Sprengel Lüneburg, KK Lüneburg | Patrozinium: Martinus1 (seit 1983) | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Ort an der Ilmenau südlich von Lüneburg. Urkundliche Ersterwähnung spätestens 1148. Eine nach dem mittelalterlichen Dorf benannte Familie von Everinge ist seit dem Ende des 13. Jh. als Lüneburger Burgmannengeschlecht belegt. Das Dorf, von alters her dem Fsm. Lüneburg (Amt Lüne/Hausvogtei, ab 1885 Kr. Lüneburg) zugehörig, war bis ins 20. Jh. nahezu ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Mit der Erschließung neuer Wohngebiete nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte es sich zu einer Stadtrandsiedlung von Lüneburg mit ausgedehnter Einfamilienhausbebauung.2
Auch kirchlich war Deutsch Evern seit vorref. Zeit nach Lüneburg (Lüneburg, St. Johannis) orientiert. Für die wachsende Neusiedlerzahl wurden nach dem Zweiten Weltkrieg GD in einem Klassenraum der Schule abgehalten, später auch in der FKap. Der 1974 ordinierte P. Reinhard Henning nahm als erster Geistlicher seinen Dienstsitz in Deutsch Evern. Seither fanden die GD vierzehntäglich statt. Bereits 1964 hatte die Gemeinde ein Grundstück angekauft, um eine gemeinsame Schule und Kirche für Deutsch Evern und Wendisch Evern zu errichten. Die Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen entstand 1982 ein Pfarr- und Gemeindehaus mit kapellenartigem Gemeinderaum sowie Räumen für die Konfirmanden-, Jugend- und Altenarbeit (Architekt: Carl-Peter von Mansberg, Lüneburg). Mit dem 1. Juli 1987 wurde die KG verselbständigt und die vierte Pfarrstelle der St.-Johannis-KG in Lüneburg auf die neue Gemeinde übertragen.3
Als KGb erwarb die Gemeinde 1989 ein 1665 durch Hans Heitmans und Anna Meyers auf der Hofstelle 1 errichtetes und zuletzt nur noch als Stall genutztes Zweiständerhaus und ließ es an den heutigen Standort auf dem Hengstberg neben das Pfarrhaus versetzen (Einweihung 1. Oktober 1989). Der Künstler Friedrich Press (Dresden) gestaltete den Altarraum mit dem Themenschwerpunkt „Gesetz und Evangelium“. Ein Kirchenbauverein (gegründet 1985) wurde nach dem Erwerb des KGb in den Förderverein Martinus-KG e. V. umgewandelt. Zusätzlich wird die Gemeindearbeit durch eine eigene Stiftung (Martinus-Stiftung) gefördert.

Umfang

Das Dorf Deutsch Evern.

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Lüneburg. KK Lüneburg und KK Bleckede zum 1. Januar 2017 zum neuen KK Lüneburg zusammengelegt.4

Kirchenbau

Reetgedecktes Zweiständerhallenhaus mit Ziegelausfachung.

Turm

Glockenstube an der Westgiebelseite des Gemeindehauses.

Ausstattung

Tischaltar und lesepultartige Kanzel aus Holz (modern). – Barocke Taufe mit Deckel; Dekoration aus Putti, Gipsstein und Holz (1685 oder 1686, aus der 1860/61 abgerissenen Lambertikirche in Lüneburg, seit 1982 als Dauerleihgabe der St.-Johannis-KG in Lüneburg).

Orgel

1989 Neubau durch Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven), 5 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG in g’’ (Bronze, Gj. 1984, Gebrüder Rincker, Sinn).

Friedhof

Kommunal (Trägerschaft der Samtgemeinde Ilmenau), 1909 angelegt. FKap (Bj. 1948, 1973 durch einen Anbau vergrößert).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 96, Nr. 80; Weiß, Denkmaltopographie Lkr. Lüneburg, S. 79.
B: Jürgen Stehr: 1148–1998. Aus 850 Jahren Deutsch Everner Geschichte, [Deutsch Evern 1998]; Jürgen Stehr: Die Martinuskirche in Deutsch Evern, in: Alt-Hannoverscher Volkskalender 133 (2005), S. 78 f.


Fußnoten

  1. Nach Martin von Tours und Martin Luther.
  2. Weiß, Denkmaltopographie Lkr. Lüneburg, S. 79.
  3. KABl. 1987, S. 95.
  4. KABl. 2016, S. 168 f.