Sprengel Stade, KK Bremervörde-Zeven | Patrozinium: Liborius1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Das an einem strategisch wichtigen Osteübergang gelegene Castrum Vorde wurde 1112 durch Lothar von Supplinburg als Hzg. von Sachsen an der Stelle einer älteren Burganlage erbaut und kam 1144 in den Besitz Heinrichs des Löwen und seiner Söhne sowie 1219 an den Bremer Ebf. Seit der zweiten Hälfte des 14. Jh. war Bremervörde Hauptburg und Residenz der Ebf. und damit politisch-administratives Zentrum des Erzstifts. Es war Sitz einer Vogtei bzw. eines Amts. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrfach zerstört (1627, 1646) und die Verwaltung des Erzstifts infolgedessen nach Stade verlegt. Die Landesherrschaft (Hzm. Bremen) fiel im Westfälischen Frieden (1648) an Schweden und (nach dänischer Besetzung 1712) 1715 an Kurhannover.

Kirche, Ansicht von Nordosten, Postkarte, Fotograf: R. Meyer, Bremervörde (ohne Gefallenendenkmal)

Kirche, Ansicht von Nordosten, Postkarte, Fotograf: R. Meyer, Bremervörde (ohne Gefallenendenkmal)

Eine Burgkapelle/-kirche entstand möglicherweise in Anlehnung an die um 1000 bezeugte alte Burg oder an das castrum Hzg. Lothars. Ebf. Giselbert von Brunkhorst (amt. 1274-1306) ließ auf der Burg einen repräsentativen Turm (eventuell Bergfried) errichten, in dessen Unterbau wohl die Burgkapelle oder kirche eingerichtet wurde.
Daneben bestand wohl schon vor 1250 im Vorfeld des älteren Teils der Burg am Großen Platz die Pfarrkirche des Fleckens Bremervörde Reste von Feldsteinfundamenten wurden 1929/30 archäologisch nachgewiesen. Mit Urkunde vom 21. Januar 1282 übereignete der Bremer Ebf. Giselbert von Brunkhorst die Kirche von Altenwalde dem aus Midlum dorthin verlegten Frauenkloster. Zugleich übergab er dem bisherigen Plebanus von Altenwalde, Sigfrid, für seinen Verzicht auf die Pfarrstelle die Pfarre in Bremervörde (Vorda), die damit erstmals erwähnt wird.2 Dorf und Kirche wurden vor 1314 zerstört.3 1337 wird Gerhardus Marsele als Rektor der capelle to Vorde genannt. 1340 erscheint die Kirche als ecclesia parochialis Vordis. 1361 bat Everhard von Untorpe, Hausgenosse und Notar des früheren Ebf. Gottfried von Bremen, um päpstliche Provision mit der durch den Tod des Friedrich van deme Kelre frei gewordenen Pfarrkirche in Bremervörde ungeachtet der Tatsache, dass er bereits zwei Kaplaneien in Buxtehude und Sinstorf innehatte.4 Derselbe erscheint auch 1366 als Karckhere to Vorde als Urkundenzeuge und in gleicher Eigenschaft 1397 der Rektor Arnoldus. 1368 reserviert Papst Urban dem Subdiakon Johann Konradi Wackervelt, Rektor der Pfarrkirche in Barkhausen (Diözese Minden), die durch die Providierung des Konrad von Schönebeck mit dem Bremer Domdekanat frei gewordene Pfarrkirche in Bremervörde (ecclesia in Vordis).5 Obwohl 1337 nur von einer Kapelle gesprochen wird, dürfte sie damals schon über die vollen Pfarrechte verfügt haben.
Die mittelalterliche Kirche verfügte über mehrere Nebenaltäre. Hervorzuheben ist der 1374 durch den Ritter Hinrich von Issendorf gestiftete Marienaltar. Während sonst der Ebf. vollumfänglich über die Kirche und ihre Geistlichen verfügte, lag das Präsentationsrecht für die mit dem Altar verbundene Vikarie bei der Familie von Issendorf. Inhaber seiner Pfründe waren 1498 der Geistliche Johann von Glaen, 1518 Johann Rape (1522/25 Kanzler des Erzstifts) sowie ab etwa 1540 der Bremer Vikar Heineke Schlepegrelle in der Nachfolge seines Vaters. 1581 bestimmte Christoffer von Issendorf, dass nach dem Ableben Schlepegrells ein Teil der Einkünfte der Vikarie der Kirche in Oese zufallen solle. Insgesamt verfügte die Kirche 1435 über sechs Altarstiftungen, von denen neben der Issendorf’schen Marienvikarie die Altäre der heilige Margaretha und des heilige Kreuzes namentlich bekannt sind.

