Sprengel Stade, KK Wesermünde | Patrozinium: Matthäus1 | KO: Keine Kirchenordnung
Orts- und Kirchengeschichte
Urkundlich ist das Dorf 1365 als Padigbotel belegt.2 Der Ort gehörte zum Land Wursten (universitas terre wursacie, urkundete 1238 als Landesgemeinde, im späten Mittelalter „faktisch selbständig“).3 Im Jahr 1524 unterwarfen Truppen des Bremer Ebf. Christoph (amt. 1511–1558) das Land Wursten endgültig (1525 Stader Frieden).4 Als Vogteigericht Land Wursten gehörte die Region nun zum Erzstift Bremen, dem weltlichen Territorium der Bremer Erzbischöfe. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) blieb das Gebiet der säkularisierten Hochstifte Bremen und Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Herzogtümer Bremen-Verden). Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die Hzm. Bremen und Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). In französischer Zeit zählte Padingbüttel im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und kam dann zum Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches du Weser, Arrondissement Bremerlehe, Kanton Dorum 1811–1814). Ab 1815 war Padingbüttel, nun im Kgr. Hannover, wieder Teil des Vogteigerichts des alten Landes Wursten zu Dorum (seit 1819 nebst Amt Nordholz), das 1852 als Amt Dorum neu verfasst wurde. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel der Ort 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam Padingbüttel zum Kr. Lehe, der 1932 im Lkr. Wesermünde aufging; dieser wiederum ging 1977 im neuen Lkr. Cuxhaven auf. Ab 1974 zählte Padingbüttel zur Samtgemeinde Land Wursten, seit 2015 ist das Dorf Ortsteil der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste. Zur Sozialstruktur der KG heißt es in den Unterlagen zur Visitation 1957: „Die Gemeinde besteht aus grossen und kleinen Bauern, landwirtschaftlichen Arbeitern mit kleinem Landbesitz, Handwerkern und Arbeitern, die in der Stadt arbeiten.“5 Im Jahr 1810 lebten knapp 470 Menschen in Padingbüttel, 1910 etwa 550, 1950 fast 740 und 2017 rund 490.
Ältestes Zeugnis der Padingbütteler Kirchengeschichte ist das Kirchengebäude selbst, das im Kern etwa auf die zweite Hälfte des 13. Jh. zurückgeht.6 Johann Hinrich Pratje schrieb 1774 über die St.-Matthäus-Kirche Padingbüttel: „sie ist zwar klein, aber einer der hellesten und zierlichsten im Lande Wursten“.7 Ursprünglich hat Padingbüttel möglicherweise zum Kirchspiel Dorum gehört.8 Schriftlich ist die parrochia Padigbotel im Jahr 1365 belegt (Kirchspiel Padingbüttel).9 Laut den Angaben im Stader Copiar aus dem Jahr 1420 gehörte Paddynkbuttel zum Archidiakonat Hadeln und Wursten in der Diözese Bremen.10 Namen örtlicher Geistlicher sind aus dem 15. Jh. überliefert: erstmals 1441 mit Ludolph Langwedel.11 Überdies findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1489 eine Erwähnung des Hern Iohans Babekes kerckhern to Padenbüttel.12 Auch wesentliche Ausstattungsstücke stammen aus dem 15. Jh.: die Glocke, das geschnitzte Flügelretabel und die hölzerne Triumphkreuzgruppe. In der Kirche bestand eine Vikarie St. Andreas und eine Kommende des Heiligen Kreuzes.
