Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Holzminden-Bodenwerder | Patrozinium: Markus (seit 1974) | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1980, Gemälde

Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1980, Gemälde

Der in einer Weserschleife gelegene (und seit 1973 als Ortsteil zu Bevern gehörige) Ort wird 1266 als Dolemstene in einer Urkunde des Gf. Ludwig von Everstein erstmals erwähnt. Grundherren waren neben den Eversteinern u. a. die Klöster Corvey und Kemnade. Im 15. Jh. setzten sich die Welfen als Landesherren durch (1584-1807 zum braunschweigischen Amt Forst, später Amt/Kr. Holzminden). Die dörfliche Struktur prägten noch bis ins 19. Jh. Landwirtschaft, Schiffsvorspann und Leineweberei. – Dölme verfügte zunächst nur über eine Kapelle unbekannten Alters. Wann sie mit Parochialrechten ausgestattet wurde, ist unklar. Seit 1544 ist sie als mater combinata mit der KG Rühle verbunden. Mit dem 1. Januar 1974 erhielt die Gemeinde den Namen St.-Markus-KG Dölme in Bevern.1 Sie umfasste 2007 noch 124 Gemeindeglieder. Zum 1. Januar 2009 wurde sie mit der KG Rühle zur Ev.-luth. KG Rühle-Dölme in Bodenwerder vereinigt.2 Die Kirche ist seit 2011 als Radwegekirche ausgewiesen.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Ohsen der Diözese Minden. – Dölme kam mit der Schaffung der Spezial-Suptur. 1569 zur Insp. Holzminden. 1648 wurden bei einer Neuorganisation der Aufsichtsbezirke die Insp. Holzminden und Halle zur Generaldiözese Holzminden zusammengelegt. Der Sitz der Spezial-Insp. kam 1653 nach Stadtoldendorf. Später wieder zur Insp. Bevern. Wohl 1914 der Insp. Halle-Ottenstein zugeteilt, deren Suptur. 1920 nach Heyen verlegt wurde. 1935 wurde die Insp. Halle in die Propstei Eschershausen überführt und am 1. Oktober 1942 von der braunschweigischen in die hannoversche Landeskirche umgegliedert (KK Holzminden, seit 1. Januar 1999 KK Holzminden-Bodenwerder).

Patronat

Seit vor 1800 der Landesherr.3

Kirchenbau

Rechteckiger Saalbau aus Bruchsteinmauerwerk unter Walmdach, über dem Türsturz auf das Jahr 1720 datiert. Bemalte Holzdecke. Innenrenovierung 1970.

Turm

Achtseitiger Dachreiter mit geschweifter Haube über dem westlichen Dachfirst.

Ausstattung

Einfacher, hölzerner Tischaltar, mit der Kanzel 1970 neu angeschafft.

Orgel

Im Oktober 1872 kaufte der Rühler P. Wolf bei Heinrich Faber (Salzhemmendorf) eine neue Orgel und ließ die Anschaffung durch den GSup. in Holzminden nachträglich genehmigen4; 4 I/-, mechanische Traktur, Schleiflade, schlichtes, neugotisches Gehäuse. 1917 Ausbau der Prospektpfeifen. 1949 Umbau. 1969/70 Instandsetzung und Umbau (Erneuerung der Windanlage) durch Friedrich Weißenborn (Braunschweig), 4 I/-, mechanische Traktur, Schleifladen. 2015 durch Martin Wurm (Wilhelmshaven) restauriert.

Geläut

Eine LG: e’’ (Bronze, Gj. 1849, Umguss durch I. C. I. Wicke, Braunschweig).

Friedhof

Ursprünglich bei der Kirche und dort 1886 noch erweitert.5 Wohl nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Anlage eines kommunalen Friedhofs am südlichen Ortsausgang (Rühler Straße). Jetzt in Trägerschaft der Samtgemeinde Bevern. FKap.

Landeskirchliches Archiv Hannover

D 25 (EphA Bodenwerder).

Literatur

A: Steinacker, BKD Kr. Holzminden, S. 40 f.; Kleinau, Ortsverzeichnis Land Braunschweig I, S. 154 f.
B: Wilhelm Grupe: Dölme und seine Geschichte, [Bevern 2013].


Fußnoten

  1. KABl. 1974, S. 23.
  2. KABl. 2009, S. 87 f.
  3. Stübner, Kirchenverfassung, S. 260.
  4. LkAH, D 25 Spec. Dölme 5131; LkAH, D 43 Spec. Grünenplan 513 (Zeugnis für Faber in der Orgelakte zu Grünenplan).
  5. LkAH, D 25 Spec. Dölme 590.