Kirche, Ansicht von Nordosten, 1948 (mit Gefallenendenkmal)

Kirche, Ansicht von Nordosten, 1948 (mit Gefallenendenkmal)

Aus der Amtszeit des Ebf. Johann III. Rode (1497-1511) sind in Bremervörde vier Gilden/Bruderschaften nachgewiesen, die St.-Gertruden-Gilde, die wohl Träger des St.-Gertruden-Hospitals (später Hospital zum Heiligen Geist) war6, die St.-Katharinen-Gilde, die Gilde Unserer Lieben Frauen (St. Marien) sowie die Heiligen-Leichnams-Gilde.
Der Zeitpunkt der Einführung der Reformation in Bremervörde ist nicht belegt. 1531 klagte Ebf. Christoph darüber, dass im ganzen Erzstift nur noch in Vörde kath. GD gehalten würde, doch kann sich die Aussage auch auf die Schlosskapelle beziehen. Für die Pfarrkirche gibt ein auf 1535 datierter Abendmahlskelch einen Hinweis auf die Austeilung des Abendmahls in beiderlei Gestalt. Als erste ev. Prediger sind um 1541 Hinrich Grawe (Grouwe) und Hermann Wepse (Wöbse) nachgewiesen. Die P. der Pfarrkirche wurden auch als Hof- und Schlossprediger herangezogen. Umgekehrt übernahm der Hofprediger zeitweise die Aufgaben des zweiten Pfarrers (Kaplans) an der Pfarrkirche und bezog dessen Einkünfte. 1582 ordnete der erste luth. Ebf. Hzg. Heinrich von Sachsen-Lauenburg die Errichtung einer zweiten Pfarrstelle an und erließ eine KO für die Fleckensgemeinde.
Eine mit der Pfarrei verbundene Schule ist 1348 in einer Stiftungsurkunde des Ritters Hinrich von Issendorf bezeugt.7 1567 wurde eine Lateinschule gegründet. Wohl ab 1692 versahen ihre Rektoren das Amt des Nachmittagspredigers an der Pfarrkirche.8
Am 27. September 1627 wurde Bremervörde samt Kirche von dänischen Söldnern niedergebrannt. GD fanden vorläufig in dem zur Notkirche umgestalteten „Nölting-Haus“ in der Altestraße statt (1951 abgerissen). Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte bis 1630 unter Ebf. Johann Friedrich. Zur Wiederherstellung trugen neben dem Ebf. als Landesherrn auch der dänische Kg. und zahlreiche erzstift-bremische Würdenträger und Beamte bei.9 Im Frühjahr 1646 folgte eine weitere Zerstörung durch die dänische Besatzung. Der Wiederaufbau erfolgte 1651 an der Neuen Straße westlich der alten Ortslage auf einem ehemaligen Friedhofsgelände. Als Vorbild für den Bau diente die Kirche in Altona. Auch die Ausstattung kam teilweise aus Hamburg: Die Stadt Hamburg stiftete den Altar, eine Altartafel wurde aus der Hamburger St.-Nicolai-Kirche übernommen und der Taufstein war eine Schenkung eines Hamburger Bürgers. Die neue Kirche erwies sich jedoch schon bald als zu klein. Um 1750 wurden die GD auch von den Arbeitern der Glashütte auf dem Fahrenberg besucht. Für einen weiteren Zuwachs an Gemeindegliedern sorgte 1764 die Gründung der Kolonie Ostendorf. Weitere Moorkolonien im Ostenmoor und Gnarrenburger Moor (Fahrendorf, Mehedorf, Hönau, Neuendamm, Iselersheim) folgten und wurden ebenfalls der Parochie Bremervörde zugeordnet. Um ausreichend Platz für die Moordörfer zu erhalten, wurde die Kirche 1784/85 unter der Bauleitung von Jürgen-Christian Findorff umgestaltet.