Im Zeitalter der Reformation regierte mit Ebf. Christoph von Braunschweig-Lüneburg (amt. 1502–1558) zunächst ein entschiedener Gegner der luth. Lehre im Stift Bremen (und gleichzeitig im Stift Verden). Trotzdem fasste der Protestantismus während seiner Regierungszeit Fuß in den Gemeinden des Erzstifts.13 Ebf. Christophs Bruder und Nachfolger in beiden Bistümern, Ebf. Georg (amt. 1558–1566), duldete den neuen Glauben. Der Bremer Ebf. Heinrich III. von Sachsen-Lauenburg (amt. 1567–1585) schließlich war Protestant, verfolgte jedoch eine vorsichtige Kirchenpolitik. Im Erzstift Bremen hat sich, zugespitzt formuliert, „eine allmähliche Reformation“ vollzogen, „die meistens auf Gemeindeebene begann“.14 Im Land Wursten finden sich erste Anzeichen der luth. Lehre in den Jahren um 1530.15 In der ersten Hälfte der 1550er Jahre erhielten die Wurster Kirchspiele ev. Prediger. Die Agenda Wursatorum ecclesiastica offte handbook unde ordeninge der hilligen kerken im lande to Wursten, von der nur die Vorrede abschriftlich überliefert ist, stammte wahrscheinlich aus dem Jahr 1574.16
Als erster luth. Prediger in Padingbüttel gilt der 1557 belegte P. Paul Endmer (amt. 1557, 1577), als Vikar ist 1562 Her Simon genannt.17 Die Vikarie war noch bis Ende des 17. Jh. besetzt. Auch die Heilig-Kreuz-Kommende existierte in nachref. Zeit weiter: 1618 war sie im Besitz des Organisten Bartholomäus Lübeck und von 1647 bis 1662 hatte Matthäus Lübeck Organistenamt und Kommende inne, wohl ein Verwandter des in Padingbüttel geborenen Komponisten Vincent Lübeck (1654–1740).18
P. Jonas Weingärtner (amt. 16..–1626) soll seiner Gemeinde ein Armenhaus geschenkt haben „mit dem Bedinge, daß darin 6 Friesische, und eben so viele Deutsche alte Frauen ihren Aufenthalt haben solten“; die Gemeinde verkaufte das Haus später „den Armen zum Besten“.19 Beginnend mit P. Conrad Winkelmann (amt. 1677–1695), dessen Grabstein bis heute in der Kirche steht, ist die Reihe der Pastoren in Padingbüttel lückenlos bekannt. In seine Amtszeit fiel 1690 der Neubau des Turmhelms, den die Stadt Hamburg mitfinanzierte, da er als Seezeichen diente. Die ältesten erhaltenen Kirchenbücher Padingbüttels legte P. Angelus Eyelmann (amt. 1712–1741) im Jahr 1715 an; über P. Eyelmann notierte Johann Hinrich Pratje 1774: „Seine Gelehrsamkeit, seine Beredtsamkeit, und sein Eyfer, das wahre Christenthum zu befördern, sind, im Lande Wursten, noch in einem rühmlichen Andenken.“20 Im Jahr 1801 zerstörte ein Brand das Pfarrhaus und das Pfarrarchiv.21
Mit P. Johann David Schlichthorst (amt. 1827–1843) wirkte ein Urenkel des mehrfach zitierten Johann Hinrich Pratje in Padingbüttel.22 Er zählte 1831/32 zu den Mitgründern des von Reformierten und Lutheranern gemeinsam errichteten Leher Missionsvereins und war in der 1836 gegründeten Norddeutschen Missionsgesellschaft aktiv (gleichfalls überkonfessionell evangelisch). Zusammen mit dem Dorumer P. Justus Alexander Saxer (amt. 1829/39–1844) löste er „eine bescheidene Erweckung im Land Wursten“ aus.23 Heinrich Kröger vermutet zudem, dass P. Schlichthorst den 1829 in der Evangelischen Kirchen-Zeitung erschienen Artikel „Gottes Wort und die kirchliche Sprache“ verfasst haben könnte, der die „Wiedereinführung der ‚sassischen Gottesdienstsprache‘“ – also des Plattdeutschen – forderte.24 Im Jahr 1930 zählte die KG Padingbüttel etwa 575 Gemeindeglieder.25
Während der NS-Zeit blieb die Pfarre Padingbüttel nach der Emeritierung von P. Ludwig Heinrich Rudolf Weber (amt. 1913–1933) im Herbst 1933 vakant; zunächst versorgte die Nachbarpfarre Cappel die kleine Gemeinde mit, ab 1934 dann Mulsum. Seither fand sonntags alle zwei Wochen ein Predigtgottesdienst statt (ansonsten Lesegottesdienste).26 Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ war P. Weber kein Mitglied der NSDAP gewesen.27 Spannungen zwischen Partei und Pfarramt hatten schon Anfang 1933 zum Rücktritt zweier Kirchenvorsteher geführt. Bei den KV-Wahlen im Sommer 1933 gelang es „den DC nicht, ihre Richtung zur alleinherrschenden zu machen, weil die Gemeinde schon aufmerksam geworden war“. Im KV saßen „2 kirchen- und bekenntnistreue Mitglieder, ein Gleichgültiger und ein erklärter Nationalsozialist“; letzterer trat im Herbst 1939 zurück.28
Die bis 1942 auf knapp 490 abgesunkene Zahl der Gemeindeglieder stieg nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgrund des Zuzugs Geflüchteter auf fast 700 im Jahr 1950 an.29 Nach über zwanzigjähriger Vakanz erhielt die KG Padingbüttel mit P. Arnold Fischer (amt. 1954–1960) wieder einen eigenen Geistlichen; nach seinem Weggang blieb die Stelle erneut vakant (Versorgung von Wremen aus, später von Neuenwalde). Im Bericht zur Visitation 1963 schrieb der Sup. des KK Wesermünde-Nord, in Padingbüttel habe es wegen der Vakanz in den vergangenen drei Jahrzehnten neben den Gottesdiensten „praktisch keine Gemeindearbeit gegeben, die den Zusammenschluß der Gemeinde fördern konnte“.
