Sprengel Stade, KK Bremerhaven | Patrozinium: Johannes | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte

Rund um den 1896/1906 angelegten Speckenbütteler Park im gleichnamigen Leher Ortsteil entstand überwiegend im 20. Jh. eine neue Wohnsiedlung für das gehobene Bürgertum, in der ab 1906 der luth. P. Hasse von der Dionysius-KG und sein ref. Kollege Müller im zweiwöchentlichen Wechsel GD abhielten. Als Andachtsraum diente zunächst die Schule am Mecklenburger Weg, dann die Aula der neu erbauten Schule am Debstedter Weg (jetzt Fritz-Husmann-Schule). 1911 wurde in der damaligen KG Wesermünde-Lehe eine vierte Pfarrstelle eingerichtet. Zum Bau einer Kirche erwarb die Gemeinde ein Grundstück zwischen der Langener Landstraße und dem Alten Postweg. Durch den Ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrise wurde das Bauprojekt zunächst verzögert. Erst am 13. Dezember 1936 konnte der Neubau der Kirche (Architekt: Kattenborn) von LSup Wiebe (Stade) eingeweiht werden. Ein energischer Förderer des Projekts war P. Heinrich Manecke, der seit 1927 den vierten Pfarrbezirk der Dionysiusgemeinde betreut hatte. Manecke stand im Übrigen (als Anhänger der DNVP) in Opposition zu den herrschenden Nationalsozialisten und gab Beispiele kirchlichen Widerstands. So unterstützte er Juden, Sinti und Roma und entzog Kultgegenstände der Bremerhavener jüdischen Gemeinde dem staatlichen Zugriff. Nachdem er sich wegen seiner Predigten die Kritik der Parteileitung zugezogen hatte, wurde er 1943 verhaftet, amtsenthoben und erst im Mai 1945 wieder freigelassen.1
Am 1. April 1948 wurde die bisherige KG Bremerhaven-Lehe in die KG Dionysius, Paulus und Johannes aufgegliedert2 und im östlichen Bereich der Johannes-KG zum 1. Mai 1956 zusätzlich die Markusgemeinde Bremerhaven-Leherheide neu gebildet.3 2014 beschlossen die KV der Markus-, Lukas- und Johannes-KG die Vereinigung bis zum März 2018, die Aufgabe der drei KGb und den Neubau einer zentral gelegenen Kirche in Leherheide.

Pfarrstellen

I: 1912 bzw. 1. April 1928 – II: 1. Mai 19554; 1. April 1956 auf KG Bremerhaven, Markus (Leherheide) übergegangen. 1. Juli 1962 neu errichtet5; 1. April 1964 auf KG Bremerhaven, Lukas (Leherheide) übergegangen.6 1. Juli 1970 neu errichtet.7

Umfang

Ursprünglich das gesamte Gebiet nördlich der Eckernfeld- und August-Biel-Straße. Außer durch die Verselbständigung der Markus-KG veränderte sich der Pfarrsprengel mit dem 1. April 1956 auch durch eine Grenzverschiebung zwischen Johannes- und Dionysius-KG, bei der die künftige Siedlung Eckernfeld südlich der Sportanlagen und der Ortsteil Schierholz zur Dionysius-KG geschlagen wurden.8

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Bremerhaven.

Kirchenbau

Rechteckiger Saalbau aus Ziegelsteinmauerwerk (Bj. 1936), Innenraumgestaltung durch Empore mit Sichtbetonbrüstung. Die Kirche wurde 1966 nach Entwürfen der Architektengemeinschaft Grützner und Gestering umgebaut.

Fenster

Glasbetonfenster von Johannes Schreiter, Frankfurt (1966).

Turm

Aufgesetzter Dachreiter (1966).

Ausstattung

Die sakrale Ausstattung wurde im Zuge der Renovierung von 1966 von Gerhard Schreiter (Bremerhaven) vollständig neu gestaltet. Der Altar besteht aus einem offenen Gestell aus Stahl- und Messingrohr mit einer Schieferplatte als Mensa. Kanzel, Lesepult und Taufe gleichfalls aus Stahl- bzw. Messingrohr und Schieferplatten. – Das alte Altarbild (Auferstehung) von H. Hinsch (1942) wurde abgenommen, ist jedoch erhalten.

Orgel

Neubau 1937/38 durch Firma Emil Hammer (Hannover) nach einem Entwurf von Christhard Mahrenholz, 19 II/P (HW, OW), mechanische Traktur, Schleifladen. Ursprünglich Aufstellung im Altarraum. 1966/67 renoviert und auf die Westempore verlegt (früheres OW jetzt als RP.). 1998 erneute Renovierung und Veränderung der Disposition durch die Orgelbauwerkstatt Becker (Kupfermühle). 2011 weitere klangliche Veränderung durch Firma Kurt Quathammer (Bordesholm).

Geläut

Eine LG in cis’’ (Bronze, Gj. um 1920, Franz Schilling, Apolda).

Friedhof

Kein kirchlicher Friedhof.


Fußnoten

  1. Bickelmann, Bremerhavener Persönlichkeiten, S. 211 f.
  2. KABl. 1948, S. 26.
  3. KABl. 1956, S. 66.
  4. KABl. 1955, S. 48.
  5. KABl. 1962, S. 78.
  6. KABl. 1964, S. 61 f.
  7. KABl. 1970, S. 98.
  8. KABl. 1956, S. 65 f.