KapG der KG Edemissen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | Patrozinium: Lucas | KO: Lüneburger KO von 1643

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte

Der Ort Voigtholz, Ortsteil von Voigtholz-Ahlemissen in der Gemeinde Edemissen wird erstmals 1564 als Vogtholte erwähnt.1 Das Dorf gehörte zum Amt Meinersen des Fsm. Lüneburg. Von 1810 bis 1813 war es Teil des Kantons Meinersen im Distrikt Celle des Departements Aller im Kgr. Westphalen. Danach gehörte Voigtholz wieder zum Amt Meinersen, zunächst im Kgr. Hannover, nach der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. 1885 kam die nunmehrige Landgemeinde Voigtholz und Ahlemissen zum Landkreis Peine und wurde 1965 in die Samtgemeinde, 1974 in die Großgemeinde Edemissen eingemeindet. Das kleine Bauerndorf hatte 1885 insgesamt 127 und 1961 dann 157 Einwohner.
Kirchlich wird Voigtholz von Edemissen aus versorgt, eine Kapelle besaß der Ort erst in nachreformatorischer Zeit, denn das Lüneburgischen Pfründenregister von 1534 erwähnt kein derartiges Gebäude. Die GD feierte die Gemeinde später in der Schule. Anfang 1960 erwarb die KapG das um 1900 erbaute Schulgebäude, 1973 verkaufte sie es wieder. Der Künstler Hans Nowak errichtete Ende der 1970er Jahre eine Privatkapelle als Anbau zu seinem Atelier und stellte sie der KapG zur Verfügung. Gestaltung und Ausstattung stammen von Nowak. Die Gemeinde weihte die Kapelle im Advent 1979 ein, 1981 kam ein kleiner Turm hinzu, der die alte Glocke aufnahm.2 Die Malerhofkapelle ist heute das bekannteste Gebäude des kleinen Ortes.

Kapellenbau

Fensterloser, quadratischer Bau mit Blumenbeet in der Mitte sowie Pultdach mit Oberlicht, eingeweiht 1979, erbaut vom Maler Hans Nowak (1922-1996) und befreundeten Handwerkern. Neues Vordach über dem Eingang 2005.

Turm

Offene Balkenkonstruktion neben der Kapelle, erbaut 1981, erneuert 2005.

Vorgängerbauten

Kapellenraum in der ehemaligen Schule, seit Anfang 1960 im Eigentum der KapG3, 1973 verkauft und Nutzungsrecht bis 1983 vereinbart.4

Ausstattung

Schlichter, hölzerner Altartisch, Holztaufe, hölzernes Lesepult (Hans Nowak, 1979). – Gemälde des Künstlers Hans Nowak an allen vier Wänden: Hinter dem Altar Triptychon mit Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi; linke Wand Abendmahlsszene (nach Leonardo da Vinci); rechte Wand Schöpfungszyklus; gegenüber dem Altar ein Madonnenbild (nach Raffaels Sixtinischer Madonna) und ein Passionsbild.

Orgel

Neubau 1983 durch Schmidt & Mappes (Hannover-Langenhagen), 4 I, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG f’’ (Bronze, Gj. 1889, Radler, Hildesheim).

Friedhof

Bis Ende der 1960er Jahre Eigentum der KapG.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 1985-1992 (Pfarrbestallungsakten Edemissen); A 9 Nr. 533 (Visitationen Edemissen); D 14 (EphA Sievershausen); S 11a Nr. 7863 (Findbuch PfA Edemissen).

Literatur

A: Kirchen KK Peine, S. 62 f.
B: Verein der Heimatgeschichte Edemissen (Hg.): Die Gemeinde Edemissen (Die Reihe Archivbilder), Erfurt 2007, S. 93-100.


Fußnoten

  1. Boetticher, Ortsverzeichnis Lkr. Peine, S. 235.
  2. LkAH, L 5h, unverz., Edemissen, Visitation 1984 (Der Treffpunkt, Gemeindeblatt der Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen, Extra-Blatt zur Visitation“, S. 4).
  3. LkAH, L 5h, unverz., Edemissen, Visitation 1960.
  4. LkAH, L 5h, unverz., Edemissen, Visitation 1978.