Zum 1. Januar 1969 wandelte das Landeskirchenamt Hannover die KG Padingbüttel und die KG Mulsum in Kapellengemeinden um und gliederte sie in die KG Dorum ein. Die Pfarrstellen der beiden ehemaligen KG wurden mit der zweiten Pfarrstelle Dorum vereinigt.30 Das Pfarrhaus in Padingbüttel verkaufte die Gemeinde. In den Unterlagen zur Visitation des KK Wesermünde-Nord 1976 schrieb Sup. Jobst-Heinrich Ubbelohde (amt. 1964–1982), dass die „Verbindung von Dorum mit Mulsum und Padingbüttel unbedingt verändert werden muß“, denn es habe „sich erwiesen, daß jede Aufhebung von selbständigen Gemeinden ein Übel ist“.31 Zum 1. Januar 1978 folgte das LKA Hannover der Empfehlung und erhob die KapG Padingbüttel wieder zur Kirchengemeinde („Ev.-luth. St.-Matthäi-KG Padingbüttel“), ebenso die KG Mulsum.32 Beide Gemeinden blieben pfarramtlich mit Dorum verbunden. Noch 1990 schrieb der Stader LSup., der Versuch, die „Kirchengemeinden zu Kapellengemeinden herabzustufen, hat einen richtigen Schock hinterlassen“.33
Da die KG Padingbüttel neben der Kirche über keine weiteren Gemeinderäume verfügte, beteiligte sie sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre an den Baukosten des Dorfgemeinschaftshauses und erwarb so ein Nutzungsrecht an den neuen 1988 eröffneten Räumlichkeiten.34 Auf Wunsch der Gemeinden Mulsum und Padingbüttel hob das Landeskirchenamt zum 1. August 1990 die pfarramtliche Verbindung mit Dorum auf und richtete ein verbundenes Pfarramt Mulsum-Padingbüttel ein.35 Zur KG Padingbüttel zählten 1990 gut 500 Gemeindeglieder (Mulsum: 390). Die Regelung hatte nur wenige Jahre Bestand und ab dem 1. Januar 1996 war Padingbüttel pfarramtlich wieder mit Dorum verbunden (Mulsum mit Wremen und Misselwarden).36
Seit 2023 gehört die KG Padingbüttel zum neu errichteten verbundenen Pfarramt der Nordregion im KK Wesermünde; das Pfarramt umfasst drei Pfarrstellen und ist für die neun Gemeinden Cappel, Dorum, Midlum, Misselwarden, Mulsum, Nordholz, Padingbüttel, Spieka und Wremen zuständig.
Umfang
Padingbüttel sowie Bellitzen, Padingbüttel-Alterdeich, Padingbüttel-Niederstrich, Padingbüttel-Oberstrich und Rotthausen.
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Hadeln-Wursten der Erzdiözese Bremen.37 – Seit der Gründung des Kons. Stade 1651/52 gehörte Padingbüttel zur Präpositur des Landes Wursten. Bei der Neuordnung der Aufsichtsbezirke in den Hzm. Bremen und Verden 1827 zur Insp. Land Wursten, 1924 KK Land Wursten. 1940 zum neuen KK Wesermünde-Nord.38 Seit dessen Fusion mit dem KK Wesermünde-Süd zählt Padingbüttel seit 1. Januar 2013 zum KK Wesermünde.39
Patronat
Der Archidiakon von Hadeln und Wursten, wohl seit Mitte des 17. Jh. der Landesherr (bis 1871).
