Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheim-Sarstedt | Patrozinium: Johannes der Täufer oder Johannes der Evangelist1 | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Groß Escherde ist möglicherweise das 973/975 in den Corveyer Traditionen erwähnt Hesschehirithi 2 und sicher das 1146 genannte Escherte.3 Das unmittelbar benachbarte Klein Escherde ist erstmals 1258 urkundlich nachweisbar.4 Nach Groß Escherde nannte sich ein seit dem 12. Jh. urkundlich nachgewiesenes Ministerialengeschlecht des Hochstifts Hildesheim, die Herren von Escherde. Lippold von Escherde stiftete um 1200 das Frauenkloster Escherde, das wenige Jahre nach seiner Gründung in das gut viereinhalb Kilometer südwestlich gelegene Bovingehusen (fortan Neu oder Haus Escherde genannt), verlegt wurde.5 Das Kloster war im 13. und 14. Jh. größter Grundbesitzer in Groß Escherde. Daneben besaßen auch der Hildesheimer Bf. und sein Domkapitel Höfe und Land, sowie die Hildesheimer Klöster und Stifte St. Moritz, St. Michael, St. Johannes, St. Godehard und Heiligkreuz. Groß Escherde gehörte zum Amt Steuerwald des Hochstifts Hildesheim und blieb nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) Teil des Hochstifts (Kleines Stift). Kloster Escherde hingegen fiel an das Fsm. Calenberg und kam erst 1643 mit der Restitution des Großen Stifts zurück an Hildesheim. Aufgrund der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses gelangte Preußen 1803 in den Besitz des Hildesheimer Stiftsgebietes. Von 1807 bis 1813 gehörte Groß Escherde zum Kanton Burgstemmen im Distrikt Hildesheim des Departements Oker im Kgr. Westphalen. Danach war das Dorf wieder Teil des Amtes Steuerwald, nun im Kgr. Hannover, das 1823 mit dem Amt Marienburg vereinigt wurde und 1844 im Amt Hildesheim aufging. Nach der Annexion von 1866 wurde das Dorf wieder preußisch und kam 1885 zum neuen Lkr. Hildesheim. Von 1971 bis 1974 gehörte der Ort zur Samtgemeinde Güldener Winkel, seit der Gebietsreform 1974 ist Groß Escherde Ortsteil von Nordstemmen. Das Haufendorf lag an der alten Handelsstraße von Hildesheim nach Paderborn, im sogenannten Güldenen Winkel (der Name geht auf die gute Bodenqualität dieser Gegend zurück). 1810 zählte Groß Escherde gut 380 Einwohner, 2017 etwa 625; der Großteil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt zur Arbeit. Zum Kirchspiel gehören auch Klein Escherde, Emmerke und Sorsum, die als ehemalige Stiftsdörfer eher katholisch geprägt sind. 1996 waren gut 2.300 der rund 5.800 Einwohner des Kirchspiels evangelisch.

