KapG der KG Edemissen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | Patrozinium: Markus | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte
Kapelle, Ansicht von Südwesten, 1933 oder 1936

Kapelle, Ansicht von Südwesten, 1933 oder 1936

Blumenhagen wird 1338 erstmals urkundlich erwähnt und kam 1458 als bischöfliches Lehen an die von Rutenberg. Nach mehreren Besitzwechseln veräußerten die von dem Bussche 1866 als letzte adelige Eigentümer das Gutsland an die örtlichen Bauern. In der ersten Hälfte des 19. Jh. entstand aus zwei Hofstellen nördlich des Hauptorts der Ortsteil Klein Blumenhagen – Seit 1965 ist Blumenhagen Teil der Samtgemeinde, seit 1. März 1974 Ortsteil der Einheitsgemeinde Edemissen.
Die Kapelle in Blumenhagen ist die älteste und kleinste in der Parochie Edemissen. Sie stammt noch aus vorref. Zeit und wird 1534 im Lüneburgischen Pfründenregister erstmals erwähnt.1

Kapellenbau

Der ältere massivere Ostteil aus Kalkstein und Raseneisenstein ist vielleicht auf den Anfang des 16. Jh. zu datieren. Der Westteil wurde im 17./18. Jh. in Fachwerk erneuert. Außen dreiseitiger, innen gerundeter Chorschluss aus Bruchstein. Flache Bretterdecke. Renovierungen 1910 und 2012.

Turm

Dachreiter mit Pyramidendach (1828, 1910 erneuert).

Altaraufsatz, 1933 oder 1936

Altaraufsatz, 1933 oder 1936

Ausstattung

Auf dem spätmittelalterlichen Altartisch steht das Mittelstück eines gotischen Flügelaltars mit Schnitzfiguren aus Eiche (Anfang 15. Jh.). Es wurde 1883 bei Renovierungsarbeiten auf dem Dachboden der Kapelle gefunden und auf Vermittlung Conrad Wilhelm Hases restauriert und ergänzt. Die Herkunft ist ungeklärt. Die Figuren im fünffeldrigen Schrein zeigen die heiligen Martin und Georg, die Marienkrönung sowie die heilige Barbara und einen unbekannten Heiligen.

Orgel

1928 wird eine Orgel „kleinsten Formates“ als „völlig unbrauchbar und zerfallen“ bezeichnet.2

Geläut

Eine LG in f’’ (Bronze, Gj. 1837, Siegmund Andreas Lange, Hildesheim). – Früherer Bestand: Eine ältere Glocke ist Silvester 1836/37 gesprungen.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 6 Nr. 1985-1992 (Pfarrbestallungsakten Edemissen); A 9 Nr. 533 (Visitationen Edemissen); D 14 (EphA Sievershausen); S 11a Nr. 7863 (Findbuch PfA Edemissen).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 213 f.; Kirchen KK Peine, S. 8 f.; Jürgens u. a., KD Kr. Peine, S. 14-16; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 367.


Fußnoten

  1. Salfeld, Pfründenregister, S. 95.
  2. Pape, Orgeln Kr. Peine, S. 5. LkAH, A 9 Nr. 533, Visitation 1928.