Kirchenbau
Rechteckbau mit eingezogenem Quadratchor, ausgerichtet leicht ostsüdöstlich, erbaut in der zweiten Hälfte des 13. Jh. Satteldächer über Schiff und Chor. Steinsichtiges Mauerwerk aus Granitquadern, Sandsteinquadern und Backsteinen; am Ostgiebel Maueranker mit Jahreszahl „1683“, an der Nordseite „1686“. Rundbogenfenster an Schiff und Chor. Rundbogenportal nach Norden, vermauertes Rundbogenportal nach Süden, vermauertes rundbogiges Nebenportal an der Nordseite des Chors. Im Innern Schiff mit flacher Balkendecke und Holztonnengewölbe über der Orgel, Chor mit Kreuzrippengewölbe; spitzer Triumphbogen zwischen Chor und Schiff; Westempore, geschlossene Nordempore („Hoher Stuhl“). In nachref. Zeit Lettner abgebrochen.40 1683 Ostgiebel erneuert. Um 1860 Innenrenovierung. 1971–76 Sanierung.
Fenster
Zwei figürlich-ornamentale Buntglasfenster (19. Jh.), Nordfenster: Haupt Christi mit Dornenkrone, florale Ornamente, Inschriften: „Amor meus crucifixus“ und „Zur Erinnerung an Otto von Hanffstengel, Pastor dieser Gemeinde von 1874–94“; Südfenster: betender Engel, florale Ornamente.
Turm
Vierseitiger Westturm, erbaut wahrscheinlich im 15. Jh. unter Einbeziehung der Westwand des Schiffs. Kupfergedeckter Helm mit vierseitigem Ansatz und zwölfeckiger Spitze, bekrönt mit Kugel, Kreuz und Wetterhahn. Sockel aus Granitquadern, Backsteinmauerwerk, an der Westseite geschmiedete Jahreszahlen „1781“ und „2009“. Im Glockengeschoss je ein rundbogiges Schallfenster nach Westen, Norden und Süden. Segmentbogenportal nach Westen, darüber ein Rundbogenfenster. Kreuzrippengewölbe in der Turmhalle. 1662 Turm ohne Helm dargestellt.41 1690 Turmhelm neu errichtet (Seezeichen). 1820 Reparatur Turmspitze. 1825 Turmhelm bei Blitzeinschlag zerstört. 1826 Ausbesserung. 1898 Turmhelm neu erbaut. 1974 neue Kupferdeckung.
Ausstattung
- Altaraufsatz
- Altaraufsatz
- Kanzelkorb
Blockaltar, Stipes aus Backsteinen gemauert, verputzt, an der Vorderseite Reliquiennische, Mensa aus Holz. – Geschnitztes Flügelretabel (um 1480/90), holzsichtige Reliefs vor Goldgrund, im Hauptfeld Kreuzigungsszene, in den Seitenflügeln je zwei Szenen der Passionsgeschichte (Geißelung, Verhör, Kreuzaufrichtung, Kreuztragung); in der Predella Inschrift (Einsetzungsworte des Abendmahls, hochdeutsch). 1953 Reliquie im Altar gefunden. 1957 weißer Anstrich der Reliefs entfernt. 2007 Predella restauriert und wieder am Altar angebracht (wohl in den 1950er Jahren ausgebaut).42 – Hohe Holzkanzel mit Schalldeckel, Aufgang, Zugang und Tür (1652, wohl Jürgen Heidtmann d. J., Otterndorf), Sandsteinskulptur des Evangelisten Matthäus als Kanzelträger, polygonaler Kanzelkorb, Säulchen vor den Ecken; an den Wandungen des Kanzelkorbs, an Tür und Aufgang Reliefs mit Szenen des AT und NT (weiß, mit Vergoldungen): an der Tür: Erschaffung Evas („Die Erschopfvng Adam vnd Efa“), Sündenfall („Von den Fal Adam vnd Efa“), an Zu- und Aufgang: Vertreibung aus dem Paradies, Kain und Abel, Opferung Isaaks, Mariä Verkündigung, am Kanzelkorb: Weihnachtsszene („Die Gebvrt Kristi“), Anbetung der Könige („Die Weissen avs Morgen“), Kreuzigung („Von der Kreuzigvng“) und Auferstehung („Die Avferstehvng Kri“); Inschrift: „Anno 1652 hat der ernvester vorachtbahr vnd manhafter Eggerick Lvdek Sibes dero Kirchspil