Sprengel Lüneburg, KK Celle | Patrozinium: Johannes | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Die Siedlung Wietzenbruch entstand in der ersten Hälfte des 19. Jh. nach der Verkoppelung (1815/25) und Generalteilung des gleichnamigen Landstrichs südwestlich von Celle, an dem bis dahin 28 angrenzende Dörfer Anteil hatten. Die Aufteilung erfolgte im Wesentlichen auf Betreiben der Celler Neustadt und der Vorstadt Neuenhäusen. Nach dem Ausbau des Wehrmachtsstandorts und der Anlage des Militärflugplatzes wurden weitere Wohngebiete im Blumläger und Westerceller Feld, an der Fuhrberger und Birkenstraße, im Hehlertor und in Wietzenbruch ausgewiesen bzw. die vorhandenen erweitert.
Die luth. Einwohner waren zunächst in die Neustädter KG (Celle-Neustadt) eingepfarrt. Zum 1. April 1939 wurde dort für den Gemeindeteil Wietzenbruch eine zweite Pfarrstelle errichtet. Pläne, die frühere Garnisonkirche vom alten Stadtfriedhof am Harburger Berg nach Wietzenbruch umzusetzen, wurden durch den Kriegsausbruch verhindert und später nicht mehr aufgenommen. Eine Verselbständigung der KG wurde 1941 von staatlicher Seite abgelehnt. Wietzenbruch blieb zunächst zweiter Pfarrbezirk der Neustädter KG.
Nach dem Krieg stieg die Zahl der Gemeindeglieder von etwa 1.500 (1941) auf etwa 4.500 (1950) an. Im April 1950 wurde P. Wolfgang Steinblinck als zweiter Pfarrer der Neustädter KG mit dem Auftrag der Versorgung in Wietzenbruch und der Militärseelsorge auf dem Fliegerhorst eingeführt. Nach Fertigstellung des Pfarrhauses (1950) und Genehmigung durch den Regierungspräsidenten wurde zum 1. April 1951 eine neue KG Celle-Wietzenbruch gebildet und die Pfarrstelle des früheren Standrandbezirks der KG Celle-Neustadt auf die neue Gemeinde übertragen.1 GD und Gemeindeveranstaltungen fanden anfangs in der Aula der Wietzenbrucher Schule statt (Alte Schule am Alten Kanal). Am 8. Dezember 1956 weihte Lbf. Lilje die nach Plänen des Architekten Rüdiger Hachtmann (Celle) errichtete Kirche am Steindamm ein. Für die Gemeindearbeit diente zunächst ein abtrennbarer Raum im KGb 1971 wurde ein Gemeindehaus errichtet.

Pfarrstellen

I: 1. April 1951. – II: 1. Januar 19732; 1. September 1999 aufgehoben.3

Umfang

Der Pfarrbezirk umfasste ursprünglich das Gebiet südlich des Wilhelm-Heinichen-Rings einschließlich Birken- und Fuhrbergstraße sowie den gesamten Ortsteil Wietzenbruch bis zur Stadtgrenze. Mit dem 1. Juli 1964 wurde aus Teilen der KG Celle-Neustadt und Celle-Wietzenbruch die neue Paulus-KG gebildet.4

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Celle.

Kirchenbau

Schlichter Saalbau aus rotem Ziegelmauerwerk (1956), geschlossen durch eine flache, verbretterte Decke. Emporen an der West- und Nordseite.

Turm

Glockenturm unter niedrigem Satteldach an der Nordwestecke des Baus.

Ausstattung

Altarwand (Fresko) von Heinz Wolff (Hannover): Oben die vier Evangelisten, im Zentrum der auferstandene Christus in einer Ädikula, zu deren Seiten Szenen aus dem Johannesevangelium, links die Hochzeit zu Kana (Joh 2,1–12) und die Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1–45), rechts die Speisung der 5.000 (Joh 6,1–15) und die Fußwaschung (Joh 13,1–11). – Bronzegriffe an den Türen von Friedrich Marby (Hannover): Am Haupteingang Adam und Eva, am Nordosteingang kluge und törichte Jungfrau nach Mt 25,1-13. – An der Nordwand ein Grabstein der Kinder des Kriegssekretärs Johann Ernst Weise (1664) von der ehemaligen Garnisonkirche am Harburger Berg.

Orgel

1958 Neubau auf der Nordempore durch Firma Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 9 (21) II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Prospektentwurf von Heinz Wolff. 1961 Erweiterung auf 21 II/P (HW, RP). 1992 Überarbeitung durch Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen).

Geläut

Drei LG, I: b’ (Bronze, Gj. 1956, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg; Stiftung der Stadt Celle); II: c’’ (Bronze, Gj. 1956, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg); III: es’’ (Bronze, Gj. 1957, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Literatur

A: Leenders, Entwicklung, S. 20–22; Pape, Orgeln Celle, S. 190–192.
B: Festschrift 50 Jahre Johanneskirche 1956–2006, [Celle 2006].


Fußnoten

  1. KABl. 1951, S. 46.
  2. KABl. 1973, S. 11.
  3. KABl. 1999, S. 198.
  4. KABl. 1964, S. 114 f.