KapG der KG Niedernstöcken | Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Ortsteil von Neustadt a. Rbge. (seit 1974). – Das bis ins 20. Jh. landwirtschaftlich geprägte Dorf wird wohl 1314 (villa Esperke) erstmals urkundlich genannt.1 Es gehörte bis zur Verwaltungsreform von 1885 zum calenbergischen Amt Neustadt a. Rbge., das aus der seit 1302 welfischen Gft. Wölpe hervorgegangen war. – Kirchlich war Esperke ursprünglich der Parochie Mandelsloh zugeordnet, kam aber schon vor 1543 (Visitation) zu Niedernstöcken.2 Das heutige, an der Stelle eines älteren Vorgängerbaus errichtete KapGb wird auf die erste Hälfte des 15. Jh. datiert. 1685 wurde es grundlegend renoviert.

Umfang

Das Dorf Esperke.

Kapelle

Nordöstlich ausgerichteter, spätgotischer Saalbau mit gewölbtem 3/8-Chorschluss, wohl Anfang 15. Jh./um 1450 auf älteren Fundamenten aus Raseneisenstein errichtet und um 1450 in Ziegelmauerwerk ergänzt. Das Dach ist an den Schmalseiten abgewalmt. Dachreiter an der Westseite. An der Nordseite befand sich früher eine Sakristei (abgebrochen). Der Innenraum wird durch eine flache Balkendecke geschlossen. 1842 Einbau der Prieche aus der früheren Kirche von Niedernstöcken. Renovierung 1956 (u. a. neue farbige Verglasung).

Ausstattung

Reste eines klassizistischen Kanzelaltars (1810). Das Retabel wurde 1956 beseitigt, die Kanzel an der Südseite des Chors aufgestellt. – Spätgotisches Taufbecken (ursprünglich vielleicht ein Weihwasserbecken) auf einem schlichten Sandsteinsockel von 1956. – Spätgotische hölzerne Pietà (wohl Mitte 15. Jh.). – Farbig gefasste Standfigur des heiligen Thomas (vermutlich frühgotisch).

Orgel

1985 kaufte die KapG bei der Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen) ein gebrauchtes Truhenpositiv aus der Werkstatt von Klaus Becker (Kupfermühle), 4 I/–, mechanische Traktur, Schleiflade (Bj. um 1961).

Geläut

Eine LG in g’’ (Bronze, Gj. 1756, Johann Meyer, Celle). – Früherer Bestand: Eine 1869 im Schulgebäude aufgehängte Gussstahl-Glocke in f’’ befindet sich heute in der FKap.

Friedhof

In kirchlicher Trägerschaft. Ursprünglich bei der Kapelle, wo einige Grabsteine erhalten sind. Später an die Neustädter Straße verlegt.

Literatur

A: Aust/Benne u. a., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 155; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 457; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 360; Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt, S. 33–35.
B: Armin Mandel: Ein Dorf an der Leine. Esperke/Warmeloh, [Neustadt a. Rbge. 1974].


Fußnoten

  1. Sudendorf, UB I, Nr. 252.
  2. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 394.