Frühere Gemeinde | Sprengel Stade, KK Bremerhaven | Patrozinium: Martin Luther | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte

Die Landgemeinde Wulsdorf erlebte durch den Bau des Fischereihafens Anfang des 20. Jh. einen starken Bevölkerungszuwachs, der für die dortige Dionysius-KG bald die Einrichtung einer Pfarrkollaboratur (1902) notwendig machte, die später in eine zweite Pfarrstelle (1914) umgewandlet wurde.1 Dagegen konnten die seit 1914 betriebenen Pläne zum Bau eines zweiten Gemeindezentrums wegen des Ersten Weltkriegs und der anschließenden Wirtschaftskrise zunächst nicht realisiert werden. Die ersparten Gelder wurden für den Wiederaufbau des 1936 niedergebrannten Gemeindehauses am Jedutenberg verwendet. Erst als P. Gerhard Grunwald 1955 die zweite Pfarrstelle an der Dionysiuskirche in Wulsdorf übernahm, wurden die Pläne wieder aufgenommen. 1955/56 wurde das Pfarrhaus II in der Blumenthaler Straße, 1957 das Martin-Luther-Hauses mit Gemeindesaal und Jugendheim für den Nordbezirk der Dionysius-KG errichtet (Einweihung am 8. September 1957 durch LSup. Hoyer; 1960 in „Martin-Luther-Kirche“ umbenannt). Mit dem 1. Januar 1966 wurde die KG verselbständigt und die zum 1. Mai 1914 geschaffene Pfarrstelle auf die neue Gemeinde übertragen.2 1966 wurde eine zweite Pfarrstelle errichtet (die KG hatte Ende der 1960er Jahre annähernd 7.000 Gemeindeglieder), 1972 entstand ein zweites Gemeindezentrum in der Kampackerstraße. Infolge rückläufiger Zahlen in den 1990er Jahren wurde die zweite Pfarrstelle wieder aufgehoben und das Gemeindezentrum 2000 in eine Kita umgewandelt.
Seit 2008 besteht ein Förderverein zur Unterstützung der Gemeindearbeit und zum langfristigen Erhalt der KG. Zum 1. Juni 2018 schlossen sich die KG Dionysius und Martin-Luther in Bremerhaven-Wulsdorf zur „Ev.-luth. Kirchengemeinde Wulsdorf“ zusammen.3

Pfarrstellen

I: 1. Januar 1964. – II: 1. Januar 1966; 1. Januar 2001 aufgehoben.4

Umfang

Der nördlich der Thunstraße, Nienburger Straße, Mörkenstraße und Poggenbruch gelegene Teil von Wulsdorf einschließlich der Kampacker- und Liethbredensiedlung.

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Bremerhaven.

Kirchenbau

Schlichter, verputzter Saalbau in Massivbauweise unter asymmetrischem Satteldach (1956/57). Altarnische.

Turm

Glockenturm an der Nordwestecke des Gebäudes.

Ausstattung

Tischaltar, Kanzel und Lesepult aus Eiche.– Taufe aus Holzunterbau und Kupferschale.

Orgel

Neubau 1961/65 durch Hans Wolf (Verden), 12 II/P (HW, SeitenW), mechanische Traktur, Schleifladen. Einweihung 19. September 1965. 1974 durch Firma Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen) auf 13 Reg. erweitert und 1988 renoviert.

Geläut

Eine LG in c’’ (Bronze, Gj. 1958, Gebrüder Rincker, Sinn).

Friedhof

Kein kirchlicher Friedhof.


Fußnoten

  1. KABl. 1902, S. 39; KABl. 1914, S. 27.
  2. KABl. 1966, S. 4 f.
  3. KABl. 2017, S. 187 f.
  4. KABl. 2001, S. 40.