Padingbvttel, Miselwarden vnd Mvlsum wolbetsalter Kaptein vnd Fogt des Kirchspils Padingbvttel von Anno 1617 hero nebenst der ehr vnd viel thvgentsahmen Siemmen seiner lieben Havsfravwen avs christlicher Devotion vnd Andacht dem aller hogsten Got zv Ehren diesem Gotes havs zv einem Ornath vnd Zierde wie auch der gemeinde zvm besten die Canzel verehret Anno 1652“; auf dem Schalldeckel Figuren der vier Evangelisten.43 – Kleiner, bronzener Taufkessel, glockenförmig (1693, Christoph Haupner, Stade), drei Putten als Trägerfiguren; Inschrift: „Wer da glaevbet vnd getevt wird der wird selig werden. Marc. XV v. 61. Tantz Siade Frers Jvrat Pad in büttel Anno 1693. C. H.“, drei Wappen mit Inschriften: „Conradus Winkelmann Pastor Padenbutensis Anno 1692“, „H. Eibe Siade Johans Anno 1694“ und „H. Philip Jacob Eberhardt Prefectus Padenbuens et Spica Anno 1692“; auf modernem Steinsockel.44 – Achteckiges Becken eines Taufsteins oder Weihwasserbecken (14. Jh.).45 – Triumphkreuzgruppe (Ende 15. Jh.), Kruzifix, Maria, Johannes.46 – Zwei Holzfiguren (Anfang 16. Jh.), Heilige und Heiliger.47 – Epitaph für Dietrich A. Winckelmann († 1693), Gemälde mit Auferweckung des Jünglings von Naim, Inschrift: „S. Diederich Anthon Winkelmann Ehren-Tron gebohren d. 5. April A[nn]o 1683, W[ieder]gebohren d. 6. April A[nn]o 1683, gestorben d. 12. Maius A[nn]o 1683“. – Prieche (1678), Inschrift: „Den 1. November Anno 1678 hat der E. T. Har Siade Johans pro T[empore] Voigt dises Kirchspiels dieses baven lassen“. – An der Westempore gemalte Wappen (erste Hälfte 18. Jh.). – Hoher Stuhl (1712, vielleicht Jacob Helmerß), an der Brüstung gemalte Wappen, auf dem Dach Kartuschen, gehalten von je zwei Putten. – Inschriftenplatte, ursprünglich außen beim Turm: „Anno 1690 ist diese Spitze nev gebauet“, es folgt eine Übersicht derer, die zur Finanzierung des Baus beigetragen haben.48 – Grabplatte für Dietrich Anthon Winkelmann († 1692) und seinen Vater P. Conradus Winkelmann († 1695). – Grabplatte für Eggerick Har Eggers († 1562) und Siade Dorels († 1581), Relief Gottvater und kniend die Verstorbenen. – Grabplatte für Johan Dotzen († 1595) und Metke Johandotes († 1613). – Grabplatte für Eibe Johanns Adikes († 1600), Relief des Verstorbenen und seiner Ehefrauen Hille und Sielle. – Grabplatte für Hille Frers († 1697) und ihren Ehemann Tante Siade Frers († 1715). – Grabplatte für Eibe Siade Johanns († 1720).
Orgel
1582 Orgel vorhanden.49 1717 Orgelneubau, ausgeführt von Johann Werner Klapmeyer (Glückstadt), Hauptwerk, Rückpositiv, mechanische Traktur; Skulpturen auf dem Prospekt (musizierende Engel, Kg. David). 1845 Reparatur, Peter Tappe (Verden). 1903 Neubau des Orgelwerks, P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 16 II/P (HW, OW), pneumatische Traktur, Kegelladen (Opus 478); Prospekt von 1717 beibehalten.50 1937 Instandsetzung. 1976–78 Neubau des Orgelwerks im wiederhergestellten Gehäuse des Rückpositivs von 1717, Heinrich Hillebrand (Altwarmbüchen), 5 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem ein vakantes Register; Gehäuse des Hauptwerks gesichert, Rückpositiv. 2013/14 Instandsetzung und Erweiterung der Orgel, Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 7 I/P, mechanische und elektrische Traktur, Schleifladen.