Kirche, Ansicht von Südwesten

Kirche, Ansicht von Südwesten

Die Kirche in Groß Escherde entstand wohl in der zweiten Hälfte des 10. Jh. als adelige Eigenkirche; laut einem Schreiben der Hildesheimischen Räte von 1666 soll sie um 989 bestätigt worden sein.6 Lippold von Escherde übertrug die Kirche (und damit das Patronatsrecht) an Kloster Escherde, das er um 1200 gegründet hatte. Bf. Hartbert von Hildesheim bestätigte diese Dotierung im Jahre 1203 und in der entsprechenden Urkunde findet sich auch die Ersterwähnung der Kirche: ecclesiam in eadem villa sitam.7 Das Tympanon (Türbogenfeld) in der Turmhalle der heutigen Kirche stammt vermutlich aus dieser Zeit. Erster namentlich bekannter Geistlicher in Groß Escherde war 1264 dominus Heinricus sacerdos de Escherte.8 Weitere Prediger waren 1282 Luderus plebanus de Escherte 9, 1380 der Priester Rodolfus capellanus in Esscherte 10 und 1390 Pfarrer Konrad Goltorp.11 Der Pfarrsitz von Groß Escherde befand sich im Kloster Escherde.
Zur Zeit der Reformation waren Dorf und Kloster in verschiedenen Händen: Groß Escherde gehörte zum hildesheimischen Amt Steuerwald, das seit 1556 im Pfandbesitz des prot. Hzg. Adolf von Schleswig-Holstein war; Kloster Escherde gehörte seit der Stiftsfehde zum welfischen Fsm. Calenberg. Hier führte die 1538 zum Luthertum übergetretene und seit 1540 als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich regierende Elisabeth von Calenberg-Göttingen den neuen Glauben ein. 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft12 und ließ 1542/43 die Klöster und Pfarren des Fsm. visitieren. In Kloster Escherde fanden die Visitatoren „am predigampt sonderlich mangel“13 und setzten mit Nikolaus Nilie (oder Lilie) einen neuen, lutherischen Prediger ein. P. Nilie war auch gleichzeitig Pfr. in Groß Escherde und 1553 oder wenig später wurde der Pfarrsitz ins Dorf verlegt (bei der Visitation 1588 heißt es „Hat ein pfarhaus, Bawet der Ambtman [von Steuerwald] im Stifft [Hildesheim]“14). Im Jahr 1545 übernahm Elisabeths Sohn als Erich II. die Regierung im Fsm. Calenberg und trat 1547 zum Katholizismus über. Eine völlige Rekatholisierung des Fsm. scheiterte jedoch an den Calenbergischen Ständen, die 1553/55 die Beibehaltung der Lehre Luthers durchsetzten. Im Amt Steuerwald erließ Hzg. Adolf von Schleswig-Holstein 1561 eine Kirchenordnunge in baiden gerichten, Steurwoldt und Peine15, nur drei Jahre später konnte der Hildesheimer Bf. Burchard von Oberg das Amt wieder einlösen und größtenteils erfolgreich rekatholisieren, Groß Escherde blieb jedoch lutherisch, Klein Escherde nicht. Nach Erichs Tod fiel Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und der prot. Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.16 Im Jahre 1588 ließ er wiederum die Ortschaften des Fsm. visitieren. Seinerzeit war P. Johannes Wigand (amt. seit 1586) Pfarrer in Groß Escherde, das Kloster hatte ihn gegen einen gewissen Widerstand des Steuerwalder Amtmanns eingesetzt.17 Zeitweise scheinen auch die Orte Barnten und Giften zum Kirchspiel Groß Escherde gezählt zu haben, Kloster und Ortspfarrer konnten diese Ansprüche jedoch letztlich nicht durchsetzen.18 P. David Jahns (amt. um 1598-1623) weigerte sich 1609, vor der stifthildesheimischen Visitationskommission zu erscheinen, da es wohl „um geistliche und mein christliches Predigtamt betreffende Sachen“19 ginge und er in dieser Hinsicht dem Hzg. von Braunschweig-Lüneburg unterstehe. Seine Absetzung konnte das Stift nicht erreichen, während des Dreißigjährigen Krieges jedoch musste 1628 sein Nachfolger P. Joachim Söder (amt. 1623-1628) die Pfarre verlassen und in den folgenden Jahren wechselten kath und prot. Pfarrer in schneller Folge: Kurzzeitig versah Hermann Krebs, der kath. Pfr. von Emmerke, Groß Escherde mit, ihm folgte der prot. P. Justus Jahns (Sohn von David Jahns) und nach der Rekatholisierung des Klosters Escherde 1629 wirkte der dortige Klosterprediger auch als kath. Dorfpfarrer. 1631 kehrte P. Justus Jahns zurück, sein Nachfolger war der ebenfalls luth. P. Heinrich Vornkahl (amt. 1632/34-1643). P. Vornkahl musste die Pfarre 1643 nach der Restitution des Großen Stifts räumen und der kath. Geistliche Daniel Rolaff übernahm das Pfarramt. Ihm folgte der gleichfalls kath. P. Hermann Diekmann (amt. 1645-1652), die Groß Escherder hatten sich allerdings ausbedungen, dass er „die so nicht Catholisch nicht möchtte zu der Catholischen religion zwingen“.20 Der 1648 geschlossene Westfälische Friede setzte hinsichtlich der Religionszugehörigkeit 1624 als Normaljahr fest, es sollte jedoch noch vier Jahre dauern, bis Groß Escherde mit P. Heinrich Wieneke (amt. 1652-1666) wieder einen luth. Prediger bekam. Das Kloster Escherde, das seit 1665 wieder einen Benediktinerinnenkonvent beherbergte, behielt weiterhin das Patronat.21 Unter Berufung auf die kath. Einwohner Groß Escherdes ersuchte das Kloster 1666 die Hildesheimische Regierung und den Bf. um Erlaubnis, einen kath. Priester als Nachfolger für P. Wienecke präsentieren zu dürfen. Der Bf. lehnte das Ansinnen jedoch ab, da dies „In und außerhalb [des] Landtß ein großeß geschrey erwecken“22 würde. Kath. Geistliche schlug das Kloster daraufhin nicht mehr vor. Im Güldenen Winkel war Groß Escherde das einzige prot. Dorf (Diasporagemeinde), der P. daher auch für die Lutheraner in den umliegenden Orten Sorsum, Emmerke und Klein Escherde zuständig.

