KapG der KG Wenzen | Seit 1987 Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig | Patrozinium: Georg | KO: Braunschweigische KO von 1709

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Orts- und Kirchengeschichte

Dorf zwischen Eschershausen und Einbeck. Das Kloster Corvey erhielt 891/1037 eine Hörigenfamilie in Eimen (Ersterwähnung). Im Zuge der Territorialisierung zogen die Edelherren von Homburg die Herrschaft an sich (Obere Börde, Vogtei Homburg). Ein nach Eimen benanntes homburgisches Ministerialengeschlecht wird seit 1298 erwähnt, zog sich aber später nach Einbeck zurück und wurde patrizisch. Mit dem Erlöschen der Homburger fiel Eimen 1409 an die Welfen (Braunschweig-Wolfenbüttel, 1535 Amt Wickensen, 1825–1850 Amt Stadtoldendorf, 1850 Kr. Holzminden). – Die Gutsherrschaft stand 1760 überwiegend dem Hzg. zu. Ausnahme waren zwei Ackerhöfe im Besitz des Einbecker Alexanderstifts und ein Kothof der Kapelle.
Kirchlich war Eimen ursprünglich wohl Filial von Vorwohle und wurde auf Wunsch der Dorfbewohner später nach Wenzen umgepfarrt. 1542 wird es als Filial von Eschershausen geführt, aber von Wenzen versehen1, 1544 zu Vorwohle gelegt, ab 1903 wieder als Filial zur (braunschweigischen) KG Wenzen. Durch Vertrag vom 13. Mai 1987 wurde die KapG aus der hannoverschen Landeskirche in die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig umgegliedert und wird dort als selbständige KG im Pfarrverband mit Wenzen und Brunsen geführt.2

Kirchenbau

Die Kapelle, für die der Hzg. das Patronatsrecht innehatte, lag in der Dorfmitte. Das heutige KapGb wurde wohl unter Hzg. Heinrich dem Jüngeren um 1563/64 an Stelle eines baufälligen Vorgängerbaus errichtet. Einschiffiger, zweigeschossiger Eichenfachwerkbau auf Sandsteinfundament, im Osten abgerundet. Über dem Kirchenraum erhebt sich ein im Süden, Osten und Norden vorkragendes Lagergeschoss mit offenem Dachstuhl.

Turm

Vierseitiger, verschieferter Dachreiter über dem Westgiebel.

Ausstattung

Früher Kanzelaltar mit einer hölzernen Kanzel mit einfacher Renaissanceverzierung über dem Altartisch. Die alte Kanzel wurde 1959 entfernt.

Orgel

2000 Neubau durch Firma Christof Grefe (Ilsede), sechs klingende Stimmen.

Geläut

Eine LG (Bronze, Gj. 1886, Radler & Sohn, Hildesheim). – Früherer Bestand: Eine ältere Glocke von 1563 war geborsten und kam in den Bestand des Herzog-Anton-Ulrich-Museums in Braunschweig.

Friedhof

Am südlichen Ortsausgang. Früher kirchliches Eigentum. Die Verwaltung wurde in den 1980er Jahren an die Stadt Eschershausen (jetzt Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf) abgegeben, das Grundstück um 2010 verkauft.

Quelle

Mitteilung der KG Wenzen vom 7. Januar 2016.

Literatur

A: Steinacker, BKD Kr. Holzminden, S. 163165; Kleinau, Ortsverzeichnis Land Braunschweig I, S. 167 f.


Fußnoten

  1. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 231.
  2. KABl. 1987, S. 122 f.