Geläut
Eine LG, g’ (Bronze, Gj. 15. Jh.), Inschrift: „O rex glorie veni cum pace“ (O, König der Ehre, komm mit Frieden), Schriftzeichen gleichen denen des Taufkessels in Misselwarden; 2009 Schlagring der Glocke restauriert (Firma Lachenmeyer, Nördlingen). – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze), in Größe und Gestaltung ähnlich der vorhandenen, wohl gleiche Inschrift, im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.51
Weitere kirchliche Gebäude
Pfarrhaus (Bj. 1912, Vorgängerbau Bj. 1802).
Friedhof
Kirchlicher Friedhof bei der Kirche.
Liste der Pastoren (bis 1940)
1557, 1577 Paul Endmer. – 1603–16.. Georg Rorbach. – 16..–1618 Sigismund Finkelhausen. – 16..–1626 Jonas Weingärtner. – 1632, bis 1676 Matthias Groener (Grynaeus). – 1677–1695 Conrad Winkelmann. – 1695–1711 Heino zum Felde. – 1712–1741 Angelus Eyelmann (Eylmann). – 1742–1752 Eberhard Christian Wolff. – 1753–1776 Anthon Körte. – 1777–1794 Jeremias Christoph Ahrends (Ahrens). – 1795–1805 Jakobus Gottlieb Benjamin Rolffs. – 1805–1827 Georg Langenbeck. – 1827–1843 Johann David Schlichthorst. – 1844–1854 Johann Friedrich Brüning. – 1854–1874 Ernst Ludwig August Postels. – 1874–1894 Heinrich Otto von Hanffstengel. – 1895–1902 Heinrich Armin Theodor Borstelmann. – 1902–1912 Georg Friedrich August Cordes. – 1913–1933 Ludwig Heinrich Rudolf Weber.
Vikariat: 1562 Her Simon. – 1575 Arnold Meier. – 1618, 1621 Hinirch Bartels. – Bis 1628 Johannes Hoddersen. – 1628–1630 Johannes Leander jun. – 1632 Jodokus Sebastian Mushard. – 1639 Johann Fabricius. – 1696 Heribert von der Horst.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 261–262 und III, S. 35 (mit Ergänzungen)
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 2 Nr. 1247–1260/04 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 6559–6560 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2576
, 2577
, 2733
, 2734
(Visitationen); B 2 G 9 Nr. 2479–2480 (Baupflege und Bauwesen); B 18 Nr. 219 (Orgelsachverständiger); D 63 (EphA Wesermünde-Nord); L 5g Nr. 157, 275, 920, 922 (LSuptur. Stade); S 09 rep Nr. 1950 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 8076 (Findbuch PfA).
Kirchenbücher
Taufen: ab 1715 (Lücken: 1727–1745, 1747–1758, 1760, 1764, 1768; unvollständig: 1752)
Trauungen: ab 1715 (Lücken: 1727–1745, 1747–1758, 1760, 1764, 1768; unvollständig: 1752)
Begräbnisse: ab 1715 (Lücken: 1727–1745, 1747–1758, 1760, 1764, 1768; unvollständig: 1752)
Kommunikanten: ab 1715 (Lücken: 1727–1745, 1747–1758, 1760, 1764, 1768; unvollständig: 1752)
Konfirmationen: ab 1807
Literatur & Links
A: 50 Jahre KK Wesermünde-Nord, S. 54–56; Bei der Wieden/Lokers, Lebensläufe I, S. 287–288; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 299–300; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1086; Haiduck, Wursten, S. 69–73; Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 178–188; Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 87–89; Pratje, Bremen und Verden VII, S. 341–344 [Digitalisat]; Talkenberger, Quellen, S. 312; Topp, Tappe, S. 56; Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 133; Wiebalck, Kirche Wurstens, S. 129.
B: Die St. Mattäus-Kirche zu Padingbüttel. Kirchenführer, hrsg. von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Padingbüttel, Padingbüttel 2000; Heinrich Kröger: Ein Brief des Padingbüttler Pastors Schlichthorst vor 150 Jahren, in: De Kennung. Zeitschrift für plattdeutsche Gemeindearbeit 13 (1990), S. 33–36; Heinrich Kröger: Ik weet nu, dat ik’n armen Sünner bin. Forderte Padingbüttels Pastor Schlichthorst schon vor 150 Jahren Plattdeutsch im Gottesdienst?, in: Niederdeutsches Heimatblatt 6/1982, Nr. 390, S. 2–3 [.pdf online]; Fred Wagner & Biggy Engelke: Ortsfamilienbuch Padingbüttel, 22017 [.pdf online].
