Frühere Gemeinde | Sprengel Stade, KK Bremerhaven | Patrozinium: Petrus | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte

Bremerhaven-Grünhöfe entstand nach dem Zweiten Weltkrieg zur Aufnahme von Ostflüchtlingen und früheren Bewohner des zu 75 Prozent kriegszerstörten Stadtteils Geestemünde. Als Zentrum der Siedlung errichtete das gewerkschaftliche Wohnungsunternehmen GEWOG zwischen 1956 und 1960 große mehrgeschossige Wohnblocks. Im Norden schließt sich die kleine, bereits um 1900 gebildete Arbeitersiedung Hülsen an. Zwischen Hülsen und den GEWOG-Blöcken baute die Städtische Wohnungsbaugesellschaft eine Wohnsiedlung für frühere Barackenbewohner. Weiter östlich entstand 1963 eine weitere Siedlung der Niedersächsischen Heimstätte. Auf ehemaligen Wulsdorfer Gebiet im Süden der KG befinden sich aber auch Einfamilienhäuser in offener Bauweise. Als Schwerpunkt des Sozialwohnungsbaus in Bremerhaven gilt Geestemünde seit jeher als Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf.
Für die kirchliche Arbeit wurde zum 1. Januar 1955 eine fünfte Pfarrstelle der KG Geestemünde geschaffen und 1958 ein Gemeindesaal mit Räumen für die Konfirmanden- und Jugendarbeit errichtet. Am 1. April 1960 wurde die KG verselbständigt. Die fünfte Pfarrstelle der KG Bremerhaven-Geestemünde ging auf die neue KG über. Noch 1960 wurde nach Plänen des Architekten Heinz Krüger (Bremerhaven) ein zunächst freistehender Glockenturm errichtet. Im gleichen Jahr konstituierte sich ein „Verein zum Bau der Petruskirche“. Das Kirchenzentrum wurde zunächst um ein zweites Pfarrhaus und ein Amtsträgerhaus (1962/63) ergänzt und mit dem Kirchenbau an der Haberstraße/Braunstraße (Architekt: Carsten Schröck, Bremen) 1965/67 vollendet. Die Einweihung der Petruskirche nahm LSup. Hoyer am 30. Juni 1967 vor.
Mit rund 12.000 Gemeindegliedern war die Petrus-KG Mitte der 1960er Jahre eine der größten Gemeinden in Bremerhaven. Im Zuge einer zunehmenden Entkirchlichung und auf Grund des vermehrten Zuzugs von Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften nahm die Zahl aber seither rapide ab.
Als diakonische Einrichtungen wurden 1965 eine Schwesternstation und 1974 das Evangelische Sozialzentrum in der Finkenstraße gegründet, letzteres in der Trägerschaft des Ev.-luth. Gesamtverbandes. 1980 wurde eine Partnerschaft der Petrus-KG mit der Auferstehungs-KG in Leipzig-Möckern ins Leben gerufen.
Zum 1. März 2018 schloss sich die KG mit der Matthäusgemeinde Bremerhaven zur Emmausgemeinde Bremerhaven zusammen.1

Pfarrstellen

I: 1. April 1960. – II: 1. April 1960, 1. Januar 2001 aufgehoben.2

Umfang

Begrenzung des Pfarrbezirks ursprünglich durch die Schiffdorfer Chaussee im Norden, den Markfleethsielgraben im Osten, den Vieländer Weg im Süden sowie die Bahnanlagen im Westen. Mit dem 1. Januar 1963 wurde der Grenzverlauf zur Marien-KG neu festgesetzt und der Friedhof Geestemünde sowie das östlich anschließende Wohngebiet in die KG Geestemünde umgegliedert.3

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Bremerhaven.

Kirchenbau

Schlichter Saalbau aus Sichtbeton unter einem Satteldach (1965/67). Innenraumgestaltung durch ein Betonrelief an der Altarwand und Stahlglaselemente.

Turm

Glockenturm aus gelbem Verblendmauerwerk mit Betonstrebepfeilern. Der Turm ist durch einen gedeckten Gang mit dem Kirchsaal verbunden.

Ausstattung

Altar und Kanzel aus Waschbetonplatten. – Taufstände aus Waschbeton mit Betonglasschale.

Orgel

1969/71 Neubau der Orgel durch Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven), 18 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Einweihung am 3. Oktober 1971.

Geläut

Vier LG, I: a’; II: cis’’; III: d’’; IV: e’’ (alle Bronze, Gj. 1960, Gebrüder Rincker, Sinn). Glockenweihe am 24. Dezember 1960.

Literatur

B: Matthias Clasen und Michael Schaper-Kück (Red.): 25 Jahre Petrus-Kirchengemeinde 1960–1985, [Bremerhaven 1985].


Fußnoten

  1. KABl. 2018, S. 41.
  2. KABl. 2001, S. 65.
  3. KABl. 1963, S. 9.