Kirche, Blick zum Altar

Kirche, Blick zum Altar

Während der langen Amtszeit von P. Georg Andreas Elich (amt. 1695-1757), erhielt die Kirche zwei neue Glocken (1698 und 1744) und eine Orgel (1724). Zudem ließ die Gemeinde das Kirchengebäude 1740 vergrößern: Das Kirchenschiff wurde in die Turmhalle hinein erweitert und außerdem nach Osten hin verlängert. Die letzten Jahrzehnte des 18. Jh. waren von einem langen Streit zwischen der Gemeinde und P. Johann Wilhelm Roer (amt. 1771-1798) gekennzeichnet.23 Mehrere Beschwerden über P. Roers Lebenswandel und auch über seinen Hexenglauben sind überliefert. Zwischen 1787 und 1789 war er suspendiert, 1798 enthob ihn die Kirchenleitung schließlich aufgrund eines Gutachtens der Universität Leipzig des Amtes. Sowohl gegen den Pfarrhausneubau (1827) als auch gegen den Kirchenneubau (1891/92) erhob die Gemeinde zunächst Bedenken, da sie die finanziellen Belastungen fürchtete. Im Visitationsbericht von 1887 heißt es, die Kirche mache „keinen erhebenden Eindruck, da sie eng und niedrig […] und ziemlich dunkel“24 sei. Die Gemeinde stimmt schließlich 1890 für den Neubau und ließ die alte Kirche 1891 abbrechen. Die Pläne für das neugotische Gotteshaus hatte der Hildesheimer Architekt Werner Söchtig (1859-1907) entworfen. Das Tympanon (13. Jh.) aus der Vorgängerkirche blieb erhalten und findet sich heute in der Turmhalle.
Im Jahr 1906 vermachte Heinrich Prellberg der Kirchengemeinde das Haus Nr. 67 (Bj. 1902), das später zum Gemeindehaus umgebaut wurde und seit 1955 die Gemeindeschwesternstation beherbergte. 1908 gründete sich in Groß Escherde ein Ortsverein des Evangelischen Bundes, der seine Arbeit während der NS-Zeit einstellte und sich 1951 wiederbegründete. P. Hermann Lührmann (amt. 1939-1945) war Mitglied der BK, zwei der vier 1933 gewählten Kirchenvorsteher schieden 1939 aus parteipolitischen Gründen aus. Rückblickend urteilte der Pfarrer 1946: „der Krieg, der N. S. und die recht unregelmässige Kriegsvertretung haben das innerkirchliche Leben sehr beeinträchtigt. Kirchenbesuch, Opferfreudigkeit und christliche Gesinnung in den Häusern und in der Öffentlichkeit haben eine sichtbare Schwächung erfahren.“25 Nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der ev. Einwohner in den eher kath. Dörfern des Güldenen Winkels, die zum Ksp. Groß Escherde gehören. 1978 lobte der Sup. der KK Hildesheim das gute Verhältnis der beiden Konfessionen, das sich in den letzten Jahren entwickelt hatte: 1970 seien „die ökumenischen Beziehungen im Bereich Groß-Escherdes noch gleich Null“26 gewesen. In Emmerke, das nur in den Jahren 1550 bis 1609 zeitweilig einen ev. Geistlichen gehabt hatte, baute die KG 1985 die Mittelpunktschule zu einem ev. Gemeindezentrum um. Sorsum erhielt 1988 einen eigenen Gemeinderaum und 1991 ein Gemeindehaus. In beiden Orten unterstützen seit Mitte der 1980er Jahre Fördervereine die Arbeit in den Gemeindehäusern und deren Unterhalt. In Groß Escherde ging aus einem Spielkreis die Kindertagesstätte St. Johannes hervor, die 1997 in ein saniertes Fachwerkhaus einzog.