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche; Kirchhof, Kirchwurt; Wikipedia: St. Matthäus (Padingbüttel).
Weitere Bilder
- Querschnitt
- Altaraufsatz
- Taufkessel
- Orgel
- Holzfigur
- Triumphkreuzgruppe
- Glocke
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 51.
- Sudendorf, UB VII, Nr. 3 in Anm. zu Nr. 29 [Digitalisat].
- UB Hamburg I, Nr. 514 [Digitalisat]; Dannenberg & Schulze, Geschichte II, S. 204 (Zitat); Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 178 f.
- Lehe, Geschichte, S. 227 ff.
- LkAH, L 5g, Nr. 275 (Visitation 1957).
- Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1086; Haiduck, Wursten, S. 39 f. und S. 69 ff.
- Pratje, Bremen und Verden VII, S. 342 [Digitalisat].
- Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 133.
- Sudendorf, UB VII, Nr. 3 in Anm. zu Nr. 29 [Digitalisat].
- Hodenberg, Stader Copiar, S. 54 [Digitalisat].
- UB Neuenwalde, Nr. 146.
- UB Neuenwalde, Nr. 167.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 7, resümiert: „beinahe das ganze Erzstift“ wurde lutherisch; Otte ist vorsichtiger und hält fest, es bleibt „für diese Jahre weiterhin schwierig zu beurteilen, ob der einzelne Prediger evangelisch predigte oder altgläubig“, da die Pfarrer – nicht zuletzt mit Blick auf Erhalt der eigenen Pfründe – mitunter „zweideutig“ agierten (Dannenberg/Otte, Reformation, S. 32). Für einen knappen Überblick zur Reformation im Erzstift Bremen vgl. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 7 ff. sowie die Beiträge in Dannenberg/Otte, Reformation.
- Dannenberg/Otte, Reformation, S. 38.
- Zur Reformation im Land Wursten: Wiebalck, Kirche Wurstens, S. 109 ff.; Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 9 ff.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 9 und 16 f.
- UB Neuenwalde, Nr. 231; Wiebalck, Kirche Wurstens, S. 129.
- Pratje, Bremen und Verden VII, S. 342 [Digitalisat]. Zu Vincent Lübeck: Stockmann, Bernhard, „Lübeck, Vincentius“ in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 441 [Online-Version].
- Pratje, Bremen und Verden VII, S. 342 [Digitalisat].
- Pratje, Bremen und Verden VII, S. 343 [Digitalisat].
- Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 180.
- Zum Folgenden: Kröger, Brief, S. 33 ff. und Kröger, Sünner, S. 2 f. Siehe auch Bei der Wieden/Lokers, Lebensläufe I, S. 287 f.
- Kröger, Brief, S. 33.
- Kröger, Sünner, S. 2.
- Ahlers, Pfarrbuch (1930), S. 225.
- LkAH, L 5g, Nr. 275 (Visitation 1936).
- LkAH, S 1 H III, Nr. 820, Bl. 15. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
- Alle Zitate: LkAH, S 1 H III, Nr. 820, Bl. 15.
- LkAH, L 5g, Nr. 275 (Visitationen 1942 und 1950).
- KABl. 1969, S. 10.
- LkAH, L 5g, Nr. 157 (Visitation 1976).
- KABl. 1978, S. 4 f.
- LkAH, L 5g, unverz., Padingbüttel, Visitation 1989.
- 50 Jahre KK Wesermünde-Nord, S. 56.
- KABl. 1990, S. 86; LkAH, L 5g, unverz., Padingbüttel, Visitation 1989.
- KABl. 1996, S. 30.
- Hodenberg, Stader Copiar, S. 54 [Digitalisat].
- KABl. 1940, S. 54.
- KABl. 2012, S. 311 f.
- Haiduck, Wursten, S. 72.
- Haiduck, Wursten, S. 71.
- Haiduck, Wursten, S. 72 und S. 115 ff.; Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 221.
- Haiduck, Wursten, S. 156 ff.; Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 183
- Haiduck, Wursten, S. 175.
- Haiduck, Wursten, S. 94.
- Haiduck, Wursten, S. 122 ff.
- Haiduck, Wursten, S. 121 f.
- Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 87 (Inschrift teilweise wiedergegeben).
- Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 180.
- Pape/Schloetmann, Hammer, S. 113.
- Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 89; Kiecker/Lehe, KD Kr. Lehe, S. 186.
