Kirche, Innenansicht, vor 1951

Kirche, Innenansicht, vor 1951

Unter P. Gottfried Gustav von Hanffstengel (amt. 1895-1922) wurde 1901 eine Posaunenabteilung des Evangelischen Jünglingsvereins gegründet. 1922 bis 1935 amtierte Julius Bauer, der im Kirchenkampf die Sache der DC vertrat. Zu seinem Nachfolger ernannte Lbf. August Marahrens 1936 (gegen den Willen des mehrheitlich nationalsozialistischen KV) den späteren LSup. Johannes Schulze, der den Einfluss der DC am Ort zurückdrängen konnte.10 Schulze war seit 1938 Landesobmann der Bekenntnisgemeinschaft. Im Oktober 1943 wurde er im Nebenamt mit der Seelsorge für die Wehrmachtsangehörigen im Kriegsgefangenenlager Sandbostel betraut und übernahm nach dem Krieg bis zur Schließung des Lagers (1948) auch die Betreuung der dort Internierten.
Der 1945 eingerichtete KiGa (Anfangs in einer Baracke auf dem Gelände der Seemannsschule, ab 1960 in einem eigenen Gebäude) gilt als der älteste der Landeskirche. Als diakonische Einrichtungen unterhält die Gemeinde eine Seniorenwohnanlage (errichtet 1972/73), die ein älteres Hospital ersetzte, und das Hospiz Bremervörde (seit 2012). Seit 2003 unterstützt die Stiftung „Pro Liborius & Auferstehung“ die beiden KG bei Personalkosten, Bauunterhalt und ihren kirchlichen und diakonischen Aufgaben. Es besteht zudem ein Förderverein für missionarische Jugendarbeit.
Im Stadtteil Engeo, der erst 1925 in die Liborius-KG eingegliedert wurde, wurde nach dem Bau eines eigenen Pfarrhauses zum 1. April 1962 eine Pfarrvikarstelle errichtet, die später in eine Pfarrstelle umgewandelt wurde (Pfarramt III). 1969 erhielt Engeo auch ein eigenes Gemeindehaus.
Seit 1953 besteht eine Partnerschaft zwischen der Liborius-KG und der KG Treuen (Vogtland).

Pfarrstellen

I: Vorref. – II: 1. April 1939 (seit 1896 als ständige Pfarrkollaboratur) .11 – III: 1. April 195312; 1. Januar 1965 an die KG Bremervörde-Iselersheim (Auferstehung) übertragen. Im gleichen Jahr wurde die am 1. April 1962 errichtete Pfarrvikarstelle13 in die dritte Pfarrstelle umgewandelt.

Umfang

Der Flecken Bremervörde, die Dörfer Fahrendorf, Hönau, Iselersheim, Mehedorf, Neuendamm und Ostendorf, die Höfe Barbrock, Elmerdamm und Walkmühle; die Dörfer Lindorf und Ottendorf. Zum 1. Oktober 1925 wurden die politischen Gemeinden Nieder-Ochtenhausen, Spreckens und Engeo aus der KG Oerel in die KG Bremervörde umgepfarrt.14 Zum 1. Januar 1965 wurden die politischen Gemeinden Iselersheim, Hönau-Lindorf, Nieder-Ochtenhausen, Mehedorf und Ostendorf sowie Teile des Stadtgebiets von Bremervörde aus der St.-Liborius-KG ausgepfarrt und eine selbständige KG Bremervörde-Iselersheim errichtet, auf die die dritte Pfarrstelle der St.-Liborius-KG übertragen wurde.15

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des bremischen Dompropstes. – Seit schwedischer Zeit unterstand Bremervörde der Propstei Bremervörde-Beverstedt. Im Zuge der Neuordnung der Aufsichtsbezirke wurde mit dem 1. Januar 1827 die Insp. Bremervörde gebildet (der 1895 die KG Bevern, Bremervörde, Gnarrenburg, Kirchwistedt, Kuhstedt, Lamstedt, Oerrel und Oese angehörten).16 1874 wurde die Suptur. der Insp. dauerhaft mit der Pfarre Bremervörde vereinigt.17 Zum 1. Oktober 1940 kamen die KG des aufgelösten Aufsichtsbezirks und Kirchenkreisverbandes Zeven hinzu (KK Bremervörde-Zeven).18

Patronat

Der Ebf. von Bremen bzw. der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Sechsachsige barocke Saalkirche aus verputztem Ziegelmauerwerk auf einem Fundament aus Feldsteinen (1651/53, um 1679 neu eingewölbt). Polygonaler Chorschluss. Bei der Neugestaltung des Innenraums 1784/85 wurden der Altar von der Ost- an die Südwand versetzt und Emporen an der Ost- und Nordseite der Kirche eingebaut. Eine weitere Umgestaltung erfuhr die Kirche 1850/51 (zweite Empore an der Ost- und Nordseite). Die Kirche wurde 1945 durch Kampfhandlungen beschädigt. Bei der Renovierung 1950/52 wurden Altar und Kanzel wieder an die Ostseite verlegt, die Emporen teilweise beseitigt. Die Sakristei wurde 1956 zur Taufkapelle umgestaltet. Weitere Sanierung 1998/99.