Umfang

Das Dorf Groß Escherde. Später auch Klein Escherde, Emmerke und Sorsum. Zum 1. Oktober 1953 wurden die ev.-luth. Einwohner des Schildbergs aus der KG Groß Escherde in die KG Marienrode (Hildesheim, St. Cosmas und Damian) umgepfarrt.27

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Altkloster der Diözese Hildesheim. – 1542 zunächst der LSuptur des Fsm. Calenberg unterstellt, seit 1588 Insp. Jeinsen. Seit 1651 Insp. der Ämter Ruthe, Steinbrück und Steuerwald (ohne festen Sitz des Sup.).28 1812 zur Insp. Sarstedt, seit 1841 Insp. (1924 KK) Elze, 1939 zum KK Hildesheim. Seit 1. Januar 1999 KK Hildesheim-Sarstedt.29

Patronat

Ursprünglich wohl die Familie von Escherde; dann (vor 1203) das Kloster Escherde und nach dessen Aufhebung 1810 der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Einschiffige neugotische Backsteinkirche mit polygonalem Chorschluss, errichtet 1891 (Architekt Werner Söchtig, Hildesheim). Satteldach, über dem Chor abgewalmt; hohe, spitzbogige Fenster, weit hervortretende Strebepfeiler. Im Innern Kreuzgewölbe, Westempore, Gestühl mit zwei Seitengängen. Renovierungen 1961 (innen) und 1963 (außen); Gesamtinstandsetzung 1978; statische Sicherung und Innensanierung 2002/03 (Wiederherstellung des Strenenhimmels im Chor).

Turm

Westturm mit hohen, lanzettartigen Schallöffnungen im Obergeschoss; verschieferter Turmhelm mit Uhrgauben nach Norden und Süden sowie hoher, achteckig ausgezogener Spitze. Im Turminnern ein romanisches Tympanon der Vorgängerkirche (Anf. 13. Jh.).

Vogängerbau

Bruchsteinsaalkirche, vermutlich im 12. Jh. errichtet. Westturm, wohl 13./14. Jh., mit schlankem Turmhelm. 1740 Kirchenschiff mit Turmhalle verbunden und nach Osten verlängert, dreiseitiger Chorschluss, im Süden drei große Rundbogenfenster, im Norden vier.30 Im Innern bemalte Balkendecke (über dem Chor Himmelfahrt, 1861, über dem Schiff lehrender Christus, um 1857), vier Emporen: an Nord-, West- und Südseite des Schiffs sowie an Südseite des Chores. Neue Turmuhr mit zwei Uhrschlagglocken 1874. Kirche wegen Baufälligkeit 1891 abgebrochen.

Ausstattung

Gemauerter Altar, hölzerner Aufsatz mit hohem Kruzifix (1891/92). – Hölzerne Kanzel (1891/92). – Sechseckiger, hölzerner Taufständer. – Grabplatte des P. Andreas Behrens († 1695). – Kronleuchter aus Messing (gestiftet von Hans Wolter und Anna Lossia Gintr, 1716). – Buntglasfenster in Chor (1992, Kreuz und Lamm, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist) und im Kirchenschiff (1998, Geschichte des Propheten Jona) von Monika Rütten (Jülich).

Kirche, Blick zur Orgel

Kirche, Blick zur Orgel

Orgel

1724 Neubau eines Positivs durch H. Hochstein (Hildesheim).31 1772 neue Orgel.32 1891 Orgelneubau durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 16 II/P, mechanische Traktur, Kegelladen, neugotischer Prospekt (Opus 275). 1917 Prospektpfeifen zu Kriegszwecken abgegeben. 1979 Instandsetzung durch Dieter Kollibay. 2008 Restaurierung und Wiederherstellung der ursprünglichen Disposition, Firma Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt (Bad Liebenwerda). – Orgel im Gemeindezentrum in Emmerke: 1986 Neubau durch Emil Hammer, 3 I, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: e’, Inschrift u. a.: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe“, (Bronze, Gj. 2013, Bachert, Karlsruhe); II: gis’ (Bronze, Gj. 1744, Christoph August Becker, Hildesheim; 2013 restauriert)33. – Zwei SG (Eisen). – Eine LG (Bronze, Gj. 1698) 1861 vorhanden; eine LG (Bronze, Gj. 1885), 1917 zu Rüstungszwecken abgeliefert. Eine LG f’, Inschrift u. a. „Ich rufe euch zu Gottes Ehre, ich rufe euch in Freud und Leid, wenn ich an eurem Grab ertöne, seid ihr schon in der Ewigkeit. – In Treue denkt bei meinem Schallen der Brüder, die für euch gefallen“, (Bronze, Gj. 1926, Gebr. Radler, Hildesheim), im Zweiten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgegeben. 1948 Neuguss einer Notglocke, fis’ (Eisen, Gj. 1948, Firma Weule, Bockenem), 2013 abgenommen, vor der Kirche aufgestellt und durch heutige LG I ersetzt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1827/28, zweistöckiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach).34 – Gemeindehaus in Groß Escherde (Bj. 1902, 1906 der Kirche vermacht, 1961 Gemeinderaum eingerichtet, 1983 Gemeindebibliothek, 1984 Jugendkeller).35 – Gemeindehaus mit Kirchsaal in Sorsum (Bj. um 1861, ehemalige Schule, 1991 erworben). – Gemeindezentrum Emmerke (ehem. Schule, gemietet).

