Seit 1982 Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (2009: Ev. Kirche in Mitteldeutschland) | Patrozinium: Martin | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Als Ortschaft 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Kirche und Pfarre lassen sich bis in vorref. Zeit zurückführen. Ein Vorgänger des heutigen KGb wird auf das 14. Jh. datiert. Die Gemeinde war früher mit Herrmannsacker (Provinz Sachsen) verbunden. Seit 1664 ist für Buchholz – zunächst noch gemeinsam mit Herrmannsacker – ein Kantor und Schullehrer belegt. Nach einer territorialen Bereinigung wurde Buchholz 1741 mater combinata von Steigerthal. Heute wird die nach wie vor eigenständige KG von Neustadt/Harz aus verwaltet.
Seit 2004 besteht ein Kirchbauverein.

Umfang

Das Dorf Buchholz.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Jechaburg (Sedes Berga superior) der Erzdiözese Mainz. – Unterstand seit 1639/1733 einem gräflich-stolbergischen Inspektor, ab 1728 auch einem hannoverschen Sup. für die Gft. Hohnstein. 1875 wurden beide Funktionen in der Insp. für die Gft. Hohnstein (Sitz in Neustadt/Harz, ab 1903 in Ilfeld) vereinigt. 1924 KK Grafschaft Hohnstein/Ilfeld. Durch Verfügung vom 27. August 1945 ermächtigte das LKA das Konsistorium in Ilfeld, selbständig alle zur Aufrechterhaltung notwendigen Kirchenverwaltungsgeschäfte vorzunehmen. Nach der Bildung des „Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR“ ging die Verwaltung über den Konsistorialbezirk Ilfeld mit den ihm angehörenden und angegliederten in der DDR gelegenen Gemeinden gemäß der Verhandlungen mit der Kirchenleitung in Dresden mit dem 1. April 1969 gemeinsam mit der über den östlichen Teil der braunschweigischen Propstei Blankenburg auf die sächsische Landeskirche über. Der KK behielt seine Selbständigkeit im bisherigen Umfang. Alle überkommenen innerkirchlichen Zuständigkeiten und Aufgaben wurden weiterhin durch das Konsistorium in Ilfeld wahrgenommen. Mit dem 1. Januar 1974 wurde der Konsistorialbezirk Ilfeld ganz an die Ev.-luth. Landeskirche Sachsens angeschlossen. Die dort eingeführten Agenden und das Gesangbuch blieben bis auf weiteres in Gebrauch. Mit Wirkung vom 1. Januar 1982 wurde der Bezirk in die Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen eingegliedert.

Patronat

Ursprünglich die Gf. zu Stolberg-Stolberg. Später erfolgte die Pfarrstellenbesetzung gemeinschaftlich durch das Oberkonsistorium in Hannover und den Gf. von Stolberg-Stolberg als Gf. zu Hohnstein und Besitzer des Amts Hohnstein (ab 1778 im Namen des gräflichen Hauses durch das Ministerium in Hannover verwaltet).1 Zuletzt das Konsistorium in Ilfeld (erloschen).

Kirchenbau

Einfache barocke Saalkirche aus Ziegel- und Bruchsteinen (1756). Das Innere mit hölzerner Flachdecke und dreiseitiger Empore. Der untere Teil der Kirche wurde 1941 massiv erneuert. 1945 wurde sie durch Bombensplitter stark beschädigt. 1968 Anbau eines Gemeinderaums (Winterkirche) an der Ostseite. 2005-10 Sanierung des einsturzbedrohten Außenmauerwerks.

Turm

Über dem Westgiebel ein vierseitiger verschieferter Dachreiter mit ins Achteck überführter Spitze (1987 renoviert). Uhrwerk der Firma Weule (seit 2006 mit elektrischem Aufzugwerk). Die Läuteglocke hängt in einem freistehenden Stahlglockenträger neben der Kirche.

Ausstattung

Ursprünglich mit Kanzelaltar (1723, Kanzelkorb in der Ostwand ist erhalten). Die frühere Innenausstattung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend beseitigt. – Taufbecken mit hölzerner Kuppa.

Orgel

Auf der Westempore. Wohl 1865 Neubau durch unbekannten Orgelbauer, um 1890/95 durch Robert Knauf & Sohn (Bleicherode) umgebaut2; 11 II/P (HW, OW), mechanische/pneumatische Traktur, vierachsiger klassizistischer Prospekt. 1955 Instandsetzung durch Gerhard Kirchner. Seit 1964 nicht mehr spielbar.

Geläut

Eine LG (Bronze, Gj. 1828, Apolda/Laucha). – Früherer Bestand: Eine zweite LG wurde 1944 zu Rüstungszwecken abgegeben.

Friedhof

Ursprünglich auf dem Kirchhof. Um 1900 an den südlichen Ortsrand (Hinter dem Rain) verlegt.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 9 Nr. 2822 (Visitationen).

Literatur

A: Dehio, Thüringen, S. 169; Leopold, Kirchen-, Pfarr- und Schul-Chronik, S. 302-310; Reinboth, Knauf, S. 211 f.


Fußnoten

  1. Leopold, Kirchen-, Pfarr- und Schul-Chronik, S. 49.
  2. Reinboth, Knauf, S. 106.