Fenster

Fenster mit der trauernden Maria mit dem Leichnam Christi von Hermann Oetken (Delmenhorst) in der Turmhalle.

Grablege

In der nach dem Dreißigjährigen Krieg errichteten Kirche befand sich neben anderen Grabstellen ein Erbbegräbnis der Familie von Issendorf. 1791 wurde in der Kirche GSup. Johann Hinrich Pratje beigesetzt.

Turm

Über dem Westgiebel ein Turm mit achtseitigem verschiefertem Aufsatz mit barocker Haube. Der Turm war 1704 bei einem Unwetter eingestürzt und wurde anschließend wieder aufgebaut. 1899 ließ die Stadtgemeinde eine Uhr einbauen. Die Turmhalle wurde 1956 nach einem Entwurf von Jan Noltenius (Bremen) zur Gedenkstätten für die Toten der Kriege von 1815, 1870/71 sowie der beiden Weltkriege umgestaltet.

Ausstattung

Schlichter Kanzelaltar mit korinthischer Pilastergliederung. – Hölzerne Taufe von Otto Flath. – Zwei Ölgemälde (Christus und Johannes der Täufer) von Georg Bergmann (Hannover), gestiftet 1851 durch den Kaufmann und früheren Bürgermeister Hermann Gottfried Meyer. – Kronleuchter von 1640 und um 1580. – Grabplatte des Amtmanns Johann Ernst Rist an der Außenseite der Sakristei/Friedhofskapelle.

Orgel, vor 1962

Orgel, vor 1962

Orgel

1585 erstmals erwähnt. Nach Kriegszerstörung (1627) 1640 neu erbaut, 1645 wieder zerstört.19 Um 1651 stiftete der schwedisch Reichsmarschall Carl Gustav Gf. Wrangel ein Orgelpositiv mit acht klingenden Stimmen. Ein Neubauentwurf von Otto Dietrich Richborn (1723) wurde nicht realisiert. Stattdessen baute Erasmus Bielfeldt (Celle) 1728/33 ein neues zweimanualiges Werk mit 21 Stimmen, das aufgrund von Schwingungsschäden bereits 1745/46 durch den Orgelbauer Jacob Albrecht (Lamstedt) instandgesetzt werden musste und dabei um die beiden Basstürme erweitert wurde; 25 II/P (HW, BW), mechanische Traktur, Schleifladen. 1797 Beschädigung durch Blitzschlag; 1802 als abgängig bezeichnet, aber erst 1826/27 durch den Orgelbauer Wilhelm (Stade) grundsaniert. 1902 Neubau des Werks hinter dem historischen Prospekt durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 26 II/P, pneumatische Traktur. 1917 Ausbau der Prospektpfeifen (1928 ersetzt). 1962/63 Neubau unter Vergrößerung des historische Prospekts und Ergänzung eines Rückpositivs durch Firma Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), Disposition von Alfred Hoppe (Verden), 32 III/P (HW, BW, RP), mechanische Traktur, Schleifladen; eingeweiht 22. September 1963. 1978 und 1998/99 Renovierung durch Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen).

Geläut

Vier LG, I: fis’ (Bronze, Gj. 1955, Gebrüder Rincker, Sinn); II: gis’ (Bronze, Gj. 1955, Gebrüder Rincker, Sinn); III: a’ (Bronze, Gj. 1908, J. J. Radler, Hildesheim); IV: cis’’ (Bronze, Gj. 1406, Patenglocke aus Langkafel, Kreis Naugard in Pommern; seit 1951 in Bremervörde). – Zwei SG (Eigentum der Stadt), I: (Bronze, Gj. 1986); II: (Bronze, Gj. 1986). – Früherer Bestand: Nachrichten über das mittelalterliche Geläut liegen nicht vor; es wurde wohl im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Neubeschaffung einer Glocke für Bremervörde ist erstmals 1641 dokumentiert (Geschenk des dänischen Kg. Christian IV., Vater des damals regierenden Ebf. Friedrich II.). Der Verbleib ist unklar, vermutlich Verlust bei der erneuten Zerstörung der Kirche 1646. Die älteste bekannte LG des Neubaus stammte aus dem Jahr 1699, eine zweite von 1780. Beide sind 1908 gesprungen und wurden zu einem neuen dreiteiligen Geläut mit der Schlagtonreihe d’, f’ und a’ umgegossen. 1917 wurden die beiden größeren LG sowie die beiden SG abgeliefert. Erhalten blieb nur die kleinste LG (heute III). Während die SG noch im gleichen Jahr durch Stahlglocken (a’’ und cis’’’) ersetzt wurden, wurden erst 1928 zwei neue LG in den früheren Schlagtönen d’ und f’ gegossen. Beide wurden 1942 ebenfalls abgegeben. 1951 erhielt die Kirche eine Patenglocke aus Pommern. 1955 wurde das Geläut um zwei große Glocken zu seinem jetzigen Umfang ergänzt. Die beiden Stahl-SG (Eigentum der Stadt Bremervörde) wurden 1986 ersetzt.

