Sprengel Lüneburg, KK Lüchow-Dannenberg | Patrozinium: – | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Ortschaft nordöstlich der Stadt Dannenberg unmittelbar am Elbdeich, entstanden wohl zwischen 1360 und 1450 als Marschhufendorf.

Kirche, Ansicht von Südwesten, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Kirche, Ansicht von Südwesten, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Eine Kirche erscheint in der schriftlichen Überlieferung zuerst 1385 mit der Nennung des rector ecclesiae Gherardo Picht in Dompnatze.1 1408 bezeugt der Kirchherr Hinrich Gosmann ein Vermächtnis an den Altar Unser Lieben Frau in Dannenberg.2 Sonst sind die Nachrichten aus vorref. Zeit recht spärlich. Die Reformation wurde im Fsm. Lüneburg 1527 durch Hzg. Ernst den Bekenner eingeführt. Als erster luth. P. wird 1534 Joachim Hollensis genannt.3 1543 und 1568 erscheint Johannes Hoverland. Wohl schon Mitte des 16. Jh. wurde eine Küsterschule eingerichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort vollständig zerstört, doch waren die Bauernstellen um 1650 bereits wieder besiedelt. Das vermutlich 1617 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtete KGb wurde mehrfach geplündert, blieb im Übrigen aber unzerstört. Seit dem 17. Jh. war Damnatz Schulort für die Ortschaften Damnatz, Barnitz, Landsatz und Seedorf.4
Damnatz war bereits von 1632 bis 1674 mater combinata von Quickborn und wurde von dort aus verwaltet. Die Verbindung wurde mit dem 1. Januar 1977 wieder aufgenommen5 und mit dem 1. September 2008 um die St.-Christinen-KG in Langendorf erweitert.6

Umfang

Die Dörfer Barnitz, Damnatz, Landsatz und Wulfsahl sowie die Kolonie Kamerun und das Vorwerk Jasebeck. Das Vorwerk Wulfsahl wurde 1888 durch Hochwasser zerstört und nicht wieder besiedelt. Der heutige Wohnplatz Wulfsahl (eine Hirtenkate wurde hinter die Deichlinie verlegt) gehört jetzt zur KG Quickborn.

Aufsichtsbezirk

Propstei Dannenberg der Diözese Verden. – Die Propstei Dannenberg blieb nach der Reformation zunächst bestehen. 1564 wurde das Amt Dannenberg der Insp. Lüchow unterstellt, 1569 wurde es wieder selbständige Insp. (1924: KK Dannenberg); mit der Vereinigung der bisherigen KK Lüchow und Dannenberg am 1. Januar 2006 zum KK Lüchow-Dannenberg.

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Schlichter, rechteckiger Saalbau aus Eichenfachwerk mit verputzter Ziegelausfachung, polygonaler Ostschluss (1617). Einheitliche Innenraumgestaltung des 17. Jh. mit Balkendecke und Ziegelfußboden, Kastengestühl und Emporen an Nord- und Westseite. Renovierung 1954/59.

Turm

Vorgesetzter, querrechteckiger Westturm unter Satteldach, wohl etwas jünger als das Schiff (wohl 1813).

Ausstattung

Altar und Kanzel stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg (beide dat. 1650). Der Altar zeigt das Gemälde „Christus am Kreuz als Brunnen des Lebens“ (Herkunft unbekannt), die ansonsten schlichte Kanzel die Darstellung der vier Evangelisten. – Taufe in einem Pfeiler der Altarschranke (nach 1650).

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Günther Behn, Klein Gußborn, 2009/ 2010

Orgel

1913 Neubau durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover) hinter einem klassizistischen Prospekt des 19. Jh.; 5 I/aP, pneumatische Traktur, Taschenlade. 1988 Instandsetzung durch Firma Franz Rietzsch (Hiddestorf).

Geläut

Eine LG: f’’ (Bronze, Gj. 1664). – Früherer Bestand: Eine ältere Glocke wurde im Dreißigjährigen Krieg entwendet und eingeschmolzen.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (1816 teilweise abgebrochen und bis 1818 neu aufgebaut; 1904 auf Abbruch verkauft und Neubau, 1962 renoviert, 1976 verkauft). – Pfarrwitwenhaus (Bj. um 1740/60, 1953 renoviert).

Friedhof

Ursprünglich bei der Kirche (dort erhalten nur eine Grabstele für Johann Peter Carl Christoph Schreiber, Pächter des Claasenhofs, † 1849). 1885/95 außerhalb des Orts neu angelegt. 1965/66 Bau der FKap unter finanzieller Beteiligung der politischen Gemeinden Damnatz und Landsatz.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 1955–1957 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 1578–1587 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 411–412 (Visitationen).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 94, Nr. 76; Behn, Wendland, S. 40–43; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 373; Sänger, Denkmaltopographie Lkr. Lüchow-Dannenberg, S. 77 f.; Gemeindebuch KK Dannenberg, S. 14–16; Jürries/Wachter, Wendland-Lexikon I, S. 132–135.
B: Otto Puffahrt: Aus der Geschichte von Damnatz, Barnitz und Landsatz, Damnatz 1996.


Fußnoten

  1. Sudendorf, UB VI, Nr. 117.
  2. Brosius, Gerichtsprotokolle, Nr. 287.
  3. Salfeld, Pfründenregister, S. 97.
  4. Jürries/Wachter, Wendland-Lexikon I, S. 134.
  5. KABl. 1977, S. 16.
  6. KABl. 2008, S. 179.