KapG der KG Wanna | Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Nikolaus | KO: Hadeler KO von 1542

Orts- und Kirchengeschichte

Ortsteil der Gemeinde Wanna im Ahlenfalkenberger Moor. Eine frühere Besiedelung des Platzes (ab 1746) wurde 1864 wieder aufgegeben. Während des Ersten Weltkriegs (1915) wurde die Moorkultivierung mit französischen und russischen Kriegsgefangenen, später auch Zivilhäftlingen wieder aufgenommen. Die dabei entstandenen Siedlungen wurden ab 1939/40 durch die Hannoversche Siedlungsgesellschaft weiter ausgebaut und boten nach dem Zweiten Weltkrieg auch zahlreichen Ostflüchtlingen eine neue Heimat. Ende der 1950er Jahre lebten in Ahlenfalkenberg etwa 300 Gemeindeglieder, die der KG Wanna zugewiesen waren. Um 1939/40 bemühte sich die KG Flögeln vergeblich um eine Umgliederung in den eigenen Pfarrbezirk.1
Eigenes kirchliches Leben entfaltete sich zunächst im Kriegsgefangenenlager, das über einen Andachtsraum in einer Verwaltungsbaracke verfügte. Ab September 1940 fanden dort auch für die Siedler einmal monatlich GD statt. 1950 stand hierfür ein Raum in der neu errichteten Volksschule zur Verfügung. 1950/51 errichtete die Gemeinde unter der Bauleitung des Mooradministrators Wilhelm Rochler auf dem gemeindeeigenen Friedhof eine Kapelle (Einweihung 20. November 1951 durch Lbf. Lilje). Am 1. September 1955 wurde die KapG Ahlenfalkenberg in der KG Wanna errichtet.2

Kapellenbau

Einfacher Backsteinbau auf massivem Feldsteinsockel unter Satteldach mit je drei rundbogigen Doppelfenstern an den Längsseiten. Eingezogener Chor. Trapezförmig eingewölbte Decke mit freiliegendem Bindergespärre. Westempore.

Turm

Offener Glockenträger als Dachreiter.

Ausstattung

Altar mit hölzerner Mensa auf zwei gemauerten Ziegelsteinwangen. Dreiteiliger, holzgeschnitzter Aufsatz mit der Darstellung der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung. – Hölzerne Kanzel auf einem gemauerten Sockel. – Taufe mit kreuzförmige gemauertem Schaft und einem Metalleinsatz.

Orgel

Ursprünglich ein Positiv der Firma Kemper (Lübeck), Bj. 1954, 2 I/aP, mechanische Traktur, Schleiflade, 1970 noch vorhanden. Vor 1976 beschaffte die Gemeinde ein Elektronium der Firma Ahlborn (Heimerdingen) mit 9 I/- (Bj. 1971).

Geläut

Eine LG in as’’ (Bronze, Gj. 1680, Patenglocke aus dem Dom zu Königsberg i. Pr.).

Friedhof

Bei der Kapelle. In Trägerschaft der KG.


Fußnoten

  1. LkAH, L 5g, Nr. 954.
  2. KABl, 1955, S. 86.