Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheim-Sarstedt | Patrozinium: Auferstehung (seit 1963) | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Diekholzen, 1125 erstmals urkundlich erwähnt, befand sich seit Anfang des 14. Jh. vollständig in Eigenbesitz des Klosters Marienrode, das den Ort 1583 an die Stadt Hildesheim verpfändete. Mit der Säkularisierung des Hochstifts Hildesheim 1802/03 wurde Diekholzen preußisch, 1807 westphälisch. 1813/15 kam es an Hannover.

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1970, P. Greve, Jöllenbeck (?)

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1970, P. Greve, Jöllenbeck (?)

Die Reformation setzte sich in Diekholzen nicht durch, die Kirche blieb kath. Als erste luth. Einwohner sind aber schon vor 1600 die städtischen Förster im Ziegenbergforsthaus nachweisbar, die die GD in den Hildesheimer Kirchen, um 1800 auch in Sibbesse besuchten. 1831 wurde die Wallfahrtskapelle von Marienrode (Hildesheim, St. Cosmas und Damian) den dortigen Lutheranern überlassen (als KapG von Sibbesse, ab 1872 von Hildesheim, Andreas, ab 1933 von Hildesheim, Michaelis). Ihr Einzugsbereich umfasste bis 1962 auch Diekholzen und Söhre.
Mit der Aufnahme des Kalibergbaus setzte schon Anfang des 20. Jh. ein stärkerer Zuzug von Schachtarbeiterfamilien ein, von denen viele dem luth. Bekenntnis angehörten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen ev. Ostflüchtlinge hinzu. Für die wachsende Gemeinde fanden ab 1949 ev.-luth. GD in Diekholzen statt, anfangs in der kath. Kirche St. Jakobus, ab 1957 in der zum Gemeindesaal umgebauten alten Schule. 1959 wurde Walter Wiese als erster P. eingeführt (amt. bis 1968). 1960 wurde ein Pfarrhaus errichtet, 1962/63 die Kirche. Am 1. April 1962 wurde die KG Diekholzen verselbständigt.1 Seit dem 1. Januar 1979 ist sie mit der Titus-KG Barienrode pfarramtlich verbunden.2 Im ehemaligen Schulpavillon, der nach der Auflösung der Hauptschule leer stand, wurde 1986 ein Gemeindezentrum mit KiGa eingerichtet. Zu finanziellen Unterstützung des Gemeindelebens gründeten die KG Diekholzen und Barienrode 2005 eine gemeinsame Stiftung (A-T-Stiftung).

Umfang

Die Ortschaften Diekholzen und Söhre.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Altkloster der Diözese Hildesheim. – Die ev.-luth. KG kam bei ihrer Errichtung 1962 zum KK Hildesheim (seit 1. Januar 1999 KK Hildesheim-Sarstedt).

Kirchenbau

Schlichter Saalbau in asymmetrischer Form nach Entwurf des Architekten Ernst August Seevers (Hildesheim); eingeweiht am 2. Juni 1963 durch LSup. Dr. Heintze. Innenraum mit geputzten Seitenwänden und Holz-Riemendecke. Hinter dem Altar befindet sich in der verklinkerten Wand ein Mosaik von Eva Limberg (Bielefeld) mit der Darstellung des Himmlischen Jerusalem.

Fenster

Tauffenster von Renate Strasser.

Turm

Verklinkerter Westturm mit tief heruntergezogenem Satteldach.

Ausstattung

Altartisch und Taufstein aus Anröchter Stein.

Orgel, nach 1966

Orgel, nach 1966

Orgel

1966 Neubau durch Firma Schmidt & Thiemann (Hannover), 20 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1980 Renovierung durch Franz Rietzsch (Hiddestorf).

Geläut

Vier LG, I: a’; II: c’’; III: d’’, IV: f’’ (alle Bronze, Gj. 1963, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Friedhof

Katholischer und kommunaler Friedhof. Beisetzungen der ev. Einwohner fanden noch 1960 auf dem Friedhof in Marienrode statt.

Literatur

B: 50 Jahre Auferstehungskirche Diekholzen, hrsg. vom Kirchenvorstand der ev.-luth. Auferstehungsgemeinde Diekholzen, Diekholzen [2013]; Curt-Christian Müller: Diekholzen. Eine Ortschronik, Hildesheim/Zürich/New York [1992].


Fußnoten

  1. KABl. 1962, S. 13.
  2. KABl. 1979, S. 7 f.