfarrung nach dem näher gelegenen Mariensee ein. Ein schon 1630 geschlossener Vergleich wurde nach längeren Streitigkeiten 1681/82 bestätigt und damit Empede endgültig der Parochie Mariensee zugelegt, doch wurden erst 1904 die letzten finanziellen Verpflichtungen gegenüber Basse abgelöst.4
Das KapGb befand sich 1688 in einem so desolaten Zustand, dass der P. die GD in einem Bauernhaus abhalten musste. Der Bau wurde später renoviert. 1848 und 1872 wurde er durch Brand zerstört, aber jeweils umgehend wieder aufgebaut. 1967 beschloss der KapV schließlich die Aufgabe der alten Kapelle im Dorf (1973 abgebrochen) und einen Neubau mit isoliert stehendem Glockenturm vor dem Waldfriedhof (1971 eingeweiht). Das neue KapGb wird auch als FKap genutzt. Mit dem 1. Januar 2009 wurde die KapG aufgehoben. Rechtsnachfolgerin ist die KG Mariensee in Neustadt a. Rbge.5

Kapellenbau

Schlichter Putzbau mit flacher, zur Altarwand hin ansteigender Bretterdecke (1969/71).

Turm

Freistehender, torbogenartiger Glockenträger aus Beton mit holzverschalter Glockenstube (1969).

Ausstattung

Tischaltar. An der Altarwand ein moderner, dreiteiliger Flügelaltar mit Abendmahlsdarstellung im Mittelbild. Darüber ein schlichtes Wandkreuz.

Geläut

Eine LG in d’’ (Bronze, Gj. 1872, Friedrich Dreyer, Linden/Hannover).

Friedhof

Schon vor der Umpfarrung nach Mariensee fanden, wenn die Witterung eine Überführung nach Basse nicht zuließ, vereinzelt Beisetzungen bei der alten Kapelle statt. Der heutige Waldfriedhof südwestlich außerhalb der Ortschaft wurde 1927 neu angelegt und 1961 erweitert. Eigentum der KG Mariensee.

Literatur

A: 400 Jahre KK Neustadt a. Rbge., S. 63-66.
B: Heinrich Kühnhold: Basse. Gohgrafschaft – Vogtei – Kirchspiel, Neustadt a. Rbge. 1909.


Fußnoten

  1. Weiß, Neustadt, S. 13 f.
  2. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 392.
  3. Ehlich, Erbregister Neustadt, S. 54.
  4. Kühnhold, S. 111.
  5. KABl. 2008, S. 263 f.