Friedhof

Rund um die Kirche, in Trägerschaft der KG. 1918/19 um Teile des Schul- und Pfarrgrundstücks erweitert.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 3233-3247 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 2931-2939 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 660-664 (Visitationen); D 22b (EphA Elze); D 68 (EphA Hildesheim); S 11a Nr. 7269 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 567; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 79-81; Pape, Hammer, S. 100.
B: Katja Eska: Aufklärung und Aberglaubenskritik im ländlichen Raum: das Prozessverfahren der Gemeinde Groß Escherde gegen den Pastor Johann Wilhelm Röer (1795-1798) [Magisterarbeit TU Hannover 2005]; Erich und Karin Reckel, Werner Steinbach: Aus der Geschichte von Groß Escherde. Kurzer Abriß der Dorfgeschichte von Groß Escherde unter besonderer Berücksichtigung der Kirchengeschichte. Festschrift zum 100jährigen Kirchweihfest, Groß Escherde 1991; Erich und Karin Reckel: Aus der Geschichte von Groß Escherde, 5 Bde., Göttingen 1995-98, bes, Bd. 4, S. 3-203.

GND

2112935-6, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Johannes (Gross Escherde u. a.).


Fußnoten

  1. Reckel u. a., Geschichte, S. 123. Mittelalterliches Patrozinium unbekannt: Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 141.
  2. Mönchslisten I, § 347; Mönchslisten II, S. 251 f. Vgl. auch Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 70. Es sind jedoch auch andere Identifizierungen des Ortsnamens möglich.
  3. UB HS Hildesheim I, Nr. 239.
  4. UB HS Hildesheim II, Nr. 1063.
  5. Dolle, Klosterbuch, S. 394 ff.
  6. NLA HA Hild. Br. 3/14 Nr. 122; Reckel u. a., Geschichte, S. 16.
  7. UB HS Hildesheim I, Nr. 581.
  8. UB HS Hildesheim III, Nr. 64.
  9. UB HS Hildesheim III, Nr. 609.
  10. Cal. UB IV, Marienrode, Nr. 361.
  11. UB HS Hildesheim VI, Nr. 969.
  12. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.
  13. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 383.
  14. Zit. bei Reckel u. a., Geschichte, S. 33.
  15. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,2,1, S. 769 ff.
  16. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  17. Reckel u. a., Geschichte, S. 30 f.
  18. Reckel u. a., Geschichte, S. 37 u. 76.
  19. Zit. bei Reckel u. a., Geschichte, S. 43.
  20. Zit. bei Reckel u. a., Geschichte, S. 54.
  21. Dolle, Klosterbuch I, S. 397.
  22. Zit. bei Reckel u. a., Geschichte, S. 68.
  23. Reckel, Geschichte Bd. 2, S. 299 ff.
  24. Zit. bei Reckel u. a., Geschichte, S. 104.
  25. LkAH, S 1 H III Nr. 316, Bl. 13.
  26. LkAH, L 5h, unverz., Groß Escherde, Visitation 1978.
  27. KABl. 1953, 135 f.
  28. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 123.
  29. KABl. 1998, S. 211 f.
  30. Zeichnungen des Zustands vor Abriss bei Reckel u. a., Geschichte, S. 17, 102 f. u. 107.
  31. Reckel u. a., Geschichte, S. 77.
  32. Reckel u. a., Geschichte, S. 101.
  33. Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 82.
  34. Reckel, Geschichte Bd. 5, S. 288 ff.
  35. Reckel, Geschichte Bd. 5, S. 301 f.