Weitere kirchliche Gebäude

1817 wurde das Schulhaus in der Kirchenstraße neu errichtet, 1818 das Pfarrhaus (Suptur.) in der Kirchenstraße. 1956 nahm die KG das Dietrich-Bonhoeffer-Haus für die Jugendarbeit in Benutzung. Die 1963 angekaufte Gastwirtschaft Rötting wurde zum Gemeindehaus (Ludwig-Harms-Haus, Umbau/Erweiterung 1989) ausgebaut. 1964 entstanden in der Brackmannstraße ein neues Pfarrhaus und ein Amtsträgerwohnhaus (beide 1991 verkauft).

Friedhof

Der alte Gemeindefriedhof befand sich im Stadtzentrum an der Stelle des jetzigen Rathauses, ein neuerer auf dem Kirchhof der heutigen Kirche. Beide reichten in der ersten Hälfte des 19. Jh. für die prosperierende Gemeinde nicht mehr aus. An ihrer Stelle entstanden 1822 neue Begräbnisplätze auf der Hohen Worth und einige Jahre später im Neuen Feld. Beide befinden sich – ebenso wie der Friedhof in Engeo – in Trägerschaft der Stadt Bremervörde.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 2 Nr. 255-272 (Kons. Stade, Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 103 und 107 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 1141-1150 (Pfarrbestallungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 2608-2609 (Visitationen); D 94 (EphA Bremervörde-Zeven).

Literatur

B: 350 Jahre St.-Liborius-Kirche zu Bremervörde 1652-2002, hrsg. von der St.-Liborius-Gemeinde Bremervörde, [Bremervörde 2002]; August und Elfriede Bachmann: Die Geschichte der Sankt-Liborius-Kirche und der Burg- oder Schlosskapelle zu Bremervörde bis etwa 1600, in: Stader Jahrbuch 1981, S. 48-67; Elfriede Bachmann: Die Orgeln der evangelischen Kirche zu Bremervörde, in: Stader Jahrbuch 1982, S. 81-101; Elfriede Bachmann: Das Bremervörder Kirchenstuhlregister von 1642/43, in: Stader Jahrbuch 2001/02, S. 79-132; Elfriede Bachmann: Das Hospital zum Heiligen Geist in Bremervörde, in: Stader Jahrbuch 2003/04, S. 65-98; Elfriede Bachmann: Ein Stundenplan der Bremervörder Lateinschule um 1600, in: Stader Jahrbuch 2012, S. 27-41; Thomas Kück: Gottesdienst feiern, Gemeinschaft stärken und Glauben bekennen. Das Wirken von Sup. Johannes Schulze während der Kriegs- und Nachkriegszeit in Bremervörde, in: Bremervörder Jahrbuch 2011, S. 112-125.


Fußnoten

  1. Liborius, Bf. von Le Mans. Gebeine 836 auf Veranlassung Ludwigs des Frommen nach Paderborn überführt. Als Patron der Kirche in Bremervörde 1348 erstmals urkundlich erwähnt.
  2. UB Neuenwalde, Nr. 7.
  3. Regesten Ebf. Bremen II,1, Nr. 88.
  4. Kausche, Regesten, Nr. 228.
  5. UB Verden II, Nr. 897.
  6. Bachmann, Hospital.
  7. Bachmann, Lateinschule.
  8. Bachmann, Lateinschule, S. 30.
  9. Bachmann, Kirchstuhlregister.
  10. Wieden/Lokers, Lebensläufe II, S. 292-294.
  11. KABl. 1939, S. 52.
  12. KABl. 1953, S. 37.
  13. KABl. 1962, S. 29.
  14. KABl. 1925, S. 87.
  15. KABl. 1965, S. 6 f.
  16. Übersicht Besetzung 88 (1895), S. 39.
  17. NLA HA, Hann. 122a, Nr. 3733.
  18. KABl. 1940, S. 81.
  19. 350 Jahre, S. 41.